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Erstellt am 16.12.2019

Weshalb WCM auf die CFO-Agenda gehört

Um den finanziellen Spielraum zu vergrössern, ist Working Capital Management (WCM) ein sicheres Rezept. Was Finanzverantwortliche wissen müssen, wenn sie WCM auf ihre Agenda setzen möchten, erläutern die WCM-Experten von PostFinance.

WCM lohnt sich auch dann, wenn das Unternehmen keine akuten Liquiditätsprobleme hat

In Unternehmen liegt in der Regel viel Kapital brach – etwa, weil dieses in einem unnötig hohen Lagerbestand gebunden ist oder weil Kunden spät zahlen und das Unternehmen dadurch lange auf das Geld warten muss. Mit Massnahmen im Working Capital Management, die bei den Debitoren, den Kreditoren, der Liquidität und den Beständen ansetzen, wird unnötig gebundenes Kapital freigesetzt. So erhalten die Unternehmen mehr finanziellen Spielraum, den sie zum Beispiel für Wachstumsvorhaben nutzen können. Zudem erschliessen sie mit einem ganzheitlichen WCM-Ansatz nicht nur unternehmensinterne, sondern auch unternehmensübergreifende Potenziale entlang der Wertschöpfungskette (Supply Chain). Durch die Optimierung von Prozessen können nachhaltige Kosten- und Qualitätsverbesserungen erreicht werden. Diese wirken sich dank verbesserter Marge und Rentabilität direkt auf den Unternehmenserfolg aus. 

WCM ist grundsätzlich für alle Branchen relevant

Grundsätzlich ist WCM für alle Branchen geeignet, da die WCM-relevanten Bereiche Kreditoren, Debitoren und die Liquidität bei allen Unternehmen eine Rolle spielen und es hier viele Stellhebel zur Optimierung gibt. Bei Unternehmen mit einem Warenlager, wie es für Handelsunternehmen typisch ist, kommt das WCM-Thema der Bestände hinzu, das in der Regel viel zusätzliches Optimierungspotenzial birgt. Die grössten Herausforderungen im WCM sehen Schweizer Unternehmen gemäss der WCM-Studie 2018 des SCF-Labs der Universität St. Gallen übrigens bei den Beständen und den Debitoren (siehe Grafik). 

So stufen Schweizer Unternehmen die Herausforderungen in den vier WCM-Bereichen Bestände, Debitoren, Liquidität und Kreditoren ein:

Die Grafik zeigt, wie Schweizer Unternehmen die Herausforderungen in den vier WCM-Bereichen Bestände, Debitoren, Liquidität und Kreditoren einstufen. Bei den Beständen stufen 27 Prozent der Befragten die Herausforderungen als gering ein, 29 Prozent als mittel und 44 Prozent als hoch. Bei den Debitoren stufen 22 Prozent der Befragten die Herausforderungen als gering ein, 41 Prozent als mittel und 37 Prozent als hoch. Bei der Liquidität stufen 41 Prozent der Befragten die Herausforderungen als gering ein, 29 Prozent als mittel und 30 Prozent als hoch. Bei den Kreditoren stufen 59 Prozent der Befragten die Herausforderungen als gering ein, 39 Prozent als mittel und 2 Prozent als hoch.
Quelle: WCM-Studie 2018, SCF-Lab Universität St. Gallen

WCM-Bankenlösungen sind nicht per se teurer als bankenunabhängige. Im Gegenteil

Bankenlösungen wie Factoring, Reverse Factoring oder Dynamic Discounting sind immer dann eine attraktive Lösung, wenn ein Unternehmen die beste Bonität innerhalb der Supply Chain ausnutzen will, ohne die eigene Liquidität und Bilanz zur Verfügung zu stellen. WCM-Bankenlösungen verursachen ebenso wie gewisse bankenunabhängige Lösungen Kosten. In der Regel werden diese jedoch durch die erzielten Ergebnisse (mehr als) wettgemacht. Insofern sind sie nicht per se teurer als bankenunabhängige Lösungen. Im Gegenteil. 

WCM hat auch in Zeiten von Negativzinsen seine Berechtigung

Viele Unternehmen finanzieren sich aktuell sehr günstig. Jedoch ist es auch für sie essenziell, über WCM weitere, stabilere Kapitalquellen zu erschliessen und die Wertschöpfungskette zu optimieren. Zudem ist zu bedenken, dass eine höhere Fremdfinanzierung den Verschuldungsgrad und insgesamt das Unternehmensrisiko ansteigen lässt. WCM-Lösungen wie Factoring führen zur flexiblen Optimierung der Liquidität, ohne dabei den Verschuldungsgrad zu erhöhen. 

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