Onlineshop erstellen leicht gemacht: so geht’s ohne grosse Vorkenntnisse

23.10.2026

Einen Onlineshop einzurichten, ist heute auch ohne Programmierkenntnisse möglich. Schwieriger ist die Frage, welche Lösung zu Ihrem Geschäft passt: Welches Shopsystem brauchen Sie? Wie organisieren Sie Versand und Retouren? Und wie sollen Ihre Kund:innen bezahlen? Wenn Sie diese Fragen vor dem Start klären, vermeiden Sie unnötigen Aufwand und schaffen eine gute Basis für Ihren Onlineverkauf. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie achten sollten.

In Kürze

  • Definieren Sie zuerst die Anforderungen an Ihren Onlineshop. Sortiment, Zielgruppe, Versand und Budget bestimmen mit, welche technische Lösung für Ihr Geschäft geeignet ist.
  • Wählen Sie Domain und Shopsystem passend zu Ihrem Geschäftsmodell.
  • Berücksichtigen Sie Zahlungsmethoden und Checkout bereits bei der Shopwahl. Entscheidend ist, welche Zahlungsarten sich mit dem gewählten Shopsystem und der Paymentlösung verbinden lassen.
  • Beachten Sie die rechtlichen Anforderungen für Onlineshops in der Schweiz. Dazu gehören unter anderem Informationspflichten gegenüber Kund:innen sowie Vorgaben für den Bestellprozess.
  • Prüfen Sie Ihren Onlineshop vor dem Go-live aus Kundensicht. Testen Sie insbesondere Bestellung, Bezahlung und Bestellbestätigung sowie die Darstellung auf verschiedenen Geräten.

Für das Bezahlen im Onlineshop bietet PostFinance eine Lösung für alle Zahlungsmittel.

Bevor Sie Ihren Onlineshop erstellen: Angebot und Abläufe klären

Bevor Sie Ihren Onlineshop erstellen, klären Sie, welche Produkte Sie online verkaufen möchten und an wen. Berücksichtigen Sie dabei auch Lagerung, Verpackung und Versand: Grösse und Gewicht der Produkte können beispielsweise beeinflussen, wie aufwendig und teuer die Lieferung wird. Denken Sie zudem an die Abläufe nach einer Bestellung. Legen Sie fest, wie Sie Bestellungen bearbeiten, Waren versenden und mit Retouren umgehen. So wissen Sie, welche Anforderungen Ihr Onlineshop im Alltag erfüllen muss.

Produktdaten und Shop-Inhalte vorbereiten

Ein Onlineshop ist schneller eingerichtet, wenn die wichtigsten Inhalte bereits vorbereitet sind. Dazu gehören Produktnamen, Kategorien, Preise, Produktbeschreibungen, Bilder, Lagerbestände sowie Angaben zu Versand, Lieferfristen und Retouren. Achten Sie darauf, dass die Informationen vollständig, verständlich und einheitlich erfasst sind. Das erleichtert nicht nur die Einrichtung, sondern reduziert auch Rückfragen von Kund:innen nach dem Start.

Die passende Domain für Ihren Onlineshop wählen

Die Domain ist die Internetadresse, unter der Ihr Onlineshop erreichbar ist. Wählen Sie einen Namen, der zu Ihrem Unternehmen oder Angebot passt, einfach zu schreiben und gut zu merken ist. Prüfen Sie anschliessend, ob Ihre Wunschdomain noch verfügbar ist. Für eine Domain mit der Endung .ch können Sie dies beispielsweise bei Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster nic.ch prüfen.

Wenn Sie bereits eine Website haben und den Onlineshop darin integrieren möchten, benötigen Sie nicht zwingend eine neue Domain. Klären Sie in diesem Fall, ob sich das gewünschte Shopsystem in Ihre bestehende Website einbinden lässt, zum Beispiel über ein Plug-in.

Welches Shopsystem passt zu Ihrem Onlineshop?

