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Erstellt am 21.06.2018

Vorsorgen: Ihr erster Schritt zum Anleger

Vorsorge ist wichtig, damit Sie den Herbst des Lebens nicht in Armut verbringen. Eine wahre Weisheit: Man kann nicht früh genug damit beginnen, Geld für die Zeit nach der Pensionierung zurückzulegen. Dabei hilft es zu verstehen, was Altersvorsorge überhaupt ist. Und was hat Anlegen damit zu tun?

In der Schweiz ist die Altersvorsorge auf drei Säulen aufgebaut: die staatliche AHV-Rente, die berufliche Vorsorge – zum Beispiel die Pensionskasse – und die private Vorsorge. Während die staatliche und berufliche Vorsorge in den meisten Fällen bereits geregelt ist, müssen Sie sich um die private Vorsorge selbst aktiv kümmern. Erfahrungswerte zeigen nämlich, dass Schweizer nach der Pensionierung rund 80% ihres bisherigen Einkommens benötigen. Meistens kann dieser Betrag nicht alleine über die erste und zweite Säule abgedeckt werden.

Grafische Übersicht über das Schweizer 3 Säulen Konzept zur Vorsorge. Unterteilt wird in die 1., 2. und 3. Säule. Die 1. Säule entspricht der staatlichen Vorsorge und beinhaltet AHF/IV und Ergänzungsleistung. Sie dient der Existenzsicherung. Die 2. Säule entspricht der beruflichen Vorsorge und beinhaltet die obligatorischen BVG und UVG sowie allfällige überobligatorische Pensionskassenleistungen. Sie dient der Sicherung des gewohnten Lebensstandards. Die 3. Säule entspricht der privaten Vorsorge und beinhaltet die gebundene Vorsorge mittels Säule 3a sowie die freie Vorsorge mittels Säule 3b. Sie dient der Ergänzung beziehungsweise der Schliessung von allfälligen Vorsorgelücken.

Säule 3a: gebundene Vorsorge

Es lohnt sich also, sich nicht nur auf die obligatorischen Beiträge in die staatliche Absicherung zu verlassen, sondern die Altersvorsorge auch selbst in die Hand zu nehmen. Besonders attraktiv ist dabei die Säule 3a. Als Arbeitnehmer mit Pensionskasse beträgt der Maximalbetrag, den Sie in die dritte Säule einzahlen können, rund CHF 7’000.– pro Jahr. Der Maximalbetrag ändert sich alle paar Jahre, informieren Sie sich also jährlich zum aktuellen Stand. Selbstständigerwerbende können höhere Beträge einzahlen. Ende Jahr können Sie diesen Betrag dann vom steuerbaren Einkommen abziehen – es zahlt sich also aus, diesen Betrag wenn möglich auszuschöpfen. Aber auch wenn Sie nicht den Maximalbetrag einzahlen können oder möchten, lohnt sich die Säule 3a – denn auch mit kleineren Beträgen können Sie Steuern sparen und von besseren Zinsen profitieren. Seien Sie sich aber bewusst, dass es sich bei der Säule 3a um eine gebundene Vorsorge handelt: Sie darf frühestens fünf Jahre vor und spätestens fünf Jahre nach dem Erreichen des Pensionsalters ausbezahlt werden. Frühzeitige Auszahlungen sind nur in gewissen Fällen – zum Beispiel bei der Finanzierung eines Eigenheims – möglich.

Vorsorgen heisst auch Anlegen

Für Ihr Dritte-Säule-Geld gibt es bei fast allen Banken ein Vorsorgekonto 3a. Auf dieses können Sie den Maximalbetrag mit mehreren Überweisungen oder auch als Ganzes einzahlen – zum Beispiel, indem Sie einen Bonus oder 13. Monatslohn nutzen. Sie können Ihr Vorsorgekapital aber auch in eine Lebensversicherung einzahlen oder in einen Vorsorgefonds anlegen – und so Ihren ersten Schritt vom Sparer hin zum Anleger machen. Vorsorgefonds gibt es viele – je nachdem, wie viel Risiko Sie mit Ihrem Vorsorgegeld eingehen können oder möchten, gibt es Fonds mit unterschiedlich hohen Aktienanteilen. Im Vergleich zu Vorsorgekonten oder Versicherungen können Sie hier direkt von positiven Entwicklungen der Finanzmärkte profitieren – in den letzten zehn Jahren lag die Rendite je nach Fondsart teilweise bei über 30%. Bei einem langfristen Anlagehorizont kann da einiges an Kapital zusammenkommen.

Säule 3b: freie Vorsorge

Und dann gibt es auch noch die Säule 3b. Hier profitieren Sie zwar nicht von Steuerprivilegien, dafür können Sie Ihr Kapital frei anlegen. Das beinhaltet zum Beispiel Wertpapiere, Aktien, Wohneigentum oder Sparkonten.

Es gibt also viele Möglichkeiten zur Altersvorsorge. Im Rahmen Ihrer privaten Vorsorge können Sie relativ unkompliziert Geld anlegen und von attraktiven Renditen profitieren. Beginnen Sie so früh wie möglich damit, für die Zeit nach der Pensionierung zu planen, damit Sie auch im Alter finanziell unabhängig sind und Ihr Leben nach der Pensionierung in vollen Zügen geniessen können.

Rechenbeispiel:
Angenommen, Sie beginnen im Alter von 20 Jahren mit Einzahlungen in die gebundene Vorsorge, erhalten Sie nach 45 Jahren CHF 326’530.– ausbezahlt, wenn Sie jährlich den Maximalbetrag von CHF 6’768.– (Maximalbetrag 2018) einbezahlen würden. Dank dem gleich bleibenden Zins von 0,3% sind davon CHF 21’970.– reine Zinsen (inkl. Zinseszins).

Beginnen Sie bei gleichen Konditionen erst zehn Jahre später mit Einzahlungen, also im Alter von 30 Jahren, bekommen Sie mit 65 Jahren CHF 250’117.–  (CHF 13’237.– reine Zinsen). Wenn Sie erst mit 35 Jahren mit Einzahlungen in die Säule 3a beginnen, so sind es noch CHF 212’761.–  (CHF 9’721.– reine Zinsen).

Sie sehen – es ist nie zu früh, mit dem Vorsorgen zu beginnen. Auch wenn Sie nicht von Anfang an immer den Maximalbetrag einzahlen können, so lohnt es sich doch, schon in jungen Jahren in Ihre Zukunft zu investieren. Und: Informieren Sie sich zu Vorsorgefonds – diese bieten meist eine höhere Rendite als Vorsorgekonten, insbesondere, wenn Sie längerfristig anlegen.

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