Was ändert sich durch die Abschaffung des Eigenmietwerts?

23.10.2026

Der Systemwechsel ist beschlossen: Mit der Abschaffung der Besteuerung des Eigenmietwerts ändert sich die Besteuerung von selbstbewohntem Wohneigentum grundlegend. Wir zeigen auf, was sich in Zukunft ändert.

In Kürze

  • Grundsätzlich entfällt der Abzug für Unterhaltskosten und Versicherungsprämien bei selbstgenutztem Wohneigentum (Erst- und Zweitwohnsitz).
  • Private Schuldzinsen sind künftig nur noch quotal abziehbar, nämlich im Verhältnis der in der Schweiz gelegenen, vermieteten oder verpachteten Liegenschaften zum Gesamtvermögen.
  • Bei vermieteten oder verpachteten Liegenschaften können Unterhaltskosten weiterhin abgezogen werden; Schuldzinsen bleiben in beschränktem Umfang abzugsfähig.
  • Steuerliche Vorteile für Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen entfallen bei der direkten Bundessteuer. Kantone können vorsehen, dass diese Kosten längstens bis 2050 abzugsberechtigt bleiben.
  • Für überwiegend selbstgenutzte Zweitliegenschaften kann eine besondere Liegenschaftssteuer (Objektsteuer) erhoben werden.

Was ist der Eigenmietwert und wann ändert sich das System?

Wer bislang eine Liegenschaft besass und diese selbst nutzte, musste den sogenannten Eigenmietwert bei Bund, Kantonen und Gemeinden als Einkommen versteuern. Dieser Eigenmietwert entspricht einfach ausgedrückt der Miete, die Eigentümer:innen verlangen könnten, wenn sie ihr Haus oder ihre Wohnung nicht selbst bewohnen würden. Im Gegenzug konnten bisher Schuldzinsen, Unterhaltskosten und Versicherungsprämien für selbstgenutzte Liegenschaften vom Einkommen abgezogen werden. Bis und mit der Steuerperiode 2028 besteht dieses System grundsätzlich unverändert weiter. Der Bundesrat hat am 1. April 2026 beschlossen, den Systemwechsel auf den 1. Januar 2029 in Kraft zu setzen.

«Die Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung hat für Wohneigentümer:innen individuelle Auswirkungen. Es ist empfehlenswert, die persönliche Situation mit einer Fachperson zu analysieren. Der Systemwechsel erfolgt 2029: Bis dahin bleibt Zeit, sich vorzubereiten.»

Dominic Nazareno, dipl. Steuerexperte / Partner, PrimeTax AG

Am 28. September 2025 hat das Schweizer Stimmvolk die Vorlage «Bundesbeschluss über die kantonalen Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften» angenommen und damit grünes Licht für die Abschaffung der Besteuerung des Eigenmietwerts gegeben. Damit wurde ein jahrzehntelanges Streitthema im Steuerrecht entschieden. Mit dem «Ja» kommt es zu einem Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung. 

Ihre Immobilienfinanzierung im Blick behalten

Möchten Sie die Auswirkungen des Systemwechsels auf Ihre persönliche Steuersituation beurteilen lassen, ist eine Steuerfachperson die richtige Anlaufstelle. Gerne unterstützen wir Sie bei Fragen rund um die Finanzierung Ihrer Liegenschaft oder sonstigen finanziellen Anliegen.

Diese Änderungen bringt der Systemwechsel

Wohneigentümer:innen müssen für selbstgenutzte Liegenschaften künftig keinen Eigenmietwert mehr versteuern. Dies gilt für den Hauptwohnsitz ebenso wie für Zweit- und Ferienwohnungen – und zwar unabhängig von deren Anzahl. 

Abzüge unterscheiden sich künftig nach Nutzung und Kostenart.

