Wirtschaft: Viel Gegenwind für Chinas Wirtschaft

Chinas konjunkturelle Probleme reissen nicht ab. Trotzdem bleibt der Ausblick für die USA und Europa positiv.

  • Auch im dritten Quartal bleibt die gute Wirtschaftslage in der Schweiz bestehen. Die Folgen der Corona-Krise sind nur noch im Tourismus sichtbar, wo die Zahl der ausländischen Gäste nach wie vor unter dem Vorkrisenniveau liegt. Erfreuliche Zahlen kommen auch vom Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenrate setzte ihren kontinuierlichen Rückgang seit Anfang Jahr auch im August und September fort und notierte zuletzt bei noch 2,6 Prozent. Dementsprechend gut fiel die Stimmung bei den Konsumenten aus, und die Detailhandelsumsätze legten im August im Vergleich zum Juli 1,1 Prozent zu. Damit befinden sich die Umsätze nach wie vor 4 Prozent über dem Vorkrisenniveau. Während die meisten anderen Länder zurzeit mit erhöhten Inflationsraten zu kämpfen haben, notiert die Schweizer Inflationsrate im September unverändert bei 0,9 Prozent.

    Wachstum, Stimmung und Trend

    In Prozent

    Die Grafik zeigt das tatsächliche Jahreswachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) seit 1995, dessen langfristigen Trend und einen vorlaufenden Konjunkturklimaindikator. Der vorlaufende Indikator deutet darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum in naher Zukunft bei knapp 4 Prozent befinden wird. Wegen coronabedingten Effekten wird das Wachstum im dritten Quartal unterhalb unseres Indikators liegen.
    Quelle: Bloomberg
  • In den USA stehen die Zeichen für die Wirtschaft weiterhin auf Grün. Insbesonde der Konsum stützte zuletzt das Wachstum. Die Einzelhandelsumsätzte legten im September um 0,8 Prozent zu, nachdem bereits der August mit +2 Prozent sehr positiv ausfiel. Damit beträgt der Zuwachs gegenüber dem Vorjahresniveau rund 14 Prozent. In der Industrie hingegen bremsen die fortdauernden Engpässe die Produktion immer noch aus. Vor allem die Autoindustrie hat unter der Knappheit der Halbleiter zu leiden. Vermehrt im Fokus der Marktteilnehmer steht die Inflation. Nachdem die Teuerungsrate im August 5,3 Prozent betrug, kam sie im September erneut bei 5,4 Prozent zu liegen. Es mehren sich die Zeichen, dass diese erhöhte Preisdynamik über eine längere Periode fortbestehen wird. Entsprechend hat die amerikanische Zentralbank verlauten lassen, dass ab November oder Dezember mit der Reduktion der Anleihekäufe von derzeit monatlich 120 Milliarden US-Dollar begonnen werden soll. 

    Wachstum, Stimmung und Trend

    In Prozent

    Die Abbildung stellt das Wachstum des realen amerikanischen BIP und dessen langfristigen Trend sowie ein vorlaufendes Konjunkturklima seit Mitte der Neunzigerjahre dar. Der vorlaufende Indikator deutet darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum in naher Zukunft bei etwa 4 Prozent befinden wird. Wegen coronabedingten Effekten wird das Wachstum im dritten Quartal allerdings oberhalb unseres Indikators liegen.
    Quelle: Bloomberg
  • Im Gegensatz zu den USA ist in der Eurozone das Vorkrisenniveau bislang noch nicht erreicht. Nur die skandinavischen und baltischen Mitgliedsländer konnten den Rückstand bereits wieder aufholen. Für Deutschland, Frankreich und Italien betrug die Lücke im zweiten Quartal noch 4 Prozent. Auch die europäische Industrie sieht sich mit den weltweiten Lieferengpässen konfrontiert, die das Abarbeiten der vollen Auftragsbücher erschweren. Die vollen Auftragsbücher sorgen aber dafür, dass das von der Europäischen Kommission veröffentlichte Stimmungsbarometer hoch bleibt: Die Produktion scheint noch auf einige Monate hinaus gesichert. Die europäischen Konsumenten geben sich derweil etwas vorsichtiger. Im Juli gingen die Detailhandelsumsätze in der Eurozone sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich etwas zurück. Den grössten Rückgang verzeichnete Deutschland. Dort lagen die Umsätze im Juli −5,1 Prozent unter dem Vormonatsniveau. Gleichzeitig legte die Inflation auf 3,4 Prozent im September zu. 

