Onlineshop starten: Welches Shopsystem passt zu Ihrem Geschäftsmodell?

22.06.2026

Sie möchten online verkaufen und stehen vor technischen Entscheidungen? Shopsysteme, Plug-ins, Zahlungsanbieter: Die Auswahl wirkt schnell komplex. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Shopsysteme sich für welche Ausgangslage eignen, welche Rolle Checkout, Zahlungsarten und deren Anbindung spielen und wie Sie von Anfang an sinnvoll starten, ohne sich später teuer korrigieren zu müssen.

In Kürze

  • Der passende Einstieg in den Onlinehandel hängt von Geschäftsmodell, Budget und technischem Know-how ab.
  • Viele Gründer:innen starten mit Mietshops wie Shopify oder Wix, weil diese schnell eingerichtet sind.
  • Wichtig: Denken Sie den Checkout und die Zahlungsarten inklusive technischer Anbindung des Payments früh mit, um Kaufabbrüche zu vermeiden.

Quickcheck in vier Schritten

Unser Quickcheck bietet eine einfache Orientierung für KMU, die ein passendes Shopsystem suchen. Anhand von drei zentralen Kriterien – Geschwindigkeit, technisches Know-how und Komplexität des Sortiments – zeigt er, welche Lösung grundsätzlich am besten passt. So lässt sich grob einschätzen, ob eher ein Mietshop, eine Shop-Erweiterung oder eine Open-Source- beziehungsweise Enterprise-Lösung sinnvoll ist. Im vierten Schritt geht es darum, parallel das Payment aufzugleisen. 

Infografik „Quickcheck in 3 Schritten“ zur Auswahl einer geeigneten E-Commerce-Lösung. Schritt 1 fragt nach der gewünschten Geschwindigkeit des Onlineverkaufsstarts, Schritt 2 nach dem technischen Know-how des Unternehmens und Schritt 3 nach der Komplexität des Sortiments. Die Tabelle zeigt drei Szenarien: Für einen sofortigen Start mit wenig technischem Wissen und einem kleinen bis mittleren Sortiment wird ein Mietshop empfohlen. Bei etwas Erfahrung mit Websites und einem geplanten Start in den nächsten Wochen eignet sich eine Shoperweiterung (Plug-in). Für langfristige Projekte mit eigenem Entwicklerteam oder Agentur sowie komplexen Sortimenten wird eine Open-Source- oder Enterprise-Lösung empfohlen. Ein Hinweis am unteren Rand empfiehlt, frühzeitig Zahlungsarten zu definieren und die technische Integration des Payment-Anbieters in das Shopsystem zu prüfen, beispielsweise über Plug-ins oder standardisierte APIs.

Drei typische Startpunkte im Onlinehandel und welche Shop-Lösungen dazu passen

Manche möchten möglichst schnell online verkaufen, andere bauen von Beginn an eine eigenständige digitale Präsenz auf, da sie komplexe (Verkaufs-)Prozesse berücksichtigen müssen. Entscheidend ist, wo Sie stehen und wie Sie sich entwickeln wollen.

Ihre Ausgangslage

Sie möchten als KMU schnell online verkaufen, haben wenig technische Ressourcen im Haus und wenig oder kein eigenes IT-Know-how. 

Praxisbeispiel

Anna gründet ein kleines Schmucklabel und möchte ihre Produkte online verkaufen. Da sie schnell starten will und wenig technisches Know-how hat, entscheidet sie sich für einen Mietshop. Innerhalb weniger Tage erstellt sie ihren Shop, lädt Produkte hoch und integriert Zahlungsarten wie TWINT, Kreditkarte oder PostFinance Pay.

