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Erstellt am 17.01.2019

Mieten oder kaufen?

In eine Wohnung oder ein Haus einzuziehen, markiert einen neuen Abschnitt im Leben. Doch bevor Sie sich Ihren Wohntraum verwirklichen, stellt sich eine wichtige Frage: mieten oder kaufen? In diesem Beitrag erklären wir, worauf Sie bei diesem Entscheid achten sollten.

Heirat, Kinder, Eigenheim – viele dieser lebensverändernden Entscheidungen werden nicht zuletzt aufgrund der eigenen finanziellen Lage ausgestaltet. Den grössten Einfluss hat das verfügbare Geld vermutlich auf letzteres: ob man sein Zuhause mieten oder kaufen soll. Diese Frage zu beantworten, ist nicht ganz einfach. Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung ist nicht immer besser als eine Miete.

Der Traum vom eigenen Haus: Wie sieht er genau aus?

Es klingt zunächst sehr verlockend, eine Immobilie zu besitzen. Mit dem Wohneigentum investiert man quasi in das eigene Vermögen, statt einem Vermieter jeden Monat die Miete zu zahlen. Hinzu kommt, dass man in den eigenen vier Wänden tun und lassen kann, was man möchte. Und das im wahrsten Sinne: Endlich kann man seinen Wohnraum so gestalten und beleben, wie man möchte. Es gibt keinen Vermieter, der deswegen das Mietverhältnis kündigen könnte.

Doch bevor Sie sich ins Abenteuer Eigenheim stürzen, sollten Sie sich zuerst darüber klar werden, was Sie sich unter den eigenen vier Wänden genau vorstellen. Was passt zu Ihren Bedürfnissen? Suchen Sie ein Haus mit Garten auf dem Land? Eine schicke Neubau-Stadtwohnung gleich beim Bahnhof? Oder doch eher das Reihenfamilienhaus in der Nähe einer grösseren Stadt? Notieren Sie sich zu den wichtigsten Fragen unten die Ansprüche an Ihre Traumimmobilie und setzen Sie Prioritäten – dann fällt Ihnen die Suche einfacher.

Wo möchten Sie wohnen?

  • Zieht es Sie aufs Land, in die Agglo oder ins Herz der Stadt?
  • Brauchen Sie einen guten ÖV-Anschluss oder eine nahe Autobahneinfahrt oder setzen Sie sich lieber aufs Fahrrad?
  • Haben Sie spezielle Ansprüche an die Infrastruktur der Stadt/Gemeinde?
  • Welche Nachbarschaft wünschen Sie sich?

Welcher Stil und welche Infrastruktur ist Ihnen wichtig?

  • Einfacher Altbau oder moderner Neubau?
  • Garten, Balkon oder nichts davon?
  • Garage, Abstellplatz oder doch lieber ohne Auto?
  • Auf einer Ebene oder auf mehreren Stockwerken?
  • Barrierefreier Zugang oder Treppensteigen?

Welche Ansprüche haben Sie an Ihren Wohnraum?

  • Wie viele und welche Personen sollen in Ihrem Haushalt leben können?
  • Sollen Haustiere Platz haben?
  • Wie viele Zimmer benötigen Sie zum Essen, Schlafen, Leben und vielleicht auch für Hobbys oder um zu arbeiten?
  • Wie viele Badezimmer und welche Ausstattung?
  • Legen Sie Wert auf Küche und Esszimmer, um leidenschaftlich zu kochen, oder ist Ihnen die Küche nicht so wichtig?

Wohneigentum: Lohnt es sich für mich finanziell?

Sie wissen nun genauer, welche Art von Haus oder welche Art von Wohnung für Sie in Frage kommt. Jetzt also los und ein Haus kaufen, oder? Überlegen Sie es sich zuerst gut. Denn nicht immer ist es in der Schweiz lukrativ, Wohneigentum zu kaufen. Es gibt kein Land in Europa, das eine so tiefe Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Wohneigentumsquote aufweist wie die Schweiz. Der Grund ist vor allem finanzieller Natur.

Steuern: Hier gibt es Vor- und Nachteile

Zum einen bringt das eigene Haus oder die eigene Wohnung steuerliche Nachteile mit sich. Zwar erscheinen die Zinsen der Hypothek im Vergleich zur Miete günstig. In der Schweiz steigt jedoch auch die Steuerbelastung, da der Eigenmietwert als steuerbares Einkommen gerechnet wird. Immerhin: Die Hypothekarzinsen und der Unterhalt der Immobilie (z.B. werterhaltende Renovationen) können von den Steuern abgezogen werden. Das klingt zwar schön, aber vergessen Sie nicht: Diese meist teuren Investitionen müssen Sie zuerst aus Ihrem eigenen Portemonnaie bezahlen. Rechnen Sie daher ein genügendes Polster für Unvorhergesehenes ein.

Neben dem Aspekt der Einkommenssteuern sollten Sie auch die allgemeine Steuerbelastung in Ihrer zukünftigen Gemeinde und Ihrem künftigen Kanton überprüfen. Jedoch sollten Sie bei Ihrem eigenen Haus oder Ihrer eigenen Wohnung nicht nur die Kosten sehen – schauen Sie sich die Immobilie auch als Investitionsobjekt an. Steigen die Preise, kann sich Ihr Wohneigentum an guten Lagen zu einem späteren Zeitpunkt bestens auszahlen.

Hypothekarzinsen: Rechnen Sie genau

Zum anderen kann man bei Wohneigentum nicht per se längerfristig von günstigen Hypothekarzinsen ausgehen. Wenn lediglich 20% Eigenmittel einbezahlt werden (dort liegt die Mindestgrenze), fällt der monatliche Zins Ihrer Hypothek rasch höher aus, wenn die Hypothekarzinsen wieder ansteigen – allenfalls sogar höher als die Miete. Damit Sie keine Überraschung erleben, empfehlen wir Ihnen, die aktuellen Zinsen mit unserem Hypothekenrechner zu berechnen. Sie benötigen dafür den Kaufpreis Ihrer Immobilie, den Betrag Ihrer Eigenmittel und Ihr Jahreseinkommen. Als Ergebnis sehen Sie einen Vorschlag für die Finanzierung, Ihre persönliche Tragbarkeit – also ob Sie die Hypothekarzinsen mit Ihrem Lohn bezahlen können – und eine Übersicht der Kosten, mit denen Sie ungefähr rechnen sollten.

Und nun: mieten oder kaufen?

Ein Haus oder eine Wohnung mieten oder kaufen, das ist hier die Frage. Wie Sie gesehen haben, lässt sie sich nicht pauschal beantworten.

Wichtig ist, dass Sie Ihre persönliche Lage individuell einschätzen und dabei alle Faktoren mit in Ihren Entscheid einfliessen lassen. Vielleicht kommen Sie trotz leicht höheren monatlichen Kosten zum Schluss, dass die eigene Immobilie für Sie persönlich mehr Vorteile bringt. Zum Beispiel, weil Ihnen die zusätzlichen Freiheiten in Ihren eigenen vier Wänden wichtig sind. Vielleicht kommen Sie aber auch zum Schluss, dass es Ihnen wichtiger ist, unkompliziert und mit weniger Verpflichtungen zu wohnen. So kann eine Mietwohnung Ihrer Lebenssituation vielleicht besser gerecht werden.

So oder so: Hören Sie auf Ihr Herz, wägen Sie Vor- und Nachteile ab und lassen Sie am Schluss Ihr Portemonnaie entscheiden. Benötigen Sie Hilfe? Wir beraten Sie auch gerne in einem persönlichen Gespräch.

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