Ein Shopsystem sollte zu Ihrem Sortiment, den benötigten Funktionen, Ihrem Budget und Ihren technischen Kenntnissen passen. Prüfen Sie zudem, ob sich die gewünschten Zahlungsmethoden und weitere benötigte Anwendungen integrieren lassen. Berücksichtigen Sie auch, wie sich Ihr Geschäft entwickeln könnte. Wenn Ihr Sortiment oder die Zahl der Bestellungen wächst, sollte sich das Shopsystem entsprechend erweitern lassen.

Welche Arten von Shopsystemen es gibt und anhand welcher Kriterien Sie diese vergleichen können, erfahren Sie im Beitrag «Onlineshop starten. Welches Shopsystem passt zu Ihrem Geschäftsmodell?». Für den Einstieg kommen beispielsweise Shopify, Wix und WooCommerce infrage. Im Folgenden erfahren Sie, wie sich die drei Lösungen unterscheiden.

Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Shopify ist eine Komplettlösung, mit der Sie einen Onlineshop ohne Programmierkenntnisse erstellen und verwalten können. Für die Gestaltung stehen verschiedene Vorlagen, sogenannte Themes, zur Verfügung. Produkte, Bestellungen und Lagerbestände verwalten Sie zentral über die Plattform. Zusätzliche Funktionen lassen sich über Apps ergänzen.

Vorteile

  • Einfache Einrichtung: Für die Erstellung und Gestaltung des Onlineshops sind keine Programmierkenntnisse erforderlich.
  • Technischer Betrieb: Hosting, Sicherheitsfunktionen und Updates sind in die Plattform integriert.
  • Erweiterbar: Über Apps können Sie zusätzliche Funktionen in den Shop integrieren.

Nachteile

  • Laufende Kosten: Für Shopify fällt eine monatliche Abogebühr an. Je nach gewähltem Tarif, Zahlungsanbieter und zusätzlichen Apps können weitere Kosten entstehen.
  • Abhängigkeit von der Plattform: Hosting und technische Infrastruktur laufen über Shopify. Dadurch haben Sie weniger Kontrolle über die technische Umgebung als bei einer selbst gehosteten Lösung.

Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Wix ist ein Website-Baukasten, mit dem Sie auch einen Onlineshop erstellen können. Die Gestaltung erfolgt über Vorlagen und einen visuellen Editor, sodass für die Einrichtung keine Programmierkenntnisse erforderlich sind. Produkte, Bestellungen und Lagerbestände lassen sich über die Plattform verwalten. Zusätzliche Funktionen können Sie über Apps ergänzen.

Vorteile

  • Einfache Einrichtung: Website und Onlineshop lassen sich ohne Programmierkenntnisse erstellen und gestalten. 
  • Website und Shop aus einer Hand: Neben dem Onlineshop können Sie beispielsweise Unternehmensseiten, einen Blog oder Kontaktformulare auf derselben Plattform betreiben. 
  • Erweiterbar: Zusätzliche Funktionen lassen sich über Apps und Integrationen ergänzen.

Nachteile

  • Laufende Kosten: Für einen Onlineshop benötigen Sie einen entsprechenden kostenpflichtigen Tarif. Je nach benötigten Funktionen und Apps können weitere Kosten entstehen. 
  • Abhängigkeit von der Plattform: Hosting und technische Infrastruktur laufen über Wix. Dadurch haben Sie weniger Kontrolle über die technische Umgebung als bei einer selbst gehosteten Lösung.

Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster WooCommerce ist eine E-Commerce-Erweiterung für WordPress. Sie eignet sich vor allem, wenn Sie bereits eine WordPress-Website betreiben oder Ihren Onlineshop flexibel gestalten und erweitern möchten. Die Grundversion von WooCommerce ist kostenlos. Kosten können beispielsweise für Hosting, Domain, Erweiterungen oder professionelle Unterstützung entstehen.