    Wachstum, Stimmung und Trend

    In Prozent

    Die Darstellung bildet das Wachstum des realen BIP, dessen Trend und ein vorlaufendes Konjunkturklima für die Eurozone seit 1995. Der vorlaufende Indikator deutet darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum in naher Zukunft bei knapp 5 Prozent befinden wird. Wegen coronabedingten Effekten wird das Wachstum im dritten Quartal allerdings leicht unterhalb unseres Indikators liegen.
    Quelle: Bloomberg
  • Die Konjunktur in China verliert weiter an Fahrt und steht nun am Rande zur Rezession. Die Wirtschaftsleistung wuchs im dritten Quartal nur mehr um 0,2 Prozent. Das tiefe Wachstum ist einerseits die Folge eines Corona-Ausbruchs in der Provinz Fujian, der erneut mit weitreichenden Massnahmen bekämpft wurde. Andererseits sorgte eine grosse Stromknappheit dafür, dass zahlreiche Industriebetriebe im September ihre Produktion stilllegen mussten. Gleichzeitig sorgen neue Regulierungen für eine Abkühlung im gewichtigen Bausektor. Die ausländische Nachfrage nach chinesischen Produkten bleibt aber sehr robust. Sowohl die chinesischen Importe als auch die Exporte stiegen im August auf ein neues Allzeithoch. Die chinesische und globale Energieknappheit bringt auf der anderen Seite Profiteure hervor: Länder wie Russland und Saudiarabien profitieren derzeit von den stark gestiegenen Energiepreisen. 

    Wachstum, Stimmung und Trend

    In Prozent

    Diese Grafik zeigt für einen Durchschnitt von Schwellenländern das Wachstum des realen BIP, dessen Trend und ein vorlaufendes Konjunkturklima seit 1995. Der vorlaufende Indikator deutet darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum in naher Zukunft bei knapp 5 Prozent befinden wird. Wegen coronabedingten Effekten wird das Wachstum im dritten Quartal allerdings deutlich oberhalb unseres Indikators liegen.
    Quelle: Bloomberg

Globale Konjunkturdaten

IndikatorenSchweizUSAEurozoneGBJapanIndienBrasilienChina   
Indikatoren
BIP J/J 2021Q2
Schweiz
7,7%
USA
12,2%
Eurozone
14,3%
GB
23,6%
Japan
7,6%
Indien
20,1%
Brasilien
12,4%
China   
7,9%
Indikatoren
BIP J/J 2021Q3
Schweiz
n.a.
USA
n.a.
Eurozone
n.a.
GB
n.a.
Japan
n.a.
Indien
n.a.
Brasilien
n.a.
China   
4,9%
Indikatoren
Konjunkturklima
Schweiz
USA
Eurozone
GB
Japan
Indien
Brasilien
China   
Indikatoren
Trendwachstum
Schweiz
1,4%
USA
1,6%
Eurozone
0,8%
GB
1,6%
Japan
1,0%
Indien
5,0%
Brasilien
1,1%
China   
4,2%
Indikatoren
Inflation
Schweiz
0,9%
USA
5,4%
Eurozone
3,4%
GB
3,2%
Japan
-0,4%
Indien
4,4%
Brasilien
10,2%
China   
0,7%
Indikatoren
Leitzinsen
Schweiz
–0,75%
USA
0,25%
Eurozone
0,00%
GB
0,10%
Japan
–0,10%
Indien
4,00%
Brasilien
6,25%
China   
4,35%
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