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Erstellt am 17.12.2018

Warum Sie eine Strategie brauchen

Wer ein Unternehmen gründet oder führt, verfolgt ein Ziel. Um dieses zu erreichen, ist es wichtig, Entscheidungen nicht einfach aus der Situation heraus zu treffen, sondern einer übergeordneten Strategie zu folgen. Mit unseren Tipps finden Sie erfolgreich die passende Strategie für Ihr Unternehmen.

Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer trifft regelmässig Entscheidungen, die von strategischer Bedeutung sind. Solche Entscheidungen verändern Ihre Firma möglicherweise nachhaltig. Trotzdem ist das Risiko hoch, sie oft einfach aus der Situation heraus zu fällen. Das hat viel damit zu tun, dass Sie von Ihrem Tagesgeschäft stark vereinnahmt werden. Auch wenn Sie die strategischen Eckpunkte Ihres Unternehmens im Kopf haben, ist es wichtig, dass Sie Ihre Unternehmensstrategie schriftlich festhalten.

Was zu einer Strategie gehört

Im Kern geht es in der Strategie darum, Schwerpunkte zu Märkten, Kunden und Ressourcen zu setzen. Die Strategie unterstützt also die Führung. Deshalb wird eine Unternehmensstrategie meistens «top-down» erarbeitet und überprüft, also aus der Führungsetage heraus. Sie sollten Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber dennoch möglichst gezielt einbinden, denn letztlich müssen sie Ihre Strategie mittragen und umsetzen, damit sie kein Papiertiger bleibt. Das gilt auch für die Kommunikation: Die Strategie und die daraus abgeleiteten Massnahmen sollten Sie allen Stakeholdern erläutern. Sie geheim zu halten, wäre kontraproduktiv.

Folgende Elemente bilden die wichtigsten Bausteine Ihrer Unternehmensstrategie:

Vision und Leitbild

Mit der Unternehmensvision formulieren Sie ein anspruchsvolles Ziel, das erreichbar sein sollte und zeigt, wohin die Reise gehen soll.

Strategische Erfolgspositionen (SEP)

Strategische Erfolgspositionen sind die Voraussetzung dafür, dass die Wahl der Kunden auf Ihre Firma fällt. Es sind Fähigkeiten, dank derer Sie langfristig erfolgreich sind und mit denen Sie sich von Ihrer Konkurrenz abheben. Die Qualität hängt von diesen Kriterien ab:

  • Einzigartigkeit
  • Schwere Nachahmbarkeit
  • Realisierbarkeit
  • Hoher Kundennutzen
  • Grosser Beitrag zum Cashflow

Strategische Geschäftsfelder (SGF)

Strategische Geschäftsfelder sind in den meisten Kleinunternehmen identisch mit dem Hauptgeschäftszweck oder den unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Eine Beraterin kann beispielsweise die SGF Beratung, Schulung und Coaching anbieten. Für jedes SGF braucht es unter Umständen eine eigenständige Wettbewerbsstrategie.

Strategische Stossrichtungen

Die strategischen Stossrichtungen können Sie mit einer SWOT-Analyse erarbeiten. SWOT steht für die englischen Begriffe «Strenghts», «Weaknesses», «Opportunities» und «Threats», also Stärken, Schwächen, Chancen, Gefahren. Dabei stellen Sie die Stärken Ihres Unternehmens den Chancen am Markt gegenüber – Ihre Stossrichtung leitet sich daraus ab. Wir gehen weiter unten noch stärker auf die SWOT-Analyse ein.

Mit diesen sieben Schritten kommen Sie zu Ihrer Unternehmensstrategie

Bevor Sie sich mit den Inhalten Ihrer Unternehmensstrategie beschäftigen, sollten Sie sich mit einigen vorbereitenden Fragen und Punkten auseinandersetzen:

  • Werden Sie sich des Ziels Ihrer Unternehmensstrategie bewusst. Was wollen Sie mit ihr erreichen?
  • Wie wollen Sie Ihre Strategie erarbeiten?
  • Binden Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Sie können auch Kunden, Lieferanten oder sogar Partnerunternehmen heranziehen, um Informationen von Ihren wichtigsten Stakeholdern zu erhalten.
  • Machen Sie sich auch Gedanken zum Zeitplan: Sie sollten Ziele für die nächsten drei bis fünf Jahre formulieren und dazu die notwendigen Informationen zusammentragen. Dafür reicht vermutlich ein einmaliger Wochenend-Workshop nicht aus. Um Ziele und Zeitplan sauber zu definieren, sollten Sie sich Zeit nehmen.
  • Letztlich sollten Sie sich auch fragen, ob Sie dieses Projekt selbst leiten können oder allenfalls besser externe Unterstützung in Anspruch nehmen sollten.

