Erfolgreich online verkaufen: fünf Tipps für Schweizer KMU

15.10.2026

Ihr Onlineshop läuft, doch das Kaufverhalten verändert sich: Kund:innen suchen anders, vergleichen schneller und erwarten einen einfachen Kaufprozess. Gleichzeitig beeinflusst KI zunehmend, wie Produkte gefunden und ausgewählt werden. Was davon ist für Ihr KMU wirklich relevant? Die Onlinehändlerbefragung 2026 zeigt, worauf sich Schweizer Onlinehändler jetzt konzentrieren sollten. Wir haben die fünf wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.

In Kürze

  • KI verändert, wie Ihre Kund:innen Produkte suchen, vergleichen und auswählen.
  • Klare Produktinformationen und hilfreiche Inhalte werden für die Sichtbarkeit und Kaufentscheidung immer wichtiger. 
  • Ein einfacher Kauf- und Bezahlprozess sowie der gezielte Einsatz von KI und Automatisierung können zum Erfolg eines Onlineshops beitragen.

Onlinehändlerbefragung 2026: Was beschäftigt den Schweizer Onlinehandel?

Die Onlinehändlerbefragung 2026 der FHNW, die PostFinance als Partnerin unterstützt, zeigt aktuelle Entwicklungen im Schweizer Onlinehandel. Im Fokus stehen unter anderem KI, Automatisierung und die Frage, wie KI-Agenten Suche und Einkauf künftig verändern könnten.

KI entwickelt sich für Onlinehändler zu einem neuen Verkaufskanal

Gemäss der Onlinehändlerbefragung 2026 ist KI für Onlinehändler nicht mehr nur ein Zukunftsthema. Bereits 10 Prozent der befragten Händler bezeichnen Agentic Commerce – also das Einkaufen mithilfe von KI-Agenten – als umsatzrelevanten Kanal. Gleichzeitig halten 51 Prozent die Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen für relevant oder eher relevant. Die klassische Suche bleibt dennoch wichtig: Für 88 Prozent ist Suchmaschinenoptimierung (SEO) weiterhin das wichtigste Marketinginstrument.

Was heisst das für Ihren Onlineshop? Sie müssen nicht alles auf KI ausrichten. Ihre Produkte sollten aber dort gefunden und verstanden werden, wo Ihre Kundschaft sucht. Dafür braucht es vor allem aktuelle Produktinformationen, hilfreiche Inhalte und einen möglichst einfachen Kaufprozess. Die folgenden fünf Tipps zeigen, wo Sie ansetzen können. 

Wie viel kostet das Produkt? Ist es verfügbar? Wann wird es geliefert? Welche Grösse oder Variante passt?

Solche Informationen sind für Ihre Kundschaft entscheidend. Aktuelle und klar strukturierte Angaben zu Produkten, Preisen und Verfügbarkeiten helfen zudem Suchmaschinen und KI-Systemen, Ihre Angebote richtig einzuordnen. Fehlen Angaben oder widersprechen sie sich auf verschiedenen Kanälen, erschwert das Kund:innen und KI-Agenten die Auswahl.

Die wichtigsten Informationen im Blick behalten

Ein guter Ausgangspunkt sind die Produkte, die für Ihr Geschäft besonders relevant sind. Prüfen Sie dort:

  • Stimmen Preis und Verfügbarkeit?
  • Ist die Lieferzeit klar ersichtlich?
  • Sind die wichtigsten Produkteigenschaften angegeben?
  • Sind die Informationen auf Ihren Verkaufskanälen einheitlich?

Sie müssen nicht gleich das gesamte Sortiment überarbeiten. Beginnen Sie mit Ihren wichtigsten Produkten und ergänzen Sie die weiteren Angaben Schritt für Schritt.

