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Erstellt am 30.04.2019

Asset Allocation: Wie Sie Ihr Vermögen strukturieren

Für Anleger ist die Frage, wie die persönlichen Investitionen strukturiert werden sollen, entscheidend. Dabei ist das Wissen um den Unterschied und das Zusammenspiel von Asset Allocation und Diversifikation ein Schlüssel für das zukünftige finanzielle Wohlergehen. Denn ein Anleger kann seine Investitionen stark diversifiziert haben, aber gleichzeitig eine schlechte Asset Allocation aufweisen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was es diesbezüglich zu beachten gilt.

Generell geht es bei der Asset Allocation um die Verteilung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen. Bekannte Beispiele für diese Klassen sind Aktien, Obligationen, Währungen, oder auch alternative Anlagen wie Rohstoffe und Immobilien. Aber auch innerhalb dieser klassischen Anlageklassen oder Kern-Anlageklassen kann das Vermögen verteilt werden. Zum Beispiel auf Schweizer Obligationen, ausländische Obligationen, die gegenüber dem Schweizer Franken abgesichert sind, ausländische Obligationen in der entsprechenden Fremdwährung und so weiter. Möglichkeiten gibt es also unzählige. Durch die gezielte Verteilung der Anlagen eines Portfolios sollen dessen Rendite optimiert und das Risiko verringert werden.

Unter Asset Allocation versteht man die Aufteilung des Wertschriftendepots in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Obligationen, Währungen oder auch alternative Anlagen. Man unterscheidet zwischen strategischer und taktischer Asset Allocation, wobei die strategische Asset Allocation langfristig und die taktische Asset Allocation kurzfristig ausgerichtet ist.

Strategische vs. taktische Asset Allocation

Im Prozess, wie die Mischung im Portfolio gestaltet werden soll, wird zwischen der strategischen (langfristige Ausrichtung) und der taktischen (kurzfristige Perspektive) Asset Allocation unterschieden. Abhängig vom persönlichen Anlegerprofil (mehr dazu im Artikel «Klartext bitte! Anlegerprofil» legt die Strategie die langfristige Aufteilung der Vermögenswerte fest. Entsprechend orientiert sich die strategische Asset Allocation (SAA) an der individuellen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft sowie dem jeweiligen Anlagehorizont. Die Strategie bestimmt und gewichtet die einzelnen Anlageklassen innerhalb des Portfolios und legt auch fest, wie hoch die Anteile in der lokalen und der Fremdwährung sein sollen. Eine strategische Asset Allocation könnte also beispielsweise im Portfolio eine Aufteilung in 45% Aktien, 35% Obligationen, 10% Geldmarkt und 10% Immobilien aufweisen, mit einer Fremdwährungsquote von 25%. Je nachdem wie sich die Märkte entwickeln, kann es sein, dass der effektive Aktienanteil dann auf 55% ansteigt. In der taktischen Asset Allocation entscheiden Sie dann, ob Sie Aktien weiterhin übergewichten oder allenfalls 10% der Aktien verkaufen und in die anderen Anlageklassen investieren möchten. Den gleichen Entscheid könnten Sie auch in Ihrem Währungssplit treffen: Aufgrund politischer Entscheide oder wirtschaftlicher Ereignisse kann es zum Beispiel sinnvoll sein, wenn man beispielsweise den Euro untergewichtet oder den US-Dollar übergewichtet.

Diversifikation essentiell für den Anlageerfolg

Die Diversifikation soll bei der Gestaltung eines Portfolios stets beachtet werden. Wie sie genau funktioniert, lesen Sie im Artikel «Diversifikation erklärt». Diversifikation ist insofern essenziell, als dass das Risiko, das Sie eingehen, stark von den Beziehungen zwischen den einzelnen Investments bestimmt wird. Bei der Zusammenstellung des Portfolios gilt es deshalb die Korrelation zu berücksichtigen. Der Begriff «Korrelation» steht für das Verhältnis der Renditeentwicklung verschiedener Anlagen zueinander.  Die Korrelation kann zwischen –1 und +1 liegen. Dabei beschreibt +1 eine stets gleichlaufende Entwicklung, –1 eine gegenläufige Entwicklung von zwei verschiedenen Investitionen. Eine Korrelation von 0 ist mit einer komplett unabhängigen Entwicklung gleichbedeutend. Je niedriger die Korrelation zwischen zwei Anlagen ist, desto mehr sind sie für die Diversifikation geeignet. Eine negative Korrelation von Aktien und Obligationen beispielsweise wäre für ein ausgewogenes Portfolio ideal. Ein Rückgang der Aktienkurse könnte dann durch die Obligationen etwas ausgeglichen werden.

Ideal ist es also, wenn die einzelnen Anlagen aufeinander abgestimmt sind und sich ergänzen. Und zwar indem sie auf sich verändernde Marktbedingungen unterschiedlich reagieren, dabei aber eine insgesamt positive Performance erzielen.

Über- oder Untergewichtung

Angesichts des sich verändernden Umfelds ist es wichtig, neben einer optimalen Diversifikation auch das Portfolio zu überwachen und regelmässig wieder in Balance zu bringen. So können Kursveränderungen, Wertschriftenkäufe oder Wertschriftenverkäufe die Vermögenszusammenstellung ungewollt verändern und einer Übergewichtung respektive Untergewichtung einzelner Anlageklassen führen. Zu diesem Zweck schichten Sie das Vermögen um. So wird der Anteil der verschiedenen Anlageklassen wieder ins gewünschte Verhältnis gesetzt.

Allerdings muss nicht jede Abweichung gleich umgehend angepasst werden. Besser und effizienter ist es, nur die entscheidenden Veränderungen wieder anzupassen.

Im Hinblick auf die Zusammenstellung Ihres persönlichen Portfolios zahlt sich die langfristige Perspektive aus. Abgestützt auf eine ausgewogene strategische Asset Allocation lassen sich im Zusammenspiel mit einer taktischen Asset Allocation auch kurzfristige Chancen nutzen.

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