Der Obligationenmarkt zeigte sich im vergangenen Monat relativ gelassen. Weder die gestiegenen geopolitischen Spannungen noch der Druck auf den US-Notenbankchef durch die US-Regierung führten zu grösseren Bewegungen.
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Marktüberblick: Guter Jahresauftakt trotz belastender Nachrichten
Die Finanzmärkte sind gut ins neue Jahr gestartet. Die Aktienmärkte sowie die Edelmetalle Gold und Silber haben dabei überdurchschnittlich stark zugelegt. Belastende geopolitische und politische Ereignisse wie die militärische Intervention der USA in Venezuela, die angedrohte Annexion Grönlands oder der Angriff auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank scheinen bislang von den Anleger:innen weitgehend ausgeblendet worden zu sein.
Indexierte Wertentwicklung von Staatsobligationen in Lokalwährung
100 = 01.01.2026
Insgesamt legte der Obligationenmarkt im vergangenen Monat leicht zu. Angesichts der weltpolitischen Lage blieb er jedoch bemerkenswert ruhig. Die angespannte geopolitische Lage und die Druckausübung von Präsident Trump auf die Unabhängigkeit der amerikanischen Zentralbank sorgten kaum für Veränderungen bei den Obligationenpreisen. Damit zeigte der Obligationenmarkt fast keine Anzeichen für eine klassische Flucht in sichere Anlagen. Auch die niedriger als erwartete Inflationsrate in den USA für November und Dezember sorgte nur für geringe Veränderungen der Verfallrendite der Staatsobligationen. Ähnlich hatte der Rückgang der Inflationsraten in der Eurozone wenig Auswirkungen auf die Verfallrenditen. Lediglich die Verfallrenditen auf deutsche Staatsobligationen stiegen etwas an.
Entwicklung der 10-jährigen Verfallrenditen
In Prozent
In der Schweiz stiegen die Verfallrenditen auf den 10-jährigen Eidgenossen in den letzten Tagen des vergangenen Jahres leicht an und lagen zwischenzeitlich knapp über 30 Basispunkten. Dieser Anstieg kehrte sich zu Jahresbeginn leicht um, aber mit etwas über 20 Basispunkten liegen die Renditen weiterhin leicht über ihren Tiefstständen. Auch in Deutschland, wo die Renditen Ende Dezember nur knapp unter den Jahreshöchstständen lagen, sanken die Verfallrenditen in den ersten Wochen des neuen Jahres wieder leicht. In den USA hingegen blieben die Verfallrenditen trotz weiterer Leitzinssenkungen im Dezember letzten Jahres weitgehend unverändert bei rund 4,2 Prozent. Nur in Japan stiegen die Zinsen nach der Leitzinserhöhung auf 0,75 Prozent erneut deutlich an und liegen jetzt deutlich über der Marke von 2 Prozent.
Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen
In Prozentpunkten
Trotz zunehmender Hinweise auf eine konjunkturelle Abschwächung in den USA und anhaltender geopolitischer Unsicherheiten zeigen sich die Risikoaufschläge von Unternehmensobligationen bislang erstaunlich stabil. Sie verharren nahe historischer Tiefststände und deuten damit weiterhin nicht auf ausgeprägte Sorgen der Marktteilnehmer:innen hin.
Die Kurse der weltweiten Aktienmärkte legten im vergangenen Monat sowie seit Jahresbeginn deutlich zu.
Indexierte Aktienmarktentwicklung in Franken
100 = 01.01.2026
Weltweit haben die Aktienmärkte den Schwung vom letzten Jahr mitgenommen und sind sehr erfreulich ins neue Jahr gestartet. Vor allem die Aktien der Schwellenländer haben wie bereits im letzten Jahr deutliche Zuwächse verzeichnet und liegen bereits 4 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Die Schweizer Aktienmärkte haben das letzte Jahr mit einer starken Entwicklung abgeschlossen, die vor allem vom Pharmatitel Roche getragen wurde. In diesem Jahr hinkt der Schweizer Markt im internationalen Vergleich jedoch etwas hinterher. Dies ist vor allem auf die schwache Entwicklung des Indexschwergewichts Nestlé zurückzuführen, das nach einem Rückruf von Säuglingsnahrung deutlich an Wert verloren hatte. Generell zeigen sich die Aktienmärkte von den internationalen geopolitischen Spannungen in Venezuela oder dem Iran kaum beeindruckt.