  • Der Abzug der Kosten für den Unterhalt der Liegenschaft bei Bund, Kantonen und Gemeinden wird abgeschafft. Dies gilt auch für die Versicherungsprämien von selbstgenutzten Liegenschaften.
  • Bei der direkten Bundessteuer fallen die Abzüge für Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen weg. Kantone und Gemeinden können solche Abzüge noch bis spätestens 2050 weiterhin gewähren. Das Jahr 2050 orientiert sich an den langfristigen energie- und klimapolitischen Zielsetzungen der Schweiz (Netto-Null-Ziel bis 2050 sowie Dekarbonisierung des Gebäudeparks).
    Bei der Umsetzung des kantonalen Spielraums bis 2050 zeigen sich bereits deutliche Unterschiede: Aargau und Luzern wollen die Abzüge für Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen beibehalten, in St. Gallen läuft ein entsprechender Vorstoss, Bern hat noch nicht entschieden. Zürich wollte den umgekehrten Weg gehen und beabsichtigte, die Abzüge per Systemwechsel (voraussichtlich 2029) ganz abzuschaffen – mit Verweis auf Systemkonstanz und drohende Mindereinnahmen – und setzte stattdessen auf Förderbeiträge. Erst kürzlich regte sich jedoch Widerstand: Im Kantonsrat hat sich eine Mitte-rechts- Allianz aus SVP, FDP, Mitte, GLP und EVP formiert, die deren Beibehaltung fordert, wodurch der Regierungsrat noch einmal über die Bücher muss. Fazit: Eine schweizweite Vereinheitlichung ist nicht in Sicht, Wohneigentümer:innen sollten die Regelung ihres Wohnsitzkantons im Blick behalten. 
  • Die Kosten für denkmalpflegerische Arbeiten bleiben bei der direkten Bundessteuer grundsätzlich abzugsfähig. Auf kantonaler Ebene richtet sich der Abzug nach dem jeweiligen kantonalen Recht. 
  • Bei der direkten Bundessteuer können Rückbaukosten für einen Ersatzneubau künftig nicht mehr abgezogen werden. Die Kantone können solche Abzüge jedoch weiterhin zulassen. 

Vereinfachtes Beispiel: heute und ab 2029

Eine Person bewohnt ihr eigenes Haus. Der Eigenmietwert beträgt 24’000 Franken pro Jahr. Die abzugsfähigen Hypothekarzinsen betragen 12’000 Franken und die abzugsfähigen Unterhaltskosten 5’000 Franken. Für das vereinfachte Beispiel wird ein Grenzsteuersatz von 25 Prozent angenommen.

PositionBetrag
Position
Eigenmietwert
Betrag
24’000 Franken
Position
– Schuldzinsen
Betrag
12’000 Franken
Position
– Unterhaltskosten
Betrag
5’000 Franken
Position
+ steuerbares Einkommen
Betrag
7’000 Franken

Bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent ergibt dies vereinfacht eine Steuerbelastung von 1’750 Franken: zusätzliches steuerbares Einkommen von 7’000 Franken × Grenzsteuersatz 25 Prozent = 1’750 Franken Steuern

Ab 2029:

Der Eigenmietwert von 24’000 Franken entfällt. Gleichzeitig können die Schuldzinsen von 12’000 Franken und die Unterhaltskosten von 5’000 Franken bei der selbstgenutzten Liegenschaft grundsätzlich nicht mehr abgezogen werden.

In diesem vereinfachten Beispiel reduziert sich die Steuerbelastung somit um 1’750 Franken, da der bisher steuerbare Betrag von 7’000 Franken nicht mehr als zusätzliches Einkommen versteuert werden muss. Sind die bisherigen Abzüge für Schuldzinsen und Unterhaltskosten hingegen höher als der Eigenmietwert, kann deren Wegfall zu einer höheren Steuerbelastung führen.

Das Beispiel berücksichtigt keine kantonalen Sonderregelungen, Vermögenssteuern, weiteren Einkünfte oder Abzüge und dient lediglich der Veranschaulichung des Systemwechsels.

Mit dem Systemwechsel können private Schuldzinsen grundsätzlich nicht mehr abgezogen werden . Dies betrifft beispielsweise Schuldzinsen von Hypotheken, privaten Darlehen, Kreditkartenschulden sowie auf Konsumkrediten oder Lombardkrediten. Eine Ausnahme gilt für Personen mit in der Schweiz vermieteten oder verpachteten Liegenschaften: Sie können weiterhin einen Teil ihrer Schuldzinsen abziehen. Wie hoch dieser Abzug ausfällt, hängt davon ab, welchen Anteil die vermieteten oder verpachteten Liegenschaften am gesamten Vermögen ausmachen. Dabei ist künftig nicht mehr entscheidend, wofür ein Darlehen ursprünglich aufgenommen wurde. 

Hinweis: Bei der Vermögenssteuer gibt es keine Änderung: Hypothekarschulden, Privatkredite oder Lombardkredite können weiterhin vollständig vom Vermögen abgezogen werden.

Beispiele: So wird der anteilsmässige Schuldzinsabzug berechnet

Beispiel: Privatperson mit selbstbewohntem Objekt (mit Hypothek), vermieteter Wohnung und Privatkredit

Eine Person besitzt ein selbstbewohntes Haus und eine vermietete Wohnung. Weiteres Vermögen besitzt sie nicht.