Haben Sie diese Fragen geklärt, können Sie im nächsten Schritt Ihre Unternehmensstrategie erarbeiten und umsetzen. Dazu können Sie sich an folgende sieben Schritte halten: 

  • Analysieren Sie die Trends in den Umweltbereichen Wirtschaft, Technik, Gesellschaft und Ökologie aus der Sicht Ihrer Firma. Sie sollten daraus zukünftige Chancen und Bedrohungen ableiten können. Listen Sie für jeden Bereich die fünf wichtigsten Faktoren auf, die Sie für die kommenden drei bis fünf Jahre erkennen können. Bewerten Sie diese Entwicklungen hinsichtlich ihrer Bedeutung für Ihre Firma – positiv oder negativ. Fragen Sie sich, wie Ihr Unternehmen auf diese Trends reagieren sollte. Diese Schritte können Sie gut mit Ihren Mitarbeitenden und weiteren Stakeholdern erarbeiten.

  • Die Definition von Stakeholdern oder Anspruchsgruppen beinhaltet Personen oder Gruppen, die Erwartungen an Ihre Firma haben oder auf diese Einfluss ausüben können. Dazu zählen unter anderem Mitarbeitende, Lieferanten, Kunden und Behörden oder Medien. Sie sollten alle für Sie relevanten Stakeholder auflisten, nach Wichtigkeit ordnen und sich bei jedem fragen: Welche Interessen hat diese Gruppe? Wie viel Macht hat sie und wie viel Einfluss kann sie nehmen? Steht sie Ihnen eher positiv oder negativ gegenüber? Überlegen Sie als nächstes, wie Sie die Beziehung zu diesen Stakeholdern gestalten wollen; listen Sie dafür konkrete Massnahmen auf.

  • Normalerweise bewirtschaften Sie Ihren Markt nicht allein. Deshalb ist es wichtig, die Konkurrenz zu kennen: Wer sind überhaupt Ihre Wettbewerber? Was können sie besonders gut und wo haben sie Schwächen? Aus dieser Analyse können Sie wichtige Anhaltspunkte für Ihre eigene Positionierung ableiten. Mit der Konkurrenzanalyse können Sie von den Wettbewerbern lernen und aus deren Schwächen eigene Stärken ableiten. Suchen Sie auch nach klugen Möglichkeiten, um mit besonders starken oder spannenden Wettbewerbern zu kooperieren.

  • Die Stärken-Schwächen-Analyse ist der erste Schritt für eine umfassende Analyse Ihres Unternehmens. Halten Sie diese fest und ziehen Sie verschiedene Stakeholder zur Analyse bei. Für die Stärken-Schwächen-Analyse können das z.B. Mitarbeitende und Kunden sein. Überlegen Sie sich dann, welche Chancen und Gefahren für Ihre Firma bestehen. Die Chancen stellen Sie den Stärken gegenüber, indem Sie folgende Frage stellen: «Wie kann ich angesichts der Stärken des Unternehmens die sich bietenden Chancen am besten nutzen?» Daraus leiten Sie vier bis sechs strategische Stossrichtungen ab. Als Nächstes gleichen Sie die Schwächen mit den Gefahren ab und stellen sich dabei diese Frage: «Was sollte unser Unternehmen tun, um die Gefahren angesichts unserer Schwächen zu meistern?» Daraus formulieren Sie wiederum einzelne Stossrichtungen, die Sie zum Schluss zusammenführen und priorisieren sollten.

