Reinigungsfirma gründen in der Schweiz: Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Selbstständigkeit

07.08.2026

Wer eine Reinigungsfirma gründen möchte, benötigt in der Schweiz für die meisten Reinigungsdienstleistungen weder eine spezielle Ausbildung noch eine staatliche Bewilligung. Wichtig sind eine gute Vorbereitung sowie fundierte Entscheidungen zu Rechtsform, Kosten und Versicherungen. Dieser Leitfaden zeigt die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur eigenen Reinigungsfirma in der Schweiz.

In Kürze 

  • Erste Aufträge entstehen oft über bestehende Kontakte, Empfehlungen oder frühere Kund:innen.
  • Ob Unterhalts-, Büro- oder Umzugsreinigung: Die Wahl des Angebots beeinflusst Zielgruppe, Preise und Organisation. 
  • Zu den wichtigsten Ausgaben zählen Reinigungsmaterial, Arbeitskleidung, Versicherungen und je nach Geschäftsmodell ein Fahrzeug.
  • AHV-Anmeldung, Versicherungen und Rechtsform: Einige Entscheidungen sollten bereits vor dem ersten Auftrag getroffen werden. 

Bevor Sie mit der Planung beginnen, lohnt sich ein Überblick über die wichtigsten Schritte. Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei, die Gründung Ihrer Reinigungsfirma strukturiert vorzubereiten und keine wichtigen Aufgaben zu vergessen.

Quick-Check: Diese Fragen sollten Sie vor der Gründung Ihrer Reinigungsfirma beantworten

Bevor Sie ein Reinigungsunternehmen gründen, stehen einige grundlegende Entscheidungen an. Welche Dienstleistungen möchten Sie anbieten? Wer soll Ihre Kundschaft sein? Und gibt es bereits genügend Nachfrage? Die folgenden Fragen helfen Ihnen, Ihre Ausgangslage realistisch einzuschätzen.

Unterhaltsreinigung, Büroreinigung, Umzugsreinigung oder Fensterreinigung: Jede Dienstleistung stellt andere Anforderungen an Material, Planung und Arbeitsabläufe. Legen Sie deshalb früh fest, worauf Sie sich konzentrieren möchten.

Erste Aufträge entstehen oft über frühere Kund:innen, Bekannte, Empfehlungen oder Kontakte zu Hausverwaltungen. Entscheidend ist, ob daraus regelmässige Einnahmen entstehen können. Wenn Sie noch angestellt sind, sollten Sie zudem allfällige Konkurrenzverbote beachten.

Die Zielgruppe beeinflusst Ihre Arbeitszeiten, Preise und Organisation. Während Privatkund:innen oft Flexibilität erwarten, legen Unternehmen und Hausverwaltungen Wert auf feste Abläufe und Verlässlichkeit.

In der Reinigungsbranche zählen Vertrauen, Zuverlässigkeit und saubere Arbeit. Darüber hinaus brauchen Sie einen klaren Grund, warum Kund:innen gerade Sie wählen sollen.

Das können Ihre Erfahrung in der Unterhaltsreinigung, die Spezialisierung auf Umzugsreinigungen, die regionale Nähe, flexible Einsatzzeiten oder ein besonders persönlicher Service sein. Je konkreter Ihr Profil ist, desto einfacher wird es, passende Kund:innen anzusprechen.

Angestellt oder selbstständig: Was verändert sich mit einem eigenen Reinigungsunternehmen?

Wer als Reinigungskraft arbeitet, kennt die praktische Seite des Berufs bereits. Oft entsteht der Wunsch nach der Selbstständigkeit, weil Reinigungskräfte bereits eigene Kund:innen gewinnen, ihre Arbeitszeiten flexibler gestalten oder ihr Einkommen selbst beeinflussen möchten. Mit der Selbstständigkeit kommen jedoch Aufgaben hinzu, die bisher oft der Arbeitgeber übernommen hat: Kundengewinnung, Offerten, Rechnungen, Buchhaltung und Versicherungen.

Gleichzeitig eröffnet die Selbstständigkeit neue Möglichkeiten. Sie entscheiden selbst, welche Aufträge Sie annehmen, welche Dienstleistungen Sie anbieten und wie Sie Ihr Unternehmen weiterentwickeln möchten.

Für viele Gründer:innen ist deshalb weniger die Reinigungsarbeit die Herausforderung als vielmehr der Wechsel von der Fachkraft zur Unternehmer:in.

Typische Fehler bei der Gründung einer Reinigungsfirma

Ein Reinigungsunternehmen lässt sich in der Schweiz vergleichsweise unkompliziert gründen. Für die meisten allgemeinen Reinigungsdienstleistungen benötigen Sie weder eine spezielle Ausbildung noch eine staatliche Bewilligung. Gerade diese tiefen Einstiegshürden verleiten jedoch dazu, die wirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen zu unterschätzen. 