Momentumstärke einzelner Märkte
In Prozent
Das Momentum an den Aktienmärkten ist derzeit weitgehend positiv. Besonders ausgeprägt zeigte sich die Dynamik an technologielastigen Aktienmärkten ausserhalb der USA. Hier zeichneten sich insbesondere Südkorea, Taiwan und die Niederlande aus, die alle einen deutlichen Anstieg verzeichneten. In Südkorea spielten Samsung Electronics und SK Hynix eine entscheidende Rolle für diesen Anstieg. Demgegenüber tun sich die grossen amerikanischen Technologieaktien zu Jahresbeginn noch schwer. Der japanische Markt konnte ebenfalls einen deutlichen Zuwachs verzeichnen, begünstigt durch die Schwäche des japanischen Yen.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis an den globalen Aktienmärkten ist im vergangenen Monat weiter gestiegen. Besonders ausgeprägt fiel der Anstieg in den Schwellenländern aus. Treiber dieser Entwicklung waren vor allem die kräftigen Kursgewinne, während die Gewinnschätzungen weniger stark angepasst wurden. Die anstehende Berichtssaison dürfte wieder mehr Klarheit über die Ertragsentwicklung der Unternehmen schaffen.
Börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds scheinen im vergangenen Monat angesichts gestiegener Kapitalmarktzinsen etwas Gegenwind verspürt zu haben und konnten insgesamt nur leicht zulegen.
Indexierte Wertentwicklung von Schweizer Immobilienfonds
100 = 01.01.2026
Börsenkotierte Schweizer Immobilienfonds haben sich im vergangenen Jahr sehr erfreulich entwickelt und um gut 11 Prozent zugelegt. Insbesondere im Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres ist es zu deutlichen Wertzuwächsen gekommen, massgeblich gestützt von der weiteren Lockerung der Geldpolitik der SNB und sinkenden Kapitalmarktzinsen. Seit dem vergangenen Monat hat sich die Entwicklung jedoch verlangsamt. Ausschlaggebend dafür dürften die im Dezember wieder gestiegenen Kapitalmarktzinsen gewesen sein.
Aufpreis auf Schweizer Immobilienfonds und 10-jährige Verfallsrenditen
In Prozent
Die Prämie, die Anleger:innen für Investitionen in börsenkotierte Immobilienfonds gegenüber dem Nettoinventarwert der zugrundeliegenden Immobilien bezahlen, das sogenannte Agio, ist im vergangenen Monat weiter leicht gestiegen. Dies, obwohl sich die Kapitalmarktzinsen in der Schweiz im letzten Monat ebenfalls leicht erhöht haben. Ein Blick auf die letzten 20 Jahre zeigt, dass das Agio typischerweise steigt, wenn die Kapitalmarktzinsen sinken, und tendenziell zurückgeht, wenn die Zinsen steigen. Die Nachfrage nach Immobilienfonds dürfte jedoch angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfeldes und der geringen Aussicht auf eine rasche Änderung hoch bleiben, insbesondere seitens institutioneller Investoren, die in einem Umfeld tiefer Renditen auf den Kapitalmärkten nach alternativen Ertragsquellen suchen.
Leerstandsquote und Immobilienpreise
100 = Januar 2000 (links) und in Prozent (rechts)
Die Immobilienpreise setzten ihren Aufwärtstrend im dritten Quartal fort. Besonders stark verteuerten sich dabei die Einfamilienhäuser. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem die weiterhin tiefen Kapitalmarktzinsen sowie die hohe Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot– was auch die niedrige Leerstandsquote widerspiegelt. Im Segment der Mietwohnungen zeigt sich dagegen eine etwas moderatere Entwicklung. Hier dürfte sich die Senkung des Referenzzinssatzes im vergangenen März dämpfend auf die Preise ausgewirkt haben. Mit der erneuten Reduktion im September 2025 dürfte sich dieser Effekt auch in diesem Jahr fortsetzen.
