11.07.2018

Wie Sie mehr aus Ihrer Vorsorge machen

Das Vorsorgekonto 3a ist den meisten bereits bekannt. Zahlen auch Sie jedes Jahr auf Ihr Vorsorgekonto ein und bekommen dafür Zinsen? Wissen Sie auch, dass ein Vorsorgefonds eine Alternative im Rahmen der Säule 3a sein kann? Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie mit einem Vorsorgefonds noch mehr aus Ihrer privaten Vorsorge machen können, und erklären Ihnen im praktischen Vergleich die Unterschiede zwischen Vorsorgekonto und Vorsorgefonds.

Frühzeitig mit der privaten Vorsorge zu beginnen, ist wichtig – warum, das erklären wir Ihnen im Artikel «Vorsorgen: Ihre ersten Schritte zum Anleger». In diesem Artikel geben wir Ihnen auch eine praktische Übersicht über das Drei-Säulen-Prinzip und dessen Bestandteile. Die private Vorsorge via Säule 3a sollte den meisten bekannt sein: Die Vorsorge via Säule 3a ist gebunden, das heisst, Sie können nicht jederzeit frei über die einbezahlten Gelder verfügen. Das bedeutet aber nicht, dass die Säule 3a nur aus einem entsprechenden Konto bestehen muss – es gibt auch hier verschiedene Möglichkeiten, wie Sie mit der Säule 3a vorsorgen können: Entweder nutzen Sie ein Vorsorgekonto oder Sie legen Ihr Geld in einen Vorsorgefonds an. Hier erfahren Sie die Unterschiede zwischen dem konventionellen Vorsorgekonto 3a und Vorsorgefonds:

Mindest- und Maximalbetrag und Einzahlung

  • Vorsorgekonto 3a

    Einen Mindestbetrag für eine Einzahlung bzw. die Pflicht für die Eröffnung eines Vorsorgekontos gibt es nicht. Ein bestimmter Maximalbetrag kann vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, sofern er bis Ende des Steuerjahres auf das Konto eingezahlt wurde. Die genauen Beträge für Angestellte und Selbstständigerwerbende werden jährlich neu festgelegt. Hier können Sie die aktuell geltenden Maximalbeträge nachschauen: https://www.ch.ch/de/dritte-saule
  • Vorsorgefonds

    Einen Vorsorgefonds können Sie zeichnen, wenn Sie bereits ein Vorsorgekonto 3a besitzen. Wie viel Geld Sie in Ihren Vorsorgefonds investieren möchten, entscheiden Sie selber. Sie können zum Beispiel nur einen Teil des auf dem Vorsorgekonto 3a einbezahlten Kapitals in einen Fonds übertragen – das ist schon ab CHF 100.– möglich. Oder aber Sie können entscheiden, dass automatisch das jährlich einbezahlte Kapital von Ihrem Vorsorgekonto 3a in Ihren Vorsorgefonds investiert wird – auch hier gelten die aktuellen Maximalbeträge.

Bezug des Vermögens / Anlagehorizont

  • Vorsorgekonto 3a

    Einmal einbezahlt, verbleibt Ihr Vorsorgegeld bis mindestens fünf Jahre vor Ihrer Pensionierung auf Ihrem Konto. Ein Vorbezug ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, z.B. wenn Sie das Geld nutzen, um Wohneigentum zu erwerben, aus der Schweiz wegzuziehen oder sich selbstständig zu machen. Ein weiterer Sonderfall ist eine vollständige Invalidität – auch dann ist ein Bezug möglich. Generell ist das Vorsorgekonto also eine langfristige Anlage – wie lange hängt davon ab, wann Sie mit einer Einzahlung beginnen.
  • Vorsorgefonds

    Geld aus Ihrem Vorsorgefonds können Sie jederzeit wieder auf das damit verbundene Vorsorgekonto 3a zurückzahlen. Sie können das investierte Geld also nicht auf ein beliebiges Konto transferieren oder auszahlen lassen. Aber: Sie können selber entscheiden, ob Sie lieber mittel- oder langfristig in Ihrem Vorsorgefonds investiert bleiben möchten.

Risiko

  • Vorsorgekonto 3a

    In Bezug auf das Risiko unterscheidet sich Ihr Vorsorgekonto kaum von einem Sparkonto: Ein Verlustrisiko könnte lediglich bei einem allfälligen Konkurs Ihrer Bank bzw. der Vorsorgestiftung eintreten. In diesem Fall treten aber diverse Gesetze in Kraft, die Ihr Geld bis zu einem gewissen Punkt schützen.
  • Vorsorgefonds

    Wie bei allen Fonds gibt es auch bei Vorsorgefonds verschiedene Risikoklassen – je nach Risikoklasse unterliegt Ihr Fonds also unterschiedlich starken Wertschwankungen. Welches Risiko Sie eingehen möchten, entscheiden Sie bei der Wahl Ihres Fonds, basierend auf Ihrem Anlegerprofil und Ihrem Anlagehorizont. Sollte Ihre Bank Konkurs gehen, gelten Fonds jedoch als Sondervermögen und fallen nicht in die Konkursmasse Ihrer Bank.

Vermögensentwicklung

  • Vorsorgekonto 3a

    Sie erhalten jährlich einen marktüblichen Zins und profitieren vom Zinseszinseffekt, da Sie Ihr Vorsorgegeld über einen langen Zeitraum auf Ihrem Vorsorgekonto lassen. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld beeinflusst den Zinseszinseffekt jedoch negativ.
  • Vorsorgefonds

    Mit Fonds können Sie in der Regel von durchschnittlich höheren Renditen profitieren als mit einem Vorsorgekonto 3a. Jedoch müssen Sie dafür auch Kursschwankungen in Kauf nehmen, je nachdem, wie viel Risiko Sie eingehen möchten. Dies ist abhängig von der Gewichtung des Aktienanteils des gewählten Fonds. Da der Anlagehorizont bei Vorsorgegeldern eher langfristig ist, kann ein höheres Risiko eingegangen werden, was wiederum mit einer höheren Rendite entschädigt werden kann. Über den längeren Zeitraum hat ein Vorsorgefonds die Möglichkeit, sich auch bei negativen Marktentwicklungen wieder zu erholen.

Dass private Vorsorge wichtig ist, ist klar, und mit einem Vorsorgekonto ist der erste Schritt in die richtige Richtung schon einmal gemacht. Es lohnt sich aber durchaus, auch den Einsatz eines Vorsorgefonds zu prüfen. Welches Risiko Sie dabei eingehen möchten, entscheiden Sie selber. Das Angebot an Vorsorgefonds bietet für alle Anlegerinnen und Anleger eine passende Lösung. Ihr Berater hilft Ihnen gerne weiter.

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