  • Wo möchten Sie mit Ihrem Unternehmen in fünf bis zehn Jahren stehen? Gute Visionen zeigen den Weg vor und helfen bei der Sinnvermittlung und Identifikation der Mitarbeitenden. Sie zeichnen sich durch ihre Prägnanz und Klarheit aus, begeistern und inspirieren und sind herausfordernd. Eine gute Vision sollte langfristig realisierbar sein. Das Leitbild richtet sich dagegen nicht nur an Mitarbeitende und Führungskräfte, sondern auch an weitere Stakeholder, und verleiht Ihrem Unternehmen ein Gesicht. Es enthält die Beziehungen zu den Stakeholdern, finanzielle Vorstellungen, Vorstellungen bezüglich der Leistungen und soziale Vorstellungen, wie Führungsprinzipien, Förderung von Mitarbeitenden usw.

    Erarbeiten Sie Vision und Leitbild anhand unserer Checkliste, indem Sie als Antwort auf jede Frage kurze, prägnante Sätze formulieren.

    Vision

    Wo wollen wir in fünf bis zehn Jahren stehen?

    Leitbild

    • Welche Bedürfnisse wollen wir mit unserem Angebot befriedigen?
    • Welchen Anforderungen bezüglich Qualität, Preis, Aussehen usw. sollen unsere Produkte/Leistungen genügen?
    • Welche Markstellung wollen wir erreichen?
    • Welches sind unsere Ziele bezüglich Wachstum, Unabhängigkeit, Flexibilität, Eigentumsstruktur und Finanzierung?
    • Welche Werte bezüglich Führung und Zusammenarbeit sind bei uns wichtig?
    • Wie verhalten wir uns gegenüber den Stakeholdern (für Kunden, Mitarbeitende, Konkurrenz usw. jeweils einzeln beantworten)?
    • Wie sind wir gegenüber gesellschaftlichen Anliegen eingestellt (Umweltschutz, Entwicklungshilfe usw.)?
  • Aus den zuvor formulierten Zielen sollten Sie Massnahmen ableiten. Wer macht was, bis wann und mit welchen Ressourcen? Erstellen Sie eine Excel-Tabelle, in die Sie alles eintragen, was zu tun ist. Mehrere miteinander verwandte Massnahmen können Sie zu einem Projekt zusammenfassen. Zentral ist, dass jede Massnahme mit einer Person verknüpft ist und die Frage der Verantwortung geklärt ist. Mit der Umsetzung entscheidet sich der Erfolg einer Strategie: Stellen Sie sich deshalb auch praktische Fragen. Wie sollen die Ziele in den Arbeitsalltag einfliessen? Holen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Boot. Kommen Bedenken und Einwände auf, sollten Sie darauf eingehen und nach den Gründen fragen. Können erste Erfolge bei der Umsetzung gefeiert werden, so tun Sie das aktiv mit den Beteiligten. Das hat Signalcharakter.

  • Eines vorweg: Planen Sie realistisch, dann fällt alles viel leichter. Um sicherzugehen, dass Ihre Massnahmen und Projekte wie geplant umgesetzt werden, sollten Sie sie laufend überprüfen. Halten Sie den Ist-Zustand fest und vergleichen Sie ihn mit dem protokollierten Soll-Zustand. Falls es Abweichungen gibt: Was sind die Gründe dafür? Geben Sie Gegensteuer, falls die Entwicklung eines Projekts nicht in den gewünschten Bahnen verläuft. Umgekehrt sollten Sie Projekterfolge entsprechend feiern und wertschätzen, denn die Umsetzung fordert die Beteiligten. Würdigen Sie ihren Beitrag.

Strategieentwicklung ist aufwändig, aber unverzichtbar

Eine klare Unternehmensstrategie hilft Ihrer Firma, die gesetzten Ziele zu erreichen. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung, einer guten Planung und regelmässigen Kontrollen werden Sie die passende Strategie für Ihr Unternehmen finden und umsetzen. Klar ist: Die Strategieentwicklung bringt für alle am Projekt Beteiligten einen Zusatzaufwand. Nutzen Sie möglichst einfache und bekannte Tools und informieren Sie transparent und offen über den Prozess. Gut aufgegleist, macht es allen Spass, aktiv und intuitiv an der Zukunft des Unternehmens zu arbeiten. Sind alle von Anfang an beteiligt, werden sie die Strategie auch mit Überzeugung umsetzen.

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