Die Wucht des Coronavirus

Das Coronavirus hat uns mit voller Wucht erreicht. Das Ausmass der wirtschaftlichen Folgen für die Weltwirtschaft kann zum aktuellen Zeitpunkt kaum erahnt werden. Wir empfehlen weiterhin eine vorsichtige Portfolioausrichtung.

Die Probleme rund um den Ausbruch des Coronavirus haben sich weiter verschärft. Ende Januar war klar, dass der Ausbruch des Coronavirus nicht ohne Folgen für die Weltwirtschaft bleiben wird. Zu stark waren die Einschränkungen, die die chinesische Regierung zum Eindämmen des Coronavirus vorgenommen hatte. Gegen Ende Februar wurde immer deutlicher, dass sich viele andere Länder auf ein ähnliches Szenario einstellen müssen. Erst zu diesem Zeitpunkt reagierten die Finanzmärkte auf die entstandenen Gefahren.

Nachdem die Fallzahlen in der Schweiz stark angestiegen sind, wurde in den letzten Tagen das öffentliche Leben auch hierzulande mehr und mehr eingestellt. Die Wahrnehmung der Krise wurde dadurch nochmals gesteigert – sei es, weil man selbst im Bekanntenkreis von Erkrankten erfährt, oder weil man sich bewusster wird, welche Auswirkungen die getroffenen Massnahmen für grosse und kleine Unternehmen sowie Selbständigerwerbende konkret aufweisen können.

Es steht ausser Frage, dass alles unternommen werden muss, um das menschliche Leid der Krankheit zu begrenzen. Viele Unternehmen stehen mit den ergriffenen Massnahmen aber auch vor schwierigen Entscheiden. Ausbleibende Nachfrage aus dem Ausland und dem Inland, unterbrochene Liefer- und Produktionsketten, geschlossene Verkaufsläden oder verbotene Dienstleistungen – die Kombination dieser verschiedenen Faktoren macht die Situation schwierig verkraftbar.

Die Entwicklungen rund um das Coronavirus werden zu weitreichenden wirtschaftlichen Problemen führen.

Es gibt ein Leben nach dem Corona-Schock

Wenn sich Ereignisse überschlagen, bestehen zwei Gefahren. Man kann einerseits weiterhin unterschätzen, mit welcher Wucht die Probleme die Weltwirtschaft belasten werden. Andererseits besteht aber die Gefahr, dass vor lauter Extremszenarien vergessen geht, dass es auch eine Welt nach dem Corona-Schock geben wird.

Auch als Anleger steht man vor dieser Gefahr. Noch bis zuletzt wurde das Ausmass von vielen Finanzmarktteilnehmern unterschätzt. Dies ist nun im Begriff, sich zu ändern. Historische Kursverluste sind die Folge. Besteht nun darum schon bald wieder die Möglichkeit, die tiefen Kurse zu nutzen, um Aktien zu kaufen und Risiken aufzubauen?

Zeitpunkt für den Einstieg noch nicht gekommen

Wir bleiben skeptisch. Selbst wenn das Coronavirus im Verlauf des Jahres unter Kontrolle gebracht würde, ist die Gefahr gross, dass der ausgelöste Schock zu weiterreichenden Problemen für die Wirtschaft führt. Eine Unternehmensverschuldung, die weltweit auf Höchstständen steht, ein Energiesektor, der mit einem massiv gefallenen Erdölpreis zu kämpfen hat, zahlreiche kleinere und mittlere Unternehmen, die vor nie dagewesenen Herausforderungen stehen, Liquiditätsprobleme am Dollarmarkt, die die US-Notenbank zu massiven Interventionen verleiten, stark verschuldete Staaten, die sich weiter verschulden müssen: Zu reich befrachtet scheint uns der Risikococktail zu sein. Wir bleiben bei den von uns betreuten Portfolios darum vorsichtig aufgestellt.

Noch wichtiger ist aber: Hoffen wir, dass die weltweit ergriffenenen Massnahmen ihre erwünschte Wirkung zeigen und sich damit das menschliche Leid in Grenzen hält.

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