Börse, Broker oder Bank: Wo in Bitcoin oder andere Kryptowährung investieren?
Börse, Broker oder Bank: Wo in Bitcoin oder andere Kryptowährung investieren?
06.08.2026
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Lesezeit 10 Minuten
Bitcoin und andere Kryptowährungen gehören für viele Anleger:innen inzwischen zu einer möglichen Ergänzung eines breit diversifizierten Portfolios. Kaum eine Anlageklasse ist dabei so unterschiedlich und dynamisch.
Wer in Kryptowährungen investieren möchte, sollte deshalb nicht nur auf mögliche Renditen achten. Ebenso wichtigist ein Grundverständnis der Blockchain-Technologie, der Unterschiede zwischen Bitcoin und anderen Kryptowährungen sowie der möglichen Risiken. Auch die Wahl des Anbieters spielt eine Rolle: Je nach Bank, Broker oder Kryptobörse unterscheiden sich Auswahl, Sicherheit, Gebühren und Verwahrung teilweise deutlich.
In Kürze
Kryptowährungen sind digitale Vermögenswerte, deren Transaktionen über eine Blockchain dokumentiert werden.
Bitcoin unterscheidet sich in Funktion und Aufbau von vielen anderen Kryptowährungen.
Kryptowährungen lassen sich über Kryptobörsen, Broker oder teilweise über Banken kaufen.
Neben Kursschwankungen können auch Gebühren, Verwahrung und regulatorische Fragen eine Rolle spielen.
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Kryptowährungen sind digitale Vermögenswerte, die mithilfe kryptografischer Verfahren gesichert werden. Anders als klassische Währungen werden sie in der Regel nicht von einer Zentralbank ausgegeben. Transaktionen werden stattdessen in einem digitalen Register gespeichert – der Blockchain. Ein Netzwerk von unabhängigen Teilnehmer:innen überprüfen diese Transaktionen.
Die Blockchain lässt sich vereinfacht als digitales Kassenbuch beschreiben. Jede Transaktion wird dauerhaft gespeichert. Eine nachträgliche Änderung ist praktisch nicht mehr möglich. So entsteht Nachvollziehbarkeit, ohne dass eine zentrale Stelle sämtliche Daten verwaltet.
Nicht alle Kryptowährungen funktionieren dabei gleich. Bitcoin nutzt das sogenannte Proof-of-Work-Verfahren. Viele neuere Projekte setzen dagegen auf Proof of Stake oder andere Konsensmechanismen, die tendenziell weniger Energie benötigen.
Bitcoin und andere Kryptowährungen – worin liegt der Unterschied?
Oft werden sämtliche digitalen Vermögenswerte unter dem Begriff «Kryptowährungen» zusammengefasst. Die einzelnen Projekte unterscheiden sich jedoch teilweise deutlich.
Bitcoin wurde als dezentrales digitales Geld entwickelt. Viele andere Kryptowährungen verfolgen dagegen andere Ziele – etwa den Betrieb von Smart Contracts, dezentralen Finanzanwendungen (DeFi), Stablecoins oder digitalen Infrastrukturen. Das Netzwerk wird von tausenden unabhängigen Teilnehmern weltweit betrieben. Eine zentrale Organisation, die Transaktionen steuert oder neue Coins ausgibt, gibt es dabei grundsätzlich nicht.
Viele andere Kryptowährungen – häufig als Altcoins Der Begriff stammt von der Bezeichnung «Alternative Kryptowährung» ab. Da Bitcoin die älteste Kryptowährung ist, wird unter Altcoin im Allgemeinen jeder Kryptowert verstanden, der nicht Bitcoin ist. bezeichnet – verfolgen dagegen spezifische Anwendungsfälle. Manche ermöglichen Smart Contracts und dezentrale Anwendungen. Andere dienen als Stablecoins oder als Token innerhalb einzelner Plattformen. Je nach Projekt können sich deshalb Dezentralisierung, Governance und Risiken deutlich unterscheiden.
Für Anleger:innen heisst das: Kryptowährungen lassen sich nicht als einheitliche Anlageklasse betrachten. Vor einer Investition empfiehlt es sich, den jeweiligen Anwendungsfall sowie die technischen und wirtschaftlichen Grundlagen eines Projekts zu prüfen.
Welche Kryptowährungen gibt es?
Aktuell existieren mehrere tausend Kryptowährungen. Zu den bekannteren gehören:
Bitcoin (BTC): digitales Wertaufbewahrungs- und Zahlungssystem
Ethereum (ETH): Plattform für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen
Stablecoins wie USDC oder Tether: an klassische Währungen gekoppelte digitale Token
Weitere Plattformen wie Solana, Avalanche oder Polygon, die Anwendungen im Bereich DeFi, NFTs oder Tokenisierung ermöglichen
Nicht jede Kryptowährung eignet sich gleichermassen als langfristige Anlage. Neben der Marktkapitalisierung lohnt sich in der Regel auch ein Blick auf den konkreten Anwendungsfall, die Entwicklergemeinschaft und die technische Weiterentwicklung eines Projekts.
