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Erstellt am 10.01.2019

Wann lohnt es sich, in Gold und Silber zu investieren?

Regelmässig nimmt das Interesse an Edelmetallen als Anlagemöglichkeit zu – meist dann, wenn die Inflation steigt, wenn es an den Märkten zu einer Börsenkorrektur kommt oder einfach wenn eine gewisse wirtschaftliche Unsicherheit herrscht. Seit Langem schon gelten Edelmetalle als «sicherer Hafen» in Krisenzeiten. Wann lohnt es sich, sein Geld in Gold, Silber und Co. zu investieren? Und wie funktioniert das eigentlich genau?

Edelmetalle dienen seit jeher als Wertanlagen. Gold, Silber und andere Edelmetalle werden nicht nur zu Schmuck verarbeitet – nach wie vor ist der Kauf von Silber oder Gold eine Anlagemöglichkeit, um das Portfolio zu diversifizieren und gegen Inflationsrisiken abzusichern. Es gibt also gute Gründe, in Edelmetalle zu investieren.

Besonders Anleger, die Angst haben, dass der Aktienmarkt kollabiert, setzen gerne auf physische Edelmetalle wie Silber- oder Goldbarren. Diese Anleger spekulieren oft auch auf einen Anstieg der Preise: Weil Gold, Silber, Platin und Co. nicht unbegrenzt vorkommen, verknappen sich diese Rohstoffe, wenn die Nachfrage ansteigt. Und dann steigt folglich auch der Preis.

Edelmetalle sind nicht nur etwas für private Anleger: Institutionen wie der Internationale Währungsfonds (IWF), die Schweizer Nationalbank oder die US-Notenbank setzen auf Goldreserven als krisenresistente Kapitalanlagen. Die USA verfügt aktuell sogar über die höchsten Goldvorräte weltweit. 

Was sind Edelmetalle wert?

Sie als Anleger können Edelmetalle an der Börse (auch online), im Handel oder sogar in Onlineshops kaufen. Wer Barren oder Münzen kauft, sollte aber unbedingt auch die Qualität und eine faire Preissetzung überprüfen. Was besonders günstig erscheint, muss ganz genau unter die Lupe genommen werden. Allgemein empfiehlt es sich, auf einen hohen Reinheitsgrad der Barren und Münzen zu achten. Zudem sollte der Hersteller von der Londoner Rohwarenbörse London Bullion Market Association (LBMA) zertifiziert sein. 

Münzen sind ein Sonderfall: Für Münzen gibt es einen grossen Sekundärmarkt, auf dem sie rasch erworben oder verkauft werden können. Sammlermünzen, wie beispielsweise die kanadische Maple Leaf, der Wiener Philharmoniker oder auch das Schweizer Goldvreneli, sind hier vielversprechende Anlagen und können mit etwas Glück teuer weiterverkauft werden. Der Wert dieser Münzen wiederspiegelt aber nicht direkt den Preis des Materials, aus dem sie bestehen. Sehr seltene Goldmünzen können beispielsweise um ein Vielfaches teurer sein als ihr Gegenwert in reinem Gold. 

Achtung vor volatilem Kurs und zusätzlichen Kosten!

Edelmetalle gelten als sicher, ja. Vergessen Sie jedoch nicht, dass auch die Preise von Gold, Silber, Platin oder Palladium sehr volatil sein können. Zudem werfen Goldbarren oder Silbermünzen in ihrer physischen Form weder Zinsen noch Dividenden ab. Und auch die Lagerung im Tresor, Transport und Versicherung verursachen Kosten. Nicht zuletzt müssen Anleger beim Kauf von Silber, Platin und Palladium in der Schweiz die Mehrwertsteuer bezahlen. Einzig Gold ist davon befreit. Und auch das nur, wenn sich das Gold in Form von Goldbarren befindet.

Gerade beim Ankauf von Goldmünzen oder Silbermünzen entstehen ausserdem Kosten durch teils hohe Preisspannen. Anleger sind also auf eine Kurssteigerung des entsprechenden Edelmetalls angewiesen, bevor sie mit Gewinn verkaufen können. In jedem Fall empfiehlt es sich, vor dem Kauf die Preise verschiedener Banken und Händler zu vergleichen.

Direkt oder indirekt investieren?

Wer direkt in ein Edelmetall investiert, erwirbt dieses physisch. Der Vorteil ist, dass diese Geldanlage, meist in Form von Münzen oder Barren, entweder zu Hause verwahrt oder in einem Bankschliessfach hinterlegt werden kann – dafür verlangen die meisten Banken eine Miete für das Schliessfach. Physisches Gold oder physisches Silber zu kaufen, ist eine von vielen Möglichkeiten in Edelmetalle zu investieren – und nicht immer die Beste.

Durch indirekte Investitionen können Anleger von Renditen oder Dividenden profitieren. Die Auswahl ist gross: Neben klassischen Fonds stehen Anlegern ETF (Exchange Traded Fund), ETC (Exchange Traded Commodities) sowie Aktien zur Verfügung.

Goldfonds decken oft einen Teil des Vermögens in physischen Goldbarren ab und ergänzen den Rest mit Wertpapieren, die einen Bezug zu Gold, Platin, Silber oder Palladium haben – also zum Beispiel Aktien von Goldminen. Es gibt aber auch Fonds, die ihr komplettes Fondsvermögen ausschliesslich in physische Edelmetalle anlegen. Wer in diese Fonds anlegt, sollte sein Portfolio zusätzlich mit Wertpapieren oder anderen Fonds ergänzen, um sicherzustellen, dass kein Klumpenrisiko aus physischen Edelmetallen besteht. Es gibt auch ETFs, die komplett in physisches Gold investieren und solche, die breiter diversifiziert sind.

Auch Gold-Futures oder Silber-Futures (Termingeschäfte auf Gold oder Silber) sind eine Möglichkeit, indirekt in diese Anlageklassen zu investieren. Gehandelt werden sie etwa an der New York Mercantile Exchange (NYMEX), der weltweit grössten Warenterminbörse mit Sitz in New York. 

Nach wie vor ein «sicherer Hafen»

Edelmetall gilt also auch in der Schweiz nach wie vor als «sicherer Hafen». Gerade in turbulenten Zeiten mit steigender Inflation wird vermehrt nach Sachanlagen gefragt – der aktuelle Goldpreis und der aktuelle Silberpreis werden dann von vielen Investoren hoffnungsvoll verfolgt. Mehr zum Thema Inflation finden Sie übrigens im Artikel «Wie sich die Inflation auf Ihre Anlage auswirkt».

Wer in Edelmetalle anlegen möchte, sollte aber die Volatilität von Goldkurs und Silberkurs nicht ausser Acht lassen. Und auch anfallende Gebühren, Lagerkosten und die Mehrwertsteuer können einen möglichen Wertgewinn beim Verkauf erheblich schmälern.

Gold, Silber und Co. sind also tatsächlich eine interessante Option – und zwar nicht nur in ihrer physischen Form als Goldbarren oder Silbermünzen. Auch das indirekte Investieren in Wertpapiere oder Fonds kann dabei helfen, das Anlageportfolio zu diversifizieren. In jedem Fall lohnt es sich zu überlegen, ob direkt oder indirekt in Edelmetalle investiert werden soll.

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