Digitalisierung im WCM

So beeinflusst die Digitalisierung das WCM von Schweizer Unternehmen

Wo stehen die Schweizer Unternehmen bei der Digitalisierung im WCM? Die Working Capital Management Studie 2017 der Universität St. Gallen liefert drei wichtige Erkenntnisse.

1. Hohe Erwartungen, geringer Implementierungsgrad

Die Schweizer Unternehmen haben in allen Teilbereichen des WCM sehr hohe Erwartungen, was die Digitalisierung anbelangt. Sie erhoffen sich eine komplette oder teilweise Automatisierung der Prozesse in den Bereichen Debitoren, Kreditoren, Bestände und Liquidität. Gleichzeitig bleibt jedoch der Implementierungsgrad digitaler Ansätze in der Breite gering. Insbesondere fortschrittliche Ansätze finden noch selten Anwendung.

2. Grosse Unterschiede bei den Investitionsvolumen

In Bezug auf die Investitionsvolumen sind bei den teilnehmenden Unternehmen deutliche Unterschiede erkennbar. Während das beste Fünftel dieser Firmen, 1,8% ihres Umsatzes in WCM-Digitalisierungsprojekte investieren, sind es bei den anderen 80% nur gerade 0,1%. Der grosse Teil der Unternehmen scheint aufgrund der Vielzahl an Ansätzen erst einmal zu beobachten und abzuwarten.

3. Prozesseffizienz im Fokus – aber nicht nur

Die Studie ging auch der Frage nach, in welche Digitalisierungsansätze die Unternehmen in den einzelnen WCM-Bereichen investieren. Bei den Debitoren zum Beispiel entfallen 41% der Investitionen alleine auf die Auftragsabwicklung, weitere 22% auf die E-Rechnung und 19% auf das E-Payment. Bei den Kreditoren machen mit 30% softwaregestützte Kreditorenmanagementsysteme den höchsten Anteil aus, gefolgt von der Umsetzung der E-Rechnung mit 26% und E-Payment-Lösungen mit 24%. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bei allen Bereichen die Prozesseffizienz im Vordergrund steht. Insbesondere aber bei den Top-20%-Unternehmen finden aber auch fortschrittlichere Digitalisierungsansätze vermehrt Anwendung. Bei den Debitoren sind dies zum Beispiel Big Data Analytics oder Smart Contracts auf Basis der Blockchain-Technologie und bei der Liquidität das Cash Pooling, das vor allem für Grossunternehmen von Bedeutung ist.

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