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Erstellt am 17.09.2019

Veränderungen mit Neugier und Mut anpacken: So gelingts

Sich zu verändern heisst, immer wieder Freude an Neuem zu entwickeln – sogar bei anfänglicher Ablehnung. Ueli Gerber, Experte für Change Management, verrät Tipps für einen neugierigen und mutigen Umgang mit Veränderungen.

Die digitale Transformation treibt in Unternehmen Veränderungen voran. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet dies, dass der Wandel zum ständigen Begleiter wird und dass sie dadurch die Chance haben, sich laufend weiterzuentwickeln. Den von Anfang an und auf Jahre hinaus perfekt ausgebildeten Mitarbeitenden gibt es nicht mehr. Die besten Karten in der Hand haben jene, die Veränderungen mit Neugier und Mut anpacken. 

Das passiert, wenn wir mit Veränderungen konfrontiert sind

Kein Problem ist dies, wenn uns eine Veränderung leichtfällt oder wir diese selbst suchen. Schwieriger hingegen wird es, wenn uns eine Entwicklung Kopfzerbrechen oder Bauchweh bereitet. Dann durchlaufen wir typischerweise die folgenden Phasen: 

Phase 1 – die Vorahnung

Eine Veränderung bahnt sich an. Man merkt, dass etwas auf einen zukommt. Der Körper reagiert darauf mit Unruhe oder Unausgeglichenheit. Man fragt sich, wie man damit umgehen soll. Beispiel Digitalisierung: «Ich merke, dass sich bei der Arbeit vieles verändern wird.»

Phase 2 – der Schock

Es kommt tatsächlich zu einer Veränderung, die einem orientierungslos zurücklässt. Angst breitet sich aus und Erstarrung tritt ein. Beispiel Digitalisierung: «Seit heute weiss ich, dass ich andere Tätigkeiten übernehmen muss.» 

Phase 3 – Ärger-Abwehr

Die Tatsache der Veränderung wird nicht akzeptiert. Man bäumt sich auf und schöpft Hoffnung, dass doch alles bleibt, wie es ist. Beispiel Digitalisierung: «Bis die das einführen, kann es noch lange dauern.» 

Phase 4 – rationale Akzeptanz-Frustration

Das Aufbäumen hat nichts genützt. Die Änderung ist unabwendbar. Gleichzeitig entstehen Zweifel an den eigenen Fähigkeiten: «Schaffe ich das?» Das Motto: Wenn schon Veränderung, dann sofort. Augen zu und durch! Beispiel Digitalisierung: «Kann ich die Aufgaben übernehmen? – Ja, ich wurde ja dazu gut geschult.» 

Phase 5 – emotionale Akzeptanz-Trauer

Man erkennt, dass es keinen Weg zurück gibt. Jetzt muss man vom Bisherigen Abschied nehmen, indem man es noch einmal würdigt. Beispiel Digitalisierung: «Das war schon toll, als wir noch im alten Team arbeiteten.» 

Phase 6 – Öffnung-Neugierde

Die Energie richtet sich auf etwas Neues. Die Gedanken kreisen um die Zukunft und um neue Ziele. Beispiel Digitalisierung: «Wenn ich dann das Neue so richtig kann, habe ich ganz neue Chancen.»

Phase 7 – Integration vom Neuen

Die positive Erfahrung im Umgang mit dem Wandel schafft Selbstvertrauen. Man erkennt die Wahlmöglichkeiten der neuen Situation und wird so motiviert. Die allgemeine Stimmungslage und das Selbstwertgefühl steigen. Beispiel Digitalisierung: «Ich habe es gepackt und bin froh, dass ich den Schritt gemacht habe.»

Tipps zum Umgang mit (unliebsamen) Veränderungen

Was aber können wir nun konkret tun, wenn sich eine Veränderung anbahnt, der wir mit grosser Skepsis begegnen? Mit diesen Tipps gelingts:

Packen Sie die Chance mit Mut und Pioniergeist

Packen Sie die Chance, die Veränderung mit Mut, Neugierde und einer Portion Selbstvertrauen mitzugestalten und mitzutragen. Übernehmen Sie Verantwortung und handeln Sie mit Pioniergeist – anstatt abzuwarten und darüber nachzudenken, was Ihnen wohl passieren wird. 

Holen Sie Unterstützung bei einem Sparringpartner

Blenden Sie auf keinen Fall aus, dass sich etwas um Sie herum verändert. Setzen Sie sich mit der Situation und dem Veränderungsthema auseinander. Holen Sie sich Unterstützung, zum Beispiel bei Ihrem Vorgesetzten oder in Ihrem Umfeld. Reden Sie mit Ihrem Sparringpartner und suchen Sie nach Lösungen.

Verlassen Sie Ihre Komfortzone

Veränderung bedeutet auch immer, seine Komfortzone zu erweitern. Entwickeln und bilden Sie sich weiter, um die künftigen Herausforderungen zu meistern. So gehen Sie Veränderungen proaktiv an.

Sehen Sie sich nicht als Opfer

Sie schlagen dann einen positiven Weg ein, wenn Sie sich nicht mehr als Opfer der Veränderung sehen, wenn Sie die Veränderung akzeptieren und bereit sind, sich etwas zu bewegen. Indem Sie Eigenverantwortung übernehmen, können Sie mitgestalten und müssen sich nicht von der Veränderung treiben lassen. Überlegen Sie sich, was die neue Situation Gutes mit sich bringt. Überlegen Sie sich zum Beispiel: Wie sieht Ihr Berufsleben wohl aus, wenn Sie die Veränderung jetzt anpacken? Oder im Negativen: Wie sieht es aus, wenn Sie jetzt nichts verändern?

Setzen Sie sich Ziele

Und setzen Sie sich ein Ziel, denn nur wenn Sie sehen, dass die Veränderung für Sie einen Nutzen hat, können Sie sich motivieren. Der Umgang mit Wandel ist auch immer Arbeit an sich selbst. Zwar kommen die Anstösse zu Veränderungen meist von aussen, sich selbst ändern und die Situation annehmen und an die Hand nehmen können aber nur Sie selbst.

Über den Experten

Ueli Gerber ist Management Trainer und Business Coach beim Trainings-, Coaching- und Beratungsunternehmen Gerber&Partner. Er ist Experte auf den Gebieten Verkaufs-, Leadership- und Changemanagement sowie Teamentwicklung und gibt unter anderem auch Impulsvorträge und moderiert Grossgruppen- und Strategieworkshops.

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