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Erstellt am 03.07.2019

Barrier Reverse Convertibles zur Renditeoptimierung

In einem für Anleger herausfordernden Umfeld mit seitwärts tendierenden Märkten oder nur leicht steigender Tendenz geniessen Produkte zur Renditeoptimierung eine hohe Beachtung. Nicht zuletzt die anhaltend niedrigen Zinsen stellen Investoren vor die Frage, wie sich stabile, attraktive Renditen erzielen lassen, bei einem gleichzeitig vertretbaren Risiko.

Barrier Reverse Convertibles (BRC) – zu Deutsch «Aktienanleihen» – scheinen eine der möglichen Antworten zu sein. Aus der Kategorie der Renditeoptimierungsprodukte gehören sie zu den beliebtesten strukturierten Produkten in der Schweiz. Mehr über strukturierte Produkte erfahren Sie im Artikel «Strukturierte Produkte zur Ergänzung Ihres Portfolios».

Barrier Reverse Convertibles sind genau ein solches Instrument: BRC verfügen über einen oder mehrere Basiswerte (wie beispielsweise ein Korb an Aktien oder Indizes) und einen festen Coupon. Das heisst, dass der Coupon beim Abschluss des strukturierten Produktes festgelegt und regelmässig ausbezahlt wird, unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes. Wie die englische Produktbezeichnung signalisiert, ist auch eine Barriere Teil der Konstruktion. Was mit dem von Anleger in einen BRC investierten Kapital geschieht, hängt davon ab, ob diese Barriere zu irgendeinem Zeitpunkt während der Laufzeit auf oder unterhalb der Barriere notiert.

Verschiedene Szenarien mit oder ohne Barriere-Ereignis

Grundsätzlich sind drei verschiedene Szenarien möglich:

Szenario 1

Es trifft kein Barriere-Ereignis ein. Der Anleger erhält 100% seiner Investition zurück sowie den Coupon.

Szenario 2

Der Basiswert handelt am Ende der Laufzeit, falls ein Barrier Event eingetreten ist, oberhalb der Anfangsfixierung (Barriere-Ereignis). Der Anleger erhält 100% seiner Investition zurück sowie den Coupon. 

Szenario 3

Der Basiswert handelt am Ende der Laufzeit auf oder unterhalb der Anfangsfixierung (Barriere-Ereignis). Der Anleger erhält den Basiswert mit Einstandskurs auf Höhe des Ausübungspreises physisch ausgeliefert. Dies wird über das Ausübungsverhältnis pro BRC geregelt. Die Fraktionsanteile, die bei der Teilung des Stückelungsbetrags durch den Ausübungspreis der Aktie entstehen, werden bar ausbezahlt. Der Anleger erhält zusätzlich dazu den Coupon.

Renditechancen in schwankenden Märkten

Neben niedrigen Zinsen sehen sich Anleger auch volatilen Aktienmärkten ausgesetzt. Entsprechend der individuellen Risikoneigung und Renditeerwartung bieten hier strukturierte Produkte gewisse Renditechancen an. Im Falle von Barrier Reverse Convertible (BRC) liegt die Attraktivität auch in der Auszahlungsstruktur: Der Coupon wird bei der Lancierung des strukturierten Produkts festgelegt und dann regelmässig ausbezahlt, unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswerts. Damit sind BRC in seitwärts tendierenden oder leicht fallenden Märkten gegenüber einer Direktanlage in Aktien oftmals im Vorteil. Von letzteren profitieren Investoren erst, wenn die Kurse steigen oder wenn Dividenden ausgeschüttet werden.

Nicht ganz risikolos

Dieser zweifellos attraktive Aspekt von BRC ist gleichwohl auch mit Risiken verknüpft. Bei stark steigenden Kursen sind Direktanlagen in Aktien gegenüber Barrier Reverse Convertible (BRC) im Vorteil, da deren Ertrag auf den fixierten Coupon und Laufzeit begrenzt ist. Liegt der Kurs des Basiswerts am Laufzeitende über dem Anfangskurs, erhält der Anleger gleichwohl lediglich die Anfangsinvestition und den Coupon zurück. Der Anleger partizipiert also weder am Kursgewinn noch an einer allfälligen Dividendenausschüttung des Basiswerts.

Der bedingte Kapitalschutz fällt indes dahin, wenn der Kurs des Basiswerts während der Laufzeit die Barriere durchbricht.

Nicht nur Coupon beachten

Kunden müssen also damit rechnen, am Ende der Laufzeit Wertschriften im Depot zu besitzen. Sie können nicht davon ausgehen, dass die Barriere hält. Anleger sollten deshalb vor der Investition in BRC abwägen, ob sie ein allfälliges Aktienrisiko tragen wollen. Nur auf den attraktiven Coupon zu schielen, wäre eine zu einseitige Betrachtung; ferner gilt es auch das Emittentenrisiko, beziehungsweise die Bonität des Herausgebers, zu berücksichtigen. Dies kann einerseits durch die Wahl von Produkten verschiedener Emittenten erfolgen. Andererseits kann das Risiko durch eine gezielte Wahl von Produkten eines Emittenten mit einer guten Bonität reduziert werden.

Anders als beispielsweise Anlagefonds gehören BRC, und allgemein strukturierte Produkte, nicht zum Sondervermögen. Bei einem Konkurs des Emittenten wäre das in BRC investierte Kapital nicht geschützt. Die Wahl des Emittenten ist deshalb nicht zu unterschätzen.

Anlagemöglichkeit für Kenner

Generell eignen sich BRC für Anleger, die sich mit strukturierten Produkten auskennen und die von einem seitwärts tendierenden oder leicht steigenden / leicht sinkenden Kursverlauf des Basiswertes ausgehen. Wer in BRC investieren will, sollte sich auch darüber Gedanken machen, ob die zugrunde liegende Aktie ins Portfolio passen würde. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, bieten BRC eine attraktive Möglichkeit zur Renditeoptimierung.

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