Vorteile

  • Flexibel anpassbar: Funktionen und Gestaltung lassen sich mit Erweiterungen und Themes an die eigenen Anforderungen anpassen.
  • Gut in WordPress integrierbar: Eine bestehende WordPress-Website kann um einen Onlineshop ergänzt werden.
  • Freie Wahl des Hostings: Sie entscheiden selbst, bei welchem Anbieter Sie Ihren Shop hosten.

Nachteile

  • Mehr technischer Aufwand: Hosting, Installation, Updates und Wartung müssen Sie selbst organisieren oder an einen Dienstleister übertragen.
  • Zusätzliche Kosten möglich: Obwohl WooCommerce selbst kostenlos ist, können für Hosting, Themes, Erweiterungen und Unterstützung laufende Kosten entstehen.
  • Sicherheit und Wartung liegen stärker bei Ihnen: WordPress, WooCommerce und verwendete Erweiterungen müssen aktuell gehalten werden.

Rechtliche Anforderungen an Onlineshops in der Schweiz

Wer in der Schweiz Produkte oder Dienstleistungen online anbietet, muss bestimmte Informationspflichten beachten. Geben Sie im Onlineshop klar an, wer hinter dem Angebot steht, und nennen Sie eine Kontaktadresse sowie eine gültige E-Mail-Adresse.

Auch der Bestellprozess muss transparent gestaltet sein. Kund:innen müssen erkennen können, welche Schritte zum Vertragsabschluss führen und wann sie die Bestellung verbindlich aufgeben. Vor dem Absenden müssen sie Eingabefehler erkennen und korrigieren können.

Wenn sich Ihr Angebot an Konsument:innen in der Schweiz richtet, gelten zudem Vorgaben zur Preisbekanntgabe. Bei online bestellbaren Waren ist der tatsächlich zu bezahlende Preis in Schweizer Franken anzugeben. Nicht frei wählbare Zuschläge müssen im Detailpreis enthalten sein; Versandkosten können separat ausgewiesen werden, müssen aber gut sichtbar und lesbar angegeben werden.

Planen Sie ausserdem gut sichtbare Informationen zu Versand, Lieferfristen sowie Rückgabe- und Umtauschbedingungen ein. Allgemeine Geschäftsbedingungen auf der Website schaffen Klarheit darüber, welche Bedingungen gelten. Sie regeln wichtige Aspekte wie Vertragsabschluss, Zahlung, Lieferung, Haftung und Rückgabe. Informationen zur Bearbeitung von Personendaten werden häufig in einer Datenschutzerklärung festgehalten.

Informieren Sie sich vor dem Start über die Anforderungen, die für Ihr konkretes Angebot gelten. Eine Übersicht zum Onlinehandel und zur Preisbekanntgabe bietet das Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Staatssekretariat für Wirtschaft SECO.

Gut zu wissen: Onlineshop vor dem Start testen

Testen Sie Ihren Onlineshop vor dem Go-live aus Sicht Ihrer Kund:innen. Führen Sie mindestens eine vollständige Testbestellung durch und prüfen Sie, ob Produktauswahl, Warenkorb, Bezahlung und Bestellbestätigung wie vorgesehen funktionieren.

Kontrollieren Sie den Shop zudem auf Smartphone und Desktop. Prüfen Sie, ob Produkte, Preise, Bilder und Schaltflächen auf beiden Geräten korrekt dargestellt und gut bedienbar sind.

Zahlungsmethoden und Checkout früh einplanen

Welche Zahlungsmethoden Sie in Ihrem Onlineshop anbieten können, hängt vom gewählten Shopsystem und der Paymentlösung ab. Prüfen Sie deshalb vor der Einrichtung, ob sich die für Ihre Kund:innen relevanten Zahlungsarten integrieren lassen. Kontrollieren Sie dazu die Integrationen und Plug-ins des Shopsystems, klären Sie die verfügbaren Zahlungsmethoden mit dem Paymentanbieter und testen Sie den Bezahlprozess vor dem Go-live mit einer vollständigen Testbestellung.

