Erneut ein schwacher Monat: Die Renditen von zehnjährigen Staatsobligationen stiegen weltweit weiter an.
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Marktüberblick: Höhere Zinsen für alle, Kursgewinne für wenige
Höhere Zinsen prägen weiterhin das Marktgeschehen. In den USA steigt die Rendite zehnjähriger Staatsobligationen auf den höchsten Stand seit 2002, und auch in Deutschland und der Schweiz ziehen die Zinsen an. Die Aktienmärkte entwickeln sich dabei so uneinheitlich wie lange nicht mehr: US-Aktien legen dank des Technologiesektors deutlich zu, europäische Aktien verlieren knapp 5 Prozent. Schweizer Immobilienfonds erholen sich leicht, Gold leidet unter steigenden Realzinsen und einem starken US-Dollar.
Indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung
100 = 01.01.2026
Die Staatsobligationen büssten im Monatsverlauf erneut an Wert ein. In Europa führten die höheren Ölpreise wie bereits im Vormonat zu steigenden Inflationserwartungen und belasteten damit die Obligationenmärkte. Positive Nachrichten aus dem Nahen Osten sorgten zwischenzeitlich jedoch für etwas Entspannung. Nachdem die Öltransporte durch die Strasse von Hormus wieder zugenommen hatten, gaben die Ölpreise Mitte Monat nach. In der Folge kamen auch die Renditen von ihren Jahreshöchstständen zurück, wodurch die Obligationen vorübergehend wieder an Wert zulegen konnten. In den USA erwies sich die Erholung hingegen als kurzlebig. Dort bleiben die erhöhten Realzinsen ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Obligationenmärkte.
Entwicklung der 10-jährigen Verfallrenditen
In Prozent
Die Renditen zehnjähriger Staatsobligationen zogen auch im letzten Monat weiter an. Die Rendite auf den zehnjährigen US-Staatsobligationen stieg auf 5,3 Prozent, den Höchststand seit 2002. Auf Jahresbasis resultiert das in einem Anstieg von mehr als 100 Basispunkten. Der Anstieg ist dabei primär auf höhere Realzinsen zurückzuführen und spiegelt die robuste US-Konjunktur und den zunehmenden Wettbewerb um Kapital wider. Auch in Deutschland und in der Schweiz stiegen die Renditen erneut deutlich an.
Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen
In Prozentpunkten
Der rasante Anstieg der Renditen auf Staatsobligationen hat sich vorerst noch nicht in höhere Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen umgesetzt. Diese bleiben im internationalen Vergleich auf historisch tiefen Niveaus. Einzig in der Eurozone gab es in dem Jahr eine leichte Erhöhung der Risikoaufschläge, wenn auch dort weiterhin auf tiefem Niveau. In der letzten Monatshälfte gab es bei den amerikanischen Unternehmensobligationen mit sehr tiefer Bonität eine leichte Erhöhung der Risikoprämie, die sich aber noch nicht bei den Unternehmen mit besserer Kreditwürdigkeit durchgesetzt hat.
Die regionalen Unterschiede an den Aktienmärkten fielen im Monatsverlauf deutlich aus. Besonders ausgeprägt war die Divergenz zwischen Europa und den USA: Während die europäischen Aktienmärkte in Franken gerechnet knapp 5 Prozent an Wert verloren, legten die US-Märkte um mehr als 4 Prozent zu.
Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken
100 = 01.01.2026
Die Aktienmärkte entwickelten sich im vergangenen Monat uneinheitlich. Nachdem die erste Jahreshälfte von einer breit abgestützten Aktienmarktrallye geprägt gewesen war, konzentrierten sich die Kursgewinne zuletzt wieder stärker auf einzelne Märkte und Sektoren. Vor allem die US-Aktienmärkte profitierten erneut vom anhaltenden KI-Boom. Dazu dürften insbesondere die jüngsten Quartalszahlen des Chipherstellers Micron beigetragen haben. Das Unternehmen übertraf die Erwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn und unterstrich damit die weiterhin hohe Nachfrage nach KI-Chips. Aus Schweizer Sicht verlief der Monat hingegen weniger erfreulich. Die Schwergewichte des Schweizer Aktienmarktes konnten sich zuletzt kaum behaupten, was den SMI im Monatsverlauf um mehr als 2,5 Prozent nachgeben liess.
