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Erstellt am 22.05.2019

Mehr als sparen: Geld anlegen in unsicheren Zeiten

Wie wird sich die Wirtschaftslage in den nächsten Jahren entwickeln? Mit welchen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen ist zu rechnen? Für Anleger, die sich in unsicheren Zeiten wähnen oder Börsenkorrekturen erwarten, ist es kein Leichtes, die richtigen Anlageentscheide zu treffen. Da stehen Profis vor ähnlichen Herausforderungen wie unerfahrene Anleger. Doch auch in vermeintlich schwierigen Zeiten gibt es Anlagen, bei denen das Risiko überschaubar bleibt.

Finanzkrise, Währungskrisen, Schuldenblasen, Börsenkorrekturen – es sind die negativen Ereignisse und Entwicklungen an den Finanzmärkten, die sich in den letzten Jahren in die Gedächtnisse der Anleger eingebrannt haben. Wenig erstaunlich, dass in der Folge viele Anleger verunsichert sind und das Risiko ihrer Anlagen möglichst tief halten wollen. Geld anzulegen ist aber auch für sicherheitsbedachte Anleger möglich und durchaus lohnend. Umso mehr, als das Geld auf dem Sparkonto kaum mehr Zinsen abwirft. Mit einer passenden Anlagestrategie können Anleger auch in turbulenten Zeiten ruhig schlafen. Folgende Anlagen gelten als relativ krisenresistent:

  • Obligationen von Schweizer Unternehmen mit guter Schuldnerbonität
  • Festgelder in Schweizer Franken
  • Bundesobligationen (auch «Eidgenossen» genannt)
  • Und schliesslich auch bestimmte Sachwerte

Sicherheit hat ihren Preis

Je tiefer das Risiko, das ein Anleger eingeht, desto tiefer ist die Rendite, die die Anlage verspricht – was im Moment dazu führt, dass die Bundesobligationen gar negative Renditen erwirtschaften. Dazu trägt unter anderem die Tiefzinspolitik bei, welche die Notenbanken seit der Finanzkrise 2008 verfolgen. Mehr zur Finanzkrise 2008 und ihrer Auswirkung auf die Finanzmärkte finden Sie im Artikel «Finanzkrise 2008 – der Rückblick und die Lehren daraus»

Obligationen als Alternative

Also: Eine sehr sichere Anlage mit guten Renditen und hoher Liquidität zu finden, ist unmöglich. Die drei Ziele Sicherheit, Renditen und Liquidität stehen bei der Geldanlage in Konkurrenz zueinander. Im Artikel «Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster Das magische Dreieck der Geldanlage» wird dieser Konflikt in einem Video veranschaulicht.

Immerhin gibt es aber Anlagen, die trotz relativ hoher Sicherheit vergleichsweise attraktive Renditen abwerfen: Obligationen. Vor allem gilt das für Obligationen in Schweizer Franken und mit guter Schuldnerbonität. Allerdings unterliegen auch Obligationen bestimmten Risiken. Steigen zum Beispiel die Zinsen am Markt, verliert eine bereits laufende Obligation an Wert, weil neu emittierte Obligationen einen höheren Coupon bieten und somit attraktiver sind. Eine Obligation mit einem Nennwert von CHF 100.– und einem Zinssatz von 5% ist in einem Tiefzinsumfeld also wertvoller als eine Obligation mit dem gleichen Nennwert, aber einem Zinssatz von 2%. Diese Konstellationen können entstehen, da die Obligationen zu einem fixen Zinssatz über mehrere Jahre verzinst sind, die Marktzinsen sich aber stetig verändern können. Bei ausländischen Obligationen wiederum darf das Währungsrisiko nicht vergessen werden. Wechselkurse sind stark an geldpolitische Entscheide im In- und Ausland sowie an wirtschaftliche Entwicklungen gekoppelt. Wie sich diese Wechselkurse verhalten, lässt sich auch für Experten nur schwer vorhersagen. Entsprechend sollten sicherheitsorientierte Anleger ihre Währungsrisiken konsequent gegen Kursverluste absichern («Hedging») – oder Wertpapiere in Fremdwährungen generell meiden. Auch viele Wandelanleihen («Convertible Bonds») gehören zu den als konservativ geltenden Wertpapieren, weisen jedoch einige Besonderheiten auf, deren sich Anleger bewusst sein sollten. Mehr dazu finden Sie im Artikel «Convertible Bonds».

Langfristige Anlage – der Schlüssel zum Erfolg mit Aktien

Auch wenn Obligationen und Festgelder meist risikoärmere Anlagen sind, sollten auch in schwierigen Zeiten Aktien nicht verteufelt werden. Anleger, die Aktien halten, spüren Korrekturen und Krisen zwar stärker, doch wer über einen langen Zeitraum zurückblickt, findet an den Aktienmärkten einen über die Jahre hinweg verlaufenden positiven Trend. Insbesondere Anleger, die über einen längeren Zeitraum investieren, sollten sich also nach Möglichkeit auch mit Aktien beschäftigen. Grundsätzlich gilt: Je länger der Anlagehorizont ist, desto grösser kann der Aktienanteil in einem Portfolio sein – denn langfristig addieren sich bei vielen Aktien die Schwankungen eben doch zu einem Aufwärtskurs zusammen. Anleger, die also in der Lage sind, ein etwas höheres Risiko einzugehen und langfristig investiert zu bleiben, können ihr Portfolio entsprechend mit ausgewählten Aktien ergänzen und so ihre Chancen auf höhere Renditen steigern. Anleger, die ihr Geld in kurzer Zeit wieder benötigen und eine absolut sicherheitsbedachte Strategie umsetzen möchten, sollten sich grösstenteils an Obligationen halten. 

Sicherheit dank breiter Diversifikation

Egal, ob Sie in Obligationen oder Aktien investieren – eine gute Absicherung bietet ein Portfolio, in dem möglichst unterschiedliche Anlageklassen, Länder und Branchen vertreten sind. Wer auf Basis seines persönlichen Anlegerprofils auf diese Art diversifiziert investiert, minimiert das Risiko, bei einer negativen Entwicklung Geld zu verlieren. Wie Diversifikation genau funktioniert, erklären wir Ihnen im Artikel «Diversifikation – weshalb Sie nicht alle Eier in einen Korb legen sollten» . Nun ist es nicht einfach, sich ein diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen. Dafür gibt es heute unterschiedliche Fondsarten. Ein Fonds ist eine Sammlung verschiedener Aktien, Anleihen oder Immobilien aus unterschiedlichen Branchen oder Ländern – je nach Zusammensetzung des Fonds. Es gibt sogar Fonds, die auf verschiedene Anlegerprofile zugeschnitten sind.

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