Wie kann ich in Kryptowährungen investieren?
Es gibt vier gängige Varianten.
Direkt über eine Kryptobörse
Kryptobörsen ermöglichen den direkten Kauf und Verkauf von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Anleger:innen besitzen die gekauften Coins selbst und können sie auf eine eigene Wallet übertragen. Diese Variante bietet meist ein breites Angebot an Kryptowährungen und vergleichsweise niedrige Handelskosten. Sie setzt allerdings etwas technisches Verständnis voraus.
Über einen Krypto-Broker
Broker vereinfachen den Kaufprozess. Sie richten sich vor allem an Einsteigerinnen und Einsteiger. Die Benutzeroberflächen sind häufig einfacher gestaltet als bei klassischen Börsen. Dafür können teilweise höhere Gebühren anfallen, und die Verwahrung der Kryptowährungen übernimmt oft der Anbieter selbst.
Über eine Bank
Immer mehr Schweizer Banken bieten Handel und Verwahrung ausgewählter Kryptowährungen an. Depot, Zahlungsverkehr und Vermögensverwaltung lassen sich dadurch an einem Ort bündeln. Im Gegensatz zu Drittanbietern unterstehen diese Krypto-Dienstleistungen direkt der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA, was für ein Höchstmass an Sicherheit und Stabilität sorgt. Das Angebot an verfügbaren Kryptowährungen ist meist kleiner als bei spezialisierten Anbietern, und die Gebühren können entsprechend höher ausfallen. Diese Angebote punkten vor allem durch Bequemlichkeit, da kein Drittanbieter-Account notwendig ist und Käufe direkt ab dem eigenen Bankkonto getätigt werden können. Zudem muss kein neues Konto bei einem fremden Krypto-Anbieter eröffnet werden. Der Krypto-Handel läuft direkt über das normale Online-Banking oder die Banking-App.
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Wer nicht direkt Kryptowährungen halten möchte, kann über börsengehandelte Produkte wie ETPs oder Zertifikate an der Kursentwicklung teilnehmen. Die Verwahrung der Coins übernimmt dabei der Emittent. Diese Variante lässt sich in der Regel über ein bestehendes Wertschriftendepot abwickeln.
Welche Kosten entstehen?
Beim Kauf von Kryptowährungen zählen nicht nur die Kurschancen. Auch die anfallenden Gebühren spielen eine Rolle.
Je nach Anbieter können unter anderem folgende Kosten entstehen:
Handelsgebühren beim Kauf und Verkauf
Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs
Ein- und Auszahlungsgebühren
Netzwerkgebühren der Blockchain
Verwahrgebühren bei Banken oder einzelnen Brokern
Bereits kleine Unterschiede können sich bei regelmässigen Investitionen langfristig summieren. Ein Vergleich der Gesamtkosten kann sich deshalb lohnen.
Wer Kryptowährungen direkt besitzt, benötigt in der Regel eine Wallet. Das ist eine digitale Geldbörse, mit der sich die privaten Schlüssel zur Verwaltung der Kryptowährungen verwalten lassen.
Dabei gibt es zwei Varianten:
Custodial Wallet: Die Verwahrung übernimmt der Broker, die Börse oder die Bank.
Self Custody: Anleger:innen verwahren ihre privaten Schlüssel selbst und tragen damit auch die Verantwortung für deren Sicherheit.
Gehen die privaten Schlüssel verloren oder geraten sie in falsche Hände, kann der Zugriff auf die Kryptowährungen dauerhaft verloren gehen.
Kryptowährungen zählen zu den volatileren Anlageklassen. Starke Kursschwankungen innerhalb kurzer Zeit kommen häufig vor. Dass hinter diesen Schwankungen mehr als nur Nervenkitzel steht lesen Sie in Blogbeitrag «Volatilität bei Kryptowährungen verstehen».
Weitere Risiken können sein:
technische Fehler oder Sicherheitslücken
regulatorische Änderungen
Insolvenz oder Hackerangriffe auf Handelsplattformen
hohe Gebühren bei ungünstig gewählten Anbietern
Verlust des Zugangs zur eigenen Wallet
Kryptowährungen sollten deshalb in der Regel nur einen Teil eines breit diversifizierten Portfolios ausmachen. Investieren Sie nur Kapital, dessen Verlust Sie finanziell verkraften können.
Fazit
Kryptowährungen eröffnen neue Möglichkeiten für digitale Zahlungen, dezentrale Anwendungen und alternative Anlageformen. Bitcoin und andere Kryptowährungen unterscheiden sich dabei sowohl technisch als auch hinsichtlich ihrer Risiken teilweise deutlich. Ein Investment lohnt sich deshalb in der Regel erst nach einer Auseinandersetzung mit der Funktionsweise der Blockchain, den Investitionsmöglichkeiten, den anfallenden Kosten und der Verwahrung.
Ob der Kauf über eine Kryptobörse, einen Broker, eine Bank oder über börsengehandelte Produkte passt, hängt von den persönlichen Anlagezielen, den gewünschten Funktionen und der eigenen Risikobereitschaft ab.
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