21.08.2018

Hausse und Baisse – was Bulle und Bär an der Börse verloren haben

In Frankfurt stehen sie, an der Wall Street in New York oder in Shenzhen findet man sie ebenfalls – Statuen von Bullen und Bären. Was die beiden Tiere mit Finanzgeschäften zu tun haben? Sie stehen symbolisch für die zwei wichtigsten Marktphasen der Börse: die Hausse und die Baisse. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

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An der Börse gilt der Bulle als Optimist: Er investiert sein Geld aus der Überzeugung, dass die Kurse steigen und er dann eine hohe Rendite erzielen kann. Der Bär hingegen ist ein Pessimist: Er setzt darauf, dass die Kurse sinken werden. Aus diesen beiden Symbolen und den damit verbundenen Eigenschaften stammen die Begriffe vom «Bullenmarkt» und vom «Bärenmarkt». 

Was man unter einem Bullen- und einem Bärenmarkt versteht

In einem sogenannten «Bullenmarkt» steigen über einen längeren Zeitraum die Kurse. Auch der Begriff «Hausse» beschreibt diese Situation. Eine Hausse basiert auf den Erwartungen der Investoren an positive Entwicklungen an den Märkten. Anleger, die auf steigende Kurse setzen, gelten deshalb als «bullish».

Der «Bärenmarkt» (oder die «Baisse») beschreibt das Gegenteil. Die Anleger haben wenig Vertrauen in den Markt, in einzelne Branchen oder Unternehmen. Sie gehen davon aus, dass die Kurse fallen werden – dementsprechend nennt man Anleger, die auf sinkende Kurse setzen auch «bearish».

Dank unterschiedlicher Erwartungen der Anleger und derer darauf basierenden Handlungen gibt es Bewegung im Markt – «bearishe» und «bullishe» Anleger sorgen dafür, dass sich Kurse ständig auf- und abwärts bewegen.

Der «Bulle» und der «Bär» sind also prima Gedankenstützen für das Auf und Ab der Börse und die Eigenschaften der Anleger: Wenn ein Bulle angreift, stösst er mit den Hörnern nach oben. Greift ein Bär an, schlägt er mit seinen Tatzen nach unten.

Die Börse als Stierkampfarena

Woher die Symbole vom Bullen und dem Bären kommen, ist nicht abschliessend bekannt. Eine mögliche Erklärung: Der Spanier Don Joseph de la Vega schrieb im 16. Jahrhundert «Die Verwirrung der Verwirrungen», das möglicherweise älteste Buch über Börsen. Beim Besuch der Amsterdamer Börse fühlte er sich an südamerikanische Stierkämpfe erinnert, bei denen manchmal Bullen gegen Bären kämpfen mussten. 

Boom, Crash, Rallye – wie Börsen sonst noch umschrieben werden

Rund um die Baisse und Hausse gibt es einige weitere Begriffe, die Sie bestimmt auch kennen: Der «Boom» zum Beispiel bezeichnet eine ausgeprägt starke Hausse, eine Phase stark steigender Kurse. Durch übertrieben hohe Erwartungen kann daraus aber auch eine Spekulationsblase entstehen. Wie das genau funktioniert, erklären wir Ihnen im Artikel «Was ist eine Spekulationsblase?».

Der «Crash» beschreibt das Gegenteil des Booms, also stark fallende Kurse. Das bekannteste Beispiel aus der jüngeren Geschichte dazu ist die Finanzkrise 2008, die wir Ihnen im Artikel «Finanzkrise 2008 – der Rückblick und die Lehren daraus» genauer erklären.

Neben dem Boom und dem Crash gibt es auch die «Rallye», eine kurze Phase, in der Kurse stark steigen. In diesem Zusammenhang taucht oft der Begriff der «Jahresendrallye» auf.

Und dann gibt es da noch die «Marktkorrektur», eine zeitlich befristete Gegenbewegung der Kurse. Ein Beispiel dafür ist ein kurzes Absinken der Kurse innerhalb einer allgemeinen Hausse.

Die Börse ist ein stetes Auf und Ab

Es gehört zur Natur der Börse, dass sich Aktienkurse laufend verändern. Eine Börse ist ein Marktplatz, auf dem Anleger aufeinandertreffen. Diese Anleger sind «bearish» oder «bullish» eingestellt. Sie setzen damit auf fallende oder steigende Preise und bringen dadurch die Börsenkurse in ständige Bewegung. Warum Aktienkurse schwanken, erklären wir Ihnen im Beitrag «Wieso schwanken Kurse?».

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