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Erstellt am 26.05.2023

Vision Statement und Corporate Identity für Startups

Startups punkten mit genialen Ideen, die Kundenbedürfnisse befriedigen. Was gerne vernachlässigt wird, ist der Markenaufbau. Dauert zu lang. Kostet zu viel. Machen wir später. Doch später kann zu spät sein. Nehmen Sie sich daher Zeit für Ihr Vision Statement und für Ihre Corporate Identity. Wir haben Ihnen dazu einen Branding-Guide mit Tipps und Anleitungen zusammengestellt.

Sie haben eine Idee, die ein Bedürfnis deckt? Eine gute Voraussetzung, um sich selbstständig zu machen. Eine geniale Idee reicht allerdings kaum, um im Markt erfolgreich zu sein. Allein in der Schweiz werden laut Institut für Jungunternehmen im Durchschnitt rund 44‘000 Firmen pro Jahr gegründet. Um Kund:innen, Mitarbeiter:innen, Partner:innen und allenfalls auch Investor:innen zu überzeugen, benötigen Sie daher nicht nur eine umfassende Analyse und eine klare Strategie, sondern auch eine unverkennbare Marke. Viele Gründer:innen möchten lieber gleich loslegen, anstatt Zeit und finanzielle Mittel mit dem Markenaufbau zu «verschwenden». Doch auch für Startups gilt: Der erste Eindruck zählt. Kümmern Sie sich also in einem ersten Schritt um Ihr Vision Statement und anschliessend um Ihre Corporate Identity, bevor Sie ein Produkt launchen oder ein Geschäft eröffnen.

Vision Statement: Wie Startups ihre Ziele erreichen wollen

Zu wissen, wie Sie Ihr Startup auf dem Markt positionieren möchten, ist zentral – auch für den Aufbau Ihrer Marke. Während die Vision ein Zukunftsbild zeichnet, definiert die Mission, wie Sie Ihre Ziele erreichen wollen. So lautet etwa das Vision Statement von LinkedIn: «Wir möchten ökonomische Chancen für alle Mitglieder des globalen Arbeitsmarktes schaffen.» Und das Mission Statement: «Mitglieder rund um den Globus miteinander vernetzen, um sie produktiver und erfolgreicher zu machen.»

So kommen Startups zu ihrem Vision Statement

Die Ausarbeitung der Vision ist ein Prozess, der etwas Zeit braucht. Idealerweise stellen Sie ein Team zusammen und erarbeiten schrittweise Ihr Vision Statement.

  • Das Vision Statement sollte die Vision Ihres Startups widerspiegeln und Sie und Ihr Team motivieren, alles dafür zu geben, es zu erreichen. Es soll realistisch, aber nicht zu einfach erreichbar sein.

  • Bilden Sie in einem ersten Schritt eine Arbeitsgruppe mit Mitgründer:innen, Führungskräften und wichtigen Mitarbeiter:innen. So sammeln Sie einerseits viele Ideen aus unterschiedlichen Perspektiven. Andererseits setzen Involvierte das Statement anschliessend meist auch begeistert um.

  • Listen Sie in einem ersten Brainstorming alle Wörter auf, die mit Ihrer Mission, Ihren Zielen oder Ihrem Angebot zu tun haben. Überlegen Sie sich in einer zweiten Sitzung, was der Zweck Ihres Startups ist, welche Werte Sie haben, welche Stärken das Unternehmen hat, was Ihre Wünsche sind und was Sie bewirken wollen. In einer dritten Runde können Sie dann besprechen, welche Antworten und Wörter am besten auf Ihr Unternehmen zutreffen und die wichtigsten Punkte zusammenfassen.

  • Sobald alle zentralen Aussagen definiert sind, geht es im nächsten Schritt ans Formulieren – und zwar so einfach wie möglich. Verzichten Sie auf Fachjargon und Fremdwörter und vermeiden Sie Mehrdeutigkeit und negative Formulierungen. Feilen Sie an Ihrem Vision Statement, bis Sie einen eigenständigen Satz haben, der Ihre Botschaft perfekt auf den Punkt bringt.

  • Ihr Vision Statement sollte Ihr Unternehmensziel unmissverständlich vermitteln. Stellen Sie sich daher folgende Fragen:

    • Ist es konkret, aber nicht zu spezifisch?
    • Ist es ambitioniert, aber nicht unrealistisch?
    • Ist es inspirierend, klar und verständlich?

Sind alle Punkte erfüllt, können Sie an die Öffentlichkeit damit. Wichtig: Eine Vision ist nicht statisch. Sowohl Ihr Startup als auch der Markt entwickeln sich. Passen Sie daher bei Bedarf Ihr Vision Statement an.

Corporate Identity: Wie Startups eine starke Marke aufbauen können

Der Weg zu einer starken Marke führt über eine unverkennbare Identität. Durch eine einheitliche Sprache sowie einen durchgängigen, einprägsamen visuellen und auditiven Auftritt bringen Sie Ihr Startup in die Köpfe Ihrer Kundschaft. Weitere wichtige Bestandteile der Corporate Identity sind die Kommunikation und das Verhalten Ihrer Mitarbeiter:innen. Denken Sie zum Beispiel an Starbucks: Ob in Seattle oder Zürich, in jeder Filiale rund um den Globus bedienen die Baristas Sie auf die gleiche Weise und bieten Ihnen damit ein einzigartiges Starbucks-Feeling.

So kommen Startups zu ihrer Corporate Identity

Schaffen Sie von der Sprache über die Gestaltung bis zum Sound einen Wiedererkennungswert für Ihr Startup, um Kund:innen zu gewinnen, zu begeistern und langfristig zu binden.

