Die Obligationenmärkte standen im vergangenen Monat weiter unter Druck, insbesondere in den USA und Grossbritannien. Belastend wirkten dabei vor allem die Sorgen über wieder steigende Inflationsraten.
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Marktüberblick: Zwischen KI-Boom und Inflationssorgen
Die Finanzmärkte setzen zunehmend wieder auf den Boom rund um die künstliche Intelligenz. Vor allem technologielastige Aktienmärkte in den USA und Asien entwickelten sich stark und erreichten zwischenzeitlich neue Allzeithöchststände. Zuletzt sorgten jedoch steigende Inflationsraten, höhere Zinsen und zunehmende Bewertungsbedenken im Technologiesektor für Gegenwind.
Indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung
100 = 01.01.2026
Die Obligationenmärkte stehen weiterhin im Spannungsfeld des Konflikts im Nahen Osten. Die dadurch gestiegenen Energiepreise schlagen sich weltweit in höheren Inflationsraten nieder. In den USA liegt die Gesamtinflation mittlerweile bei 3,8 Prozent, während sie in Europa wieder auf 3,0 Prozent angestiegen ist. In der Folge haben die Zinsen entlang der gesamten Zinskurve zugelegt, besonders deutlich am kurzen Ende. Mit den gestiegenen Inflationsraten haben auch die Sorgen über eine länger restriktive Geldpolitik zugenommen. Entsprechend verzeichneten Staatsobligationen seit Jahresbeginn eine negative Wertentwicklung.
Entwicklung der 10-jährigen Verfallrenditen
In Prozent
Der weiterhin hohe Ölpreis verschärft die Inflationssituation in vielen Ländern und hat die Zinsen spürbar ansteigen lassen. Besonders ausgeprägt war der Zinsanstieg in den USA und Grossbritannien. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsobligationen liegt mit über 4,5 Prozent wieder auf dem höchsten Stand seit Mai 2023. In Grossbritannien belasteten neben der Inflation auch die politische Unsicherheit sowie Spekulationen rund um Starmer im Vorfeld der Budgetentscheidung im kommenden Monat den Obligationenmarkt. Die Rendite 10-jähriger Gilts stieg auf 5,1 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Juni 2008.
Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen
In Prozentpunkten
Die Risikoaufschläge auf Unternehmensobligationen haben sich nach dem zwischenzeitlichen Anstieg im Zuge des Nahostkonflikts wieder deutlich reduziert. Diese Entwicklung dürfte insbesondere durch die Rückkehr des Optimismus an die Börsen unterstützt worden sein. Aktuell bewegen sich die Risikoprämien erneut auf einem historischen Tiefstand und signalisieren, dass die Marktteilnehmer:innen nur geringe Konjunktursorgen haben.
Die Erholung an den globalen Aktienmärkten setzte sich fort und führte vielerorts zu neuen Höchstständen. Getragen wurde die Entwicklung vor allem von Technologiewerten. Zuletzt bremsten jedoch steigende Zinsen und Sorgen über die hohen Bewertungen im Technologiesektor die Dynamik etwas.
Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken
100 = 01.01.2026
Bis Mitte April waren die globalen Aktienmärkte noch stark von der Unsicherheit rund um den Nahostkonflikt geprägt. Seither verzeichneten die meisten Märkte jedoch eine deutliche Erholungsrallye, die insbesondere von Technologietiteln getragen wurde. Die Euphorie rund um das Thema künstliche Intelligenz kehrte nach einer kurzen Verschnaufpause an die Aktienmärkte zurück, wodurch vielerorts neue Allzeithöchststände erreicht wurden. Besonders dynamisch entwickelten sich dabei die Aktienmärkte in den USA und den Schwellenländern, während Europa und die Schweiz etwas zurückblieben. Die weiterhin erhöhte Volatilität zeigt jedoch, dass die Erholung nach wie vor fragil bleibt. Belastend wirken insbesondere die Unsicherheit über eine nachhaltige Lösung im Nahostkonflikt, die Blockade der Strasse von Hormuz sowie die hohen Bewertungen vieler Technologietitel. Entsprechend hat sich die Dynamik zuletzt etwas abgeschwächt.
