Ein Sportlerleben ist vergänglich, Vorsorge nicht

13.02.2026

Eishockeyprofis bewegen sich in einer Blase. Ihr Sportlerdasein ist gut bezahlt, aber zeitlich begrenzt. Welche Rolle nimmt die finanzielle Vorsorge ein? Der frühere Nationalspieler und heutige Vermögensberater Julian Walker (39) gewährt Einblicke von der Einzimmerwohnung in Ambri bis zum Lamborghini in Lugano und sagt, warum Vorsorge auch eine Frage der Haltung ist.

In Kürze

  • Julian Walker zeigt, warum er schon während seiner Eishockeykarriere konsequent gespart hat.
  • Eine Profikarriere ist zeitlich begrenzt – finanzielle Vorsorge schafft Sicherheit für danach.
  • Früh sparen heisst: Spielraum für Wohneigentum, Familie und persönliche Ziele gewinnen.
  • Gute Vorsorge orientiert sich an Lebensphase, Zielen und individueller Risikobereitschaft.

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Mit 12 Jahren verdient sich Julian Walker in den Sommerferien mit dem Reinigen von Schulhäusern etwas Taschengeld. Was er sich mit dem Ersparten leisten will? Einen Lamborghini. Walker lacht, als er das erzählt. Der 39-Jährige sitzt heute in seinem Haus in Manno bei Lugano und bereitet sich auf die Prüfungen zum Eidgenössischen Finanzplaner vor. Geld und Vorsorge begleiten ihn schon lange.

Portrait Julian Walker

«Auf die Themen Geld und Vorsorge habe ich während meiner Eishockeykarriere grossen Wert gelegt und sie beschäftigen mich weiterhin.»

Die Profikarriere von Julian Walker

Walkers Eishockeykarriere – sie verlief eindrücklich: 20 Saisons und 930 Spiele hat der Stürmer in der höchsten Schweizer Liga bestritten – über die Hälfte davon für den HC Lugano, den Rest für Genève-Servette, Ambrì-Piotta und den EHC Basel. Dazu kommt sein erstes und einziges National-League-Spiel für den SC Bern am 17. September 2004. Mit der Schweizer Nationalmannschaft nahm Walker an drei Weltmeisterschaften (2013, 2015, 2016) teil. Er war ein Eckpfeiler des Silberteams von 2013 und traf im WM-Halbfinal gegen die USA mit einem sehenswerten Hocheckschuss zum 2:0 – ein Highlight für die Ewigkeit. Im Frühling 2024 trat der Berner mit 37 Jahren zurück. Während seiner Karriere dachte er finanziell schon viel früher voraus:  

Von meinem Mami lernte ich früh, was es heisst, sparsam zu sein und sich gleichzeitig ab und zu etwas zu gönnen.

Als er mit 19 Jahren beim EHC Basel erstmals in der höchsten Spielklasse spielte, verdiente er 12‘000 Franken pro Jahr plus Wohnungsmiete. Weil seine Lebensunterhaltskosten tief waren, legte er früh konsequent einen Teil des Einkommens zur Seite. In der dritten Saison in Basel stieg der Jahressalär auf 50‘000 Franken und somit auch der Sparbetrag. Seine finanzielle Disziplin zahlte sich aus, als er nach dem Abstieg Basels nach Ambri wechselte: Bis zur ersten Lohnzahlung vergingen mehrere Monate – ein finanzielles Polster verschaffte ihm in dieser Übergangsphase Sicherheit. 

Von der Wichtigkeit, ein Sparziel zu haben

Auch in der Leventina ging der Angreifer sorgsam mit dem Geld um. Er verzichtete auf teure Ferien und eine teure Wohnung; eine Einzimmerwohnung in Ambri für 400 Franken und später in Bellinzona für 800 Franken – das genügte. Walker begann, monatlich Geld über eine Versicherung anzulegen. Zudem zahlte er in die dritte Säule ein. Ein konkretes Sparziel verfolgte der Angreifer bis zu seinem 25. Altersjahr nicht. «Ich sagte mir: Es ist wichtig, nach Abschluss der Profikarriere etwas Geld auf der Seite zu haben – aber ich wusste nicht, für was.»