Steuerbares Gesamtvermögen

VermögensbestandteilSteuerwert
Vermögensbestandteil
Selbstbewohntes Haus
Steuerwert
1’200’000 Franken
Vermögensbestandteil
Vermietete Wohnung
Steuerwert
400’000 Franken
Vermögensbestandteil
Steuerbares Gesamtvermögen
Steuerwert
1’600’000 Franken

Schuldzinsen

SchuldenartSchuldzinsen
Schuldenart
Hypothek des selbstbewohnten Hauses
Schuldzinsen
20’000 Franken
Schuldenart
Zinskosten Hypothek auf der vermieteten Wohnung
Schuldzinsen
5’000 Franken
Schuldenart
Privatkredit
Schuldzinsen
5’000 Franken
Schuldenart
Insgesamt Schuldzinsen
Schuldzinsen
30’000 Franken

Berechnung

Die vermietete Wohnung macht 25 Prozent des steuerbaren Gesamtvermögens aus. Deshalb können 25 Prozent der gesamten Schuldzinsen abgezogen werden.

30’000 × 25 Prozent = 7’500 Franken

Steuerlich abzugsfähige Schuldzinsen

Somit sind 7’500 Franken steuerlich abzugsfähig. Der Betrag weicht sowohl von den gesamten Schuldzinsen (30’000 Franken) als auch von den effektiven Hypothekarzinsen auf der vermieteten Wohnung (5’000 Franken) ab.

Die Zuordnung der Schuld zum Objekt ist nicht massgebend. Dabei spielt es keine Rolle, dass ein Teil der Zinsen aus einem Privatkredit stammt. Entscheidend ist der Anteil der vermieteten Liegenschaft am Gesamtvermögen.

Das Beispiel zeigt: Ein anteilsmässiger Schuldzinsabzug bleibt möglich, wenn eine Person in der Schweiz eine vermietete oder verpachtete Liegenschaft besitzt.

Beispiel: vermögende Unternehmer:innen

Ein:e Unternehmer:in besitzt ein Gesamtvermögen von 6 Millionen Franken.

Gesamtvermögen

VermögensartVermögen
Vermögensart
Vermietete Liegenschaft (Steuerwert)
Vermögen
1’500’000 Franken
Vermögensart
Wertschriften
Vermögen
2’500’000 Franken
Vermögensart
Unternehmensbeteiligung
Vermögen
2’000’000 Franken
Vermögensart
Gesamtvermögen
Vermögen
6’000’000 Franken

Schuldzinsen

SchuldenartSchuldzinsen
Schuldenart
Hypothek vermietete Liegenschaft
Schuldzinsen
4’000 Franken
Schuldenart
Durch Wertschriften abgesicherter Kredit (Lombardkredit)
Schuldzinsen
5’500 Franken
Schuldenart
Insgesamt Schuldzinsen
Schuldzinsen
9’000 Franken

Berechnung

Die vermietete Liegenschaft macht mit 1,5 Millionen Franken 25 Prozent des Gesamtvermögens aus. Deshalb können auch nur 25 Prozent der gesamten Schuldzinsen abgezogen werden.

Schuldzinsabzug

Somit können 2’375 Franken abgezogen werden: 9’500 Franken × 25 Prozent = 2’375 Franken

Das Beispiel zeigt: Gerade bei Personen mit diversifiziertem Vermögen – Beteiligungen, Wertschriften, Liegenschaften – schmilzt der zulässige Schuldzinsabzug rasch zusammen, selbst wenn die effektive Fremdfinanzierung unverändert bleibt.

Beispiel: Ersterwerberabzug

Der Systemwechsel tritt per 1. Januar 2029 in Kraft. 2029 ist somit das erste Steuerjahr nach neuem Recht.
Für Personen, die zum ersten Mal in der Schweiz selbstgenutztes Wohneigentum erwerben und dieses als Erstliegenschaft nutzen, wird ein befristeter Schuldzinsabzug eingeführt. Mit dem sogenannten Ersterwerberabzug können Ersterwerber:innen während zehn Jahren einen begrenzten Abzug geltend machen, der linear auf null sinkt. 

AbzugVerheirateteAlleinstehende
Abzug
Hypothek des selbstbewohnten Hauses
Verheiratete
10’000 Franken
Alleinstehende
5’000 Franken
Abzug
Zinskosten Hypothek auf der vermieteten Wohnung
Verheiratete
1’000 Franken
Alleinstehende
500 Franken
Abzug
Privatkredit
Verheiratete
10 Jahre
Alleinstehende
10 Jahre

Der anfängliche Maximalbetrag reduziert sich in jedem Folgejahr um 10 Prozent des Anfangsbetrags, d. h. um 1’000 Franken bzw. 500 Franken. 

Voraussetzungen

  • Erstmals in der Schweiz Wohneigentum erworben
  • Dauernd und ausschliesslich selbst genutzt
  • Es handelt sich um einen Höchstbetrag: Abziehbar sind höchstens die tatsächlich bezahlten Schuldzinsen. 

