Unsere Positionierung: Festhalten an vorsichtiger Positionierung
Unsere Positionierung: Festhalten an vorsichtiger Positionierung
Die Aktienmärkte blendeten zu Jahresbeginn zunächst die geopolitischen Turbulenzen weitgehend aus und legen mehrheitlich zu. Auffällig dabei ist, dass erneut nicht der US-Aktienmarkt als Treiber fungiert, sondern andere Regionen. Auch Gold setzt seine Kletterpartie fort und hat bereits mehrfach neue Allzeithöchststände erreicht.
Die Angriffe auf zentrale Institutionen schaffen ein Umfeld, in dem Gold seine Stärke ausspielt.
Weltweit starteten die Aktienmärkte positiv ins neue Jahr, doch die Kursgewinne verteilten sich sehr ungleich. Während vor allem technologielastige asiatische Börsen wie Taiwan und Südkorea einen fulminanten Jahresauftakt verzeichneten, blieben amerikanische Werte deutlich hinter der Entwicklung anderer Märkte zurück. Diese geografische Verschiebung setzt einen Trend fort, der sich bereits gegen Ende des vergangenen Jahres abgezeichnet hat, und bestätigt unsere vorsichtige Haltung gegenüber dem teuren und technologielastigen US-Markt.
Geopolitische Turbulenzen sorgen für Unsicherheit
Die Finanzmärkte zeigten sich bemerkenswert widerstandsfähig gegenüber dem politischen Gegenwind. Dabei überschlugen sich bereits in den ersten Wochen des Jahres die Ereignisse auf der weltpolitischen Bühne. Das Jahr begann mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen in Venezuela. Was zunächst als Kampf gegen den Drogenhandel und Präsident Maduro präsentiert wurde, wandelte sich rasch zu einer Rhetorik um die gewaltigen Ölreserven des südamerikanischen Landes. Noch grössere Wellen schlug die Ankündigung, Grönland notfalls mit Gewalt zu annektieren. Den europäischen NATO-Verbündeten, die eine solche Übernahme nicht unterstützen, wurden prompt höhere Handelszölle angedroht. Als ob das nicht genug wäre, geriet auch die Unabhängigkeit der amerikanischen Zentralbank (Fed) unter Beschuss. Eine strafrechtliche Ermittlung gegen den Vorsitzenden der Fed Jerome Powell erschütterte das Vertrauen in eine Institution, die politisch unabhängig sein sollte.
Diese Häufung geopolitischer und institutioneller Erschütterungen schafft ein Umfeld erhöhter Unsicherheit. In solchen Phasen bewährt sich Gold als verlässliche Absicherungskomponente. Der Goldpreis hat seit Jahresbeginn bereits mehrfach neue Allzeithöchststände erreicht und unterstreicht damit seine Rolle als sicherer Hafen. Wir gehen zum Jahresstart von einem anhaltend unsicheren Umfeld aus und bleiben entsprechend vorsichtig positioniert. Damit halten wir an unserem Übergewicht in Gold fest und gewichten Aktien leicht unter. Innerhalb der Aktien bevorzugen wir überdies weiterhin globale Substanzwerte gegenüber dem US-Aktienmarkt. Diese Positionierung hat sich im vergangenen Jahr bewährt. Substanzwerte profitieren von einer breiten Diversifizierung und geringeren Abhängigkeit von hoch bewerteten Einzeltiteln.
Schwellenländertitel mit starkem Momentum
Schwellenländeraktien haben im vergangenen Jahr zu den renditestärksten Anlageklassen gezählt. Die anhaltende Schwäche des US-Dollars sowie die zunehmende Zurückhaltung der Anleger:innen gegenüber dem hoch bewerteten amerikanischen Markt dürften massgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Da der Dollar auf handelsgewichteter Basis trotz der Schwäche im letzten Jahr überbewertet bleibt und damit weiteres Abwertungspotenzial aufweist, sehen wir günstige Voraussetzungen für Schwellenländeranlagen.
Schweizer Immobilien im Tiefzinsumfeld gefragt
Auch Schweizer Immobilienfonds behaupteten ihre starke Position im Portfolio. Im vergangenen Jahr legten sie zum zweiten Mal in Folge um über 10 Prozent zu, mitunter getrieben vom Anlagenotstand im Schweizer Markt. Während der gesamten zweiten Jahreshälfte bewegten sich die Kapitalmarktzinsen in der Schweiz nahe der Nullgrenze, was Immobilienfonds mit ihren stabilen Ausschüttungen attraktiv machte. Der Jahresstart verlief ruhig. Die Kurse bewegen sich nahezu unverändert auf dem Niveau von Anfang Januar. Die jüngsten Inflationszahlen signalisieren aber eine weiterhin schwache konjunkturelle Dynamik, wodurch auch eine Rückkehr zu Negativzinsen nicht ausgeschlossen werden kann. In diesem Umfeld bieten Immobilienfonds mit Ausschüttungsrenditen von über 2 Prozent eine attraktive Alternative zu Bargeldanlagen, weshalb wir am Übergewicht festhalten.