Mit den Änderungen im Privatleben – Walker heiratete und gründete eine Familie – veränderten sich Perspektive und Denkweise. Als sich der Stürmer, mittlerweile in Lugano unter Vertrag, mit dem Bau eines Eigenheims und Hypotheken befasste, war er froh, hatte er bereits 15 Jahre zuvor mit Sparen begonnen. Sein Interesse an finanziellen Aspekten war endgültig geweckt, verbunden mit Fragen wie: Was passiert mit meinem Geld? Welche Anlagemöglichkeiten gibt es? Welcher Zeithorizont ist sinnvoll? Er investierte in den Bau eines Eigenheims sowie weitere Immobilien, konnte mit seiner Ehefrau, die bereits ein Geschäft aufgebaut hatte, dieses erweitern. Zudem legte er verstärkt Wert auf eine gute Absicherung. «Bist du allein, kümmerst du dich womöglich weniger um die Vorsorge, weil du nur für dich verantwortlich bist. Hast du eine Familie mit drei Kindern und ein Haus, ändert sich das.»

Heute arbeitet Julian Walker im Sottoceneri als Vermögensberater. Rückblickend beschreibt er seine Anlagestrategie während der aktiven Karriere selbstkritisch: «Ich habe lange sehr konservativ investiert. Aus heutiger Sicht hätte ich mich früher intensiver mit unterschiedlichen Möglichkeiten auseinandersetzen können», sagt Walker. Entscheidend sei für ihn nicht eine bestimmte Strategie, sondern das Verständnis für die eigenen Entscheidungen:

Auch wer sich wenig für Finanzprodukte interessiert, sollte sich erklären lassen, welche Optionen es gibt und welche Konsequenzen verschiedene Entscheide langfristig haben können.

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Das Leben eines Eishockeyprofis folgt dem gewohnten Raster: Trainings, Spiele, Regeneration. Vieles ist vorgegeben, der Fokus liegt im Hier und Jetzt, viele Spieler kennen keine Geldsorgen. Vernachlässigen sie die finanzielle Vorsorge? Oder befassen Sie sich wegen des hohen Einkommens erst recht damit? Walker hat Vertreter beider Seiten kennengelernt: «Einige verfolgen einen klaren Plan, andere interessiert das nicht gross.» Was der Berner beobachtet hat: Für die jüngere Generation sei die Vorsorge tendenziell unwichtig, es mangle am Wissen oder am Willen, sich zu informieren. Eher laute das Credo: Jetzt leben, Sparen kann warten. «Mit einem höheren Lohn steigt häufig auch der Lebensstandard. Wer sich an einen hohen Standard gewöhnt, sollte sich frühzeitig die Frage stellen: Wie fest werde ich diesen Standard benötigen, wenn er einmal nicht mehr dem Verdienst entspricht?» Je nach Antwort gelte es, vorzusorgen und das Sparpotenzial zu nutzen, «ansonsten ist die Fallhöhe hoch – nicht nur bei einem Eishockeyprofi nach dem Ende der Karriere».

Unabhängig von Beruf und Lohnklasse beschreibt Walker, was ihm persönlich geholfen hat, den Überblick zu behalten: sich regelmässig Gedanken zu machen, wo er in zehn Jahren beruflich und privat stehen möchte, und seine finanziellen Entscheidungen daran auszurichten. Für ihn bedeutete das, Ziele zu definieren und sich bewusst mit Spar- und Vorsorgelösungen auseinanderzusetzen. Eine Investition in die dritte Säule bezeichnet er rückblickend als naheliegenden Schritt, betont jedoch, dass Vorsorge nicht bei einer einzelnen Lösung endet.

«Beim Sparen und Investieren gibt es kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch», sagt Walker. «Jede Situation ist anders – entscheidend sind die persönlichen Möglichkeiten, die Lebensphase sowie die eigenen Ziele und Wünsche.»

Apropos Wünsche: Seinen Bubentraum des Lamborghinis hat sich Julian Walker 2014 erfüllt.  Für Walker hat sich das frühe Sparen und Vorsorgen somit gelohnt.

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