Wer nach dem turbulenten Jahresauftakt auf einen ruhigeren März gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die US-Regierung hält die Welt und die Finanzmärkte weiter in Atem. Auf die angedrohte Annexion Grönlands, eine militärische Intervention in Venezuela, wiederholte Angriffe auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank und die jüngst als rechtswidrig erklärten Zölle folgte Anfang März der koordinierte Militärschlag der USA und Israels gegen den Iran. Während die Finanzmärkte die früheren geopolitischen Spannungen noch mit bemerkenswerter Gelassenheit aufgenommen hatten, reagierten sie auf den Kriegsausbruch deutlich heftiger. Besonders der Ölpreis zog stark an und überschritt zeitweise die Marke von 100 US-Dollar pro Fass, eine Verdoppelung im Vergleich zu Jahresbeginn.
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Unsere Positionierung: Ölschock reisst die Märkte aus dem Winterschlaf
Der koordinierte Angriff der USA und Israels auf den Iran hat die Finanzmärkte auf dem falschen Fuss erwischt. Europäische Aktien und Schwellenländertitel haben stark korrigiert und der Ölpreis überschreitet die Marke von 100 US-Dollar. Wir reduzieren das Risiko im Portfolio, halten an Gold fest und behalten unsere Präferenz für globale Substanzwerte bei.
Das aktuelle Umfeld unterstreicht die Bedeutung einer vorsichtigeren Positionierung.
Aktien und Obligationen unter Druck
Die Verwundbarkeit jener Märkte, die auf eine stabile Ölversorgung aus dem Nahen Osten angewiesen sind, zeigte sich rasch. Europäische Aktien und Schwellenländertitel gerieten besonders stark unter Druck und verloren seit Anfang des Konfliktes etwa 8 Prozent. Der amerikanische Aktienmarkt erwies sich als weniger direkt betroffen und behauptete sich bis anhin besser. Dennoch befindet er sich seit mehreren Monaten in einer Seitwärtsphase. Auf Jahressicht mit am besten positioniert sind aber weiterhin die breiter diversifizierten, globalen Substanzwerte, an deren Übergewichtung wir auch weiterhin festhalten.
Neben den Aktienmärkten blieben auch die Obligationenmärkte von den jüngsten Begebenheiten nicht verschont, allerdings auf eher ungewöhnliche Weise. Anders als in typischen Krisensituationen, in denen diese als sichere Anlageklasse gesucht sind und an Wert gewinnen, kam es diesmal zu einem Anstieg der Zinsen. Hierzu dürften insbesondere Inflationssorgen im Zusammenhang mit steigenden Energiepreisen beigetragen haben. In den USA erhöhten sich dabei nicht nur die nominalen, sondern auch die realen Renditen von Staatsanleihen, was angesichts der schwächeren Wachstumsaussichten ein ungewöhnliches Signal ist, das auf erste Zweifel am Vertrauen in die amerikanische Finanzpolitik hindeuten könnte.
Selektiv in den Schwellenländern
Bei den Schwellenländeraktien hat sich an unserer grundsätzlichen Einschätzung trotz der Korrektur wenig geändert. Die wirtschaftliche Ausgangslage dieser Volkswirtschaften bleibt insgesamt solider als jene der Industrienationen und die Bewertungen erscheinen uns gerade gegenüber dem weiterhin hoch bewerteten US-Aktienmarkt noch immer attraktiver. Wir behalten das leichte Übergewicht in dieser Anlageklasse entsprechend bei. Eine andere Einschätzung nehmen wir hingegen bei den Schwellenländerobligationen vor. In einem Umfeld, in dem die Auswirkungen höherer Ölpreise und die Dauer des Konflikts noch schwer abzuschätzen bleiben, lösen wir unser Übergewicht auf und halten die freiwerdenden Mittel in Cash. Ausschlaggebend ist dabei, dass sich Schwellenländerobligationen in Phasen ausgeprägter Aktienmarktverluste historisch nur eingeschränkt als Krisenschutz erwiesen haben.
Gold bleibt die stärkste Anlageklasse des Jahres
Gold konnte sich im vergangenen Monat ebenfalls nur bedingt als sicherer Hafen behaupten und verlor seit Kriegsausbruch 5 Prozent. Besonders der Anstieg der Zinsen und die leichte Erstarkung des US-Dollars dürften dabei für Gegenwind gesorgt haben. Dennoch bleibt Gold mit einer Jahresrendite von über 15 Prozent in Schweizer Franken die mit Abstand renditestärkste Anlageklasse des laufenden Jahres. An unserem Übergewicht halten wir fest. In einem Umfeld geopolitischer Unsicherheit, steigender Inflation und wachsender Zweifel an der amerikanischen Rolle in der Welt dürfte das Edelmetall weiterhin gefragt bleiben.
