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Erstellt am 21.06.2018 | Aktualisiert am 28.01.2021

Altersvorsorge: Ihr erster Schritt zum Anleger

Vorsorge ist wichtig, damit Sie den Herbst des Lebens nicht in Armut verbringen. Eine wahre Weisheit: Man kann nicht früh genug damit beginnen, Geld für die Zeit nach der Pensionierung zurückzulegen. Dabei hilft es zu verstehen, was Altersvorsorge überhaupt ist. Und was hat Anlegen damit zu tun?

In der Schweiz ist die Altersvorsorge auf drei Säulen aufgebaut:

  • Die erste Säule bildet die staatliche AHV-Rente
  • Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge – zum Beispiel die Pensionskasse
  • Die dritte Säule ist die private Vorsorge

Während die staatliche und berufliche Vorsorge in der Schweiz in den meisten Fällen bereits geregelt ist, ist die private Vorsorge freiwillig. Das heisst, Sie müssen sich um die private Vorsorge selbst aktiv kümmern.Erfahrungswerte zeigen nämlich, dass Schweizer nach der Pensionierung rund 80% ihres bisherigen Einkommens benötigen. Meistens kann dieser Betrag nicht allein über die erste und zweite Säule abgedeckt werden.

Säule 3a: Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen und Steuern sparen mit der gebundenen Vorsorge

Es lohnt sich also, sich nicht nur auf die obligatorischen Beiträge aus der staatlichen Absicherung zu verlassen, sondern die Altersvorsorge möglichst früh auch selbst in die Hand zu nehmen. Besonders attraktiv ist dabei die Säule 3a. Als Arbeitnehmer mit Pensionskasse beträgt der Maximalbetrag, den Sie jährlich in die dritte Säule einzahlen können CHF 6‘826.– pro Jahr (Stand 2020). Der Maximalbetrag ändert sich alle paar Jahre, informieren Sie sich also jährlich zum aktuellen Stand. Selbstständigerwerbende können höhere Beträge einzahlen. Ende Jahr können Sie die Einzahlung dann vom steuerbaren Einkommen abziehen – es zahlt sich also aus, den Maximalbetrag wenn möglich auszuschöpfen.

Aber auch wenn Sie nicht den Maximalbetrag einzahlen können oder möchten, lohnt sich eine Einzahlung in die Säule 3a – denn auch kleinere Beträge summieren sich über die Jahre. Der Steuereffekt spielt also unabhängig von der aktuellen Verzinsung auf dem Vorsorgekonto 3a eine wichtige Rolle. Seien Sie sich aber bewusst, dass es sich bei der Säule 3a um eine gebundene Vorsorge handelt: Sie darf frühestens fünf Jahre vor und spätestens fünf Jahre nach dem Erreichen des Pensionsalters ausbezahlt werden. Frühzeitige Auszahlungen sind nur in gewissen Fällen – zum Beispiel bei der Finanzierung eines Eigenheims – möglich.

Vorsorgen heisst auch Anlegen

Für die private Vorsorge 3a bieten die meisten Banken ein Vorsorgekonto an. Auf dieses können Sie den Maximalbetrag mit mehreren Einzahlungen oder auch als Ganzes einzahlen – zum Beispiel, indem Sie einen Bonus oder der 13. Monatslohn einzahlen.

Sie können Ihr Vorsorgekapital aber auch in eine Lebensversicherung einzahlen oder in einem Vorsorgefonds anlegen – und so Ihren ersten Schritt vom Sparer hin zum Anleger machen. Vorsorgefonds gibt es viele – je nachdem, wie viel Risiko Sie mit Ihrem Vorsorgekapital eingehen können oder möchten, gibt es Fonds mit unterschiedlich hohen Aktienanteilen. Im Vergleich zu Vorsorgekonten oder Versicherungen können Sie hier direkt von den Entwicklungen an den Finanzmärkten profitieren und haben so die Chance, durchschnittlich eine höhere Rendite zu erzielen. Bei einem langfristen Anlagehorizont kann da einiges an Kapital zusammenkommen. Erfahren Sie mehr zu den Unterschieden zwischen einem Vorsorgekonto und einem Vorsorgefonds in unserem Beitrag «Wie Sie mehr aus Ihrer Vorsorge machen».

Säule 3b: Legen Sie Ihr Kapital ungebunden an mit der freien Vorsorge

Und dann gibt es auch noch die Säule 3b. Hier profitieren Sie zwar nicht von Steuerprivilegien, dafür können Sie Ihr Kapital frei anlegen. Das beinhaltet zum Beispiel Wertpapiere, Aktien, Wohneigentum oder Sparkonten.

Es gibt also viele Möglichkeiten zur Altersvorsorge. Im Rahmen Ihrer privaten Vorsorge können Sie relativ unkompliziert Geld anlegen und von attraktiven Renditen profitieren. Beginnen Sie so früh wie möglich damit, für die Zeit nach der Pensionierung zu planen, damit Sie auch im Alter finanziell unabhängig sind und Ihr Leben nach der Pensionierung in vollen Zügen geniessen können.

Rechenbeispiel

Angenommen, Sie beginnen im Alter von 20 Jahren mit Einzahlungen in die gebundene Vorsorge, erhalten Sie nach 45 Jahren CHF 347‘530.– ausbezahlt, wenn Sie jährlich den Maximalbetrag von CHF 6‘883.– (Stand 2021) einbezahlen würden. Dank dem gleich bleibenden Zins von 0,15% sind davon CHF 11‘830.– reine Zinsen (inkl. Zinseszins).

Beginnen Sie bei gleichen Konditionen erst zehn Jahre später mit Einzahlungen, also im Alter von 30 Jahren, bekommen Sie mit 65 Jahren CHF 265’788.–  (CHF 7‘067.– reine Zinsen). Wenn Sie erst mit 35 Jahren mit Einzahlungen in die Säule 3a beginnen, so sind es noch CHF 226’959.–  (CHF 5’203.– reine Zinsen).

Sie sehen – es ist nie zu früh, mit dem Vorsorgen zu beginnen. Auch wenn Sie nicht von Anfang an immer den Maximalbetrag einzahlen können, so lohnt es sich doch, schon in jungen Jahren in Ihre Zukunft zu investieren. Und: Informieren Sie sich zu Vorsorgefonds – diese bieten die Chance auf eine langfristig höhere Rendite als Vorsorgekonten.

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