Welche Zahlungsarten sollte ein Schweizer Onlineshop anbieten

15.06.2026

Kund:innen brechen einen Kauf oft beim Bezahlen ab – nicht wegen des Produkts, sondern weil die gewünschte Zahlungsart fehlt oder der Checkout zu kompliziert ist. Gerade in der Schweiz erwarten Kund:innen heute Standards wie TWINT, Debit- und Kreditkarten oder PostFinance Pay. Wer diese nicht anbietet, riskiert Kaufabbrüche und verliert Umsatz. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl der Zahlungsarten, sondern die Wahl der richtigen Zahlungsmethoden für Zielgruppe, Warenkorb und Geschäftsmodell.

In Kürze

  • Für Schweizer Onlineshops gehören TWINT, Debit- und Kreditkarten sowie PostFinance Pay zum wichtigen Mindestsetup.
  • Kauf auf Rechnung kann die Conversion erhöhen.
  • Nicht jede Zahlungsart lohnt sich für jedes Geschäftsmodell. Entscheidend sind Zielgruppe, Warenkorbgrösse, Internationalität und Risiko.
  • Eine überschaubare, gut gewählte Auswahl ist meist besser als möglichst viele Optionen.
  • Wer regelmässig prüft, wie Kund:innen bezahlen möchten, kann Kaufabbrüche reduzieren und Gebühren besser steuern.

Welche Zahlungsarten erwarten Kund:innen in Schweizer Onlineshops?

Wer online verkauft, muss nicht jede verfügbare Zahlungsart anbieten. Entscheidend ist, die Zahlungsmethoden bereitzustellen, die Kund:innen tatsächlich erwarten und regelmässig nutzen. Ein Blick in den von der Universität St. Gallen und der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften publizierten Swiss Payment Monitor zeigt: Der Schweizer Onlinehandel wird heute von wenigen zentralen Zahlungsarten dominiert. Über 90 Prozent aller Onlinekäufe in der Schweiz werden mit folgenden Zahlungsmethoden bezahlt:

  • TWINT
  • Kreditkarten
  • Kauf auf Rechnung bzw. Überweisung
  • Debitkarten

Diese Zahlungsarten bilden für viele Schweizer KMU den wichtigsten Mindeststandard im Onlineshop.

Bevorzugte Zahlungsarten in Schweizer Onlineshops

Das Ringdiagramm zeigt die Verteilung der in Schweizer Onlineshops genutzten Zahlungsarten nach Anzahl Transaktionen in Prozent, wobei mobiles Bezahlen – hauptsächlich über TWINT – mit 37,7 Prozent den grössten Anteil ausmacht, gefolgt von Kreditkarten inkl. Bezahlen über mobile Wallets wie Apple Pay oder Click to Pay (26,3 Prozent), Bank- und Postkonto-Zahlungen via Rechnung oder Überweisung (18,0 Prozent), Debitkarten inkl. Bezahlen über mobile Wallets wie Apple Pay oder Click to Pay (9,5 Prozent), mobilen Prepaid-Zahlungen (5,8 Prozent) und weiteren Zahlungsmitteln (2,7 Prozent).

Welche Zahlungsarten braucht ein Schweizer Onlineshop mindestens?

Die folgende Tabelle zeigt, welches Mindestsetup für typische Schweizer Onlineshops sinnvoll sein kann. Wichtig: Jedes Geschäftsmodell ist anders – die Zielgruppe, der durchschnittliche Bestellwert und das Risiko bestimmen, welche Zahlungsarten wirklich notwendig sind.

Das Mindestsetup für viele Schweizer KMU

GeschäftsmodellEmpfohlene ZahlungsartenHinweise
Geschäftsmodell
Kleiner Schweizer Onlineshop
Empfohlene Zahlungsarten
TWINT, Debit- und Kreditkarten Mastercard/Visa, PostFinance Pay
Hinweise
Die Kombination deckt den Grossteil der Schweizer Kundschaft ab. PostFinance Pay spricht rund 2,4 Millionen PostFinance-Kund:innen an.
Geschäftsmodell
Höhere Warenkörbe / erklärungsbedürftige Produkte
Empfohlene Zahlungsarten
+ Kauf auf Rechnung
Hinweise
Kauf auf Rechnung erhöht Vertrauen und Conversion, bringt aber Ausfallrisiken mit sich. Diese lassen sich an externe Anbieter (z. B. POWERPAY) auslagern.
Geschäftsmodell
Internationale Kundschaft
Empfohlene Zahlungsarten
+ PayPal, weitere Kreditkarten (z. B. American Express) oder auch Alipay, WeChat Pay oder JCB
Hinweise
Internationale Käufer:innen erwarten häufig PayPal oder mehrere Kreditkarten.
Geschäftsmodell
Abo-Modelle / wiederkehrende Zahlungen
Empfohlene Zahlungsarten
PostFinance Pay, Debit- und Kreditkarten oder TWINT mit Token
Hinweise
Diese Zahlungsarten ermöglichen wiederkehrende Zahlungen, «One Touch Payments» oder unsichtbare Zahlungen. Nach einer einmaligen Registrierung im persönlichen Profil beim Händler ist keine erneute Authentisierung mehr nötig.
Zahlungsarten einfach zentral verwalten.