Momentumstärke einzelner Märkte
In Prozent
Im vergangenen Monat wiesen noch sämtliche Aktienmärkte ein positives Momentum auf. Dieses Bild hat sich zuletzt deutlich verändert. Auffällig ist, dass erneut vor allem jene Aktienmärkte ein positives Momentum aufweisen, in denen Technologieunternehmen stark vertreten sind. Demgegenüber verzeichnet der französische Aktienmarkt aktuell ein deutlich negatives Momentum. Dazu dürften vor allem die anhaltenden Diskussionen um den französischen Staatshaushalt und die damit verbundene politische Unsicherheit beigetragen haben.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Die hohen Gewinne und positiven Quartalsergebnisse führten auch in diesem Monat zu einem leichten Rückgang der Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) der weltweiten Aktien. Nur in der Schweiz dürfte der Grund eher der Rückgang der Aktienkurse gewesen sein, denn der Rückgang beim Schweizer KGV entspricht ungefähr dem Rückgang des Aktienmarktes. Insgesamt befinden sich die KGV etwa 10 bis 20 Prozent unter den Jahreshöchstständen.
Die Preise börsenkotierter Schweizer Immobilienfonds konnten sich im vergangenen Monat leicht erholen. Im Vergleich zu den Aktienmärkten bleibt die Jahresrendite jedoch deutlich zurück.
Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds
100 = 01.01.2026
Die Preise börsenkotierter Schweizer Immobilienfonds bewegten sich, wie bereits seit Jahresbeginn, weitgehend seitwärts. Mitte Monat führte der Anstieg der Schweizer Kapitalmarktzinsen auf den höchsten Stand des Jahres vorübergehend zu einer leichten Korrektur. Mit dem anschliessenden Rückgang der Zinsen konnten sich die Preise jedoch rasch wieder erholen. Trotz der leichten Erholung im Monatsverlauf bleibt die Jahresrendite mit minus 0,2 Prozent knapp im negativen Bereich.
Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen
In Prozent
Die verhaltene Preisentwicklung der Immobilienfonds und der Anstieg der Kapitalmarktzinsen führen dazu, dass die Bewertungen börsenkotierter Schweizer Immobilienfonds zuletzt leicht zurückgekommen sind. Das Agio, also der Aufpreis gegenüber dem Nettoinventarwert, hat sich auch im vergangenen Monat etwas reduziert. Dennoch befinden sich die Bewertungen weiterhin über ihrem langfristigen Durchschnitt. Gleichzeitig bleibt die Ausschüttungsrendite trotz der gestiegenen Kapitalmarktzinsen auf einem attraktiven Niveau und dürfte die Nachfrage nach Schweizer Immobilienanlagen weiterhin stützen.
Leerstandsquote und Immobilienpreise
100 = Januar 2000 (links) und in Prozent (rechts)
Bei den Schweizer Immobilienpreisen zeigte sich im zweiten Quartal wieder ein einheitlicheres Bild als noch im ersten Quartal. Nach dem leichten Rückgang im Vorquartal stiegen die Preise für Einfamilienhäuser wieder an. In ähnlichem Ausmass legten auch die Preise für Eigentumswohnungen und Mietobjekte zu. Auf Jahresbasis verzeichneten die Eigentumswohnungen mit einem Plus von fast 3 Prozent den stärksten Anstieg. Doch auch bei den Einfamilienhäusern und Mietobjekten fiel der Zuwachs mit etwas mehr als 1 Prozent solide aus. Ein wesentlicher Grund für die steigenden Preise dürfte die anhaltend tiefe Leerstandsquote sein. Diese befindet sich auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise.
