Die Schweizer Wirtschaft leidet unter dem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld, dem sie aufgrund ihrer starken Exportabhängigkeit besonders ausgesetzt ist. Immerhin konnte der Aussenhandel im ersten Quartal 2026 wieder etwas zulegen, dies spiegelt sich auch in einer leichten Stimmungsverbesserung bei den Unternehmen wider, nachdem er im zweiten Halbjahr 2025 noch stark rückläufig war. Das Exportniveau bleibt jedoch deutlich unterdurchschnittlich. Auch die Binnenwirtschaft schwächelt weiter. Die Detailhandelsumsätze wachsen nur noch verlangsamt, und die Konsumentenstimmung bleibt pessimistisch. Immerhin zahlt es sich aus, dass die Schweiz als einer der wenigen Währungsräume in den letzten Jahren die Preisstabilität nachhaltig wiederhergestellt hat. Dadurch liegt die Inflation trotz gestiegener Energiepreise mit 0,6 Prozent weiterhin komfortabel im Zielband der Schweizerischen Nationalbank (SNB).
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Wirtschaft: Asien und Europa im konjunkturellen Gegenwind
Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs werden zunehmend sichtbar und belasten die Weltkonjunktur. Besonders deutlich zeigt sich dies bereits in der Eurozone und den asiatischen Schwellenländern, wo neben den Konsument:innen zunehmend auch die Unternehmen vorsichtiger werden. Die USA hingegen haben vorläufig zu einem leichten Wachstum zurückgefunden, gestützt durch massive Investitionen in Infrastruktur und künstliche Intelligenz. Erschwerend kommt hinzu, dass die höheren Energiepreise die Inflation weltweit anheizen und die Zentralbanken in ihrem Handlungsspielraum einengen.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
Nach einem schwachen Jahresende 2025 hat die US-Wirtschaft im ersten Quartal 2026 wieder zu einem leichten Wachstum zurückgefunden, das wesentlich durch Gegeneffekte des Government Shutdown sowie massive Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz geprägt war. Die Unternehmensstimmung deutet darauf hin, dass sich diese leichte Aufhellung auch zu Beginn des zweiten Quartals fortgesetzt hat, wobei zu beachten ist, dass Lieferverzögerungen und Preiserhöhungen in den gängigen Unternehmensumfragen rechnerisch als Aktivitätszunahme erfasst werden und die Werte damit verzerren. Die Konjunkturlage bleibt insgesamt fragil, was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass die Stimmung der US-Konsument:innen auf dem tiefsten je gemessenen Wert liegt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Inflation im April auf 3,8 Prozent gestiegen ist, während die Lohnzuwachsraten gleichzeitig weiter abnehmen.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
In der Eurozone sind die Bremswirkungen des Iran-Kriegs bereits deutlich spürbar. Das Wirtschaftswachstum ist im ersten Quartal zum Stillstand gekommen, und Konsument:innen sowie Dienstleistungsunternehmen sind spürbar pessimistischer geworden. Einzig bei den Industrieunternehmen halten sich die Stimmungswerte noch auf einem soliden Niveau. Dies dürfte jedoch zumindest teilweise auf Vorzieheffekte zurückzuführen sein, da viele Unternehmen Bestellungen und Produktionen vorgezogen haben, um drohenden Preissteigerungen bei Energie und Zwischengütern zuvorzukommen. Gleichzeitig ist die Inflation auf 3,0 Prozent gestiegen. Immerhin scheint angesichts der schwachen Konjunktur die Gefahr begrenzt, dass sich die höheren Energiepreise über eine breite Preisweitergabe in der Gesamtwirtschaft nachhaltig verfestigen, was die Dringlichkeit von Zinsanhebungen vorerst gering hält.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
Die grossen Schwellenländer Asiens wie Indien und Indonesien, die das globale Wachstum in den vergangenen Jahren besonders gestützt haben, sind durch ihre enge wirtschaftliche Verflechtung mit dem Nahen Osten den Folgen des Iran-Kriegs besonders ausgesetzt. Entsprechend haben die Stimmungswerte in diesen Ländern spürbar gelitten, und eine Wachstumsverlangsamung zeichnet sich ab. Auch für China kommt der Gegenwind zur Unzeit, steckt das Land doch bereits seit Längerem in einer tiefgreifenden Immobilienkrise und konjunkturellen Abschwächung. Das kürzlich von offizieller Seite ausgewiesene Wirtschaftswachstum von 5 Prozent lässt sich anhand verlässlicherer Wirtschaftsdaten kaum replizieren und dürfte politisch motiviert sein.
Wachstum, Stimmung und Trend
In Prozent
Globale Konjunkturdaten
| Indikatoren | Schweiz | USA | Eurozone | GB | Japan | Indien | Brasilien | China |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Indikatoren BIP J/J 2026Q1 |
Schweiz k.A. |
USA 2,7% |
Eurozone 0,8% |
GB k.A. |
Japan k.A. |
Indien k.A. |
Brasilien k.A. |
China 5,0% |
| Indikatoren BIP J/J 2025Q4 |
Schweiz 0,8% |
USA 2,0% |
Eurozone 1,2% |
GB 1,0% |
Japan 0,4% |
Indien 7,8% |
Brasilien 1,8% |
China 4,5% |
| Indikatoren Konjunkturklima |
Schweiz – |
USA – |
Eurozone – |
GB = |
Japan + |
Indien – |
Brasilien – |
China + |
| Indikatoren Trendwachstum |
Schweiz 1,2% |
USA 1,7% |
Eurozone 0,8% |
GB 1,8% |
Japan 1,1% |
Indien 5,3% |
Brasilien 2,0% |
China 3,6% |
| Indikatoren Inflation |
Schweiz 0,6% |
USA 3,8% |
Eurozone 3,0% |
GB 2,8% |
Japan 1,5% |
Indien 3,5% |
Brasilien 4,4% |
China 5,0% |
| Indikatoren Leitzinsen |
Schweiz 0,0% |
USA 3,75% |
Eurozone 2.15% |
GB 3,75% |
Japan 0,75% |
Indien 5,25% |
Brasilien 14,50% |
China 3,0% |
Quelle: Bloomberg