Beispiel: Kauf vor Systemwechsel im 2026

Eine alleinstehende Person hat ihr Eigenheim bereits 2026 gekauft.

Kauf
2026
Erstes Steuerjahr nach neuem Recht
2029
2029 gilt als
Viertes Jahr (vergangene 3 Jahre)
Maximaler Abzug 2029
3’500 Franken 
Verbleibende Dauer
7 Jahre (2029 bis 2035)

Schuldzinsabzug

Die Person kann den Abzug also noch während sieben Jahren (2029 bis 2035) geltend machen. Der maximale Abzug beträgt 2029 noch 3’500 Franken, im Folgejahr noch 3’000 Franken usw. (höchstens jedoch die in diesem Jahr tatsächlich bezahlten Schuldzinsen).

Beispiel: Kauf nach Systemwechsel im 2030
Eine alleinstehende Person erwirbt 2030 erstmals eine selbstgenutzte Wohnung und kann während zehn Jahren einen begrenzten Abzug geltend machen.

JahrMaximaler Abzug
Jahr
2030, 1. Jahr
Maximaler Abzug
5’000 Franken
Jahr
2031, 2. Jahr
Maximaler Abzug
4’500 Franken
Jahr
Ab 2032-2040
Maximaler Abzug
Verbleibender, jährlich um 500 Franken sinkender Abzug während acht Jahren

Schuldzinsabzug
Der maximale Abzug gilt unabhängig davon, ob die tatsächlichen Hypothekarzinsen höher sind. Es handelt sich also um einen Höchstbetrag: Abziehbar sind höchstens die tatsächlich bezahlten Schuldzinsen.
Heisst: 2030 (1. Jahr): effektive Schuldzinsen beispielsweise 8’000 Franken → maximal abzugsfähig sind trotzdem 5’000 Franken.

Nach geltendem Recht hängt die Abzugsfähigkeit des bezahlten Baurechtszinses bei selbstgenutzten Liegenschaften im Baurecht von der kantonalen Berechnungsmethode des Eigenmietwerts ab: Einzelne Kantone berücksichtigen den Baurechtszins bereits mindernd bei der Festsetzung des Eigenmietwerts (Nettomethode), während andere den Eigenmietwert brutto festlegen und den Baurechtszins als separaten Abzug zulassen (Bruttomethode). Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts unter dem neuen Recht entfällt diese kantonale Differenzierung: Der Baurechtszins wird bei selbstbewohnten Liegenschaften künftig unabhängig vom bisherigen System nicht mehr abzugsfähig sein. Klarzustellen ist, dass der Baurechtszins – sowohl nach geltendem als auch nach neuem Recht – rechtlich nicht als Schuldzins zu qualifizieren ist, sondern als Entschädigung für die Überlassung bzw. Nutzung einer individuell bestimmten Sache (nicht einer Geldsumme). Bei vermieteten Liegenschaften im Baurecht gilt der Baurechtszins als Gewinnungskosten und bleibt entsprechend auch künftig abziehbar; er unterliegt nicht der neu eingeführten quotal-restriktiven Zuordnung, die für den Schuldzinsenabzug gilt.

Tourismuskantonen und -gemeinden drohen durch die Abschaffung des Eigenmietwerts hohe Steuerausfälle. Mit einer Sondersteuer auf Zweitliegenschaften haben die Kantone Spielraum, um allfällige Mindereinnahmen bei den selbstgenutzten Zweitliegenschaften (wie Ferienwohnungen) zu kompensieren. Es handelt sich nicht um eine schweizweit automatisch anfallende Steuer: Ob sie eingeführt wird, welche Liegenschaften erfasst werden und wie hoch sie ausfällt, bestimmt der jeweilige Kanton. 

Miet- oder Pachteinnahmen müssen weiterhin als Einkommen versteuert werden. In diesem Fall ist auch ein Schuldzinsabzug weiterhin möglich. Der Abzug ist auf den Anteil des Steuerwertes dieser Liegenschaften am gesamten steuerbaren Vermögen beschränkt.

