19.06.2018

Kontrolle über Ihre Finanzen mit dem richtigen Budget

Bevor Sie mit dem Geldanlegen beginnen, ist es wichtig, sich im Klaren darüber zu sein, welchen Betrag Sie regelmässig für Investitionen zur Seite legen können. Dafür brauchen Sie nicht unbedingt eine professionelle Buchhaltung oder Budgetberatung. In wenigen Schritten können Sie Ihr Budget selbst erstellen und ermitteln, wie viel Geld Sie einnehmen, wie viel monatlich in welche Ausgaben fliesst und wo allenfalls noch Potenzial besteht, etwas Geld zu sparen oder anzulegen.

Ein Haushaltsbudget ist nicht nur etwas für Leute, die zum ersten Mal Geld verdienen, oder Menschen, die über ein geringes Einkommen verfügen. Wer sein Budget kennt und im Griff hat, erkennt schnell, wo die Geldfresser im Alltag liegen, und kann so seine Ziele oder Träume auch einfacher erreichen – seien es Ferien, das neue Auto oder die Weiterbildung. Gleichzeitig können Sie mit einem eigenen Budget auch einen monatlichen Betrag zur Seite legen und diesen dann in die Anlage investieren, die zu Ihnen passt.

Budget erstellen Schritt für Schritt

Einnahmen vor Ausgaben: Listen Sie zuerst all Ihre Einnahmen auf, um einen Überblick darüber zu haben, wie viel Geld regelmässig reinkommt. Dazu gehören Einnahmen aus Ihrem Haupterwerb, aber auch allfällige Nebenerwerbstätigkeiten oder Unterhalts- und Alimentszahlungen, die Sie erhalten.

Dann geht es an die Kosten: Stellen Sie als Erstes Ihre monatlichen Fixkosten zusammen. Dazu gehören Wohnkosten (Miete oder Hypothekarzinsen), Versicherungs- und Krankenkassenbeiträge, Abos (beispielsweise für ÖV, Privatfernsehen, Musikkanäle, Zeitschriften usw.), Radio- und Fernsehgebühren, Handy und Internet, Elektrizität oder Kosten für Ihr Auto. Auch die Steuern gehören zu den Fixkosten – wenn Sie den genauen Betrag noch nicht kennen, können Sie meist ungefähr einschätzen, in welchem Rahmen sich diese bewegen.

Danach kümmern Sie sich um die Aufstellung der sogenannten variablen Budgetposten – das sind Kosten, die zwar wie die Fixkosten jeden Monat anfallen, sich aber von Monat zu Monat ändern können und von Ihrem Lebensstil abhängig sind. Hierhin gehören Kosten für Lebensmittel oder auswärtige Verpflegung, Haushaltskosten wie Putzmittel oder Waschpulver und persönliche Ausgaben wie Kleidung, Beautyprodukte, Coiffeurbesuche oder auch Genussmittel. Und: Auch die Kosten für die Haustiere gehen gerne mal vergessen. Notieren Sie genau, wie viel Sie für Ihren vierbeinigen Begleiter monatlich ausgeben.

Sind die monatlichen Kosten aufgestellt, geht es um die Rückstellungen: Planen Sie monatlich einen Beitrag für Notfälle (Arztkosten, Handyreparatur, Ersatz von Elektrogeräten usw.) ein und allenfalls sogar einen fixen Betrag für Einzahlungen in die Säule 3a. 

Was nach dem Abzug dieser Ausgaben von Ihren Einnahmen noch übrig bleibt, ist Ihr Sparpotenzial – je nach Ihrem Anlegerprofil können Sie einen Teil dieses Betrags zum Beispiel in Anlagefonds, Aktien oder andere Anlagearten investieren. Die einfachste Art und Weise ist eine regelmässige Investition mittels eines Fondssparplans bzw. eines Dauerauftrags auf das Sparkonto. 

Geldfressern auf der Spur

Was, wenn kein Geld mehr für Rückstellungen und Anlagen übrig bleibt, Sie Ihr Budget allenfalls sogar überziehen? Wenn Sie Ihr Budget sauber erstellt haben, erkennen Sie schnell, wie Sie Ihr Geld ausgeben und wo es allenfalls Sparpotenzial gibt. Vielleicht ist die Wohnung zu teuer, vielleicht essen Sie nur auswärts, statt selbst zu kochen, oder Sie zahlen Abogebühren für Dinge, die Sie gar nicht brauchen. Auf der Website der Budgetberatung Schweiz (Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster www.budgetberatung.ch) finden Sie weitere Tipps und Informationen dazu.

Tipps für einfaches Sparen

Ein Tipp, um Ihr Budget in den Griff zu bekommen: Nutzen Sie Ihr Smartphone! Es gibt viele clevere Apps, mit denen Sie Ihr monatliches Budget planen und kontrollieren können. Auch unsere Excel-Vorlage für Ihr Budget kann Ihnen helfen, eine Planung zu erstellen und monatlich zu führen. Die Vorlage ist beliebig ergänzbar – ganz so, wie Sie es für Ihre persönliche Lebenssituation benötigen.

Budgetieren und Anlegen gehen also Hand in Hand – wenn Sie sich erstmal mit Ihrem Budget und Geldfressern im Alltag auseinandergesetzt haben, erkennen Sie schnell, wo Potenzial besteht, durch cleveres Anlegen noch etwas mehr aus Ihrem Geld zu machen.

Eine andere Möglichkeit ist ein physisches Sparschwein, das Sie zum Beispiel jeden Abend mit Münzen aus Ihrem Portemonnaie füttern. So kommt schnell ein Betrag zusammen, den Sie sparen oder anlegen können. Für PostFinance-Kunden gibt es sogar ein E-Kässeli, mit dem Sie bei jeder Zahlung mit der PostFinance Card direkt auf den nächsten Franken (oder die nächsten fünf oder zehn Franken) aufrunden und den Rundungsbeitrag in ein virtuelles Sparschweinchen einzahlen können, oder das E-Cockpit, welches im E-Finance Ihre Ausgaben in verschiedene Kategorien gruppiert und Ihnen somit einen besseren Überblick über Ihre Finanzen ermöglicht.

Für regelmässiges Sparen lohnt sich ein Dauerauftrag auf ein Sparkonto, regelmässig anlegen können Sie zum Beispiel mit monatlichen Zeichnungen via Fondssparplan.

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