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Erstellt am 13.12.2018

Pensionierung in Sicht – was muss ich beachten?

In wenigen Jahren steht die Pensionierung vor der Tür. Das bedeutet meist eins: viel mehr Zeit. Zeit für Hobbys, Reisen, die Familie oder auch dafür, einfach mal nichts zu tun. Aber auch finanziell wird sich einiges ändern. Wir zeigen Ihnen, welche Fragen Sie sich stellen sollten, um sich optimal auf Ihre Pensionierung vorzubereiten und sich mit einem guten Gefühl pensionieren lassen zu können.

Auch wenn sich die Zeit bis zum Erreichen des Rentenalters oft ganz schön lange anfühlen kann – manchmal geht es dann doch schneller, als man denkt. Träumen Sie also nicht nur von Ihrem Ruhestand, sondern beginnen Sie auch schon damit, diesen aktiv zu planen. Rund zehn bis fünfzehn Jahre vor der Pensionierung sollten Sie im Idealfall mit der Pensionsplanung beginnen. So können Sie sich ideal auf den Renteneintritt vorbereiten und nötige Massnahmen oder Entscheidungen treffen. Wenn Sie sich die folgenden Fragen stellen, schaffen Sie eine Basis für gute Anlageentscheidungen.

Bin ich Frühpensionierer oder Aufschieber?

Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten, ist: Wann möchte oder kann ich mich pensionieren lassen? Wollen und können Sie noch neun bis zehn Jahre voll im Berufsleben stehen und sich ordentlich mit 64 bzw. 65 pensionieren lassen? Oder ist es Ihr Wunsch, das Rentnerleben bereits früher geniessen zu können? Frühpensionierungen sind nicht günstig – im Gegenteil. Für viele Arbeitnehmende, die sich zwar gerne früher pensionieren lassen würden, ist dies aufgrund der finanziellen Lücke meistens nicht möglich. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt «Wie stehts eigentlich um meine Vorsorge?». Sich frühzeitig Gedanken über eine mögliche Frühpensionierung zu machen, lohnt sich – denn dieser Entscheid hat letzten Endes auch einen Einfluss auf Ihren Vermögensaufbau und Ihre Vorsorgestrategie. Bereits mit 58 können Sie sich frühpensionieren lassen und so früher einen spannenden Lebensabschnitt nach der Arbeitsphase antreten. Obwohl die meisten sich auf die Pensionierung freuen, ist der Wunsch nach Weiterarbeit nach Erreichen des AHV-Rentenalters bei einigen da – Sie können nämlich die Pensionierung in Absprache mit dem Arbeitgeber bis 70 aufschieben. Sie können sich auch schrittweise aus dem Arbeitsleben zurückziehen, zum Beispiel indem Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren – sofern dies von Ihrem Arbeitgeber unterstützt wird. Die Spannbreite zwischen Frühpensionierung und Aufschub ist also ziemlich gross – und bietet viele verschiedene Wege, sich aus dem Arbeitsleben zu verabschieden. 

Wie stehts eigentlich um meine Vorsorge?

Gleich wichtig ist es aber auch, dass Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, wo Sie mit Ihrer Vorsorge und generell mit Ihrem Vermögen stehen. Stellen Sie alle nötigen Unterlagen zusammen, die Sie dafür brauchen. Dazu gehören Steuererklärungen, Pensionskassenausweise und ‑reglemente, Ihr Vorsorgeausweis, Auszüge aus Ihrem Vorsorgekonto oder Ihren Vorsorgekonten, Kontoauszüge und Depotübersichten sowie Belege für Wohneigentum (inkl. Unterlagen zu Ihrer Hypothek, die von Ihrem Vermögen abgezogen werden muss) oder Policen Ihrer Lebensversicherung. Dann gilt es, sich zu fragen: Wie viel Geld habe ich bei meiner Pensionierung? Und wie viel brauche ich? Für Ihr Leben nach der Pensionierung benötigen Sie zwischen 70 und 80 Prozent des Budgets, das Sie davor monatlich gebraucht haben. AHV und Pensionskasse decken diesen Betrag in der Regel nicht komplett. Deshalb ist es wichtig, dass Ihre private Vorsorge auf Kurs ist: Haben Sie die Option für Einzahlungen in die Säule 3a stets genutzt? Können Sie hier in den nächsten Jahren noch etwas optimieren? Lohnt sich ein Einkauf in Ihre Pensionskasse, um später auch mehr Rente zu erhalten? Vielleicht besteht auch Potenzial, Ihrem Kapital aus der 3. Säule mit einem Vorsorgefonds zu mehr Rendite zu verhelfen. Mehr dazu finden Sie im Artikel «Vorsorgekonto 3a versus Vorsorgefonds – Wie Sie mehr aus Ihrer Vorsorge machen».

