Warum brechen Kund:innen den Kauf ab und wie verhindert man das?
Viele Unternehmen investieren stark in Marketing, Werbung oder Kundengewinnung. Gleichzeitig bleibt ein entscheidender Hebel oft übersehen: der Kaufprozess selbst. Denn nicht jede Person, die Interesse zeigt, schliesst den Kauf auch tatsächlich ab.
Ein Blick auf aktuelle Studien zeigt, wie relevant dieses Thema ist: Laut IPC Cross-Border E-Commerce Shopper Survey 2025 (Schweiz) haben 36 Prozent der Konsument:innen in der Schweiz innerhalb der vergangenen drei Monate einen Onlinekauf abgebrochen. Zu den häufigsten Gründen zählen zu lange Lieferzeiten (24 Prozent) zusätzliche Kosten (22 Prozent) sowie fehlende Zahlungsarten (19 Prozent). Auch international zeigt sich ein ähnliches Bild: Ein grosser Teil der Käufe wird erst im Checkout abgebrochen, oft aufgrund vermeidbarer Hürden im Kaufprozess. Zusammengefasst sind typische Gründe für Kaufabbrüche:
- Komplizierte Checkout-Prozesse
- Fehlende Zahlungsarten
- Lange Ladezeiten
- Unübersichtliche Formulare
- Schlechte Nutzererlebnisse auf mobilen Geräten
Gerade im Onlinehandel können bereits kleine Hürden grosse Auswirkungen haben. Ein Beispiel: Eine Kund:in hat sich für ein Produkt entschieden und möchte bezahlen. Ihre bevorzugte Zahlungsart steht jedoch nicht zur Verfügung oder der Checkout umfasst mehrere unnötige Schritte. Häufig wird der Kauf in solchen Situationen einfach abgebrochen.
Umso wichtiger ist es für Unternehmen, die eigene Abbruchrate im Blick zu behalten. Wer regelmässig analysiert, an welcher Stelle Kund:innen den Kaufprozess verlassen, erkennt gezielt Optimierungspotenziale. Oft lassen sich bereits mit kleinen Anpassungen im Checkout oder bei den Zahlungsarten Verbesserungen erzielen.
Die Erkenntnis daraus: Mehr Umsatz entsteht nicht nur durch mehr Besucher:innen, sondern auch durch weniger Kaufabbrüche. Wer den Kaufprozess gezielt optimiert, kann mit vergleichsweise einfachen Massnahmen spürbare Verbesserungen erzielen. Für KMU lohnt es sich deshalb, die gesamte Customer Journey bis zum Checkout regelmässig aus Kundensicht zu prüfen. Besonders im letzten Schritt entscheidet sich, ob aus Interesse tatsächlich Umsatz wird.