Wertentwicklung Anlageklassen
| Währungen | 1 Monat in CHF | YTD in CHF | 1 Monat in LW | YTD in LW |
|---|---|---|---|---|
| Währungen EUR |
1 Monat in CHF –1,0% |
YTD in CHF –2,9% |
1 Monat in LW –1,0% |
YTD in LW –2,9% |
| Währungen USD |
1 Monat in CHF 1,9% |
YTD in CHF –1,1% |
1 Monat in LW 1,9% |
YTD in LW –1,1% |
| Währungen JPY |
1 Monat in CHF –2,2% |
YTD in CHF –2,7% |
1 Monat in LW –2,2% |
YTD in LW –2,7% |
| Aktien | 1 Monat in CHF | YTD in CHF | 1 Monat in LW | YTD in LW |
|---|---|---|---|---|
| Aktien Schweiz |
1 Monat in CHF 4,0% |
YTD in CHF –1,6% |
1 Monat in LW –4,0% |
YTD in LW –1,6% |
| Aktien Welt |
1 Monat in CHF –1,4% |
YTD in CHF –2,4% |
1 Monat in LW –3,3% |
YTD in LW –1,3% |
| Aktien USA |
1 Monat in CHF –0,4% |
YTD in CHF –3,7% |
1 Monat in LW –2,3% |
YTD in LW –2,6% |
| Aktien Eurozone |
1 Monat in CHF –4,7% |
YTD in CHF –2,8% |
1 Monat in LW –3,7% |
YTD in LW 0,2% |
| Aktien Grossbritannien |
1 Monat in CHF –0,1% |
YTD in CHF 3,0% |
1 Monat in LW –0,1% |
YTD in LW 5,0% |
| Aktien Japan |
1 Monat in CHF –8,2% |
YTD in CHF 4,2% |
1 Monat in LW –6,1% |
YTD in LW 7,1% |
| Aktien Schwellenländer |
1 Monat in CHF –3,1% |
YTD in CHF 5,3% |
1 Monat in LW –4,9% |
YTD in LW 6,4% |
| Obligationen | 1 Monat in CHF | YTD in CHF | 1 Monat in LW | YTD in LW |
|---|---|---|---|---|
| Obligationen Schweiz |
1 Monat in CHF –0,8% |
YTD in CHF 0,0% |
1 Monat in LW –0,8% |
YTD in LW 0,0% |
| Obligationen Welt |
1 Monat in CHF –0,3% |
YTD in CHF –1,6% |
1 Monat in LW –2,2% |
YTD in LW –0,5% |
| Obligationen Schwellenländer |
1 Monat in CHF 0,4% |
YTD in CHF –1,4% |
1 Monat in LW –1,5% |
YTD in LW –0,2% |
| Alternative Anlagen | 1 Monat in CHF | YTD in CHF | 1 Monat in LW | YTD in LW |
|---|---|---|---|---|
| Alternative Anlagen Immobilien Schweiz |
1 Monat in CHF –1,3% |
YTD in CHF –1,7% |
1 Monat in LW –1,3% |
YTD in LW –1,7% |
| Alternative Anlagen Gold |
1 Monat in CHF 3,7% |
YTD in CHF 16,1% |
1 Monat in LW 1,7% |
YTD in LW 17,5% |
Unsere Positionierung Fokus Schweiz
| Liquidität | TAA alt | TAA neu | Positionierung |
|---|---|---|---|
| Liquidität CHF |
TAA alt 2,0% |
TAA neu 4,0% |
Positionierung stark übergewichtet |
| Liquidität Geldmarkt CHF |
TAA alt 0,0% |
TAA neu 0,0% |
Positionierung stark untergewichtet |
| Liquidität Total |
TAA alt 2,0% |
TAA neu 4,0% |
Positionierung untergewichtet |
| Aktien | TAA alt | TAA neu | Positionierung |
|---|---|---|---|
| Aktien Schweiz |
TAA alt 23,0% |
TAA neu 23,0% |
Positionierung neutral |
| Aktien USA |
TAA alt 8,0% |
TAA neu 8,0% |
Positionierung stark untergewichtet |
| Aktien Eurozone |
TAA alt 4,0% |
TAA neu 4,0% |
Positionierung neutral |
| Aktien Grossbritannien |
TAA alt 2,0% |
TAA neu 2,0% |
Positionierung neutral |
| Aktien Japan |
TAA alt 2,0% |
TAA neu 2,0% |
Positionierung neutral |
| Aktien Schwellenländer ex China |
TAA alt 6,0% |
TAA neu 6,0% |
Positionierung übergewichtet |
| Aktien China |
TAA alt 2,0% |
TAA neu 2,0% |
Positionierung neutral |
| Aktien Welt Value |
TAA alt 2,0% |
TAA neu 2,0% |
Positionierung übergewichtet |
| Aktien Total |
TAA alt 49,0% |
TAA neu 49,0% |
Positionierung untergewichtet |
| Obligationen | TAA alt | TAA neu | Positionierung |
|---|---|---|---|
| Obligationen Schweiz |
TAA alt 17,0% |
TAA neu 17,0% |
Positionierung neutral |
| Obligationen Welt |
TAA alt 10,0% |
TAA neu 10,0% |
Positionierung neutral |
| Obligationen Schwellenländer |
TAA alt 8,0% |
TAA neu 6,0% |
Positionierung neutral |
| Obligationen Total |
TAA alt 35,0% |
TAA neu 33,0% |
Positionierung neutral |
| Alternative Anlagen | TAA alt | TAA neu | Positionierung |
|---|---|---|---|
| Alternative Anlagen Immobilien Schweiz |
TAA alt 8,0% |
TAA neu 8,0% |
Positionierung übergewichtet |
| Alternative Anlagen Gold |
TAA alt 6,0% |
TAA neu 6,0% |
Positionierung übergewichtet |
| Alternative Anlagen Total |
TAA alt 14,0% |
TAA neu 14,0% |
Positionierung übergewichtet |