Obligationen erleben einen schwachen Monat. Die Gründe dafür sind jedoch nicht überall gleich.
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Marktüberblick: Höhere Zinsen belasten die Finanzmärkte
Der geopolitische Druck auf die Finanzmärkte nimmt zu. Steigende Ölpreise und die Sorgen über eine länger restriktive Geldpolitik treiben die langfristigen Zinsen in die Höhe: In den USA und Deutschland erreichen die Renditen 10-jähriger Staatsobligationen Niveaus, die seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr verzeichnet wurden. Die Aktienmärkte geben im Monatsverlauf insgesamt nach, obwohl solide Unternehmensergebnisse die Verluste begrenzt haben.
Indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung
100 = 01.01.2026
Auch in diesem Monat beeinflussten die Ereignisse auf der geopolitischen Bühne die Obligationenmärkte. Die Spannungen im Nahen Osten nahmen im Monatsverlauf erneut deutlich zu, was zu einem Ölpreis von über 100 US-Dollar pro Fass führte. Dies führte vor allem in Europa zu höheren Inflationserwartungen und Kapitalmarktzinsen. In den USA stiegen die Zinsen ebenfalls deutlich an, was jedoch weiterhin hauptsächlich auf Sorgen über das Haushaltsdefizit und eine restriktivere Geldpolitik zurückzuführen ist. Insgesamt verloren die Staatsobligationen im vergangenen Monat an Wert. Die Schweizer Staatsobligationen liegen auch auf Jahresbasis wieder im negativen Bereich.
Entwicklung der 10-jährigen Verfallrenditen
In Prozent
Die Verfallrenditen 10-jähriger Staatsobligationen stiegen im vergangenen Monat wieder deutlich. In den USA erreichten sie in den letzten Tagen mit knapp 5 Prozent eine psychologisch wichtige Marke, die seit der Finanzkrise nicht mehr erreicht wurde. Auch in Deutschland stiegen die Verfallrenditen mit den gestiegenen Inflationserwartungen deutlich an und liegen auf dem gleichen Niveau wie 2011. Die Rendite der Schweizer Eidgenossen stieg ebenfalls kräftig an und liegt mit 0,5 Prozent nahe dem höchsten Stand in diesem Jahr.
Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen
In Prozentpunkten
Die Kreditprämien von Unternehmensobligationen verharren weltweit auf historisch tiefen Niveaus. Solide Quartalsergebnisse, geringe Ausfallraten und eine bessere Stimmung in der Industrie stützen das Vertrauen in die Unternehmen. Selbst die umfangreichen Neuemissionen amerikanischer Technologiekonzerne haben bislang kaum Spuren am Kreditmarkt hinterlassen. Das weitere Einengungspotenzial ist damit begrenzt. Bei einer Konjunkturabschwächung besteht jedoch ein erhöhtes Rückschlagrisiko.
Mit Ausnahme von Japan und den Schwellenländern verloren im Monatsverlauf, in Schweizer Franken gemessen, alle Aktienmärkte an Wert.
Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken
100 = 01.01.2026
Nachdem die Aktienmärkte in den Sommermonaten von der positiven Berichtsaison angetrieben wurden, setzten im vergangenen Monat die höheren Zinsen und Inflationssorgen den Aktienmärkten zu. Besonders schwach entwickelte sich der Schweizer Leitindex SMI: Negative Ergebnisse aus mehreren klinischen Studien belasteten das Schwergewicht Novartis, worauf dessen Aktienkurs deutlich nachgab. Der SMI verlor im Monatsverlauf mehr als 5 Prozent und die Jahresrendite fiel in den einstelligen Bereich zurück. Im Gegensatz dazu konnten sich die technologieorientierten Aktienmärkte der Schwellenländer nach einer schwachen Phase wieder erholen. Schweizer Investor:innen profitierten bei ihren Investitionen in Japan von der starken Aufwertung des Yen gegenüber dem Franken.
Momentumstärke einzelner Märkte
In Prozent
Das Momentum an den internationalen Aktienmärkten bleibt insgesamt positiv. Im Durchschnitt hat die Dynamik im Vergleich zum Vormonat jedoch nachgelassen. Obwohl die Berichtsaison für viele Sektoren sehr positiv ausgefallen ist, bestimmen nach wie vor die Technologiewerte das Geschehen. Dies zeigt sich auch in der Momentumstärke, bei der die technologiedominierten Märkte am stärksten bleiben.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Die Aktienkurse gaben im vergangenen Monat etwas nach, wodurch auch die Kurs-Gewinn-Verhältnisse leicht sanken. Die solide Berichtssaison stützte zwar die Gewinnerwartungen, konnte den Bewertungsdruck durch höhere Kapitalmarktzinsen jedoch nicht vollständig ausgleichen. Auf Jahressicht bleibt der Aufwärtstrend der KGV intakt; insbesondere weltweite Aktien werden weiterhin deutlich über ihrem langfristigen Durchschnitt bewertet.
Die Preise börsennotierter Schweizer Immobilienfonds sind im vergangenen Monat erneut leicht gesunken.
Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds
100 = 01.01.2026
Die höheren Schweizer Kapitalmarktzinsen haben die Preise börsenkotierter Immobilienfonds im vergangenen Monat erneut unter Druck gesetzt. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust auf etwas mehr als 2 Prozent. Nach dem starken Anstieg im Vorjahr verläuft die Entwicklung 2026 damit deutlich schwächer und volatiler.
Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen
In Prozent
Die jüngsten Kursrückgänge und der Anstieg der Kapitalmarktzinsen haben die Bewertungen börsenkotierter Schweizer Immobilienfonds etwas gedämpft. Entsprechend ist auch das Agio, der Aufpreis gegenüber dem Nettoinventarwert, zurückgegangen. Im langfristigen Vergleich bewegen sich die Bewertungen allerdings weiterhin auf einem erhöhten Niveau. Gleichzeitig bleibt die Ausschüttungsrendite angesichts der tiefen Schweizer Zinsen attraktiv und dürfte die Nachfrage nach Immobilienfonds stützen.
3-Monats-SARON und 10-jährige Verfallrenditen
100 = Januar 2000 (links) und in Prozent (rechts)
Die Verfallrendite 10-jähriger Eidgenossen liegt aktuell bei etwas mehr als 0,5 Prozent und befindet sich damit nach einer niedrigeren Phase wieder nahe dem höchsten Jahresstand. Die Schweizer Inflation stieg etwas unerwartet von 0,4 auf 0,8 Prozent, wobei auch die weniger volatile Kernrate anstieg. Obwohl die Inflationsrate für die Schweizerische Nationalbank (SNB) kaum besorgniserregend sein dürfte, könnte sich die SNB bei der nächsten Sitzung etwas mehr Puffer verschaffen und die Zinsen von der Nullgrenze wegbringen.
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Währungen
Der Schweizer Franken bleibt weiterhin geschwächt. So hat der US-Dollar im Jahresverlauf gegenüber dem Schweizer Franken um über 2 Prozent zugelegt.
| Währungspaar | Kurs | KKP | Neutraler Bereich | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Währungspaar EUR/CHF |
Kurs 0,94 |
KKP 0,86 |
Neutraler Bereich 0,79 – 0,92 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/CHF |
Kurs 0,81 |
KKP 0,69 |
Neutraler Bereich 0,60 – 0,78 |
Bewertung USD neutral |
| Währungspaar GBP/CHF |
Kurs 1,10 |
KKP 1,08 |
Neutraler Bereich 0,94 – 1,22 |
Bewertung Pfund neutral |
| Währungspaar JPY/CHF |
Kurs 0,52 |
KKP 0,77 |
Neutraler Bereich 0,62 – 0,93 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar SEK/CHF |
Kurs 8,44 |
KKP 9,27 |
Neutraler Bereich 8,29 – 10,25 |
Bewertung Krone neutral |
| Währungspaar NOK/CHF |
Kurs 8,74 |
KKP 9,48 |
Neutraler Bereich 8,37 – 10,59 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar EUR/USD |
Kurs 1,16 |
KKP 1,23 |
Neutraler Bereich 1,08 – 1,39 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/JPY |
Kurs 154,37 |
KKP 89,83 |
Neutraler Bereich 67,19 – 112,46 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar USD/CNY |
Kurs 6,71 |
KKP 6,31 |
Neutraler Bereich 5,81 – 6,81 |
Bewertung Renminbi neutral |
Quelle: Communify AG
Sowohl der Euro als auch der US-Dollar konnten im vergangenen Monat gegenüber dem Schweizer Franken zulegen. Der Euro erreichte damit den höchsten Stand seit einem Jahr gegenüber der Schweizer Währung. Die auffälligste Bewegung am Devisenmarkt kam erneut vom japanischen Yen, der gegenüber dem Franken um mehr als 4 Prozent zulegte. Nachdem die koordinierte Intervention der USA und Japans zunächst nur begrenzte Wirkung gezeigt hatte, wertete der Yen Anfang September innerhalb weniger Tage deutlich auf.
Kryptowährungen
| Kryptowährung | Kurs | YTD in USD | Jahreshoch | Jahrestief |
|---|---|---|---|---|
| Kryptowährung BITCOIN |
Kurs 76'529 |
YTD in USD -12,53% |
Jahreshoch 96'942 |
Jahrestief 58’526 |
| Kryptowährung ETHEREUM |
Kurs 2'443 |
YTD in USD -17,70% |
Jahreshoch 3’354 |
Jahrestief 1’569 |
Quelle: Communify AG, Coin Metrics Inc
Gold
Kürzlich hatte Gold ein Lebenszeichen von sich gegeben und deutlich zugelegt. Von dieser Erholung ist nach einem schwachen Monat jedoch nicht mehr viel übrig.
Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken
100 = 01.01.2026
Nach einem starken August folgt für den Goldpreis ein schwacher September-Auftakt. Im August hatten die Sorgen um ein mögliches Eingreifen des US-Finanzministeriums in den Obligationenmarkt den Goldpreis gestützt. In diesem Monat sorgten jedoch die höheren Zinsen und der starke Dollar erneut für einen Rückgang des Edelmetalls. Höhere Zinsen machen Gold als unverzinsliche Anlageklasse weniger attraktiv. Mit einem Monatsverlust von etwas mehr als 1 Prozent beläuft sich der Jahresgewinn in Schweizer Franken nun nur noch auf etwas mehr als 2 Prozent.