Obligationen entwickelten sich im Spannungsfeld zwischen Inflationssorgen und der Aussicht auf eine weniger restriktive Geldpolitik in den USA insgesamt seitwärts.
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Marktüberblick: Finanzmärkte bleiben optimistisch
Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen bleibt die Stimmung an den Finanzmärkten zuversichtlich. Gute Unternehmenszahlen stützen die Aktienmärkte, während der nachlassende Preisdruck die Aussicht erhöht, dass eine weitere Straffung der Geldpolitik ausbleibt. Die geopolitischen Entwicklungen haben dennoch für zwischenzeitlich deutliche Schwankungen gesorgt.
Indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung
100 = 01.01.2026
Im vergangenen Monat entwickelten sich Staatsobligationen nach einem deutlichen Auf und Ab insgesamt seitwärts. Geopolitische Spannungen und wiederkehrende Hoffnungen auf eine Entspannung führten zu starken Schwankungen beim Ölpreis. Nachdem dieser zwischenzeitlich wieder auf über 90 US-Dollar gestiegen war, flammten auch die Inflations- und Zinssorgen erneut auf. Zuletzt konnten sich Staatsobligationen jedoch wieder erholen, nachdem schwächere US-Konjunkturdaten und ein nachlassender Preisdruck die Zinssorgen dämpften.
Entwicklung der 10-jährigen Verfallrenditen
In Prozent
Die Verfallrenditen 10-jähriger Staatsobligationen veränderten sich im Monatsvergleich nur wenig, schwankten innerhalb des Monats jedoch deutlich. Besonders ausgeprägt war die Bewegung in den USA, wo die Verfallrendite zeitweise auf über 4,7 Prozent stieg. Neben den höheren Ölpreisen sorgte die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank (Fed) für Aufwärtsdruck. Auch in der Schweiz zogen die langfristigen Zinsen an. Die Verfallrendite 10-jähriger Eidgenossen stieg dabei auf über 0,5 Prozent, liegt mittlerweile aber wieder unter 0,4 Prozent.
Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen
In Prozentpunkten
Die Kreditprämien für Unternehmensobligationen haben sich im vergangenen Monat kaum verändert. In den USA, der Eurozone und der Schweiz liegen die Risikoaufschläge weiterhin auf historisch sehr tiefen Niveaus. Die Märkte preisen damit nach wie vor ein ausgesprochen günstiges Kreditumfeld ein. Das Potenzial für eine weitere Einengung der Kreditprämien bleibt entsprechend begrenzt, während sie sich bei einer Eintrübung des wirtschaftlichen Umfelds rasch ausweiten könnten.
Die Aktienmärkte entwickelten sich im vergangenen Monat insgesamt positiv, gestützt von einer guten Berichtssaison. Diese verlieh Ende Juli insbesondere den zuvor schwächelnden Technologietiteln neuen Auftrieb.
Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken
100 = 01.01.2026
Der vergangene Monat verlief an den Aktienmärkten insgesamt erfreulich. Zunächst wurde die positive Entwicklung vor allem von Sektoren ausserhalb der Technologiebranche getragen, bevor Ende Juli auch die zuvor schwächeren Technologietitel deutlich zulegten. Rückenwind kam von einer guten Berichtssaison. Insbesondere Amazon und Microsoft überzeugten im Cloud-Geschäft und zerstreuten damit teilweise die Sorgen über die hohen KI-Investitionen. Vergleichsweise schwach entwickelte sich der Schweizer Aktienmarkt, belastet insbesondere durch verhaltene Halbjahreszahlen von Nestlé.
Momentumstärke einzelner Märkte
In Prozent
Das Momentum an den internationalen Aktienmärkten bleibt insgesamt positiv. In Südkorea und Taiwan liess die Dynamik gegenüber dem Vormonat jedoch spürbar nach. Die stark technologielastigen Märkte gerieten bis Ende Juli aufgrund wachsender Zweifel an der Rentabilität der hohen KI-Investitionen unter Druck. Die gute Berichtssaison milderte diese Sorgen und sorgte zuletzt für eine deutliche Erholung. Die vorherigen Kursverluste wurden jedoch noch nicht vollständig aufgeholt.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Die jüngste Berichtssaison fiel insbesondere in den USA erfreulich aus. Die Aktienkurse konnten mit der starken Gewinnentwicklung jedoch nicht an allen Märkten mithalten. Bei Schwellenländeraktien belasteten Sorgen um die hohen KI-Investitionen insbesondere die technologielastigen asiatischen Aktienkurse, sodass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) leicht sank. Auch in der Schweiz blieb die Kursentwicklung hinter den Gewinnen zurück, sodass die Bewertung etwas sank. Bei den weltweiten Aktien stieg das KGV dagegen weiter und liegt nun deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt.
Die Preise börsenkotierter Schweizer Immobilienfonds haben im vergangenen Monat nachgegeben und liegen auf Jahressicht damit leicht im Minus.
Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds
100 = 01.01.2026
Im Zuge steigender Ölpreise und der Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank zogen die Kapitalmarktzinsen auch in der Schweiz spürbar an und belasteten die börsenkotierten Schweizer Immobilienfonds. Mit dem anschliessenden Rückgang der langfristigen Schweizer Zinsen auf unter 0,4 Prozent konnten sich die Immobilienfonds wieder etwas erholen. Die zwischenzeitlichen Verluste wurden jedoch nicht vollständig aufgeholt, sodass im Monatsvergleich ein leichtes Minus resultiert.
Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen
In Prozent
Mit den jüngsten Kursverlusten und dem zwischenzeitlich höheren Zinsniveau hat sich die Bewertung börsenkotierter Schweizer Immobilienfonds etwas normalisiert. Das Agio, also der Aufpreis gegenüber dem Nettoinventarwert, ist gesunken. Im historischen Vergleich bleibt die Bewertung dennoch erhöht. Angesichts des weiterhin tiefen Schweizer Zinsniveaus dürfte die Nachfrage nach börsenkotierten Immobilienfonds jedoch gut unterstützt bleiben.
3-Monats-SARON und 10-jährige Verfallrenditen
100 = Januar 2000 (links) und in Prozent (rechts)
Die Verfallrendite 10-jähriger Eidgenossen schwankte im vergangenen Monat deutlich und liegt aktuell wieder unter 0,4 Prozent, nachdem sie zwischenzeitlich auf über 0,5 Prozent gestiegen war. Gleichzeitig bleibt der Preisdruck gering. Die Inflation sank im Juli von 0,5 auf 0,4 Prozent, die Kerninflation verharrte bei 0,3 Prozent. Damit besteht für die Schweizerische Nationalbank wenig Handlungsbedarf, sodass auch der 3-Monats-SARON vorerst nahe seinem aktuellen Niveau bleiben dürfte.
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Währungen
Der Schweizer Franken und der US-Dollar verloren im vergangenen Monat an Wert. Der japanische Yen konnte dagegen nach der koordinierten Intervention der USA und Japans zulegen.
| Währungspaar | Kurs | KKP | Neutraler Bereich | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Währungspaar EUR/CHF |
Kurs 0,93 |
KKP 0,87 |
Neutraler Bereich 0,80 – 0,93 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/CHF |
Kurs 0,81 |
KKP 0,73 |
Neutraler Bereich 0,64 – 0,83 |
Bewertung USD neutral |
| Währungspaar GBP/CHF |
Kurs 1,09 |
KKP 1,08 |
Neutraler Bereich 0,94 – 1,23 |
Bewertung Pfund neutral |
| Währungspaar JPY/CHF |
Kurs 0,51 |
KKP 0,78 |
Neutraler Bereich 0,62 – 0,93 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar SEK/CHF |
Kurs 8,52 |
KKP 9,27 |
Neutraler Bereich 8,29 – 10,25 |
Bewertung Krone neutral |
| Währungspaar NOK/CHF |
Kurs 8,49 |
KKP 9,39 |
Neutraler Bereich 8,29 – 10,49 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar EUR/USD |
Kurs 1,16 |
KKP 1,18 |
Neutraler Bereich 1,02 – 1,34 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/JPY |
Kurs 157,81 |
KKP 94,64 |
Neutraler Bereich 70,90 – 118,38 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar USD/CNY |
Kurs 6,75 |
KKP 6,44 |
Neutraler Bereich 5,91 – 6,96 |
Bewertung Renminbi neutral |
Quelle: Communify AG
Der Schweizer Franken verlor im vergangenen Monat ebenso wie der US-Dollar an Wert. Gegenüber dem Euro notiert der Franken mittlerweile bei rund 0,94 – und damit auf dem schwächsten Stand seit Jahresbeginn. Anders entwickelte sich der japanische Yen. Nachdem dieser gegenüber dem US-Dollar zuvor auf ein Mehrjahrzehntetief gefallen war, intervenierten die USA und Japan koordiniert zugunsten der japanischen Währung. In der Folge konnte der Yen zwischenzeitlich deutlich zulegen.
Kryptowährungen
| Kryptowährung | Kurs | YTD in USD | Jahreshoch | Jahrestief |
|---|---|---|---|---|
| Kryptowährung BITCOIN |
Kurs 63'4186 |
YTD in USD -27,52% |
Jahreshoch 96'942 |
Jahrestief 58’526 |
| Kryptowährung ETHEREUM |
Kurs 1'885 |
YTD in USD -36,49% |
Jahreshoch 3’354 |
Jahrestief 1’569 |
Quelle: Communify AG, Coin Metrics Inc
Gold
Nach einer mehrwöchigen Seitwärtsbewegung hat Gold zuletzt wieder deutlich an Wert gewonnen. Mit einem Plus von mehr als 8 Prozent war Gold im vergangenen Monat die stärkste Anlageklasse.
Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken
100 = 01.01.2026
Seit Mitte März hatte Gold kontinuierlich an Wert verloren, bevor sich der Preis des Edelmetalls Ende Juni im Bereich von 4'000 US-Dollar pro Feinunze stabilisierte. Anfang August setzte schliesslich eine kräftige Aufwärtsbewegung ein. Mittlerweile notiert Gold wieder bei über 4'300 US-Dollar pro Feinunze und hat damit im vergangenen Monat mehr als 8 Prozent zugelegt. Unterstützend wirkten die gestiegenen Erwartungen an eine weniger restriktive US-Geldpolitik. Die Aussicht auf weniger Leitzinserhöhungen macht das Edelmetall im Vergleich zu verzinslichen Anlagen attraktiver.