Welche Regel gilt für welche Liegenschaft

LiegenschaftNutzungBesteuerung ab 2029Abzüge ab 2029
Liegenschaft
Hauptwohnsitz
Nutzung
Vollständig selbstgenutzt
Besteuerung ab 2029
Kein Eigenmietwert
Abzüge ab 2029
Unterhaltskosten grundsätzlich nicht mehr abzugsfähig; beschränkter Ersterwerberabzug für Zinsen möglich
Liegenschaft
Zweit- oder Ferienwohnung
Nutzung
Überwiegend selbstgenutzt
Besteuerung ab 2029
Kein Eigenmietwert; mögliche kantonale Sondersteuer
Abzüge ab 2029
Unterhaltskosten grundsätzlich nicht mehr abzugsfähig
Liegenschaft
Renditeliegenschaft
Nutzung
Vollständig vermietet oder verpachtet
Besteuerung ab 2029
Effektive Miet- oder Pachteinnahmen bleiben steuerbar
Abzüge ab 2029
Unterhaltskosten bleiben abzugsfähig; Schuldzinsen nur quotal im Verhältnis am gesamten Vermögen, nicht objektbezogen
Liegenschaft
Gemischt genutzte Liegenschaft
Nutzung
Teilweise selbstgenutzt und teilweise vermietet
Besteuerung ab 2029
Kein Eigenmietwert auf dem selbstgenutzten Teil; effektive Erträge des vermieteten Teils steuerbar
Abzüge ab 2029
Unterhaltskosten grundsätzlich nur für den vermieteten Teil abzugsfähig; Schuldzinsen nur quotal im Verhältnis am gesamten Vermögen, nicht objektbezogen
Liegenschaft
Liegenschaft im Eigentum einer Gesellschaft
Nutzung
Vermietung oder Nutzung durch Beteiligte
Besteuerung ab 2029
Besteuerung nach den Regeln für juristische Personen
Abzüge ab 2029
Geschäftsmässig begründete Kosten grundsätzlich abzugsfähig; private Nutzung muss marktüblich abgegolten werden

Was gilt bei einer Immobiliengesellschaft?

Da Unterhaltskosten künftig nicht mehr abzugsfähig sind und der Schuldzinsenabzug bei Privatpersonen nur noch eingeschränkt möglich ist, gewinnt die Frage an Bedeutung, ob das Halten von Wohneigentum über eine Immobiliengesellschaft in bestimmten Konstellationen steuerlich vorteilhafter sein kann. Die Reform betrifft nämlich nur das Privatvermögen und nicht das Geschäftsvermögen.

Wer eine selbstbewohnte Liegenschaft über eine eigene Immobiliengesellschaft hält, muss dieser einen Mietzins zu Marktkonditionen bezahlen – dieser fällt üblicherweise spürbar höher aus als der bisherige Eigenmietwert. Im Gegensatz zu natürlichen Personen dürfen juristische Personen jedoch sämtliche Unterhalts- und Finanzierungsaufwendungen vollständig als geschäftsmässig begründeten Aufwand verbuchen. Entsprechen sich Mietertrag und diese Kosten in etwa, entsteht auf Stufe der Gesellschaft kaum steuerbarer Gewinn. Ein allfälliger Aufwandüberschuss lässt sich zudem auf nachfolgende Geschäftsjahre vortragen.

Bei rein selbstgenutzten Objekten lohnt sich diese Struktur wegen der marktkonformen Mietzinsen meist nicht. Die Aktionär:in zahlt die Marktmiete aus versteuertem Einkommen, ohne Abzugsmöglichkeit der Miete, während die Gesellschaft die Kosten dagegen verrechnet. Anders sieht es bei Liegenschaften mit hohem Unterhaltsaufwand insbesondere in Kombination mit vermieteten Renditeobjekten aus – hier kann sich das Modell unter Umständen rechnen. Bei ganz oder teilweise vermieteten Immobilien liegt die Ausgangslage generell anders: Der Zinsaufwand ist in der Gesellschaft vollumfänglich abziehbar – ohne die quotale Beschränkung, die für Privatpersonen gilt. Dem stehen allerdings die Dividendenbesteuerung sowie eine allfällige Grundstückgewinnsteuer bei einer späteren Überführung ins Privatvermögen gegenüber. 

Hinweis: Ob eine Immobiliengesellschaft im konkreten Fall geeignet und steuerlich vorteilhaft sein kann, ist individuell zu prüfen; die vorstehenden Ausführungen stellen keine Empfehlung dar.

Übersicht Wohneigentumsbesteuerung: Das ändert sich bei selbstbewohntem Wohneigentum

Die Darstellungen zeigen in stark vereinfachter Weise, was bei der Wohneigentumsbesteuerung bis zum Systemwechsel gilt bzw. was nach dem Systemwechsel vorgesehen ist und was nicht. Der Fokus liegt auf der Verschaffung eines Überblicks, nicht auf der Detailtiefe.

