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Erstellt am 05.12.2018

Mit Blockchain den eigenen Strom verkaufen: «B4U» machts möglich

Im hauseigenen Innovationslabor arbeiten diverse Experten an Ideen und Projekten, von denen wir uns viel Potenzial für die Zukunft versprechen. Eines dieser Projekte ist «B4U» (Blockchain for Utility), das zusammen mit Energie Wasser Bern (ewb) erarbeitet und geprüft wird. Wir zeigen in diesem Artikel, wie sich mit der Blockchain-Technologie Strom verrechnen lässt und wie Immobilienbesitzer damit in Zukunft Geld verdienen und Aufwand sparen könnten.

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Elektrizität ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Bis vor Kurzem haben Haushalte in der Schweiz ihren Strom nur vom Netz der grossen Energiekonzerne bezogen. Das ist seit Anfang 2018 anders. In der Schweiz darf ab sofort jeder Immobilienbesitzer selbst Solarstrom verkaufen.

Mit Strom Geld verdienen wird einfacher

Das klingt für den Hausbesitzer, der sich eine Solaranlage auf dem Dach installieren will, nach einer guten Sache, mit der sich zusätzlich Geld verdienen lässt. Mit selbst produziertem Ökostrom hat man in der Schweiz ausserdem auch das Recht auf einen einmaligen Investitionsbeitrag. Die sogenannte «Einmalvergütung» (EIV) ist eine Massnahme des Bundes, um erneuerbare Energien zu fördern.

Die Anlage ist zwar mit dem nötigen Kleingeld schnell installiert. Die Verrechnung für den Verkauf von Strom wird ab dann jedoch eine neue Aufgabe. Die ist auch nicht mit einem Mal erledigt. Es bleibt für den neuen Produzenten ein wiederkehrender Prozess. Und im Gegensatz zu grossen Energiekonzernen hat der Hausbesitzer wahrscheinlich keine Buchhaltungsabteilung, die sich um die Vergütung des Stromverbrauchs kümmert. Da wäre es hilfreich, eine digitale Lösung zu finden, die das Geldverdienen mit Solarstrom einfacher gestalten würde. An diesem Punkt setzt der Innovationscase «B4U» an. Das Projekt wurde zusammen mit Energie Wasser Bern (ewb) im hauseigenen Innovationslabor von PostFinance ins Leben gerufen.

So funktioniert «B4U»

«B4U» misst und verrechnet den Strom einfach und transparent über eine Blockchain. Spannend wäre diese Anwendung für alle möglichen Stromproduzenten. In einem ersten Pilotprojekt haben ein Immobilienbesitzer und eine Genossenschaft mitgemacht, die über eigene Anlagen ihren Ökostrom an ihre Mieter verkaufen wollen.

Testergebnis: Vertrauen in die Blockchain-Technologie ist wichtig

Gleich vorweg: Die Blockchain-Anwendung muss bis zur Markteinführung noch verbessert werden. Hie und da schlichen sich Fehler in der Verknüpfung der Zähler zur Blockchain ein, was auch an der hohen technischen Komplexität liegt. Aber genau diese Komplexität weckte auch das Interesse der Kunden. Den Begriff «Blockchain» kennen viele im Zusammenhang mit Bitcoin und weiteren Kryptowährungen. Dass die Technologie auch für die Abrechnung von beispielsweise Solarstrom Anwendung findet, lässt aufhorchen. Aus den Ergebnissen des Pilotprojekts geht hervor, dass neben dem Interesse auch das Mass an Vertrauen und Akzeptanz gegenüber der direkten Stromverrechnung eine zentrale Rolle spielt.

Was ist eine Blockchain überhaupt?

Das Wort in «Block» und «Chain» zu trennen ist der erste Schritt, um das Ganze besser zu verstehen. Die Blockchain wird jedoch auch gerne als «Internet der Werte» (Internet of Value) bezeichnet. Werte wie Transaktionsdaten, Zeitstempel und kryptische Streuwerte (Hash), die sich endlos zu einer Einigkeit miteinander verbinden lassen.

Beliebt und bekannt ist die Technologie vor allem im Bereich der Kryptowährungen. Die Bitcoin-Blockchain regelt beispielsweise alle Bitcoin-Transaktionen. Anders als die offiziellen Währungen, die wir gut kennen, werden Bitcoins nicht zentral verwaltet, sondern dank der Blockchain via Internet in einem Netzwerk von vielen verschiedenen Computern.

Bei «B4U» sind es statt der Bitcoin-Abrechnung die Stromtransaktionen, die via Blockchain abgewickelt werden, um zu sehen, welcher Haushalt wie viel Strom von einem Netz bezogen hat. Die Daten der Messung sind transparent und werden automatisch verrechnet. Somit resultiert das Ganze in weniger Aufwand für den Anbieter.

Weitere Blockchain-Anwendungen geplant

Die Messung der Transaktionen von Solar- und anderen Anlagen ist die erste Anwendung, die derzeit getestet wird. Es sind im Rahmen von «B4U» aber noch weitere Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in Planung. Denn mit Blockchain sind nicht nur Vergütungen von Strom- und anderen Kryptowährungen möglich, sondern noch vieles mehr. Im Zentrum steht dabei immer, dem Kunden Aufwand abzunehmen. Für die Entwicklung weiterer Projekte werden bereits digitale Transaktionen gesucht, die einen Preis auslösen und verwaltet werden müssen.

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