An ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) entschieden, den Leitzins unverändert bei 0 Prozent zu belassen. Für Philipp Merkt, Chief Investment Officer (CIO) von PostFinance, kommt das angesichts der stabilen Ausgangslage nicht überraschend:
Sie befinden sich hier:
Kein Zugzwang: SNB belässt Leitzins bei 0 Prozent
Die Schweiz gehört zu den wenigen Ländern mit nachhaltig stabilen Preisen. Das gibt der SNB Spielraum, trotz leicht steigender Inflation, auf eine Zinserhöhung zu verzichten.
Die Inflation ist zuletzt leicht gestiegen und lag im Mai bei 0,6 Prozent. Damit bleibt sie klar im Zielbereich der SNB und deutlich tiefer als im globalen Durchschnitt. Der jüngste Anstieg ist vor allem auf höhere Energiepreise zurückzuführen. Eine breite Teuerung über verschiedene Bereiche hinweg ist derzeit nicht erkennbar. Für Privatkund:innen bedeutet das weiterhin stabile Spar- und Finanzierungskonditionen.
Merkt schliesst dennoch nicht aus, dass die SNB mittelfristig den Kurs leicht anpassen könnte:
Für die SNB entsteht in den nächsten Monaten ein Spielraum, sobald andere Notenbanken ihre Geldpolitik straffen und die Zinsen weiter anheben. Sie könnte sich dann schrittweise vom Nullzins lösen, ohne dass die Zinsdifferenz zu den grossen Notenbanken zu erhöhen und damit den Franken unter kurzfristigen Aufwertungsdruck zu setzen.
Auch die Erholung der Schweizer Wirtschaft spricht dafür, dass die SNB einen ersten vorsichtigen Schritt in Richtung Zinsanhebung wagen könnte. Mit einem deutlichen Zinsanstieg ist jedoch auch mittelfristig nicht zu rechnen.
Philipp Merkt
Chief Investment Officer