Warum dieses Shopsystem ideal ist

Mietshops ermöglichen einen besonders schnellen und risikoarmen Einstieg in den Onlinehandel. KMU profitieren von vorgefertigten Designs, intuitiver Bedienung und einfacher Produktverwaltung. Ohne grossen Aufwand können Sie zahlreiche Funktionen nutzen – etwa, um Bezahlsysteme oder Kunden-Accounts zu integrieren. Das funktioniert wie eine Art Onlineshop-Baukasten. Konfiguration, Wartung und Updates der Software werden vollständig vom Anbieter übernommen.

Das gibt es zu beachten

Die Individualisierungsmöglichkeiten sind begrenzt, und es fallen laufende Gebühren an. Zudem entsteht eine gewisse Abhängigkeit vom Anbieter, insbesondere bei Funktionsumfang und Weiterentwicklung.

Ihre Ausgangslage

Ihr Unternehmen verfügt bereits über eine bestehende Website und möchte diese um einen Onlineshop erweitern, ohne alles neu aufzubauen. Gleichzeitig besteht der Wunsch nach mehr Flexibilität als bei einem Mietshop.

Praxisbeispiel

Marco betreibt eine Website für seine Kaffeerösterei, bisher nur mit Infos zu Produkten und Öffnungszeiten. Da die Nachfrage nach Onlinebestellungen steigt, erweitert er seine bestehende Seite um einen Onlineshop. Statt neu zu starten, integriert er ein flexibles Shopsystem in seine Website, ergänzt Funktionen wie Versand und Zahlarten. So kann er schnell online verkaufen, ohne alles neu aufzubauen.

Warum dieses Shopsystem ideal ist

Diese Webshop-Software verbindet Content, Marketing und Verkauf auf einer Plattform. Produkte, Blogartikel, Landingpages und SEO lassen sich zentral steuern. Zudem bieten diese Systeme deutlich mehr gestalterische und funktionale Freiheit als klassische Mietshops. Durch grosse Ökosysteme mit , Themes und Schnittstellen können Shops gezielt erweitert und an individuelle Marketing- und Verkaufsprozesse angepasst werden.

Das gibt es zu beachten

Hosting, Wartung, Updates und Sicherheit liegen beim KMU selbst oder bei einem Dienstleister. Der technische Aufwand ist höher, weshalb diese Lösung etwas mehr Erfahrung oder externe Unterstützung erfordert.

Ihre Ausgangslage

Ihr Geschäftsmodell ist komplex. Sie bieten ein grosses Sortiment, haben individuelle Preise und vorwiegend B2B-Kunden, Sie bedienen mehrere Verkaufskanäle oder das Shopsystem erfordert eine tiefe Integration in bestehende ERP- oder CRM-Systeme.

Praxisbeispiel

Ein Schweizer Startup betreibt eine B2B-Plattform für nachhaltige Verpackungen mit grossem Sortiment und komplexen Bestellprozessen. Viele Kunden bestellen zu individuellen Konditionen, teils über Rahmenverträge. Zudem verkauft das Unternehmen über mehrere Kanäle – Onlineshop, Vertrieb und Marktplätze – und muss Bestellungen, Lager und Kundendaten eng mit ERP- und CRM-Systemen verknüpfen. Das Startup will auch schnell wachsen und setzt auf ein Open-Source- bzw. Enterprise-System mit hoher Anpassbarkeit und Integrationsfähigkeit.

Warum dieses Shopsystem ideal ist

Diese Shopsysteme sind darauf ausgelegt, den Onlineshop als zentralen Bestandteil der Wertschöpfung abzubilden. Sie lassen sich vollständig individuell anpassen und ermöglichen komplexe Logiken, spezielle Preisstrukturen sowie tiefe Systemintegrationen.

Besonders für wachsende KMU oder Unternehmen mit klarer Digitalstrategie sind diese Systeme langfristig sinnvoll.

Das gibt es zu beachten

Der Betrieb erfordert professionelle Partner, klare Anforderungen und ein entsprechendes Budget. Setup und Weiterentwicklung sind kostenintensiver, dafür aber hochgradig skalierbar. 