Die wichtigsten Zahlungsarten im Überblick

TWINT gehört für Schweizer Onlineshops heute praktisch zum Standard – insbesondere bei mobilen Käufen.

Kreditkarten ermöglichen Händler den Zugang zu einem internationalen Kundenkreis und sorgen für schnelle, sichere Transaktionen weltweit. Sie sind ein zentraler Standard im Onlinehandel.

Debitkarten erweitern die erreichbare Zielgruppe, da auch Kund:innen ohne Kreditkarte direkt bezahlen können. Für Händler bedeutet das zusätzliche potenzielle Käufer:innen sowie stabile, sofortige Zahlungseingänge direkt vom Bankkonto.

PostFinance Pay ermöglicht Händlern den Zugang zu einer grossen, etablierten Nutzerbasis in der Schweiz. Die direkte Zahlung über die PostFinance App sorgt für einen einfachen Checkout-Prozess. PostFinance Pay ersetzt die bisherigen PostFinance-Zahlungsarten «PostFinance Card» und «PostFinance E-Finance».

Gut zu wissen

Bei Checkout von PostFinance haben Sie die Möglichkeit, alle gängigen Zahlungsarten inkl. PostFinance Pay über einen Vertrag anzubieten.

Der Kauf auf Rechnung erhöht die Kaufbereitschaft und das Vertrauen der Kund:innen. Händler können das Ausfallrisiko und den administrativen Aufwand an spezialisierte Anbieter auslagern (z. B. POWERPAY von MF Group, angeboten via «Checkout Flex» von PostFinance) und so die Vorteile nutzen, ohne zusätzlichen Aufwand.

Bei Vorkasse überweisen die Kund:innen den Betrag auf das Konto des Händlers, bevor sie die Ware erhalten. Diese Zahlungsart ist ideal für Onlineshops, die kein Risiko von Zahlungsausfällen eingehen möchten. Sie eignet sich besonders für standardisierte Produkte und preissensible Kund:innen, ist jedoch weniger geeignet für spontane Käufe, da sie den Kaufprozess verlangsamt und ein höheres Vertrauen seitens der Kund:innen voraussetzt.

Viele Kund:innen bezahlen heute direkt mit dem Smartphone oder im Browser. Wallets wie Apple Pay, Google Pay oder Click to Pay gewinnen deshalb auch im Onlinehandel an Bedeutung.

Wichtig zu wissen

Diese Lösungen sind meist keine eigenen Zahlungsarten, sondern basieren auf hinterlegten Debit- oder Kreditkarten. Für Händler bedeutet das: Wer Karten akzeptiert, ermöglicht häufig automatisch auch modernes Bezahlen per Smartphone oder Browser.

Gerade auf mobilen Geräten können Wallets helfen, den Checkout zu vereinfachen und Kaufabbrüche zu reduzieren. Wenige Klicks entscheiden oft darüber, ob ein Kauf abgeschlossen wird oder nicht.

Welche Zahlungsarten erhöhen die Conversion?

Zahlungsarten beeinflussen direkt, ob Kund:innen einen Kauf abschliessen oder abbrechen. Besonders wichtig sind dabei schnelle, vertraute und mobilefreundliche Zahlungsmethoden. In Schweizer Onlineshops gelten insbesondere folgende Zahlungsarten als besonders conversionsstark:

  • TWINT
  • PostFinance Pay
  • Kreditkarten
  • Apple Pay oder Google Pay
  • Kauf auf Rechnung

Auch wichtig

Nicht jede Zahlungsart erhöht die Conversion bei jeder Zielgruppe gleich stark. Entscheidend sind unter anderem Branche, Warenkorbgrösse und Kundenerwartung.

Übersicht: Welche Zahlungsmittel eignen sich für meinen Onlineshop?

In unserer Übersicht finden Sie eine Einordnung vieler gängiger Onlineshop-Zahlungsarten. Sie hilft Ihnen dabei, diejenigen auszuwählen, die Sie für Ihr Onlinebusiness benötigen.

So wählen Sie die passenden Zahlungsarten

Egal, ob Onlineshop, Restaurant oder Einzelhandel: Mit den passenden Zahlungsarten erweitern Sie als Händler Ihren Kundenkreis und generieren mehr Verkäufe. Diese vier Fragen können dabei helfen, die passenden Zahlungsmethoden auszuwählen:

  • Zahlungsgewohnheiten entscheiden über die Conversion.

  • Höhere Beträge profitieren von Rechnung oder Kreditkarte.

  • Höhere Gebühren können sich durch mehr Abschlüsse lohnen.