Zu den häufigsten Fehlern gehören:

  • Unrealistische Preiskalkulation: Kosten für Material, Fahrzeug, Versicherungen, Wegzeiten und Administration werden oft unterschätzt.
  • Zu breites Dienstleistungsangebot: Ein klarer Fokus reduziert Aufwand, Materialbedarf und Komplexität. 
  • Unterschätzter Administrationsaufwand: Neben der eigentlichen Reinigungsarbeit fallen Aufgaben wie das Erstellen von Offerten und Rechnungen, die Terminplanung oder die Buchhaltung an. Dafür sollten Sie genügend Zeit einplanen.
  • Fehlende oder unzureichende Versicherungen: Schlüsselverlust oder Schäden bei Kund:innen können schnell hohe Kosten verursachen.
  • Vermischung von privaten und geschäftlichen Finanzen: Ein separates Geschäftskonto schafft Übersicht und erleichtert die Buchhaltung.

Wer diese Punkte früh berücksichtigt, schafft eine solide Grundlage für die nächsten Schritte der Firmengründung. 

Die passende Rechtsform für Ihre Reinigungsfirma wählen

Die Einzelfirma bietet einen unkomplizierten Einstieg in die Selbstständigkeit. Sie eignet sich insbesondere, wenn Sie Ihr Reinigungsunternehmen zunächst allein führen und die Nachfrage testen möchten. 

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) kann sinnvoll sein, wenn Sie von Anfang an grösser planen, Mitarbeitende beschäftigen oder Ihr Privatvermögen stärker von der geschäftlichen Haftung abgrenzen möchten. Dafür sind die Gründungskosten und der administrative Aufwand höher. 

Einzelfirma oder GmbH?

KriteriumEinzelfirmaGmbH
Kriterium
Gründungskapital
Einzelfirma
Kein Mindestkapital
GmbH
CHF 20’000.– Stammkapital
Kriterium
Gründungsaufwand
Einzelfirma
Gering: kein Notariat erforderlich, Handelsregistereintrag erst ab CHF 100’000.– Jahresumsatz 
GmbH
Höher: öffentliche Beurkundung beim Notariat erforderlich, Handelsregistereintrag ist Pflicht
Kriterium
Haftung
Einzelfirma
Mit dem Privatvermögen
GmbH
Mit dem Gesellschaftsvermögen
Kriterium
Administration
Einzelfirma
Weniger formale Pflichten und geringer Verwaltungsaufwand
GmbH
Mehr gesetzliche Vorgaben und administrative Aufgaben
Kriterium
Geeignet für
Einzelfirma
Einzelpersonen und den Einstieg in die Selbstständigkeit
GmbH
Geplantes Wachstum, Mitarbeitende 

Die passende Rechtsform hängt letztlich von Ihrer individuellen Situation ab. Einen detaillierten Überblick über weitere Rechtsformen und ihre Unterschiede finden Sie im Beitrag «So finden Sie die passende Rechtsform für Ihr Unternehmen».

Was kostet eine Reinigungsfirma in der Schweiz?

Wer die Kosten einer Reinigungsfirma kalkuliert, sollte nicht nur die Gründungskosten berücksichtigen. Ein grosser Teil der Ausgaben entsteht später für Ausrüstung, Fahrzeug und den laufenden Betrieb.

Die Gründungskosten hängen vor allem von der Rechtsform ab. Während eine Einzelfirma mit geringem Aufwand gegründet werden kann, erfordert die Gründung einer GmbH ein Stammkapital von 20’000 Franken und verursacht zusätzlich Kosten für Notariat und Handelsregister.

Hinzu kommen je nach Situation Ausgaben für Website, Geschäftsmaterial oder Treuhanddienstleistungen.

Zur Grundausstattung gehören Reinigungsmittel, Staubsauger, Wischsysteme, Arbeitskleidung und weitere Hilfsmittel. Welche Anschaffungen notwendig sind, hängt von den angebotenen Dienstleistungen ab.

Ein wesentlicher Kostenfaktor ist oft das Fahrzeug. Wer Wohnungsabgaben, Umzugsreinigungen oder die Reinigung mehrerer Liegenschaften pro Tag übernimmt, kommt in der Praxis kaum ohne eigenes Fahrzeug aus. Neben den Anschaffungskosten sollten auch Treibstoff, Unterhalt und Versicherungen eingeplant werden.

