Rückblick Swiss WCM Summit 2018

Dieses Thema stand im Fokus

Der Swiss WCM Summit 2018 drehte sich um das Trendthema Supply Chain Finance (SCF), um das Finanzverantwortliche derzeit nicht herumkommen. Denn jene Unternehmen, die ihre Lieferanten und Kunden in ihr WCM einbeziehen, erzielen klare Wettbewerbsvorteile. Sie nutzen Win-win-Chancen, indem sie definieren, welcher Partner innerhalb der Lieferkette welche Leistungen mit welchem Finanzierungsinstrument finanziert.

Das sind die wichtigsten Fakten

Spannende SCF-Inputs lieferte Dr. Erik Hoffmann, Leiter des SCF-Labs an der Universität St. Gallen, bei der Präsentation der WCM-Studie 2018. Die Studie zeigt unter anderem auf, dass zwar eine Vielzahl an innovativen SCF-Lösungen zur Verfügung steht, diese aber erst zögerlich genutzt werden: So finanzieren zwar die befragtenTop-Unternehmen bereits heute bis zu 20% der Bilanzsumme mit innovativen Trade Finance- und SCF-Instrumenten, beim Durchschnitt aller befragten Unternehmen sind es jedoch erst bis zu 5%.

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse

Bei Schweizer Unternehmen gibt es also in Sachen SCF Luft gegen oben. Dr. Daniel Maucher, Leiter Lösungsentwicklung und Betrieb WCM bei PostFinance, betonte in seinem Referat: «Die aktuellen Zahlen zeigen erneut: Schweizer Unternehmen sind auch im europäischen Vergleich bei der Implementierung von unternehmensübergreifenden WCM-Lösungen mit SCF nach wie vor sehr zögerlich.»

Dies regte zum Weiterdenken an

Ein besonderes Highlight des Swiss WCM Summits 2018 war die Keynote von Oswald Grübel, ehemaliger CEO von Credit Suisse und UBS. In seinem Referat beleuchtete er das Thema «Geopolitik und Marktaussichten» – und regte auch damit zum Denken über die Grenzen hinaus an.

Dies sorgte in den Pausen für Gesprächsstoff

Für besonders angeregte Diskussionen in der Pause sorgte die Erkenntnis der WCM-Studie 2018, dass der WCM-Grundsatz «Weniger ist mehr» nicht allgemeingültig ist. «Unsere Analyse bei SPI-Unternehmen verdeutlicht, dass die Unternehmensperformance sowohl bei einem zu hohen als auch bei einem zu einem tiefen Working Capital sinkt. Es gibt also ein optimales Nettoumlaufvermögen-Niveau, das sich nach den strategischen Zielen des Unternehmens richten und auch die Supply Chain berücksichtigen muss», erklärte SCF-Lab-Leiter Hofmann. Für Unternehmen gilt es also, zum Beispiel mit Unterstützung einer externen WCM-Beratung, ihr individuelles Working-Capital-Niveau zu definieren.