  • Wie wollen Sie mit Ihren Kund:innen kommunizieren? Gehen Sie dabei immer von der Zielgruppe aus und fragen Sie sich, was Ihre Kundschaft von Ihrem Startup erwartet. Während die Besucher:innen eines Skateboard-Shops oft geduzt und die Fachberatung eher kollegial abläuft, wählen Versicherungsberater:innen eine formellere Sprache, um Laien ein komplexes Produkt vertrauensbildend zu erklären. Wichtig für die Corporate Identity ist auf jeden Fall, dass in Ihrem Unternehmen einheitlich kommuniziert wird. Legen Sie dazu klare Sprachregeln oder einen konkreten Leitfaden fest. Entscheiden Sie beispielsweise, ob ...

    ... kurze oder lange Sätze.

    .. wenige oder viele Fremdwörter.

    ... einfache Sprache oder Fachchinesisch.

    ... aktive oder passive Formulierungen.

    ... männliche Form oder gendergerechte Sprache.

    • Woher kommt der Name Ihrer Firma?
    • Welche Werte vertreten Sie und Ihre Mitarbeiter:innen?
    • Gibt es bestimmte Mythen rund um Ihre Produkte?
  • Mit einer einheitlichen Farbwelt vermitteln Sie gezielt Stimmung. Überlegen Sie daher bei der Entwicklung Ihrer Corporate Identity, welche Farbe zu Ihrem Unternehmen passt und legen Sie eine Farbpalette fest. Rot weckt Aufmerksamkeit. Blau wirkt eher beruhigend. Sie müssen sich aber nicht zwingend an die typische Farbsymbolik halten. Was zählt, ist die Konsistenz. So werden die Kund:innen Ihr Startup im besten Fall allein durch die gewählte Farbwelt wiedererkennen. Nicht umsonst spricht man bei PostFinance von der «gelben Bank» oder denkt bei Coca-Cola sofort an Rot.

  • Die Schrift trägt zu einer einheitlichen Corporate Identity bei. Entscheiden Sie sich für eine oder wenige Schriftarten und verwenden Sie nur diese. Welche Markenpersönlichkeit soll die Schrift widerspiegeln? Ist es Schnelligkeit, Stärke, Vertrauen oder vielleicht Liebe zum Detail?

  • Für eine gelungene Bildwelt brauchen Sie nicht viele Bilder. Viel wichtiger für Ihre Corporate Identity ist, dass die verwendeten Bilder qualitativ gut und aussagekräftig sind. Überlegen Sie sich daher, welche Gefühle die Kund:innen mit Ihrem Startup verbinden sollen. Formulieren Sie darauf aufbauend die nötigen Regeln für Ihre Bildwelt: Verwenden Sie helle oder dunkle Bilder? Bilden Sie mehrheitlich Menschen, Tiere oder Landschaften ab? Sollen die Bilder eher modern oder retro wirken?

  • Bestimmt kennen Sie die Strichmännchen der Mobiliar. Die Mobiliar-Skizzen sind ein optimales Beispiel dafür, wie ein Unternehmen nur durch eine einfache Zeichnung auf dem Markt wiedererkannt wird – auch ohne Firmenlogo. Bestimmen Sie im Rahmen Ihrer Corporate Identity ein einheitliches Erscheinungsbild für alle Grafiken, Animationen und Zeichnungen, die im Zusammenhang mit Ihrem Startup erscheinen.

  • Das Corporate Design ist die visuelle Umsetzung der Corporate Identity. Nicht nur des Logos, der Visitenkarte oder der Website, sondern des gesamten Angebots. Also auch der Verpackung, falls Sie ein Produkt lancieren, oder der Einrichtung und der Bekleidung der Mitarbeiter:innen, wenn Sie eine Dienstleistung anbieten. Aussendienstmitarbeitende sind zudem idealerweise in gebrandeten Fahrzeugen unterwegs.

  • Ein Unternehmen tritt selten nur visuell auf. Kennen Sie etwa den typischen Swisscom-Klingelton? Oder das Zischen aus der Rivella-Werbung beim genussvollen Öffnen der Flasche? Verleihen Sie Ihrem Startup ein einheitliches Tonbild. So bieten Sie Ihren Kund:innen ein ganzheitliches Erlebnis für alle Sinne – und daran werden sie sich garantiert später noch erinnern.

Und zum Schluss: Es ist nie Schluss

Der Grundstein für eine ansprechende Marke, die Vertrauen weckt und einen emotionalen Bezug schafft, ist gelegt. Vergessen Sie beim Markenaufbau aber eine weitere zentrale Komponente nicht: Ihre Zielgruppe. Nur wenn sie sich verstanden fühlt und Ihr Startup ihr einen Mehrwert bietet, können aus einmaligen Besucher:innen Stammkund:innen oder gar Fans werden, die Sie weiterempfehlen. Und last, but not least: Eine Marke benötigt Pflege. Einerseits müssen Sie präsent bleiben, andererseits verändern sich die Bedürfnisse Ihrer Kund:innen. Fragen Sie ihre Zufriedenheit daher regelmässig ab, reagieren Sie auf Kritik und beobachten Sie, was online über Sie geschrieben wird. So können Sie sich nicht nur verbessern, sondern auch Ihre Marke laufend weiterentwickeln.

Gut zu wissen: Schützen Sie Ihre Marke

Prüfen Sie frühzeitig, ob Ihr bevorzugter Markenname überhaupt noch verfügbar ist und ob die Kriterien für einen Markenschutz erfüllt sind. Wenn ja, schützen Sie Ihren Firmennamen und tragen Sie ihn ins Schweizerische Markenregister Swissreg auf Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster swissreg.ch ein.

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