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Erstellt am 12.09.2019

Lebenslanges Lernen: Fünf Tipps zum Lernen mit Freude

Eine Wahl haben wir nicht: Lebenslanges Lernen ist für den Berufsalltag ein Muss. Doch wie können wir uns fürs Lernen begeistern und Motivationsschwierigkeiten beseitigen? Lerncoach Rita-Lena Klein liefert sechs Tipps für mehr Freude am Lernen.

Für Rita-Lena Klein, die in ihrer Praxis Menschen bei Fragen rund ums Lernen unterstützt, ist lebenslanges Lernen kein Luxus, sondern gerade im Zeitalter der Digitalisierung eine Notwendigkeit. Lernen mache unabhängig von den Belehrungen anderer und lernen könne sogar glücklich machen. Dabei sei es wichtig, lernen zu wollen – und nicht lernen zu müssen. Hier sind ihre Tipps, um am lebenslangen Lernen Freude zu gewinnen:

Tipp 1: Stellen Sie sich beim Lernen immer die Frage nach dem «Warum»

Lebenslanges Lernen wird nur funktionieren, wenn Sie sich nach dem «Warum» fragen. Wollen Sie zum Beispiel etwas dazulernen, um sich kompetent zu fühlen und dadurch Ihr Selbstbewusstsein zu stärken? Oder wollen Sie lernen, weil Sie auch in Zukunft Ihren Job ausüben möchten? Wer sich seines (Lern-)Ziels bewusst ist, schöpft daraus die nötige Motivation. Beantworten Sie dann für sich selbst folgende Fragen:

  1. Muss ich überhaupt etwas lernen, um mein Ziel zu erreichen?
  2. Ist mir das gesteckte Ziel genügend wichtig und bin ich entsprechend bereit, den Lernaufwand auf mich zu nehmen?
  3. Glaube ich fest daran, dass mir die ausgewählte Weiterbildung oder der Kurs dabei helfen wird, mein Ziel zu erreichen? Und glaube ich fest daran, dass ich mit Einsatz mein Ziel erreichen kann? 

Tipp 2: Verwechseln Sie lebenslanges Lernen nicht mit Büffeln und Pauken

Verbinden Sie Lernen nur mit Pauken und Büffeln und der Herausforderung, in möglichst wenig Zeit möglichst viele Fakten und Daten in Ihr Hirn zu bringen? Lernen im Erwachsenenalter muss anders sein, denn Pauken ist langfristig nicht nachhaltig. Im Berufsleben geht es darum, sich neue Kompetenzen anzueignen. Dazu muss man nebst Wissen auch Können erlangen und das braucht Übung und Training. Sich passiv berieseln zu lassen, bringt beim lebenslangen Lernen wenig. Viel zielbringender ist es, die Dinge aktiv zu begreifen, sodass das Lernen an den eigenen Sinn- und Bedeutungskontext anknüpft.

Tipp 3: Lernen Sie Methoden kennen, die Ihnen beim Lernen helfen

Es gibt sehr viele wertvolle Methoden, die Ihnen beim Lernen helfen können. Die Kunst ist es, das eigene Lernverhalten kennenzulernen und die richtigen Methoden auszuwählen. Die folgenden Beispiele sind nur ein kleiner Auszug aus einer grossen Palette an Möglichkeiten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie positive Emotionen beim Lernen unterstützen. Sie erleichtern nicht nur das Lernen, sondern führen zu mehr Erfolg, was die Motivation wiederum ankurbelt.

  • Kategorisieren und priorisieren: Sie wollen einen Vortrag einmal auswendig lernen? Teilen Sie diesen in kleinere Lerneinheiten an zehn Minuten auf. Starten Sie mit der ersten Lerneinheit und repetieren Sie diese noch ein paar Mal am gleichen Tag und gleich am nächsten Tag. Dann kommt die zweite Lerneinheit hinzu usw.
  • Lernen in der Gruppe: Haben Sie Mühe, im stillen Kämmerchen zu lernen? Dann schliessen Sie sich mit anderen zusammen.
  • Assoziativ denken: Tasten Sie sich an neue Themen heran, indem sie sich fragen, was Sie darüber bereits wissen. Eine solche assoziative Vorgehensweise ist beispielsweise die ABC-Liste. Überlegen Sie sich zu jedem Buchstaben des Alphabets, was Ihnen zum Beispiel zum Thema Finanzen in den Sinn kommt (also etwa A für Automat, aus dem man Geld zieht, F wie Freizeit (wie viel Geld brauche ich für mein Hobby) oder Z wie Zahlungsmöglichkeiten (TWINT, Bargeld, Kreditkarte usw.)). 

Tipp 4: Eignen Sie sich Wissen an, um darauf aufzubauen

Eins vorneweg: Ihr Hirn ist das einzige Organ, das wächst, ohne grösser zu werden! Es kann demnach nicht platzen – auch wenn Sie es im Lauf Ihres Lebens mit noch so viel Wissen und Können füttern. Aber es kann schrumpfen, wenn es keine neuen Reize erhält. Je mehr wir lernen, desto mehr neue Nervenzellen werden erzeugt und desto mehr wächst unser Hirn. Und je mehr wir bereits wissen, desto einfacher wird es, neue Informationen aufzunehmen. Wenn Sie sich also in einem Bereich gut auskennen, wird Ihnen das weitere Lernen zu diesem Thema immer leichter fallen.

Tipp 5: Halten Sie beim Lernen die Plateauphase durch

Das kennen Sie sicherlich auch: Bei der Aneignung von neuen Fähigkeiten lernt man anfänglich durch konsequentes und wiederholtes Training viel hinzu und die Lernkurve steigt steil an – und dann kommt die Phase, in der die Lernkurve stagniert. Trotz gleicher aufgewendeter Trainingszeit steht das Lernen still. Dann ist man bei der Lernkurve in der Plateauphase angelangt. Halten Sie durch und trainieren Sie weiter! In solchen Phasen verfestigt Ihr Gehirn die neuen Strukturen. Dies ist enorm wichtig für den weiteren Lernfortschritt. Sobald die Baustelle vollendet ist, geht es plötzlich wieder merklich besser vorwärts.

Rita-Lena Klein ist zertifizierte Lernberaterin/Lerncoach und diplomierte Fachpsychologin FH. Sie berät und unterstützt in ihrer Praxis kompetenz-beratung in Zürich Menschen aller Altersstufen, beim Lernen die eigenen Stärken zu finden.  

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