Typische Fehler beim Start eines Onlineshops

Beim Einstieg in den Onlinehandel treten häufig ähnliche Herausforderungen auf. Typische Fehler sind:

  • ein Shopsystem wählen, das nicht zum Geschäftsmodell passt
  • Zahlungsarten erst spät definieren
  • Payment-Anbieter nicht frühzeitig ins Boot holen 
  • technische Anforderungen unterschätzen
  • Marketing und Kundengewinnung erst nach dem Launch planen

Wer diese Punkte früh berücksichtigt, vermeidet spätere Anpassungen.

 

Das passende Shopsystem allein reicht nicht: Denken Sie das Payment von Anfang an mit

Mit der Wahl des Shopsystems ist eine wichtige Entscheidung getroffen. Damit Kund:innen später tatsächlich einkaufen können, braucht es jedoch noch einen weiteren zentralen Baustein: die Zahlungsabwicklung. Gerade im Checkout entscheidet sich, ob ein Kauf abgeschlossen oder abgebrochen wird. Obwohl sich Kund:innen bereits für ein Produkt entschieden haben, scheitern Bestellungen häufig an einem umständlichen Bezahlprozess oder fehlenden Zahlungsarten.

Gerade in der Schweiz gehören TWINT, Kreditkarten, PostFinance Pay, Mobile Payment oder Rechnung für die Kund:innen zum Standard. Unternehmen, die diese Erwartungen nicht erfüllen, riskieren Umsatzverluste.

Deshalb lohnt es sich, Payment bereits bei der Planung des Onlineshops mitzudenken und den passenden Paymentanbieter frühzeitig ins Boot zu holen. So lassen sich die benötigten Zahlungsarten und die technische Integration ins Shopsystem von Anfang an sauber aufeinander abstimmen. Moderne Payment-Lösungen bündeln verschiedene Zahlungsarten in einer zentralen Lösung. Wer Shopsystem, Zahlungsarten und Payment-Anbieter gemeinsam plant, schafft die Grundlage für einen effizienten Checkout, eine bessere Conversion und weniger administrativen Aufwand.

Gut zu wissen: Bei den Paymentlösungen PostFinance Checkout, die mit vielen gängigen Shopsystemen kompatibel sind, sind alle relevanten Zahlungsarten enthalten und können via API oder Plug-ins einfach eingebunden werden. So haben Onlineshopbetreiber alles aus einer Hand. 

Ein Shopsystem ist nur so gut wie seine Zahlungsabwicklung. Klären Sie deshalb diese beiden Fragen früh und gründlich: Können in dem Shopsystem die für mich relevanten Zahlungsarten angeboten werden?; Fallen zusätzliche Gebühren für spezifische Zahlungsarten an (z. B. für Integrationen von Drittanbietern)?; So vermeiden Sie spätere Zusatzkosten oder technischen Mehraufwand.
Fabian Gut, Customer Journey Owner E-Commerce bei PostFinance

Gut beraten beim Payment für Ihren Onlineshop

Ihre Fragen zu unseren Checkout Lösungen für Onlineshops besprechen wir gerne persönlich mit Ihnen. 

Wie entscheiden Sie sich für ein Shopsystem? Diese Fragen helfen Ihnen bei der Entscheidung

Es gibt viele Faktoren, die Sie bei der Wahl eines passenden Shopsystems gegeneinander abwägen sollten. Die Entscheidung ist unter anderem davon abhängig, wie gut Sie selbst programmieren können, welche Produkte Sie anbieten, welche Zielgruppe Sie erreichen möchten und nicht zuletzt auch davon, wie viel Geld Sie ausgeben können und wollen. 

Geschäftsmodell

  • Wie umfangreich und komplex ist unser Sortiment?
  • Verkaufen wir B2C, B2B oder beides?

Ressourcen

  • Haben wir internes oder externes technisches Know-how (Agentur, Freelancer)?
  • Wer betreut den Onlineshop im Alltag?