Momentumstärke einzelner Märkte
In Prozent
Aktuell ist das Momentum an den globalen Aktienmärkten mehrheitlich positiv. Besonders ausgeprägt ist die Dynamik in technologiegetriebenen Märkten wie Südkorea und Taiwan. Der südkoreanische Aktienmarkt bleibt dabei der stärkste Markt seit Jahresbeginn und hat, getragen von den Technologiekonzernen SK Hynix und Samsung, in Schweizer Franken gerechnet um rund 100 Prozent zugelegt. In der Eurozone und in der Schweiz bleibt das Momentum ebenfalls positiv, bewegt sich jedoch weiterhin auf einem insgesamt tieferen Niveau.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Während der globalen Aktienmarktkorrektur im März reduzierten sich auch die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV). Diese leichte Korrektur wurde jedoch durch die starke Erholung des Aktienmarktes mittlerweile wieder rückgängig gemacht. Auch die starke Berichtsaison zum ersten Quartal vermochte diese Entwicklung nicht zu bremsen. So erzielte beispielsweise der amerikanische Aktienmarkt mit einer Gewinnerhöhung auf Jahresbasis von über 27 Prozent das beste Ergebnis seit der COVID-19-Pandemie. Eine Ausnahme war der Schweizer Markt, wo die KGV-Erholung nicht so stark ausfiel wie bei den weltweiten Aktienmärkten.
Börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds sind im vergangenen Monat unter Druck geraten und haben spürbar an Wert eingebüsst. Die Jahresrendite liegt damit leicht im negativen Bereich.
Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds
100 = 01.01.2026
Börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds haben im vergangenen Monat spürbar nachgegeben. Nach einem von starken Schwankungen geprägten Jahresverlauf liegt die Jahresrendite damit nun leicht im Minus. Diese Entwicklung ist nicht ganz überraschend. Einerseits liegen die Schweizer Kapitalmarktzinsen infolge des Inflationsanstiegs durch höhere Energiepreise spürbar höher als noch zu Jahresbeginn. Andererseits sind die Bewertungen am Schweizer Immobilienmarkt nach wie vor als hoch einzuschätzen, was die Fonds entsprechend anfällig für Kursrückschläge macht. Trotz der jüngsten Korrektur bieten die Ausschüttungsrenditen aber weiterhin eine attraktive Einkommensquelle.
Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen
In Prozent
Das Agio, also der Aufpreis, den Investor:innen für börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds gegenüber dem Nettoinventarwert bezahlen, bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Historisch waren solche Bewertungen eng mit den Schweizer Kapitalmarktzinsen verknüpft und typischerweise nur in Zeiten von Negativzinsen zu beobachten. Vor dem Hintergrund des zuletzt gestiegenen Zinsniveaus erscheinen die aktuellen Bewertungen zwar vergleichsweise hoch, dürften jedoch weiterhin durch die stabile Nachfrage nach Schweizer Immobilienanlagen gestützt werden.
3-Monats-SARON und 10-jährige Verfallrenditen
In Prozent
Die Verfallrenditen auf 10-jährigen Eidgenossen haben zuletzt wieder leicht zugenommen. Das dürfte primär die in der Schweiz gestiegene Inflationsrate reflektieren, die in den letzten Monaten von 0 auf 0,6 Prozent geklettert ist. Investor:innen verlangen entsprechend eine höhere Rendite, um den Inflationsanstieg auszugleichen. Bislang hat der neuerliche Inflationsanstieg allerdings noch zu keiner Änderung der Geldpolitik geführt, weshalb der 3-Monats-SARON unverändert geblieben ist. Die Marktteilnehmer:innen erwarten jedoch, dass die SNB den Leitzins in Zukunft leicht anheben wird. Da die Inflation aber weiterhin komfortabel im Zielband der SNB liegt, besteht dafür kein wirklicher Druck.
