Die Obligationenmärkte gerieten im Monatsverlauf deutlich unter Druck und gaben damit die zuvor erzielten Gewinne wieder ab.
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Marktüberblick: Geopolitische Eskalation belastet Finanzmärkte
Die Eskalation im Nahen Osten hinterliess im Monatsverlauf deutliche Spuren an den Aktien- und Obligationenmärkten. Für beide Anlageklassen bedeutet dies, dass die Jahresrendite mittlerweile ins Negative gerutscht ist. Positiv entwickelten sich auf Jahressicht hingegen Schwellenländeraktien und Gold.
Indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung
100 = 01.01.2026
Die Obligationenmärkte blieben von der Eskalation im Nahen Osten nicht verschont. Obwohl Obligationen in Phasen geopolitischer Unsicherheit historisch oft als sicherer Hafen fungieren, war dies im vergangenen Monat nicht der Fall. Die gestiegenen Ölpreise trieben die Inflationserwartungen in die Höhe und setzten Staatsobligationen weltweit unter Druck. In den USA dürfte zudem eine gewisse Skepsis gegenüber den Vereinigten Staaten als Schuldner zu den Verlusten beigetragen haben, denn dort sind neben den nominalen auch die realen Zinsen gestiegen. Im internationalen Vergleich verloren auch Schweizer Eidgenossen spürbar an Wert. Auf Jahressicht liegen die Kurse der Staatsobligationen damit aktuell im Durchschnitt über 1 Prozent im Minus.
Entwicklung der 10-jährigen Verfallrenditen
In Prozent
In den letzten Februarwochen sorgte noch eine Reihe von schwächer als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten dafür, dass die Verfallrenditen der meisten Industrienationen gegenüber Anfang Februar um rund 20 Basispunkte nachgaben. In den USA notierten die 10-jährigen Verfallrenditen zwischenzeitlich wieder knapp unter der Marke von 4 Prozent. Diese Abwärtsbewegung wurde jedoch abrupt unterbrochen, als sich der Konflikt im Nahen Osten erneut zuspitzte. Der rasche Anstieg des Ölpreises befeuerte die globalen Inflationserwartungen und liess die Renditen in kurzer Zeit wieder auf ihre Jahreshöchststände zurückkehren. So notieren die Verfallrenditen 10-jähriger US-Staatsanleihen aktuell erneut bei rund 4,2 Prozent. Auch die Renditen der 10-jährigen Eidgenossen zogen im Monatsverlauf um rund 20 Basispunkte an und liegen derzeit bei 40 Basispunkten.
Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen
In Prozentpunkten
Die Risikoaufschläge auf Unternehmensobligationen reagierten nur in sehr geringem Ausmass auf die Eskalation im Nahen Osten sowie die negativen Ausschläge an den Aktienmärkten. Zwar stiegen die Spreads im Monatsverlauf leicht an, doch im Vergleich zum letzten grossen Aktienmarkteinbruch im April des Vorjahres bewegen sie sich nach wie vor nahe den historisch tiefen Niveaus. Ausgeprägte Rezessionssorgen sind entsprechend weiterhin kaum erkennbar.
Die Aktienkurse kamen im Zuge der Eskalation im Nahen Osten spürbar unter Druck, besonders in Europa und Asien. In den USA fielen die Verluste vorerst etwas geringer aus.
Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken
100 = 01.01.2026
Zu Jahresbeginn blendeten die Aktienmärkte die zahlreichen geopolitischen Risiken weitgehend aus. Dies änderte sich mit der Eskalation im Nahen Osten Anfang März schlagartig. Europäische und asiatische Märkte reagierten dabei empfindlicher auf den Ölpreisanstieg als amerikanische Aktien. Auf Jahressicht rutschten die Aktienmärkte in Europa und den USA damit in den negativen Bereich. Auch der Schweizer Leitindex SMI blieb trotz seines defensiven Charakters nicht verschont. Nach neuen Allzeithöchstständen Ende Februar verlor der SMI über den Monat rund 3 Prozent, womit auch die Jahresrendite knapp ins Minus rutschte. Belastet wurde der Index unter anderem durch das Indexschwergewicht Roche, das nach enttäuschenden Studienergebnissen über 10 Prozent einbüsste.
Momentumstärke einzelner Märkte
In Prozent
Im internationalen Vergleich hat das Momentum der Aktienmärkte infolge der jüngsten Kursverluste gegenüber dem Vormonat spürbar nachgegeben. Eine Ausnahme bilden die Aktienmärkte in Taiwan und Südkorea. Dies ist bemerkenswert, da gerade diese beiden Märkte von der Eskalation im Nahen Osten besonders betroffen waren. Aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit von Energieimporten aus der Region verloren sie von ihren Höchstständen teilweise über 20 Prozent. Da beide Märkte im Monatsverlauf dennoch zulegen konnten, bleibt ihr Momentum weiterhin klar positiv.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Die Kursverluste an den internationalen Aktienmärkten führten dazu, dass sich die Kurs-Gewinn-Verhältnisse im Monatsverlauf leicht reduzierten. Dennoch bleibt das Bewertungsniveau im historischen Vergleich weiterhin hoch und der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre zeigt sich bislang ungebrochen.
Börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds haben im Monatsverlauf erneut nachgegeben und liegen damit auf Jahressicht nun ebenfalls im negativen Bereich.
Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds
100 = 01.01.2026
Börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds haben im Monatsverlauf erneut nachgegeben. Hauptverantwortlich dürften die gestiegenen Kapitalmarktzinsen in der Schweiz gewesen sein, die die Immobilienfonds zunehmend unter Druck gesetzt hatten. Auch die nach wie vor schwierige Konjunkturlage in der Schweiz hat sich zuletzt nicht verbessert. Mit einer Jahresrendite von knapp minus 2 Prozent bewegen sich Schweizer Immobilienfonds aktuell auf einem ähnlichen Niveau wie Schweizer Aktien.
Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen
In Prozent
Das Agio, die Prämie, die Anleger:innen für börsenkotierte Immobilienfonds gegenüber dem Nettoinventarwert der zugrundeliegenden Immobilien bezahlen, gab im Monatsverlauf leicht nach. Haupttreiber dürfte der Zinsanstieg von rund 20 Basispunkten bei den Schweizer Eidgenossen gewesen sein. Der seit mehreren Jahren intakte Aufwärtstrend beim Agio bleibt dennoch ungebrochen.
3-Monats-SARON und 10-jährige Verfallrenditen
In Prozent
Die Inflation in der Schweiz verharrt seit zwei Monaten unverändert bei 0,1 Prozent. Der 3-Monats-SARON liegt seit einigen Monaten knapp im negativen Bereich. Die Verfallrenditen 10-jähriger Eidgenossen hingegen sind im Monatsverlauf deutlich angestiegen und notieren aktuell bei knapp 40 Basispunkten. Obwohl ein weiterer Zinsschritt angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds denkbar wäre, scheint die SNB vorerst nicht gewillt, wieder Negativzinsen einzuführen. Auch die Marktteilnehmer: innen rechnen derzeit nicht mit einer weiteren Zinssenkung der Schweizerischen Nationalbank.
Währungen
Der US-Dollar erholte sich nach einem schwachen Jahresauftakt, während der Euro gegenüber dem Schweizer Franken deutlich an Wert verlor.
| Währungspaar | Kurs | KKP | Neutraler Bereich | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Währungspaar EUR/CHF |
Kurs 0,90 |
KKP 0,90 |
Neutraler Bereich 0,84 – 0,97 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/CHF |
Kurs 0,78 |
KKP 0,78 |
Neutraler Bereich 0,68 – 0,88 |
Bewertung USD neutral |
| Währungspaar GBP/CHF |
Kurs 1,04 |
KKP 1,12 |
Neutraler Bereich 0,97 – 1,27 |
Bewertung Pfund neutral |
| Währungspaar JPY/CHF |
Kurs 0,49 |
KKP 0,83 |
Neutraler Bereich 0,67 – 0,99 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar SEK/CHF |
Kurs 8,46 |
KKP 9,75 |
Neutraler Bereich 8,72 – 10,79 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar NOK/CHF |
Kurs 8,09 |
KKP 10,36 |
Neutraler Bereich 9,10 – 11,63 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar EUR/USD |
Kurs 1,16 |
KKP 1,16 |
Neutraler Bereich 1,01 – 1,30 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/JPY |
Kurs 157,80 |
KKP 94,66 |
Neutraler Bereich 71,83 – 117,50 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar USD/CNY |
Kurs 6,90 |
KKP 6,39 |
Neutraler Bereich 5,89 – 6,89 |
Bewertung Renminbi unterbewertet |
Quelle: Allfunds Tech Solutions
Zu Jahresbeginn zeigte sich der US-Dollar zunächst schwach, eine Fortsetzung des bereits im Vorjahr dominierenden Trends. Im Monatsverlauf konnte der US-Dollar jedoch gegenüber den meisten Währungen wieder aufwerten, darunter auch gegenüber dem Schweizer Franken. Deutlich unter Druck geriet zuletzt der Euro, der gegenüber dem Schweizer Franken erneut spürbar nachgab. Auf Jahresbasis beläuft sich der Verlust des Euros gegenüber dem Schweizer Franken damit auf knapp 3 Prozent. Beim aktuellen Niveau von 0.90 Franken pro Euro dürfte die Schweizerische Nationalbank interveniert haben, um einer weiteren Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken.
Kryptowährungen
| Kryptowährung | Kurs | YTD in USD | Jahreshoch | Jahrestief |
|---|---|---|---|---|
| Kryptowährung BITCOIN |
Kurs 70'529 |
YTD in USD -19,39% |
Jahreshoch 96'942 |
Jahrestief 62’795 |
| Kryptowährung ETHEREUM |
Kurs 2'082 |
YTD in USD -29,87% |
Jahreshoch 3’354 |
Jahrestief 1’842 |
Quelle: Allfunds Tech Solutions, Coin Metrics Inc
Gold
Der Goldpreis notiert in US-Dollar gemessen weiterhin über der Marke von 5'000 US-Dollar pro Feinunze. Im Monatsverlauf agierte Gold jedoch nur bedingt als sicherer Hafen.
Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken
100 = 01.01.2026
Gold konnte einen Grossteil der Verluste aus der markanten Preiskorrektur Ende Januar im Monatsverlauf wieder aufholen. Die geopolitischen Turbulenzen im Nahen Osten trieben den Goldpreis in US-Dollar zunächst deutlich nach oben. Als jedoch der US-Dollar erstarkte und gleichzeitig die Renditen an den Obligationenmärkten merklich anstiegen, verlor Gold seine Funktion als sicherer Hafen teilweise. In Schweizer Franken gemessen liegt die Jahresrendite von Gold aktuell bei 17 Prozent.