Nach der Gründung fallen regelmässige Kosten an, die bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden sollten. Dazu gehören unter anderem Ausgaben für:

  • Reinigungsmaterial
  • Versicherungen
  • AHV-Beiträge 
  • Fahrzeugunterhalt
  • Buchhaltung oder Treuhanddienstleistungen
  • Telefon und Internet
  • Software und digitale Tools 
  • Website und Marketing

Diese Ausgaben fallen unabhängig davon an, wie viele Aufträge Sie in einem Monat ausführen. Sie sollten deshalb bereits bei der Kalkulation Ihrer Dienstleistungen berücksichtigt werden.

Einen Überblick über die allgemeinen Kosten einer Firmengründung in der Schweiz finden Sie im Beitrag «Was kostet eine Firmengründung in der Schweiz wirklich?». Dort erfahren Sie, welche Kosten je nach Rechtsform anfallen und womit Gründer:innen rechnen sollten.

Diese Versicherungen braucht eine Reinigungsfirma

Wer ein Reinigungsunternehmen gründet, übernimmt Verantwortung für fremde Wohnungen, Büros und Liegenschaften. Entsprechend wichtig ist ein passender Versicherungsschutz. Welche Versicherungen erforderlich oder sinnvoll sind, hängt unter anderem davon ab, ob Sie allein arbeiten oder Mitarbeitende beschäftigen.

Die obligatorischen Versicherungen hängen insbesondere von der gewählten Rechtsform ab. Sobald Sie Mitarbeitende beschäftigen, müssen Sie verschiedene Sozialversicherungen berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise die AHV, die IV, die Unfallversicherung oder die berufliche Vorsorge. Beschäftigen Sie Mitarbeitende, sollten Sie zudem prüfen, ob der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Reinigungsbranche für Ihr Unternehmen gilt. Ab sechs Mitarbeitenden kann der GAV je nach Tätigkeit und Unternehmensstruktur relevant sein.

Wer seine Reinigungsfirma als Einzelfirma führt, sollte zudem die persönliche Absicherung prüfen. Anders als Angestellte sind Selbstständigerwerbende nicht automatisch gegen Erwerbsausfall abgesichert. Je nach Situation können deshalb zusätzliche Vorsorgelösungen sinnvoll sein.

Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag «Versicherungen bei der Firmengründung in der Schweiz».

Eine Betriebshaftpflichtversicherung gehört für viele Reinigungsfirmen zur Grundabsicherung.

Ein Schaden ist schnell passiert: Eine Fensterscheibe wird beschädigt, ein Parkett verkratzt oder ein Schlüssel geht verloren. Die finanziellen Folgen können schnell mehrere Tausend Franken betragen. Die Betriebshaftpflicht übernimmt solche Schadenfälle und schützt Ihr Unternehmen vor unerwarteten Kosten.

Neben den obligatorischen Versicherungen können je nach Geschäftsmodell weitere Absicherungen sinnvoll sein:

  • Krankentaggeldversicherung: Sie kann einen Teil des Einkommens absichern, wenn Sie oder Ihre Mitarbeitenden krankheitsbedingt längere Zeit ausfallen.
  • Rechtsschutzversicherung: Sie unterstützt bei rechtlichen Streitigkeiten, beispielsweise mit Kund:innen, Lieferanten oder Mitarbeitenden. Es ist sinnvoll, genau abzuklären, welche Rechtsgebiete die Versicherung abdeckt und welche für Ihr Unternehmen relevant sind.
  • Fahrzeugversicherung: Wer Material transportiert oder regelmässig zu Kund:innen fährt, sollte den Versicherungsschutz für das Geschäftsfahrzeug prüfen.
  • Sachversicherung für Geräte und Material: Sie kann Schäden an Arbeitsgeräten, Maschinen oder Betriebseinrichtungen absichern.

Welche Versicherungen sinnvoll sind, hängt von Ihrer Tätigkeit, den eingesetzten Arbeitsmitteln und der Grösse Ihres Unternehmens ab.

So gründen Sie Ihre Reinigungsfirma offiziell

Sind Angebot, Rechtsform, Kosten und Versicherungen geklärt, geht es an die eigentliche Firmengründung. Die folgenden sieben Schritte helfen Ihnen dabei, Ihr Reinigungsunternehmen auf eine solide Grundlage zu stellen.

Definieren Sie Ihr Angebot, Ihre Zielgruppe und Ihre Positionierung. Überlegen Sie sich, welche Reinigungsdienstleistungen Sie anbieten möchten und wodurch sich Ihr Unternehmen von anderen Anbietern unterscheidet.

Entscheiden Sie, welche Rechtsform besser zu Ihrem Vorhaben passt. Berücksichtigen Sie dabei unter anderem Haftung, Gründungskosten und den administrativen Aufwand.

