19.09.2018

Die verschiedenen Arten von Aktien

Auch wenn im Alltag oft nur von Aktien als solche die Rede ist, gibt es nicht nur eine Art von Aktien – sondern einer Vielzahl davon. Sie unterscheiden sich in verschiedenen Punkten voneinander. Wir geben einen Überblick.

In der Regel lassen sich Aktien nach ihrer Übertragbarkeit, nach den Rechten, die mit ihrem Besitz verbunden sind, und nach ihrem Ausgabezeitpunkt unterscheiden.

Übertragbarkeit

Hier unterscheidet man Inhaberaktien, Namenaktien und vinkulierte Namenaktien.

Die übliche Form der Aktie ist die Inhaberaktie. Dabei handelt es sich um ein Wertpapier, das den jeweiligen Besitzer zum Aktionär macht. Es ist schnell sowie formlos handelbar. Die damit verbundenen Rechte (zum Beispiel bei einer Generalversammlung abzustimmen) liegen beim jeweiligen Inhaber und können durch blosse Übergabe des Wertpapiers auf einen anderen Inhaber übertragen werden. Die Namenaktie wird, wie der Name schon sagt, auf eine bestimmte Person ausgestellt und kann mittels Indossament an eine andere Person übertragen werden. Dabei handelt es sich um eine schriftliche Willensäusserung, die die Übergabe festhält. Anschliessend kann sich der neue Besitzer in das Aktienregister der Gesellschaft eintragen lassen und so seine Mitgliedschaftsrechte ausüben (zum Beispiel die Teilnahme an der Generalversammlung). Als besondere Form gilt die vinkulierte Namenaktie: Wenn eine vinkulierte Namenaktie den Besitzer wechseln soll, muss die Aktiengesellschaft dem Wechsel zuerst zustimmen. Damit schützen sich Unternehmen davor, in die Hände von unbekannten Investoren zu geraten oder Aktien an Konkurrenten zu verkaufen.

Stimmrecht

Hier unterscheidet man in Stammaktien und Vorzugsaktien sowie Partizipationsscheine.

Eine weitere Unterscheidung betrifft die Frage, ob mit dem Besitz einer Aktie ein Stimmrecht einhergeht. Eine Stammaktie ist mit je einem Stimmrecht verbunden. Der Besitzer einer Stammaktie darf an der Generalversammlung abstimmen und auf die Unternehmensführung Einfluss nehmen, ausserdem hat er ein Recht auf eine allfällige Dividende. Stammaktien sind die in Europa häufigste Form von Aktien. Besitzer von Vorzugsaktien erhalten meist eine leicht höhere Dividende ausbezahlt. In vielen Ländern (zum Beispiel in Deutschland oder den USA) besitzen sie dafür kein Stimmrecht. In der Schweiz sind Vorzugsaktien eher selten, dafür haben Inhaber von Vorzugsaktien oft sogar Vorteile im Stimmrecht. Zum Beispiel haben sie eine überproportional höhere Stimmkraft als Inhaber von Stammaktien – die genauen Rechte werden jeweils in den Statuten festgehalten. In der Schweiz gibt es zudem noch den Partizipationsschein. Hier gelten dieselben Vermögensrechte wie bei einer Aktie, jedoch sind Partizipationsscheine ohne Stimmrechte ausgestattet. Sie ermöglichen dafür den Erhalt einer allfälligen Dividende.

Ausgabezeitpunkt

Gibt eine Aktiengesellschaft neue Aktien aus, spricht man von jungen Aktien. Dies ist beispielsweise bei einer Kapitalerhöhung der Fall. Die Aktien, die es vor der Kapitalerhöhung bereits gab, werden alte Aktien genannt. Durch die Ausgabe von jungen Aktien gibt es insgesamt mehr Anteile. Dies verkleinert («verwässert») den Anteil am Unternehmen der Besitzer von alten Aktien. Sie erhalten zum Ausgleich Bezugsrechte für junge Aktien.

Jedes Unternehmen bestimmt selbst, welche Art von Aktien es herausgibt – je nachdem, für welchen Zweck das Aktienkapital benötigt wird, eignen sich verschiedene Arten. Der betreffenden Gesellschaft ist es selbst überlassen, ob sie alle Aktionäre gleich behandelt oder verschiedenen Aktionären unterschiedliche Wertpapiere ausgibt. Sie darf sogar verschiedene Arten von Aktien nebeneinander herausgeben.

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