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Währungen
Der Schweizer Franken konnte gegenüber dem Euro leicht zulegen. Allerdings verlor der Franken gegenüber dem US-Dollar weiter, wodurch dieser seit Jahresbeginn gegenüber dem Franken um knapp 5 Prozent aufgewertet hat.
| Währungspaar | Kurs | KKP | Neutraler Bereich | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Währungspaar EUR/CHF |
Kurs 0,93 |
KKP 0,85 |
Neutraler Bereich 0,79 – 0,92 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/CHF |
Kurs 0,83 |
KKP 0,69 |
Neutraler Bereich 0,60 – 0,77 |
Bewertung USD neutral |
| Währungspaar GBP/CHF |
Kurs 1,10 |
KKP 1,08 |
Neutraler Bereich 0,94 – 1,22 |
Bewertung Pfund neutral |
| Währungspaar JPY/CHF |
Kurs 0,53 |
KKP 0,77 |
Neutraler Bereich 0,62 – 0,92 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar SEK/CHF |
Kurs 8,25 |
KKP 9,28 |
Neutraler Bereich 8,30 – 10,26 |
Bewertung Krone neutral |
| Währungspaar NOK/CHF |
Kurs 8,62 |
KKP 9,42 |
Neutraler Bereich 8,32 – 10,53 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar EUR/USD |
Kurs 1,13 |
KKP 1,25 |
Neutraler Bereich 1,09 – 1,41 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/JPY |
Kurs 157,86 |
KKP 88,96 |
Neutraler Bereich 66,43 – 111,49 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar USD/CNY |
Kurs 6,71 |
KKP 6,29 |
Neutraler Bereich 5,79 – 6,79 |
Bewertung Renminbi neutral |
Quelle: Communify AG
Die auffälligste Bewegung an den Devisenmärkten zeigte sich im vergangenen Monat beim Euro gegenüber dem US-Dollar. Nachdem sich das Währungspaar über weite Teile des Jahres in einer engen Bandbreite bewegt hatte, wertete der US-Dollar im Monatsverlauf um mehr als 3 Prozent auf. Auch gegenüber dem Schweizer Franken verlor der Euro nach seiner starken Aufwertung bis Ende September spürbar an Wert. Vor dieser jüngsten Korrektur war der Euro gemessen an der Kaufkraftparität gegenüber dem Schweizer Franken überbewertet. Auf Jahresbasis bleibt die Bewegung allerdings sehr gering, der Euro notiert gegenüber dem Schweizer Franken fast unverändert.
Kryptowährungen
| Kryptowährung | Kurs | YTD in USD | Jahreshoch | Jahrestief |
|---|---|---|---|---|
| Kryptowährung BITCOIN |
Kurs 81'676 |
YTD in USD -6,65% |
Jahreshoch 96'942 |
Jahrestief 58’526 |
| Kryptowährung ETHEREUM |
Kurs 2'474 |
YTD in USD -16,65% |
Jahreshoch 3’354 |
Jahrestief 1’569 |
Quelle: Communify AG, Coin Metrics Inc
Gold
Gold kämpft weiterhin gegen einen starken US-Dollar und steigende Realzinsen. Die Jahresrendite liegt mittlerweile in Schweizer Franken nur noch minimal im positiven Bereich.
Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken
100 = 01.01.2026
Gold verlor auch im vergangenen Monat an Wert. Hauptgrund sind die steigenden Realzinsen: Gold wirft keine Zinsen ab. Je höher die Zinsen nach Abzug der Inflation ausfallen, desto mehr Ertrag entgeht Anleger:innen, die Gold halten, und desto weniger attraktiv wird das Edelmetall. In US-Dollar gerechnet ist die Jahresrendite deshalb mittlerweile negativ. Für Schweizer Anleger:innen fiel der Rückgang etwas milder aus, weil der US-Dollar gegenüber dem Franken zulegte. In Franken bleibt die Jahresrendite mit 0,4 Prozent nur knapp positiv, der Goldpreis notiert jedoch fast 20 Prozent unter seinem bisherigen Jahreshöchststand.