Punkt für Punkt: 318’600 Franken für die Zukunft des Schweizer Eishockeys

16.03.2026

Das Top-Scorer-Konzept von PostFinance stärkt das Schweizer Eishockey dort, wo seine Zukunft entsteht – im Nachwuchsbereich. An der Ehrung in Bern wurden am 11. März die besten Scorer der Saison 2025/26 bei den Männern und den Frauen ausgezeichnet. Sie haben 318’600 Franken für den Nachwuchs erspielt.

Es ist ein Moment des Innehaltens. Wenn an einem Konzert der letzte Ton verklungen ist und der Vorhang fällt, ziehen sich die Künstler zurück, atmen hinter der Bühne kurz durch, bevor sie für die Zugabe nochmals ins Rampenlicht treten.

Auch für die Top Scorer im Schweizer Eishockey gibt es diesen Moment zwischen Qualifikation und Playoffs. Auch sie atmen kurz durch. Allerdings stehen sie selbst bei diesem Zwischenakt im Fokus – an der Top-Scorer-Ehrung von PostFinance. Jährlich treffen sich die besten Punktesammlerinnen und Punktesammler zum Rendez-vous – wobei den meisten die beste Zeit noch bevorsteht. Oder wie es Estelle Duvin formuliert: «Es macht Spass, hier zu sein. Aber wir stehen nicht an der Ziellinie, unsere Mission ist nicht abgeschlossen.» Für die 29-jährige Stürmerin der SC Bern Frauen ist die Ehrung 2026 fast ein Heimspiel: Der Anlass findet in der neuen Berner Festhalle unmittelbar neben der PostFinance Arena statt, Duvins Heimstadion. Seit PostFinance 2024 erstmals die Top Scorer der höchsten Frauenliga ausgezeichnet hat, ist die Französin an der Ehrung ein Dauergast. «Es fühlt sich gut an, dem Team jede Saison mit Punkten zu helfen», sagt sie. Aber eben: Die Mission Titelverteidigung steht für Duvin und ihre Mitspielerinnen noch an.

Stalders Blick nach vorne, Granlunds Schlussspurt

Im Playoff-Final treffen die Bernerinnen auf das EV Zug Women’s Team mit Captain Lara Stalder. Die 31-jährige Schweizer Nationalspielerin ist als beste Scorerin der PostFinance Women’s League nach Bern gereist. Ihre eindrückliche Bilanz: 27 Spiele, 53 Punkte. Für Stalder ist es wahrlich ein Moment des Innehaltens: Im Februar hat sie mit dem Nationalteam Olympiabronze gewonnen, ab 21. März strebt sie den ersten Meistertitel mit Zug an. «Olympia fühlt sich noch immer an wie ein Märchen», sagt Stalder, «aber ich lebe stark im Moment und richte den Blick nach vorne.»

Stalders Konterpart in der Berner Festhalle ist Markus Granlund. Dem Finnen gelang das Kunststück, mit vier Punkten für Servette im letzten Qualifikationsspiel den führenden Davoser Matej Stransky als besten Scorer der National League noch abzufangen. «Ich habe erst nach dem Startdrittel von einem Teamkollegen erfahren, dass Stransky die letzte Partie für Davos nicht spielt. Da wusste ich: Okay, es ist noch möglich», sagt Granlund.

Als Top Scorer setzen wir uns für eine grossartige Sache ein. Das macht es noch schöner, Teil dieses Anlasses zu sein.
Markus Granlund

Was der 32-jährige Stürmer meint: Jedes Tor und jeder Assist kommen den Nachwuchsspieler:innen zugute. Während bei den Frauen ein Pauschalbetrag von 150’000 Franken unter den acht Clubs der PostFinance Women’s League aufgeteilt wird, damit alle Top Scorer gleichermassen für den Nachwuchs ihres Clubs Geld erhalten und das Fraueneishockey in der Breite gefördert wird, ist bei den Männern jeder Punkt 300 Franken wert. Für seine 54 Scorerpunkte durfte Granlund einen symbolischen Check im Wert von 16’200 Franken entgegennehmen.