Wie möchte ich meine Pensionskassengelder beziehen?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie Ihr Pensionskassenguthaben beziehen können: Entweder lassen Sie sich alles auf einmal auszahlen, beziehen Ihr Kapital monatlich als Rente oder entscheiden sich für eine Mischung daraus. Relevant für diese Entscheidung ist natürlich auch, wie Sie Ihr Rentnerleben verbringen möchten. Wandern Sie aus? Möchten Sie ein Ferienhaus kaufen? Oder möglichst gleich weiterleben wie bisher und jeden Monat ein Einkommen beziehen? Meist lohnt es sich, die Lebenshaltungskosten, die Monat für Monat anfallen, mit einer Rente abzudecken und den Rest als Kapital zu beziehen. Setzen Sie sich hier aber auch mit der gestaffelten Auszahlung Ihrer Pensionskasse auseinander und prüfen Sie, ob Ihre Pensionskasse das Geld auf beispielsweise mehrere Freizügigkeitskonten überweist. Denn dann können Sie allenfalls die Steuerbelastung, die beim Bezug der PK-Gelder entsteht, etwas minimieren. Mehr dazu finden Sie im Beitrag «Steuern sparen mit der Säule 3a».

Informieren Sie sich zudem über den Umwandlungssatz Ihrer Pensionskasse. Dieser bestimmt nämlich, wie viel Geld Sie jährlich als Rente erhalten. Konkret heisst das: Wenn Sie CHF 80’000.– an PK-Guthaben haben und der Umwandlungssatz 6,8% beträgt, bekommen Sie nach Ihrer Pensionierung jährlich CHF 5’440.– (6,8% Ihres Kapitals) ausbezahlt. Der Mindestumwandlungssatz für das obligatorische PK-Kapital wird vom Bund festgelegt, für das überobligatorische PK-Kapital wird der Umwandlungssatz direkt von der jeweiligen Vorsorgestiftung festlegt und ist in der Regel deutlich niedriger als der Satz für den obligatorischen Teil. Der Umwandlungssatz ist also ein wichtiger Indikator, der die Höhe Ihrer Altersrente bestimmt. Und: Wer sich frühpensionieren lässt, muss einen tieferen Umwandlungssatz in Kauf nehmen – sowohl für das obligatorische wie auch das überobligatorische Guthaben.

Wie sieht mein Budget nach der Pensionierung aus?

Budgetieren Sie Ihr Leben als Pensionär oder Pensionärin genau. Wie viel Geld brauchen Sie jeden Monat für Ihre Lebenshaltungskosten? Und wie können Sie diese decken? Vergessen Sie dabei nicht, dass viele Posten, die Sie im Berufsleben von den Steuern abziehen konnten (Berufsauslagen, Einzahlungen in die Säule 3a) nun nicht mehr abgezogen werden können. So erkennen Sie auch schnell, ob Sie eine Einkommenslücke haben, die Sie noch decken müssen bzw. wie hoch diese ist. Budgetpläne, mit denen Sie Ihr Budget vor und Ihr Budget nach der Pensionierung simpel gegenüberstellen können, finden Sie online. Grundlegende Informationen zum Thema Budget finden Sie in unserem Artikel «Kontrolle über Ihre Finanzen mit dem richtigen Budget».

Wie muss ich meine Anlagestrategie anpassen?

Je nach dem, in welchem Alter Sie mit der Pensionsplanung beginnen, können Sie mit Geldanlagen auch Ihr Vermögen gezielt aufbauen. Dazu gehört auch Ihre private Vorsorge mit der Säule 3a: Profitieren sie langfristig von den Chancen des Aktienmarktes aus Ihrem Vorsorgekonto 3a, indem Sie beispielsweise in einen Vorsorgefonds investieren, wobei der Aktienanteil je nach Risiko-Rendite-Profil variieren kann. Der Entscheid, wie Sie später dann Ihre Pensionskassengelder beziehen möchten, hat auch Einfluss auf Ihre Anlagestrategie: Beziehen Sie Ihr Kapital auf einmal, verfügen Sie auf einen Schlag über einen hohen Betrag und haben so eine finanzielle Flexibilität, diesen in unterschiedliche Finanzinstrumente anzulegen. Wenn Sie Ihr Pensionskassenguthaben als Rente beziehen, verfügen Sie über eine gewisse Sicherheit, und es erhöht die Vertrautheit, wie bei einer monatlichen Lohnzahlung. Bei einer Mischform haben Sie eine sichere Basis durch die Rente und verfügen dennoch über ein Kapital, das Sie frei anlegen können.

Nach Ihrer Pensionierung gilt es dann, noch einmal einen Blick auf Ihre Anlagestrategie zu werfen. Dann geht es nicht mehr um den Vermögensaufbau, sondern darum, Ihr Einkommen zu sichern – sodass Sie Ihren wohlverdienten Ruhestand geniessen können, ohne sich Sorgen um Geld machen zu müssen.

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