Der Bezahlprozess sollte möglichst wenige Schritte enthalten und auch auf dem Smartphone einfach funktionieren. Welche Zahlungsmethoden sinnvoll sind, hängt von Ihrer Zielgruppe und den Märkten ab, in denen Sie verkaufen.

Berücksichtigen Sie bei der Wahl einer Paymentlösung auch die Kosten, die technische Integration und die Abwicklung der Zahlungen. Mehr darüber, welche Zahlungsarten für den Onlinehandel infrage kommen, erfahren Sie im Beitrag «Welche Zahlungsarten sollte ein Schweizer Onlineshop anbieten?».

Zahlungen im Onlineshop abwickeln

Mit PostFinance Checkout können Sie verschiedene Zahlungsmethoden in Ihren Onlineshop integrieren und Zahlungen zentral abwickeln. Sie können die Checkout-Lösung selbstständig testen und mit Ihrem Onlineshop verbinden. Bei Fragen stehen Ihnen unsere PostFinance-Berater:innen zur Verfügung.

Häufige Fragen zur Erstellung eines Onlineshops in der Schweiz

  • In der Schweiz können Sie als natürliche Person einen Onlineshop in Form eines Einzelunternehmens betreiben, wenn Sie selbstständig, auf eigene Rechnung und eigenes Risiko sowie mit der Absicht handeln, Gewinn zu erzielen. Dafür müssen Sie nicht zwingend eine GmbH oder AG gründen. Beachten Sie: Ein Einzelunternehmen muss in der Schweiz ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000.– ins Handelsregister eingetragen werden.

  • Die Kosten hängen vom Shopsystem, dem Funktionsumfang und davon ab, wie viel Sie selbst umsetzen. Neben den Kosten für das Shopsystem können Ausgaben für Domain, Hosting, Design, Erweiterungen, Zahlungsabwicklung oder externe Unterstützung anfallen. Bei einfachen Mietshop-Lösungen sind die Einstiegskosten in der Regel tiefer als bei individuell entwickelten Shops.

  • Testen Sie den gesamten Kaufprozess aus Kundensicht: Produktauswahl, Warenkorb, Eingabe der Kundendaten, Zahlungsmethode, Bestellbestätigung und E-Mail-Kommunikation. Prüfen Sie zusätzlich, ob der Shop auf Smartphone und Desktop gut funktioniert und ob Preise, Versandkosten, Lieferfristen und Retoureninformationen vollständig angezeigt werden.

  • Ein einfacher Onlineshop mit einem vorkonfigurierten Shopsystem kann innerhalb weniger Tage eingerichtet werden. Bei umfangreicheren Shops können mehrere Wochen oder mehr nötig sein. Wie lange die Erstellung dauert, hängt unter anderem von der Anzahl der Produkte, den individuellen Anpassungen, den vorhandenen Produktdaten und den benötigten Schnittstellen ab.

  • Ein separates Geschäftskonto ist nicht allein deshalb vorgeschrieben, weil Sie einen Onlineshop betreiben. Ob Sie eines benötigen, hängt insbesondere von Ihrer Rechtsform und der gewählten Banklösung ab. Unabhängig davon kann die Trennung privater und geschäftlicher Zahlungen die Buchhaltung erleichtern.

  • Grundsätzlich können Sie mit einem Schweizer Onlineshop auch Kund:innen im Ausland bedienen. Vor dem Verkauf sollten Sie jedoch prüfen, welche Vorschriften im jeweiligen Zielmarkt gelten. Relevant können beispielsweise Steuern und Zölle, Konsumentenschutz, Datenschutz sowie Versand und Retouren sein.

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Rechtliche und regulatorische Anforderungen an Onlineshops können sich ändern und je nach Geschäftsmodell, Angebot und Absatzmarkt unterscheiden. Prüfen Sie bei Bedarf die aktuell geltenden Bestimmungen oder lassen Sie sich fachlich beraten.

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