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Erstellt am 08.08.2019

«Be more Alfred»: Warum die Digitalisierung Pioniere wie Escher braucht

Alfred Escher verstand, dass die Industrialisierung die Spielregeln ändern würde. Dasselbe tut – einfach mit dreifacher Geschwindigkeit, zehnmal mehr Akteuren und rund um die Uhr – die Digitalisierung. Wir fragen bei Manuel P. Nappo von der HWZ nach, weshalb er von heutigen Unternehmern wünscht, mehr wie Alfred zu sein.

Alfred Eschers Vision war die Industrialisierung der Schweiz. Er dachte in harten Materialien, also für die Ewigkeit. Hinkt da nicht der Vergleich mit der Digitalisierung, wo schnelle Erfolge und Renditedenken vorherrschen?

Der Vergleich hinkt nicht nach. Obschon sich natürlich die Materie verändert hat – harte Materialien damals, unsichtbare Technologiefelder heute – bleibt doch die Vision die gleiche: Sich auf der grünen Wiese neu zu erfinden und etwas zu schaffen, das visionär und «crazy» ist. Visionen sind zwangsläufig langfristig, daher wird auch die Digitalisierung und all ihr Bestreben langfristig sein. Und dennoch: Schnelle Erfolge braucht es. Sie stellen im «Jetzt» die Weichen für eine digitale Zukunft. Unternehmen dürfen nicht davor zurückschrecken, an Tempo zuzulegen, neue Technologien auszutesten, Mitarbeitern mehr Entscheidungsfreiheit zu übergeben und Führungsrollen neu zu definieren.

In Ihrem Artikel «Be more Alfred» verlangen Sie von heutigen Unternehmern mehr Moonshots und eine All-in-Mentalität. Was genau ist damit gemeint?

Damit meine ich, dass man keine Angst vor einer verrückten Idee haben soll. Es geht darum, «gross» zu denken, visionär und mutig zu sein. In Zeiten der Digitalisierung braucht es den Mut, Herausforderungen zu wagen und Risiken einzugehen. Risikobereitschaft liegt nicht gerade in der Schweizer DNA, aber ich merke, dass sich hierzulande etwas tut und eine neue Generation heranwächst, die diesen Alfred-Escher-Gedanken teilt.

Ist die Wirtschaft in der Schweiz für einen solchen Wandel bereit? Grossunternehmen mit dem entsprechenden Kapital tun sich doch damit oft sehr schwer?

Ob bereit oder nicht, spielt keine Rolle. Die Schweizer Wirtschaft muss für den digitalen Wandel bereit sein – er findet schliesslich schon statt. Grossfirmen tun sich tatsächlich oftmals schwer und können nur langsam die digitale Transformation vorantreiben – was häufig an den vielen internen Organisationsprozessen und den verschiedenen Stakeholdern liegt. Umso wichtiger sind befähigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Weiterbildungen machen, ein Ökosystem aufbauen, sich mit Startups vernetzen und wieder das schweizerische Unternehmertun finden.

Manuel P. Nappo referiert zu diesem Thema an der Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Connecta Bern 2019.

Über Manuel P. Nappo

Manuel P. Nappo, Leiter Institute for Digital Business an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich Manuel P. Nappo ist Leiter des Institute for Digital Business und Studiengangsleiter des MAS Digital Business an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Für seinen Beitrag zur digitalen Aus- und Weiterbildung wurde Nappo 2013 von der IAB Switzerland mit dem Titel «Digital Pioneer of the Year» ausgezeichnet

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