Erstellen Sie eine Übersicht über die zu erwartenden Gründungs- und Betriebskosten. Dazu gehören beispielsweise Ausrüstung, Fahrzeug, Versicherungen und laufende Ausgaben.

Prüfen Sie, welche Versicherungen für Ihre Situation erforderlich oder sinnvoll sind. Berücksichtigen Sie vor allem Sozialversicherungen sowie die Betriebshaftpflichtversicherung für unerwartete Vorfälle.

Je nach Rechtsform und Unternehmensgrösse sind Anmeldungen bei Behörden oder ein Handelsregistereintrag erforderlich. Informieren Sie sich frühzeitig über die für Ihre Situation geltenden Anforderungen.

Melden Sie sich bei der zuständigen AHV-Ausgleichskasse an, richten Sie Ihre Buchhaltung ein und definieren Sie einfache Prozesse für Offerten, Rechnungen und die Erfassung Ihrer Aufträge.

Ein separates Geschäftskonto erleichtert die Buchhaltung und sorgt für eine klare Trennung von privaten und geschäftlichen Finanzen.

Mit dem Startangebot von PostFinance erhalten Firmengründer:innen Unterstützung beim Aufbau ihrer finanziellen Infrastruktur – vom Geschäftskonto bis zum Zahlungsverkehr.

Gemeinsam mit dem Institut für Jungunternehmen (IFJ) unterstützt PostFinance Gründer:innen bei der Firmengründung. Auf der IFJ-Plattform finden Sie Informationen, Tools und Unterstützung für die einzelnen Gründungsschritte.

Ihre nächsten Schritte kompakt in einer Checkliste

Von der Wahl der Rechtsform über Versicherungen bis zur Anmeldung bei Behörden: Bei einer Firmengründung kommen viele Aufgaben zusammen. Eine Checkliste hilft dabei, den Überblick zu behalten und die einzelnen Schritte in der richtigen Reihenfolge anzugehen.

Die Checkliste «Reinigungsunternehmen gründen» fasst die wichtigsten Punkte zusammen und unterstützt Sie bei der Vorbereitung Ihrer Firmengründung.

Häufige Fragen zu Finanzierung und Gründungskosten

  • Für die Gründung eines Reinigungsunternehmens benötigen Sie in der Regel keine spezielle Ausbildung oder Bewilligung. Wichtig sind eine klare Geschäftsidee, die passende Rechtsform sowie die Planung von Kosten und Versicherungen.

  • Für die meisten Reinigungsdienstleistungen benötigen Sie in der Schweiz keine spezielle Bewilligung. Je nach Einsatzbereich können jedoch zusätzliche Anforderungen gelten. Wer beispielsweise Reinigungsarbeiten in Spitälern, Gesundheitseinrichtungen oder anderen sensiblen Bereichen anbietet, muss unter Umständen besondere Hygiene- und Qualitätsvorgaben erfüllen. Informieren Sie sich deshalb vor der Gründung über die für Ihre Tätigkeit geltenden Anforderungen. 

  • Die Kosten hängen vor allem von der gewählten Rechtsform und der benötigten Ausrüstung ab. Eine Einzelfirma kann mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand gegründet werden. Bei einer GmbH sind zusätzlich ein Stammkapital von mindestens 20’000 Franken sowie Kosten für Notariat und Handelsregister einzuplanen. Hinzu kommen Investitionen in Reinigungsmaterial, Arbeitskleidung, Fahrzeug und Versicherungen.

  • Ja. Wer allein startet, wählt häufig die Einzelfirma. Sie kann unkompliziert gegründet werden und erfordert kein Mindestkapital. Mit zunehmender Unternehmensgrösse oder höherem Geschäftsrisiko kann später auch ein Wechsel in eine GmbH sinnvoll sein. 

  • Ja. Selbstständigerwerbende müssen sich bei der zuständigen AHV-Ausgleichskasse anmelden. Dort wird geprüft, ob die Voraussetzungen für eine selbstständige Erwerbstätigkeit erfüllt sind. Die Anmeldung sollte möglichst früh erfolgen.

  • Bei einer GmbH ist der Handelsregistereintrag obligatorisch. Bei einer Einzelfirma wird ein Eintrag grundsätzlich ab einem Jahresumsatz von 100’000 Franken erforderlich. Ein freiwilliger Eintrag ist auch schon vorher möglich.

Hinweis: Dieser Beitrag vermittelt die wichtigsten Grundlagen für die Gründung einer Reinigungsfirma. Bei komplexeren rechtlichen oder steuerlichen Fragen empfiehlt sich eine Beratung durch eine Rechts- oder Treuhandfachperson.

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