Währungen
Gold setzt das Rallye vom letzten Jahr ungestört fort und erreicht auch in diesem Monat einen neuen Höchststand. Der japanische Yen bleibt hingegen schwach, während sich der US-Dollar seit Jahresbeginn gegenüber dem Schweizer Franken leicht erholt hat.
| Währungspaar | Kurs | KKP | Neutraler Bereich | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Währungspaar EUR/CHF |
Kurs 0,93 |
KKP 0,91 |
Neutraler Bereich 0,84 – 0,98 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/CHF |
Kurs 0,80 |
KKP 0,78 |
Neutraler Bereich 0,68 – 0,88 |
Bewertung USD neutral |
| Währungspaar GBP/CHF |
Kurs 1,07 |
KKP 1,12 |
Neutraler Bereich 0,98 – 1,27 |
Bewertung Pfund neutral |
| Währungspaar JPY/CHF |
Kurs 0,51 |
KKP 0,83 |
Neutraler Bereich 0,67 – 0,99 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar SEK/CHF |
Kurs 8,70 |
KKP 9,79 |
Neutraler Bereich 8,75 – 10,82 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar NOK/CHF |
Kurs 7,94 |
KKP 10,39 |
Neutraler Bereich 9,13 – 11,66 |
Bewertung Krone unterbewertet |
| Währungspaar EUR/USD |
Kurs 1,16 |
KKP 1,16 |
Neutraler Bereich 1,01 – 1,31 |
Bewertung Euro neutral |
| Währungspaar USD/JPY |
Kurs 157,89 |
KKP 94,18 |
Neutraler Bereich 71,62 – 116,74 |
Bewertung Yen unterbewertet |
| Währungspaar USD/CNY |
Kurs 6,98 |
KKP 6,36 |
Neutraler Bereich 5,86 – 6,85 |
Bewertung Renminbi unterbewertet |
Quelle: Allfunds Tech Solutions
Im vergangenen Monat setzte der japanische Yen seinen Abwärtstrend gegenüber praktisch allen G10-Währungen fort. Gegenüber dem US-Dollar notiert er inzwischen bei über 158 Yen. Diese Schwäche könnte auf Spekulationen zurückzuführen sein, dass Premierministerin Sanae Takaichi vorgezogene Neuwahlen anstrebt und im Anschluss ihre expansive Fiskalpolitik noch stärker verfolgen könnte. Demgegenüber konnte die schwedische Krone ihre Stärke weiter ausbauen. Gegenüber dem Schweizer Franken legte sie fast 1,5 Prozent zu. Diese Stärke dürfte auf den deutlichen Rückgang der Inflation in Schweden zurückzuführen sein. Während diese im August noch über 1 Prozent lag, ist sie mittlerweile auf 0,3 Prozent gefallen.
Kryptowährungen
| Kryptowährung | Kurs | YTD in USD | Jahreshoch | Jahrestief |
|---|---|---|---|---|
| Kryptowährung BITCOIN |
Kurs 95'366 |
YTD in USD 8,99% |
Jahreshoch 95'366 |
Jahrestief 87’496 |
| Kryptowährung ETHEREUM |
Kurs 3'323 |
YTD in USD 11,95% |
Jahreshoch 3’323 |
Jahrestief 2’968 |
Quelle: Allfunds Tech Solutions, Coin Metrics Inc
Gold
Der in Schweizer Franken gemessene Goldpreis hat dieses Jahr bereits kräftig zugelegt und liegt aktuell bei 3690 Schweizer Franken pro Feinunze.
Indexierte Wertentwicklung von Gold in Franken
100 = 01.01.2026
Ende Dezember dürften erhöhte Margenvorschriften zu einem kurzfristigen, starken Rückgang des Goldpreises geführt haben. Das Edelmetall konnte sich jedoch zügig erholen und legte in den ersten Tagen des neuen Jahres um nahezu 8 Prozent zu. Die globale geopolitische Lage, gekennzeichnet durch die militärische Intervention der USA in Venezuela, die angedrohte Annexion Grönlands und die mögliche militärische Intervention im Iran, dürfte den Goldpreis gestützt haben. Zudem scheint der anhaltende Druck von Trump auf Powell, den Vorsitzenden der Fed, der sich einer strafrechtlichen Untersuchung gegenübersieht, die Edelmetallpreise weiter stützen und ihre Rolle als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten unterstreichen.