Was ändert sich?Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des EigenmietwertsWohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Was ändert sich?
Besteuerung Eigenmietwert
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Nein
Was ändert sich?
Abzug Kosten für Liegenschaftsunterhalt
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Nein
Was ändert sich?
Abzug allgemeine Schuldzinsen
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Quotal, nur bei vermieteten oder verpachteten Liegenschaften
Was ändert sich?
Abzug Schuldzinsen bei Ersterwerb
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Im Rahmen des «Abzugs allgemeine Schuldzinsen»
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja, aber nur beschränkt möglich und jährlich abnehmend
Was ändert sich?
Abzug Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Nein
Was ändert sich?
Abzug denkmalpflegerische Arbeiten
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Was ändert sich?
Abzug Rückbaukosten bei Ersatzneubau
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Nein
Was ändert sich?
Übertragsmöglichkeit Abzüge
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Nein
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Nein
Was ändert sich?
Besondere Liegenschaftssteuer auf Zweitliegenschaften
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Nicht vom Bund erhoben
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Nicht vom Bund erhoben

Quelle: Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften unter admin.ch

Was ändert sich?Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des EigenmietwertsWohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Was ändert sich?
Besteuerung Eigenmietwert
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Nein
Was ändert sich?
Abzug Kosten für Liegenschaftsunterhalt
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Nein
Was ändert sich?
Abzug allgemeine Schuldzinsen
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Quotal, nur bei vermieteten oder verpachteten Liegenschaften
Was ändert sich?
Abzug Schuldzinsen bei Ersterwerb
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja, im Rahmen des «Abzugs allgemeine Schuldzinsen»
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja, aber nur beschränkt möglich und jährlich abnehmend
Was ändert sich?
Abzug Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja 
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Grundsätzlich möglich, aber in Kompetenz des jeweiligen Kantons (längstens bis 2050)
Was ändert sich?
Abzug denkmalpflegerische Arbeiten
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja 
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Grundsätzlich möglich, aber in Kompetenz des jeweiligen Kantons
Was ändert sich?
Abzug Rückbaukosten bei Ersatzneubau
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Ja 
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Grundsätzlich möglich, aber in Kompetenz des jeweiligen Kantons
Was ändert sich?
Übertragsmöglichkeit Abzüge
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
Nein 
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Kann durch jeweiligen Kanton vorgesehen werden 
Was ändert sich?
Besondere Liegenschaftssteuer auf Zweitliegenschaften
Wohneigentumsbesteuerung bis zur Abschaffung des Eigenmietwerts
 Nein
Wohneigentumsbesteuerung nach Abschaffung des Eigenmietwerts
Nicht vom Bund erhoben Möglich – abhängig vom kantonalen recht

Quelle: Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Liegenschaftssteuern auf Zweitliegenschaften unter admin.ch

Wann wird der Systemwechsel umgesetzt? Die Reform tritt am 1. Januar 2029 in Kraft, sodass Bund und Kantone Zeit haben, den Systemwechsel auszuarbeiten und umzusetzen. Bis und mit der Steuerperiode 2028 gelten grundsätzlich die heutigen Regeln. Ab der Steuerperiode 2029 gelten die neuen Bestimmungen. 

Wer profitiert als Wohneigentümer:in von der Abschaffung des Eigenmietwerts am meisten? Wer muss mit höheren Steuern rechnen?

Ob die Abschaffung des Eigenmietwerts zu einer Steuerbelastung oder -entlastung führt, hängt u. a. von Wohnort, Zinsniveau und individuellem Einkommen ab. Auf der einen Seite der Skala dürften jene Wohneigentümer:innen am meisten profitieren, die ihre Hypothek fast oder vollständig abbezahlt haben, einen tiefen Hypothekarzins haben und keine grossen Unterhaltsarbeiten geplant haben. Auf der anderen Seite müssen laut einer Schätzung des Bundes rund 20 Prozent der Wohneigentümer:innen mit höheren Steuern rechnen. Dies betrifft vor allem Personen, die in alten Liegenschaften mit einem hohen Sanierungsbedarf wohnen. Sie können künftig weder Unterhalts- und Renovationskosten geltend machen, noch werden sie – zumindest bei der Bundessteuer – Investitionen für energetische Sanierungen abziehen können.

Bei Zweitliegenschaften hängt das Ergebnis zusätzlich davon ab, ob und in welcher Form der betreffende Kanton eine besondere Liegenschaftssteuer einführt.

Umgang mit Unterhaltsarbeiten und Schulden in der Übergangsfrist

Viele Wohneigentümer:innen überlegen sich, Unterhaltsarbeiten noch vor dem Systemwechsel vorzunehmen. Bei Stockwerkeigentum lohnt es sich allenfalls, eine Erhöhung der Erneuerungsfonds-Beiträge zu prüfen. Weiter könnten einige in Betracht ziehen, ihre Schulden zu reduzieren, da Schuldzinsen künftig nicht mehr abziehbar sind. Eine sorgfältige Analyse der persönlichen Situation mit Fachpersonen ist empfehlenswert. 