Zeit und Budget

  • Wie schnell müssen wir online verkaufen können?
  • Welches Budget steht einmalig und laufend zur Verfügung?

Features, Wachstum und Integration

  • Welche Features brauche ich (z. B. Produktsuche, Filter, Bewertung, Checkout usw.)
  • Kann das Shopsystem mit einem Ausbau des Geschäfts mitwachsen?
  • Lassen sich meine Drittsysteme (z. B. ERP-System, Kasse oder Buchhaltung) anbinden? 

Checkout und Zahlungsarten

  • Welche Zahlungsarten erwarten unsere Kund:innen und können sie eingebunden werden?
  • Unterstützt das Shopsystem die gewünschten Zahlungslösungen?

Eigenständigkeit/Abhängigkeiten

  • Wie wichtig ist Unabhängigkeit vom Anbieter?
  • Wie individuell müssen Shop, Prozesse und Kundenerlebnis sein?
  • Möchte ich eine All-in-One-Lösung oder ist es mir wichtig, die verschiedenen Funktionen möglichst individuell auf mich zuzuschneiden? 
  • Wie wichtig ist es mir, dass ich die Shoplösung unabhängig vom Anbieter weiterentwickeln kann?
  • Wie stark soll sich der Shop von Wettbewerbern differenzieren?

Welches Shopsystem ist nun das richtige?

Das perfekte Shopsystem gibt es nicht. Entscheidend ist, dass die Lösung zu Ihrem Geschäftsmodell, Ihren Ressourcen und Ihren Wachstumsplänen passt. Viele KMU starten mit einem Mietshop und erweitern ihre Infrastruktur später Schritt für Schritt. Wer bereits komplexere Anforderungen hat oder verschiedene Systeme integrieren möchte, sollte diese Anforderungen von Anfang an berücksichtigen. Wichtig ist vor allem, Shopsystem, Zahlungsarten und Paymentlösung gemeinsam zu planen. So schaffen Sie die Grundlage für einen erfolgreichen Start im Onlinehandel.

Fragen und Antworten

  • Die Mehrheit startet mit einem Mietshop, weil er schnell, günstig und technisch einfach ist.

  • Rechnen Sie mit:

    • 20 bis 80 CHF/Monat für Mietshops
    • 300–3’000 CHF für eine CMS-Erweiterung
    • 5’000–50'000 + CHF für komplexe Shopsysteme

    Plus: PSP-Kosten und Zahlungsgebühren.

    Bei diesen Angaben handelt es sich um grobe Schätzungen, die ausschliesslich einer unverbindlichen Orientierung dienen. Die tatsächlichen Werte können aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen und Annahmen von den Ergebnissen abweichen.

    • Mietshop: 1–3 Tage
    • CMS-Shop: 1–3 Wochen
    • Enterprise-Shop: 1 bis mehrere Monate

    Bei diesen Angaben handelt es sich um grobe Schätzungen, die ausschliesslich einer unverbindlichen Orientierung dienen. Die tatsächlichen Werte können aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen und Annahmen von den Ergebnissen abweichen.

  • Systemwechsel sind möglich – aber teuer. Darum ist der Startpunkt entscheidender als die Perfektion. Wichtig ist es, parallel zum Shopsystem auch die Zahlungsarten zu definieren, die im Onlineshop angeboten werden sollen, den Paymentanbieter auszuwählen und die technische Integration der Paymentlösung (und damit auch der Zahlungsarten) via Plug-in oder API sicherzustellen.  

  • Mindestens: TWINT, Debitkarten, Kreditkarten, Rechnung / Mobile Payment. 
    Zahlungsarten haben den grössten Einfluss auf Kaufabbrüche.

    • Mietshops: der Anbieter
    • CMS-Shops: Sie oder Ihre Agentur
    • Enterprise: professionelle technische Betreuung
  • Nein – Kundengewinnung muss bewusst aufgebaut werden (Social, SEO, Ads, Newsletter).

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