Der Onlineshop im KI-Zeitalter: bereit für das neue Suchverhalten?

05.01.2026

Immer mehr Kund:innen starten ihre Produktsuche nicht im Onlineshop, sondern mit einer KI-Anfrage über ChatGPT, Perplexity und Co. Doch viele Shops tauchen in diesen Antworten noch nicht mit ihrem Angebot auf.

In Kürze

  • Das Suchverhalten der potenziellen Kunden verändert sich
  • Saubere Daten sind wichtig, um bereit zu sein für KI
  • Schritt für Schritt vorzugehen ist die beste Strategie

KI verändert die Ansprüche an einen Onlineshop

Wenn KI Sortimente prüft, Preise vergleicht und Produkte empfiehlt, nutzt sie nur Daten, die sie versteht, und genau hier geht viel Sichtbarkeit verloren.

Unklare Produktinformationen, fehlende Struktur oder Inhalte, die KI nicht richtig interpretieren kann. Das muss Shopinhaber:innen nicht verunsichern – im Gegenteil: Es eröffnet Chancen.

Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur im Browser, sondern zunehmend in der Konversation mit KI. Dieser Wandel prägt den Handel Schritt für Schritt und er erfolgt nicht als plötzlicher Bruch, sondern als kontinuierliche Entwicklung. Genau deshalb ist Hektik unnötig, aber überlegtes Vorgehen sinnvoll. KI verändert das Kaufverhalten – und das eröffnet Herausforderungen und Chancen zugleich.

Wer heute dranbleibt, seine Daten Schritt für Schritt verbessert und mit neuen Technologien experimentiert, schafft sich den nötigen Vorsprung für morgen.

Die Daten müssen sauber sein, weil die Kundenbindung im KI-Zeitalter noch elementarer wird.
Darius Zumstein, Professor FHNW im Retail Special Podcast

KI ist für den Onlineshop Herausforderung und Chance

Künstliche Intelligenz verändert den Handel tiefgreifend. Die Onlinehändlerbefragung der FHNW zeigt, dass heute bereits über 80 Prozent der Händler:innen KI für Marketing oder Content nutzen. Doch der eigentliche Wandel steht erst bevor: die Automatisierung der Kaufentscheidung.

Laut Gartner werden im Jahr 2030 rund 30 Prozent der Transaktionen von KI-Agenten ausgelöst – nicht mehr von Menschen. Das bedeutet: KI-Systeme suchen Produkte, vergleichen Preise und lösen Bestellungen teils autonom aus.

Für Händler:innen hat das eine klare Konsequenz: Der Onlineshop muss maschinenlesbar werden, um auch im KI-Zeitalter gefunden zu werden. Statt SEO, also Search Engine Optimization, rückt GEO, Generative Engine Optimization, ins Zentrum.

Was bedeutet GEO?

GEO – Generative Engine Optimization – sorgt dafür, dass Produkte von KI-Systemen wie ChatGPT oder Perplexity gefunden und korrekt wiedergegeben werden. Entscheidend sind dazu: klare Daten, strukturierte Beschreibungen und konsistente Inhalte.

Warum strukturierte Produktdaten jetzt entscheidend werden

Die Entwicklung zum KI-unterstützten Einkaufsprozess ist zwar relevant, aber sie kommt nicht über Nacht. Die nächsten Jahre sind eine Übergangsphase und eine Chance, das eigene Fundament zu verbessern.

Strukturierte Produktdaten sorgen dafür, dass Informationen korrekt angezeigt werden. Sie erleichtern die Suche, reduzieren Rückfragen und erhöhen die Relevanz in KI-gestützten Empfehlungen. Damit wird Datenpflege zu einem Hebel für bessere Kundenerlebnisse.

Nicht zuletzt verschiebt sich der Wettbewerb: Nicht nur das beste Einkaufserlebnis entscheidet, sondern auch die zugrundeliegenden Daten. Gute Produktinformationen werden zur neuen Verkaufsfläche, Händler:innen, die sich frühzeitig darauf einstellen, werden langfristig erfolgreicher verkaufen.

Im Onlinegeschäft wird das emotional gesteuerte Kauferlebnis abgelöst von einem für agentische Systeme auf API-Basis optimiertes Erlebnis.
David Kauer, PostFinance, Retail Special Podcast

Kleine Schritte, grosse Wirkung: Wo die Datenoptimierung für KI beginnt

  • Die wichtigsten 20 Produkte definieren und für KI optimieren
  • Produktinformationen klar strukturieren, Attribute wie Farben, Varianten und Masse vollständig pflegen und im Onlineshop, ERP und PIM konsistente Begriffe nutzen
  • Erste GEO Checks durchführen (Was erkennt ein KI-System vom Shop?)

Diese Schritte sind klein, aber sie schaffen intern erste gute Learnings und sorgen dafür, dass Händler:innen bei Kund:innen sichtbar bleiben, die KI im Suchprozess nutzen.

Trotz KI: Qualität in der Kundenbeziehung bleibt das wichtigste Differenzierungsmerkmal!

Trotz technologischer Veränderungen bleibt eines zentral: die Qualität der Beziehung zu den Kund:innen. Nähe, Beratung, Verlässlichkeit und Service unterscheiden Schweizer Händler:innen und diese Werte bleiben relevant.

KI kann unterstützen, Prozesse vereinfachen und Zeit freimachen. Sie ersetzt aber nicht das, was Händler:innen besonders macht: echte Verbundenheit, lokale Verankerung und Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Kundschaft.

Dranbleiben ist der wirkungsvollste Schritt

Der Innovationsdruck ist zwar spürbar, aber er ist beeinflussbar – und zwar für Händler:innen in jeder Grösse. Wer heute seine Onlineshopdaten stärkt, KI pragmatisch nutzt und offen für neue Entwicklungen bleibt, sichert sich einen klaren Vorteil.

Es geht nicht darum, alles auf einmal zu lösen. Es geht darum, konsequent dranzubleiben – Schritt für Schritt.  So entsteht Zukunftssicherheit. Und so bleibt der Handel beweglich in einer Zeit, die sich schnell verändert.

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