Sie kennen Ihre Produkte bis ins Detail. Ihre Kundschaft sucht jedoch nicht immer nach einem bestimmten Artikel, sondern oft nach einer Antwort auf eine konkrete Frage. Zum Beispiel: Welcher Drucker eignet sich für mein kleines Büro? Welche Kaffeemaschine passt zu einem Team mit zehn Mitarbeitenden? Welche Regenjacke eignet sich fürs Velofahren im Herbst?

Genau hier helfen gute Inhalte. Sie zeigen nicht nur, was ein Produkt ist, sondern auch, für wen es sich eignet, welchen Nutzen es bietet und wie es sich von anderen Angeboten unterscheidet. Das erleichtert die Kaufentscheidung. Laut Onlinehändlerbefragung werden relevante Inhalte und klare Website-Strukturen zugleich wichtiger für die Sichtbarkeit in KI-Systemen.

Kundenfragen als Ausgangspunkt

Oft wissen Verkaufs- und Serviceteams bereits, welche Fragen Kund:innen vor einem Kauf beschäftigen. Eine einfache Frage an Ihr Team kann deshalb viel bringen: Welche fünf Fragen hören wir vor dem Kauf immer wieder?

Prüfen Sie anschliessend, ob diese Fragen auf Ihren Produktseiten beantwortet werden. Wo der Platz nicht ausreicht, können beispielsweise Vergleiche, kurze Videos, FAQs oder Blogbeiträge weiterhelfen. Kurz gesagt: Gute Inhalte beschreiben nicht nur Produkte. Sie helfen Ihrer Kundschaft, das passende Produkt auszuwählen.

Für Unternehmer:innen ist weniger wichtig, welches KI-Tool gerade neu auf den Markt kommt, sondern vielmehr, wo KI im Arbeitsalltag tatsächlich entlasten kann. Die Onlinehändlerbefragung zeigt einen konkreten Nutzen: 81 Prozent der Befragten berichten beim Einsatz von KI von Zeitersparnissen, 78 Prozent von höherer Produktivität oder Effizienz. Im Onlineshop kann KI beispielsweise bei folgenden Aufgaben unterstützen:

  • ersten Entwürfen für Produktbeschreibungen,
  • Übersetzungen,
  • der Aufbereitung von Produktinformationen,
  • der Auswertung wiederkehrender Kundenfragen,
  • ersten Antwortentwürfen für den Kundendienst.

Der Einstieg muss für ein KMU nicht kompliziert sein. Statt mehrere Tools gleichzeitig auszuprobieren, beginnen Sie mit einer konkreten Frage: Welche wiederkehrende Aufgabe kostet uns heute viel Zeit und könnte durch KI vereinfacht werden?

Danach lässt sich testen, ob KI bei genau dieser Aufgabe tatsächlich Zeit spart und die gewünschte Qualität erreicht.

Nicht jede Aufgabe muss von Hand erledigt werden. Laut Onlinehändlerbefragung 2026 ist Automatisierung im Onlinehandel bereits verbreitet: 57 Prozent der Befragten überwachen Kennzahlen wie Umsatz, Bestellungen oder Warenkorbwerte ganz oder teilweise automatisch. 56 Prozent automatisieren die Erfassung oder Aufbereitung von Daten, etwa indem sie Informationen aus verschiedenen Systemen zusammenführen. Mitarbeitende bleiben dabei oft eingebunden: Sie prüfen Ergebnisse oder bearbeiten Sonderfälle. Auch im Kundenkontakt lassen sich standardisierte Abläufe automatisieren, beispielsweise:

  • Bestellbestätigungen,
  • Antworten auf häufige Servicefragen,
  • Versand- und Lieferinformationen,
  • passende Informationen nach dem Kauf.

So bleibt mehr Zeit für den persönlichen Kontakt – dort, wo er besonders wichtig ist: bei individuellen Fragen, komplexer Beratung oder Beschwerden. Persönliche Erreichbarkeit und gute Beratung stärken das Vertrauen und die Kundenbeziehung.