  • Das Risiko kann gegebenenfalls an externe Anbieter ausgelagert werden.

Was brauche ich, um die Zahlungsarten anbieten zu können?

Um verschiedene Zahlungsarten anbieten zu können, benötigen Sie einen Payment Service Provider (PSP). Dieser übernimmt die technische Zahlungsabwicklung und ermöglicht die Integration von Zahlungsmethoden wie TWINT, Kreditkarten oder PostFinance Pay in Ihren Onlineshop.

Für viele KMU ist eine Komplettlösung sinnvoll. So lassen sich Zahlungsarten, technische Integration und Zahlungsabwicklung zentral verwalten – mit nur einem Ansprechpartner.

Wichtige Unterschiede liegen häufig:

  • bei den unterstützten Zahlungsarten,
  • den Gebührenmodellen,
  • der Integration in Shopsysteme
  • sowie beim Support und Reporting.

PostFinance Checkout unterstützt gängige Zahlungsmethoden und lässt sich in viele Shopsysteme integrieren. Je nach Geschäftsmodell stehen unterschiedliche Preis- und Flexibilitätsmodelle zur Verfügung – vom einfachen Einstieg bis zu individuell konfigurierbaren Lösungen für grössere Shops.

Welches Gebührenmodell passt zu meinem Shop?

Für Onlinezahlungen fallen Transaktionsgebühren an. Wie hoch diese ausfallen, hängt vom Paymentanbieter, den angebotenen Zahlungsarten und dem Umsatzvolumen Ihres Onlineshops ab. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höhe der Gebühren, sondern auch, welches Modell zu Ihrem Geschäftsmodell passt.

ShoptypHäufig sinnvolles GebührenmodellWarum
Shoptyp
Kleiner Onlineshop
Häufig sinnvolles Gebührenmodell
Einheitliche Gebühren
Warum
Einfach verständlich und gut kalkulierbar
Shoptyp
Wachsender Shop
Häufig sinnvolles Gebührenmodell
Unterschiedliche Gebühren pro Zahlungsart
Warum
Optimierung der Kosten je nach Zahlungsmix
Shoptyp
Hohe Umsatzvolumen
Häufig sinnvolles Gebührenmodell
Individuell verhandelbare Konditionen
Warum
Mehr Flexibilität und tiefere Gebühren möglich

Gebührenmodelle im Detail

  • Bei diesem Modell bezahlen Händler pro Transaktion einen fixen Prozentsatz – unabhängig davon, welche Zahlungsart genutzt wird. Das eignet sich besonders:

    • für kleinere Shops,
    • beim Einstieg in den E-Commerce
    • oder wenn einfache und transparente Kosten wichtig sind.
  • Hier unterscheiden sich die Gebühren je nach Zahlungsmethode. Beispielsweise können:

    • Debitkarten, TWINT, PostFinance Pay günstiger sein,
    • Kreditkarten oder Kauf auf Rechnung dagegen höhere Gebühren verursachen.

    Dieses Modell lohnt sich häufig für Shops mit regelmässigem Umsatz und einem klaren Zahlungsmix.

  • Grössere Onlineshops können Gebühren oft individuell mit Akzeptanzpartnern oder Paymentanbietern verhandeln. Das wird insbesondere interessant:

    • bei hohen Transaktionsvolumen,
    • internationaler Kundschaft
    • oder komplexeren Payment-Setups.

Wichtig zu wissen

Die günstigste Zahlungsart ist nicht automatisch die wirtschaftlich sinnvollste. Zahlungsarten mit höheren Gebühren können gleichzeitig die Conversion verbessern und Kaufabbrüche reduzieren.

Zahlungsarten anbieten – ganz wie es für Ihr Unternehmen passt

Sie stehen vor dem Entscheid, welche Zahlungsarten Sie in Ihrem Onlineshop anbieten möchten? PostFinance bietet Ihnen attraktive Preispläne. Lassen Sie sich persönlich von uns beraten.

Fragen und Antworten

  • Das grösste Risiko für Verkäufer ist der Zahlungsausfall – also, dass Kund:innen für ein geliefertes Produkt oder eine Dienstleistung nicht bezahlen. Am sichersten sind daher folgende Zahlungsmethoden:

    • Zahlung per Vorkasse: Waren werden erst verschickt, wenn die Zahlung eingegangen ist
    • Kredit- und Debitkarten
    • Abbuchungen vom Konto wie bei PostFinance Pay
  • Dies hängt vom gewählten Preisplan ab.

    Weiter zu den Preisplänen von PostFinance Checkout

  • TWINT, Debitkarten, PostFinance Pay sowie die Kreditkarten Mastercard und Visa gehören zu den relevantesten Zahlungsmitteln in Schweizer Onlineshops.

  • Mit zunehmendem Umsatz oder internationaler Kundschaft können zusätzliche Zahlungsarten wie PayPal, Kauf auf Rechnung oder weitere Kreditkarten sinnvoll werden.

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