Von links nach rechts: Lara Stalder (Top Scorer, EVZ Women’s Team), Ron Schneider (Chief Customer Experience Officer, PostFinance), Markus Granlund (Top Scorer, GSHC) bei der Checkübergabe

Fast 9 Millionen Franken seit 2002

Seit der Saison 2002/03 unterstützt PostFinance das Schweizer Eishockey. Die Top Scorer sind mit ihrem gelben Helm und dem Flammentrikot längst zur Marke geworden – und zu Vorbildern für Generationen. ZSC-Stürmer Sven Andrighetto erinnert sich, dass er als Kind zu den Top Scorern aufgeschaut habe: «Ich denke an Randy Robitaille beim ZSC oder Simon Gamache beim SCB: Sie trugen den gelben Helm, ich liebte es, ihnen zuzuschauen, das war ziemlich cool.»

Längst schaut die jüngere Generation zu Andrighetto auf. An der Ehrung werden der 32-Jährige und die weiteren Top Scorer von den Kindern für einmal nicht (nur) bewundert, sondern auch interviewt. Die Fragen werden via Videobotschaft gestellt und entlocken den Athlet:innen allerlei Persönliches. Davos-Stürmerin Lucia Haluskova zeigt ihren Glücksbringer: ein Armband mit der Gravur «one of four», das die Verbundenheit zu ihren drei Geschwistern zeigt. Sie tragen dasselbe.

Dass an der Ehrung neben den Stars auch die Kinder ihren Auftritt haben, passt – schliesslich ist der Nachwuchs der eigentliche Gewinner des Top-Scorer-Konzepts. Die 22 Top Scorer der PostFinance Women’s League und der National League erzielten in der Regular Season 2025/26 insgesamt 812 Scorerpunkte, was einem Förderbetrag von 318’600 Franken entspricht. Er fliesst vollständig in die Nachwuchsabteilungen der Clubs. Seit 2002 wurden auf diese Weise knapp 9 Millionen Franken erspielt. Über die Verwendung der Prämien legen die Clubs jährlich Rechenschaft ab. Der Blick auf eine Auswahl realisierter Projekte zeigt, inwiefern das Eishockey in den Regionen gefördert wird.

Die erfolgreichsten Punktesammler:innen der 22 Teams aus der National League und der PostFinance Women’s League

Mehr Transport in Ambri, weniger Kosten in Lausanne und Biel

In Ambrí sind Rekrutierung und Transport des Eishockey-Nachwuchses eine grosse Herausforderung. Das Einzugsgebiet des HC Ambrí-Piotta ist verwinkelt und greift auf beide Seiten des Gotthards, vom Maggiatal bis in die Zentralschweiz. Entsprechend aufwändig ist die Logistik. Dank der Tore und Assists des damaligen Top Scorers Michael Spacek konnte der HCAP im Sommer 2024 einen Minibus finanzieren. Seither werden damit die eishockeybegeisterten Mädchen und Jungen aus der Umgebung zu den Trainings in die Gottardo-Arena chauffiert.

Im selben Jahr investierten die HC Davos Ladies den Top-Scorer-Betrag in das Girls Projekt Ost: Es handelt sich um ein Förderprogramm, welches Mädchen der Altersstufen U9 bis U19 in der ganzen Ostschweiz in ihrer Entwicklung auf und neben dem Eis unterstützt.

Zugunsten der gezielten Förderung hat der EV Zug seine Top-Scorer-Prämien in den letzten Jahren für eine noch breitere Betreuung verwendet und Lohnkosten von Skating-, Mentaltrainern sowie Physiotherapeuten der Nachwuchsteams gedeckt.

Damit Kinder im Eishockey gefördert werden können, müssen sie überhaupt mit der Sportart in Berührung kommen. Eine Einstiegshürde sind die hohen Kosten für die Ausrüstung. Dank finnischer Unterstützung können die Kinder im Waadtland und im Seeland das Eishockey kennenlernen, ohne dass die Eltern hohe Auslagen haben: Lausanne investierte die Prämie von Top Scorer Antti Suomela 2023/24 ebenso in die Ausrüstung der Hockeyschule wie der EHC Biel 2024/25 (Top Scorer Toni Rajala). Derweil sorgte Rapperswils Malte Strömwall mit seinen Toren und Assists dafür, dass die Goalies im Nachwuchs der Lakers passend ausgerüstet wurden.

Wie die erspielten Beiträge von Stalder, Granlund und Co. eingesetzt werden, darüber entscheiden die Clubs nach der Saison. Für die Top Scorer stehen vorerst dringlichere sportliche Fragen im Fokus – Bühne frei für die Play-Ins, Playoffs und Playouts.

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