Auch nach dem Kauf relevant bleiben

Automatisierung kann auch nach dem Kauf Mehrwert schaffen. Wer beispielsweise eine Kaffeemaschine kauft, kann später Hinweise zur Reinigung oder Entkalkung erhalten. Nach dem Kauf eines Sportartikels können Pflegehinweise folgen. So erhält Ihre Kundschaft zur richtigen Zeit hilfreiche Informationen, ohne dass Ihr Team jede Nachricht einzeln versenden muss. Gute Automatisierung spart Zeit und verbessert zugleich den Service.

Ihre Produkte werden gefunden, die Informationen stimmen und die Kundschaft hat sich entschieden. Jetzt sollte der Kauf möglichst einfach funktionieren. Dabei spielt das Smartphone eine wichtige Rolle. Gerade deshalb lohnt es sich, den eigenen Onlineshop regelmässig selbst mobil zu testen.

Der eigene Shop aus Kundensicht

Bestellen Sie selbst ein Produkt über Ihr Smartphone und achten Sie darauf:

  • Sind Preis und Lieferkosten klar?
  • Lässt sich der Warenkorb einfach bedienen?
  • Sind die für Ihre Kundschaft wichtigen Zahlungsmöglichkeiten vorhanden?
  • Funktioniert die Bezahlung ohne unnötige Schritte?
  • Ist nach dem Kauf klar, dass die Bestellung erfolgreich war?

Was Ihnen selbst umständlich erscheint, kann auch für Ihre Kundschaft eine Hürde sein.

Auch das Bezahlen gehört zum Einkaufserlebnis

Am Ende des Checkouts darf der Kauf nicht an einer umständlichen Bezahlung scheitern. Es geht dabei nicht darum, möglichst viele Zahlungsmöglichkeiten anzubieten. Entscheidend sind die Zahlarten, die zu Ihrer Kundschaft, Ihrem Geschäftsmodell und Ihren Märkten passen. Der Bezahlprozess ist deshalb Teil des gesamten Einkaufserlebnisses – vom Warenkorb und der Wahl der Zahlart über die Zahlung bis hin zur Bestätigung oder einer möglichen Rückerstattung.

Einfach bezahlen im Onlineshop

PostFinance bietet Schweizer Unternehmen Lösungen für Onlinezahlungen. Damit integrieren Sie die passenden Zahlarten in Ihren Onlineshop und richten den Bezahlprozess auf Ihr Geschäftsmodell aus.

Wo sollten Sie anfangen?

Sie müssen nicht alle fünf Themen gleichzeitig angehen. Beginnen Sie dort, wo Ihr Unternehmen oder Ihre Kundschaft heute am meisten profitiert. Drei Dinge können Sie sofort tun:

  1. Kaufen Sie selbst ein Produkt über Ihren Onlineshop auf dem Smartphone
  2. Prüfen Sie Ihre fünf wichtigsten Produktseiten auf fehlende oder widersprüchliche Angaben
  3. Wählen Sie eine wiederkehrende Aufgabe aus, die KI für Sie oder Ihr Team vereinfachen könnte

Damit machen Sie einen wichtigen ersten Schritt, ohne Ihren gesamten Onlineshop neu aufbauen zu müssen.

Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihren Kund:innen hilft

KI wird den Onlinehandel weiter verändern. Für Ihr KMU bedeutet das nicht, dass Sie jedem neuen Trend folgen müssen. Entscheidend ist, dass Ihre Produkte leicht gefunden und verstanden werden, Ihre Kundschaft schnell die richtigen Informationen erhält und der Kauf ohne unnötige Hürden funktioniert. KI und Automatisierung können dort unterstützen, wo sie konkret Arbeit abnehmen oder das Einkaufserlebnis verbessern.

Wer diese Grundlagen im Griff hat, ist auch für die nächsten Veränderungen im Onlinehandel gut vorbereitet.

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