Die Schweizer Wirtschaft hat sich zu Beginn des Jahres etwas erholt. Die ersten Schätzungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) weisen für das erste Quartal ein Wachstum von 0,7 Prozent aus, getrieben vor allem durch eine Stabilisierung im Industriesektor. Auch die Unternehmensstimmung hat sich in den letzten Monaten aufgehellt, was für eine Fortsetzung der Erholung spricht. Deutlich vorsichtiger bleiben hingegen die Konsument:innen, die angesichts des unsicheren geopolitischen Umfelds sehr zurückhaltend sind, was sich in einer stagnierenden Konsumtätigkeit im ersten Quartal widerspiegelt. Positiv ist, dass der Inflationsanstieg im internationalen Vergleich bis anhin moderat ausgefallen ist. Dies hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) dazu veranlasst, den Leitzins im Juni unverändert bei 0 Prozent zu belassen.
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Wirtschaft: Inflationsdruck nimmt zu
Die Unternehmen blicken in vielen Ländern trotz schwierigem Umfeld weiterhin positiv in die Zukunft. Das stützt den kurzfristigen Wachstumsausblick für die Weltwirtschaft. Getrübt wird das Bild jedoch durch die Lage der Konsument:innen, deren Kaufkraft durch die gestiegenen Preise belastet wird und deren Stimmung global auf sehr tiefem Niveau verharrt. Unangenehm ist zudem, dass die Inflationsraten nicht nur infolge höherer Energiepreise steigen, sondern ein breiterer Preisauftrieb entsteht. Mit dem etwas verbesserten Wirtschaftsausblick dürfte sich dieser weiter verstärken, weshalb die grossen Zentralbanken zunehmend unter Zugzwang geraten, die Zinsen anzuheben.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
In den USA blicken Industrie- und Dienstleistungsunternehmen wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Das dürfte ihre Investitionstätigkeit stützen und hat wesentlich zur Stabilisierung am Arbeitsmarkt beigetragen. So wurden in den Monaten März und April über 500'000 neue Stellen geschaffen, mehr als im gesamten Jahr 2025. Gleichwohl bleibt die Konjunkturlage fragil, denn der Inflationsanstieg belastet die Kaufkraft der Konsument:innen spürbar, ohne dass die Löhne mitgezogen hätten. Unangenehm ist zudem, dass der verbesserte Wirtschaftsausblick das Risiko einer Verfestigung der Inflation erhöht. Die Gesamtrate liegt mittlerweile bei 4,2 Prozent, und auch abseits der volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise zieht die Inflation spürbar an, was die amerikanische Notenbank (Fed) zunehmend in Richtung Zinserhöhungen drängen könnte. Dennoch entschied die Fed im Juni, den Leitzins vorerst unverändert zu belassen.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
Die Eurozone gehört zu den Währungsräumen, in denen die Bremswirkungen des Iran-Kriegs bisher am stärksten spürbar sind. Die Stimmung der Konsument:innen und Dienstleistungsunternehmen hat sich deutlich eingetrübt, und auch die Konsumtätigkeit hat spürbar nachgelassen. Etwas robuster präsentiert sich derzeit noch der Industriesektor, was jedoch teilweise auf Vorzieheffekte zurückzuführen sein dürfte, da Unternehmen mögliche künftige Preissteigerungen antizipieren. Insgesamt bleibt der Wachstumsausblick damit sehr begrenzt. Gleichzeitig ist auch die Inflation zuletzt spürbar gestiegen – mit einer Gesamtrate von 3,2 Prozent und einer Kernrate von 2,5 Prozent. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni ihre Leitzinsen angehoben, womit der Hauptrefinanzierungssatz nun bei 2,4 Prozent liegt.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Blockade der Strasse von Hormus auf die grossen Schwellenländer Asiens sind weiterhin schwer abzuschätzen. Zwar berichten zahlreiche Länder von Versorgungsengpässen und Rationierungen, doch in den verfügbaren Konjunkturindikatoren spiegelt sich dies bislang kaum wider. Dass die Effekte die Weltkonjunktur spürbar belasten werden, scheint jedoch unausweichlich, da die asiatischen Schwellenländer in den vergangenen Jahren zu den wichtigsten Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft gehörten. Auffällig ist zudem, dass China, die grösste Volkswirtschaft unter den Schwellenländern, weiterhin in einem tiefgreifenden Abschwung verharrt. Die neusten Zahlen haben erneut enttäuscht, die Investitionstätigkeit ist mittlerweile rückläufig und der Konsum wächst nicht mehr.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
Globale Konjunkturdaten
| Indikatoren | Schweiz | USA | Eurozone | GB | Japan | Indien | Brasilien | China |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Indikatoren BIP J/J 2026Q1 |
Schweiz 0,5% |
USA 2,6% |
Eurozone 0,3% |
GB 1,.1% |
Japan 0,4% |
Indien 7,8% |
Brasilien 1,8% |
China 5,0% |
| Indikatoren BIP J/J 2025Q4 |
Schweiz 1,0% |
USA 2,0% |
Eurozone 1,2% |
GB 1,0% |
Japan 0,3% |
Indien 8,0% |
Brasilien 1,8% |
China 4,5% |
| Indikatoren Konjunkturklima |
Schweiz = |
USA – |
Eurozone – |
GB – |
Japan + |
Indien – |
Brasilien – |
China + |
| Indikatoren Trendwachstum |
Schweiz 1,2% |
USA 1,7% |
Eurozone 0,8% |
GB 1,8% |
Japan 1,1% |
Indien 5,3% |
Brasilien 2,0% |
China 3,6% |
| Indikatoren Inflation |
Schweiz 0,6% |
USA 4,2% |
Eurozone 3,2% |
GB 2,8% |
Japan 1,4% |
Indien 3,5% |
Brasilien 4,4% |
China 1,2% |
| Indikatoren Leitzinsen |
Schweiz 0,0% |
USA 3,75% |
Eurozone 2.4% |
GB 3,75% |
Japan 1,0% |
Indien 5,25% |
Brasilien 14,25% |
China 3,0% |
Quelle: Bloomberg