Hypothek amortisieren oder nicht?

Auch das Thema Amortisation dürfte jene Wohneigentümer:innen beschäftigen, die über freies Kapital verfügen. Auch die persönliche Lebenssituation und die finanzielle Planung innerhalb der Familie können bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen. Für die Wohneigentümer:innen stellt sich die Frage, ob sie jetzt ihre Hypothek ganz oder teilweise zurückzahlen sollen. Grundsätzlich gilt auch hier: Eine Amortisation sollte stets sorgfältig und professionell geprüft und ganzheitlich auf die persönliche finanzielle Situation abgestimmt werden. Insbesondere mit Blick auf eine bevorstehende Pensionierung kann es sinnvoll sein, die künftige Zins- und Hypothekarbelastung frühzeitig zu überprüfen. Wird eine Hypothek amortisiert, bleibt das Geld in der Liegenschaft gebunden und steht nicht mehr zur freien Verfügung. Prüfen Sie gemeinsam mit einer Fachperson sorgfältig die verschiedenen Alternativen zu einer Amortisation, wie zum Beispiel eine Geldanlage oder eine Vorsorgelösung, und finden Sie heraus, welcher Weg ideal für Sie ist.

Fragen und Antworten

  • Die Auswirkungen der Reform für die öffentliche Hand hängen stark vom künftigen Hypothekarzinsniveau ab. Die Abschaffung der Eigenmietwertbesteuerung würde für Bund, Kantone und Gemeinden bei tiefem Zinsniveau zu milliardenhohen Mindereinnahmen und bei hohem Zinsniveau zu milliardenhohen Mehreinnahmen führen. Bei einem Hypothekarzinsniveau von 1,5 Prozent werden die Mindereinnahmen insgesamt auf rund 1,8 Milliarden Franken (direkte Bundessteuer: 400 Millionen Franken; Kantons- und Gemeindesteuern ca. 1,4 Milliarden Franken) geschätzt. Davon entfallen geschätzt 260 Millionen Franken auf Zweitliegenschaften. Ab einem durchschnittlichen Hypothekarzinsniveau von etwa 3 Prozent sind hingegen gesamtstaatliche Mehreinnahmen zu erwarten.

    Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Weiter zu den Erläuterungen der Schätzungen unter estv.admin.ch

    Die Schätzungen sind unsicher, da bestimmte Elemente der Reform mangels Daten nicht schätzbar sind. Die längerfristigen Auswirkungen der Reform auf die Steuereinnahmen hängen auch davon ab, wie die privaten Haushalte auf die neue steuerliche Situation reagieren. Ebenfalls haben Entscheidungen der Kantone Einfluss auf die Steuereinnahmen. Sie legen fest, ob sie den Abzug für Energiesparen und Umweltschutz, den Abzug für die Rückbaukosten im Hinblick auf einen Ersatzneubau sowie den auf die genannten Aufwendungen entfallenden Abzugsvortrag weiterhin gewähren möchten.

  • Die Einnahmen aus der besonderen Liegenschaftssteuer auf Zweitliegenschaften lassen sich nicht im Voraus schätzen. Deren Höhe hängt davon ab, ob und wie die Kantone bzw. die Gemeinden diese Steuer umsetzen. Das ist noch nicht genau definiert.

  • Für einen Grossteil der Mieter:innen hat die Reform keine oder vernachlässigbare direkte Auswirkungen. Sollten sie indessen über bewegliche Vermögenswerte wie beispielsweise ein grösseres, teils kreditfinanziertes Wertschriftenportfolio verfügen, können sie wegen der Begrenzung des Schuldzinsabzugs stärker von der Reform betroffen sein. Zahlenmässig sind solche Haushalte im Vergleich zur gesamten Mieterschaft jedoch nicht sehr bedeutend.

    Die Reform betrifft auch private Vermieter:innen, weil der Schuldzinsenabzug neu von der Zusammensetzung des Gesamtvermögens abhängt. Schuldzinsen können nur noch für denjenigen Teil des Vermögens geltend gemacht werden, der auf vermietete und verpachtete Immobilien entfällt. In der Regel dürften somit auch Vermieter:innen weniger Schuldzinsen abziehen können als heute. Auch können sie bei der direkten Bundessteuer die Abzüge für Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen nicht mehr geltend machen. Bei vermieteten Objekten bleibt indessen der Liegenschaftsunterhalt weiterhin unbeschränkt abzugsfähig.

