Diese Seite hat eine durchschnittliche Bewertung von %r von maximal 5 Sternen. Total sind %t Bewertung vorhanden.
Bewertung (%t)
Erstellt am 15.11.2018

Wie sich die Inflation auf Ihre Anlage auswirkt

Von der Inflation haben wohl die meisten schon mal gehört. Schliesslich kommt sie immer wieder in den Medien vor – ob im Zusammenhang mit der Hyperinflation in Entwicklungsländern oder der Inflationserwartung in der Schweiz. Auch für Anleger ist die Inflation ein spannendes Thema: Sie kann einerseits die Aktienmärkte in Aufruhr versetzen, andererseits aber können Anleger mit schlauen Investitionen der Teuerung entgegenwirken.

Inflation und Teuerung – was ist das überhaupt? Meist stellen sich Anleger in der Schweiz diese Frage gar nicht. Dennoch hat die Inflation auch Einfluss darauf, wie stark es sich lohnt, Geld anzulegen. Oder umgekehrt: Weshalb sich Sparen statt Anlegen erst recht nicht lohnt. Von einer Inflation spricht man dann, wenn das generelle Preisniveau steigt. Das heisst: Produkte werden teurer bzw. wir können uns mit dem gleichen Lohn weniger leisten (Teuerung). Das merken wir insbesondere bei Lebensmitteln oder den Stromkosten. Geschehen kann das, weil zum Beispiel Rohstoffe oder Arbeitskräfte teurer werden. Wenn zum Beispiel der Einkauf von Erdöl teurer wird, werden auch die damit hergestellten Produkte teurer. Die Kaufkraft nimmt also ab.

Die wichtigste Ursache für eine Inflation liegt aber meist in der Geldpolitik eines Landes: Wenn die Zentralbank eine lockere Geldpolitik fährt und entsprechend Banken mehr Geld zur Verfügung stellt (zum Beispiel in Form von Krediten), steigt auch die Menge an verfügbarem Geld an. Meist steigt dadurch auch die Nachfrage von Konsumenten für verschiedenste Produkte an – und deren Preise erhöhen sich.

Berechnet wird die Inflation aufgrund eines Warenkorbs, der Artikel des täglichen Bedarfs beinhaltet. Diese Berechnung kann also für alle Länder gemacht werden und ist vergleichbar. Mit durchschnittlichen 0,5% bis 1% verfügt die Schweiz über eine moderate Inflationsrate. Eine sehr hohe Inflation, bei der die Geldmenge stark erhöht wird und die Inflationsrate um die 50% pro Monat ansteigt, ist eher selten. Sie ist ein Indikator für eine Krise in den jeweiligen Ländern. Solche Beispiele von Hyperinflation, bei denen Banknoten in absurd hohen Beträgen gedruckt werden, sieht man am häufigsten in Entwicklungsländern.

Der Leitzins: wichtiger Regulator für die Inflation

Eng mit der Inflation verbunden ist der sogenannte Leitzins. In der Schweiz wird er von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bestimmt, um die Inflation zu steuern. Der Leitzins ist der Zins, zu dem sich Banken Geld von der SNB ausleihen können. Die Banken wiederum geben diesen in Form von Schuldzinsen an Unternehmen weiter. Wenn die Leitzinsen tief sind, werden die Kredite für Unternehmungen und Konsumenten günstiger. Dadurch werden die Investitionen lukrativer und führen so zu Wirtschaftswachstum. Und: Konsumenten geben dank niedrigen Zinssätzen auf Kredite auch mehr Geld aus. Dadurch wächst die Wirtschaft und entsprechend auch die Inflation. Sparer hingegen ärgern sich, weil sie auf ihr Gespartes nur wenig Rendite erhalten.

Wenn die Leitzinsen hoch sind, freuen sich die Sparer: Sie bekommen mehr Zinsen auf ihr Sparkonto. Kreditnehmer und Konsumenten hingegen nehmen weniger Kredite auf oder geben weniger Geld aus. Die Wirtschaft verlangsamt sich, weil die Menschen in der Regel auch etwas weniger Geld ausgeben.

Wenn Sie also wieder mal hören oder lesen, dass die SNB oder die US-Notenbank die Leitzinsen gesenkt oder erhöht hat, wissen Sie, was passiert: Es fliesst mehr oder weniger Geld in die Wirtschaft. Natürlich passen die Notenbanken die Leitzinsen nicht nur wegen der Inflation an.

Deshalb ist die Inflation auch für Ihre Anlage wichtig

Jede Anpassung der Leitzinsen oder Änderung der Inflationsrate hat Auswirkungen auf den Finanzmarkt. Der Aktienmarkt zum Beispiel profitiert von einer moderaten Inflation bis zu 4%. Sie bedeutet eine wachsende Wirtschaft mit konsumfreudigen Menschen. Wenn die Inflation aber zu stark ansteigt, sorgt dies für Unsicherheit. Sie kann darauf hindeuten, dass wichtige Länder eine zu lockere Geldpolitik führen. Das wiederum kann ein Anzeichen für eine Wirtschaftskrise oder strukturelle Probleme sein.

Obligationen hängen im Gegensatz zu Aktien stark von Leitzinsänderungen ab: Wenn Sie eine Obligation gekauft haben, die tiefe Zinsen bietet, verliert diese an Wert, sobald neue Obligationen mit höheren Zinsen auf den Markt kommen. Der richtige Zeitpunkt für Investitionen in Obligationen ist also entscheidend. Wenn die Inflation moderat ist, legen daher viele Anleger ihr Geld lieber in Aktien statt in Obligationen an. 

Gold als Inflationsschutz

Wenn die Inflationsraten hoch sind, setzen viele Anleger auf Gold. Dies hat aber in erster Linie einen psychologischen Hintergrund: Sachwerte – wie eben Edelmetalle – geben Anlegern insbesondere in turbulenten Zeiten wie Wirtschaftskrisen oder Börsenkorrekturen ein sichereres Gefühl als Aktien, Obligationen oder Fonds. Gold ist meist erst dann als Inflationsschutz geeignet, wenn die Inflationsraten bei über 5% liegen – oder eine Hyperinflation herrscht. Mehr dazu finden Sie im Artikel «Wie kann ich in Rohstoffe investieren?».

Anleger profitieren gerade bei tiefer Inflation mehr als Sparer

In Zeiten, in denen eher tiefe Zinsen für Sparkonten herrschen, profitieren Anleger also mehr als Sparer: Sparer schaffen es oft nur knapp, die Inflation auf ihr Gespartes mit den Zinserträgen auszugleichen. Anleger hingegen können mit schlauen Investitionen auch in einem Tiefzinsumfeld profitieren. Schlau heisst auch, die richtigen Firmen und Branchen zu wählen: Wer höhere Inflationsraten erwartet, sollte in Unternehmen investieren, die dann für ihre Güter auch tatsächlich höhere Preise verlangen können. Bezüglich inflationsbedingter Risiken müssen sich Anleger heute aber keine Sorgen machen: Inflationsraten zwischen 1% und 3%, wie sie zurzeit in der Schweiz, den meisten EU-Staaten und den USA herrschen, weisen auf eine moderate bis gute Wirtschaftslagen hin.

Sie können die Seite mit 1 bis 5 Sternen bewerten. 5 Sterne ist die beste Bewertung.
Bewertung (%t)

Das könnte Sie ebenfalls interessieren