Am vergangenen Samstag, den 28. Februar 2026, starteten die USA und Israel einen gemeinsamen Grossangriff auf strategische Ziele im Iran. Im Visier standen Militäranlagen, Nuklearinfrastruktur und Aufenthaltsorte der Führungsspitze. Dabei wurden zentrale Personen des Mullah-Regimes getötet, darunter Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei, der Verteidigungsminister sowie der Chef der Revolutionswächter. Der Iran hat seither mit Gegenangriffen auf Israel und US-Stützpunkte in der Golfregion reagiert. Dabei wurden sieben Golfstaaten getroffen, darunter der Flughafen Dubai. Der Flugverkehr im Nahen Osten ist weitgehend lahmgelegt.
Der weitere Konfliktverlauf ist offen: US-Präsident Trump dürfte einen schnellen Waffenstillstand anstreben, während unklar bleibt, ob sich im Iran kurzfristig eine handlungsfähige Führung bildet. Gleichzeitig könnte sich nach Khameneis Tod in mehreren Ländern der Region der Konflikt ausweiten. Zudem ist ein mittelfristiger innerer Zerfall des Regimes mit Folgen für die Stabilität des 90‑Millionen‑Staates möglich.
Die weltwirtschaftlichen Folgen konzentrieren sich zunächst auf den Energiemarkt. Die Strasse von Hormuz, durch die rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls fliessen, ist vorerst nicht passierbar, und der Ölpreis der amerikanischen Sorte WTI ist seit Freitag bereits um rund 7 Prozent auf 72 US-Dollar geklettert. Der Heizölpreis stieg sogar um rund 14 Prozent. Unabhängig vom weiteren Konfliktverlauf ist davon auszugehen, dass der Ölpreis vorerst hoch bleibt und die weltweite Inflation leicht nach oben drückt. Sollte der Konflikt anhalten, dürfte dies mittelfristig auch auf das globale Wachstum durchschlagen, insbesondere da asiatische Volkswirtschaften deutlich stärker mit dem Nahen Osten verflochten sind als westliche Länder und zuletzt eine zentrale Stütze der globalen Konjunktur bildeten.
Die Reaktion an den Finanzmärkten erfolgte sofort, fiel aber mit Ausnahme des Ölpreises bislang bemerkenswert moderat aus. Gold legte um 2 Prozent auf 5'400 US-Dollar pro Feinunze zu, Staatsanleihen verzeichneten leichte Kursgewinne. Auf der Verliererseite standen Aktien, wobei die Märkte in Asien und Europa rund 2 Prozent tiefer eröffneten.
Die moderate Gesamtreaktion legt nahe, dass viele Marktteilnehmer:innen von einem zeitlich begrenzten Konflikt mit ebenso begrenzten Auswirkungen ausgehen. Diese Einschätzung erscheint uns zu kurz gegriffen. Zum einen ist die Signalwirkung dieses Angriffs nicht zu unterschätzen: Dass ein solcher Präventivschlag möglich ist, dürfte die Hemmschwelle für ähnliche Aktionen anderer Länder senken und auf eine strukturell höhere geopolitische Unsicherheit hindeuten, die über den Nahen Osten hinausreicht. Das spricht mittelfristig eher für ein anspruchsvolleres wirtschaftliches Umfeld.
Vor diesem Hintergrund bleibt eine vorsichtige Positionierung angezeigt. Unser Untergewicht in Aktien sowie das Übergewicht in Gold erscheinen weiterhin angemessen. Eine breite Diversifikation und eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie bleiben die zentralen Pfeiler unserer Vermögensallokation und federn temporäre Marktverwerfungen ab.
Wir beobachten die weitere Entwicklung aufmerksam und werden Sie bei wesentlichen Veränderungen zeitnah informieren.