Bei ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 19. März 2026 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) entschieden, den Leitzins unverändert bei 0 Prozent zu belassen. Aus Sicht von Philipp Merkt, Chief Investment Officer (CIO) von PostFinance, sendet die SNB damit ein klares Signal:
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SNB bleibt standhaft: Leitzins weiterhin bei null Prozent
Dass die SNB trotz des schwierigen Konjunkturumfelds den Leitzins unverändert belässt, zeigt vor allem eines: Sie will Negativzinsen unbedingt vermeiden.
Mehrere Faktoren belasten die Schweizer Wirtschaft derzeit. Der Exportsektor leidet weiterhin stark unter den US-Handelszöllen sowie der schwachen Nachfrage aus wichtigen Handelspartnerländern wie Deutschland. Diese Schwäche zeigt sich mittlerweile auch am Arbeitsmarkt und droht zunehmend auf die Binnenkonjunktur überzugreifen. Hinzu kommen der Iran-Konflikt, der für globale Unsicherheit sorgt, sowie die erneute Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro, was Schweizer Exporte zusätzlich verteuert. Üblicherweise würde eine solche Konstellation eine Zinssenkung nahelegen.
Die SNB scheint jedoch am Nullzinsniveau festhalten zu wollen und nötigenfalls über Devisenmarktinterventionen Einfluss zu nehmen, um die Aufwertung des Frankens zumindest zu begrenzen. Diese verteuert Schweizer Güter auf ausländischen Märkten zusätzlich. Laut Merkt birgt diese Strategie jedoch auch Risiken:
Mit umfangreichen Deviseninterventionen könnte die SNB ins Visier der US-Politik geraten. Im aktuellen geopolitischen Kontext wäre das besonders ungünstig.
Für Privatkund:innen bedeutet der Entscheid hingegen vorerst Stabilität bei den Spar- und Finanzierungskonditionen.
Philipp Merkt
Chief Investment Officer