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Währungen
Im vergangenen Monat konnte der Schweizer Franken gegenüber dem Euro wieder leicht zulegen, während er sich gegenüber dem US-Dollar stabil entwickelte. Auf Jahressicht notiert der Franken somit rund 2 Prozent stärker gegenüber dem Euro und gut 1 Prozent gegenüber dem US-Dollar.
| Währungspaar | Kurs | KKP | Neutraler Bereich | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Währungspaar EUR/CHF |
Kurs 0,92 |
KKP 0,88 |
Neutraler Bereich 0,81 – 0,95 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/CHF |
Kurs 0,78 |
KKP 0,74 |
Neutraler Bereich 0,64 – 0,84 |
Bewertung USD neutral |
| Währungspaar GBP/CHF |
Kurs 1,06 |
KKP 1,11 |
Neutraler Bereich 0,97 – 1,26 |
Bewertung Pfund neutral |
| Währungspaar JPY/CHF |
Kurs 0,50 |
KKP 0,82 |
Neutraler Bereich 0,65 – 0,98 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar SEK/CHF |
Kurs 8,42 |
KKP 9,41 |
Neutraler Bereich 8,41 – 10,40 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar NOK/CHF |
Kurs 8,43 |
KKP 11,12 |
Neutraler Bereich 9,54 – 12,71 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar EUR/USD |
Kurs 1,18 |
KKP 1,19 |
Neutraler Bereich 1,03 – 1,35 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/JPY |
Kurs 156,67 |
KKP 90,82 |
Neutraler Bereich 68,40 – 113,24 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar USD/CNY |
Kurs 6,80 |
KKP 6,39 |
Neutraler Bereich 5,87 – 6,91 |
Bewertung Renminbi unterbewertet |
Quelle: Allfunds Tech Solutions
Im März intervenierte die Schweizerische Nationalbank am Devisenmarkt, um der starken Aufwertung des Schweizer Frankens, vor allem gegenüber dem Euro, entgegenzuwirken. Im letzten Handelsmonat machte sich jedoch ein Grossteil dieser Wirkung bereits wieder zunichte. Der Schweizer Franken wertete gegenüber dem Euro erneut auf. Der US-Dollar konnte insgesamt nicht weiter von seinem Status als sicherer Hafen profitieren und wurde im Monatsverlauf seitwärts gehandelt.
Kryptowährungen
| Kryptowährung | Kurs | YTD in USD | Jahreshoch | Jahrestief |
|---|---|---|---|---|
| Kryptowährung BITCOIN |
Kurs 81'075 |
YTD in USD -7,34% |
Jahreshoch 96'942 |
Jahrestief 62’795 |
| Kryptowährung ETHEREUM |
Kurs 2'292 |
YTD in USD -22,79% |
Jahreshoch 3’354 |
Jahrestief 1’842 |
Quelle: Allfunds Tech Solutions, Coin Metrics Inc
Gold
Der Goldpreis konnte den starken Rückgang von Mitte März vorerst stoppen. Allerdings sorgen die höheren Zinsen weiterhin für Gegenwind.
Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken
100 = 01.01.2026
Der Goldpreis erlitt im diesem Jahr bereits zwei deutliche Korrekturen. Von der ersten konnte er sich wieder erholen, von der zweiten, die vor allem nach dem Ausbruch des Nahostkonflikts zustande kam, noch nicht ganz. Die anhaltenden Inflationssorgen und die damit einhergehenden Sorgen der Marktteilnehmer:innen vor höheren Zinsen dürften aktuell einen höheren Goldpreis verhindern. Auf Jahressicht beträgt die Rendite von Gold, gemessen in Schweizer Franken, aber immer noch rund 6 Prozent.