  • Wenn der Eigenmietwert von Zweitliegenschaften nicht mehr besteuert wird, kann dies bei tiefem Hypothekarzinsniveau, insbesondere in typischen Tourismuskantonen wie Graubünden, Wallis und Tessin mit hohem Zweitliegenschaftsbestand, zu Mindereinnahmen führen. Darum wollte das Parlament eine Kompensationsmöglichkeit schaffen. Es entschied sich dafür, den Kantonen mit einer neuen Verfassungsbestimmung zu erlauben, auf Zweitliegenschaften, die überwiegend selbstgenutzt werden, eine besondere Liegenschaftssteuer zu erheben und damit von den Grundsätzen der Besteuerung gemäss Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung (Allgemeinheit und Gleichmässigkeit der Besteuerung, Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit) abzuweichen.

  • Das Parlament hat bei der Einführung eines Ersterwerberabzugs dafür gesorgt, dass eine Übergangsbestimmung greift: Hat eine steuerpflichtige Person erstmals ihr Eigenheim beispielsweise drei Jahre vor Inkrafttreten der neuen Regelung erworben, so kann sie den Ersterwerberabzug nach Inkrafttreten dieses Gesetzes noch sieben Jahre vornehmen. Die Höhe des Abzugs wird nicht vom Zeitpunkt des Inkrafttretens der Bestimmung, sondern vom Zeitpunkt des Liegenschaftskaufs an berechnet. Diese Regelung gilt nur bei ununterbrochenem Eigentum. Verkauft eine Ersterwerber:in das Eigenheim und kauft einige Jahre später, aber nicht mehr innert angemessener Frist, ein neues Eigenheim, so findet die Übergangsbestimmung keine Anwendung.

  • Schuldzinsen sollen abgezogen werden können, wenn sie mit der Erzielung eines steuerbaren Ertrags im Zusammenhang stehen. Fällt der Eigenmietwert weg, ist es folgerichtig, den Schuldzinsenabzug einzuschränken.

    Die Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen auf Konsumkrediten ist bereits heute systemfremd, da der Kredit – wie schon der Name besagt – typischerweise der Finanzierung von Konsum dient und nicht der Erzielung eines Einkommens. Lombardkredite dienen oftmals der Finanzierung eines Wertschriftenportfolios. Aus diesem können steuerbare Vermögenserträge entstehen, ebenso jedoch auch Kapitalgewinne, die im Privatvermögen steuerfrei sind. Das Parlament hat sich für eine recht strenge Regel zur Begrenzung der Schuldzinsenabzugsfähigkeit entschieden.

    Der heutige Schuldzinsenabzug ist als allgemeiner Abzug ausgestaltet. Schuldzinsen können mit der Reform nur noch für denjenigen Teil des Vermögens geltend gemacht werden, der auf vermietete und verpachtete Immobilien entfällt. Auch nach der Reform spielt es dabei keine Rolle, um welche Art von Schulden es sich handelt – etwa eine Hypothek, einen Lombard- oder einen Konsumkredit. Zwar können Schulden rechtlich einem bestimmten Objekt zugeordnet werden, aus wirtschaftlicher Sicht ist eine solche Zuordnung jedoch kaum möglich.

  • Nein. Die Grundstückgewinnsteuer ist nicht Bestandteil des Systemwechsels. Sie wird weiterhin nach dem Recht des Kantons erhoben, in dem sich die Liegenschaft befindet.

    Bei einem Verkauf wird grundsätzlich die Differenz zwischen dem Verkaufserlös und den steuerlichen anrechenbaren Anlagekosten besteuert. Zu den Anlagekosten können insbesondere der Erwerbspreis und wertvermehrende Investitionen gehören. Reine Unterhaltskosten können grundsätzlich nicht nochmals als Anlagekosten berücksichtigt werden.

    Der Wegfall des Unterhaltskostenabzugs bei der Einkommensteuer führt daher nicht automatisch dazu, dass sämtliche entsprechenden Kosten später bei der Grundstückgewinnsteuer abgezogen werden können. Massgebend sind die Art der Aufwendungen und das jeweilige kantonale Recht.

    Für die Steuerbehörden dürfte die Praxis dabei anspruchsvoller werden: Bisher liess sich die Qualifikation einer Investition als wertvermehrend bei der Grundstückgewinnsteuer über einen Abgleich mit der Einkommenssteuererklärung plausibilisieren, da dort werterhaltende Unterhaltskosten separat ausgewiesen waren. Bei selbstbewohnten Liegenschaften entfällt dieser Referenzpunkt künftig weitgehend, da keine Unterhaltskosten mehr deklariert werden. Für Eigentümer:innen heisst das im Umkehrschluss: Belege für wertvermehrende Investitionen sollten künftig besonders sorgfältig aufbewahrt werden, um sie im Fall eines späteren Verkaufs bei der Grundstückgewinnsteuer allenfalls geltend machen zu können. 

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