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Erstellt am 11.02.2019

In sechs Schritten von der Idee zur marktfähigen Innovation

Wie entwickeln Sie eine einfache Idee zu einem marktfähigen Produkt oder eine Dienstleistung? Wie kommen Sie überhaupt zu einer Idee? Innovationen sind für Kleinunternehmen eine grosse Chance, sich national wie international Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen oder diese zu erhöhen. Wir zeigen Ihnen, wie gutes Innovationsmanagement funktioniert.

«Probleme kann man nie mit derselben Denkweise lösen, wie sie entstanden sind», hat Albert Einstein mal gesagt. Aber wie können sich Firmen immer wieder neue Denkweisen aneignen? Gerade für kleine oder mittlere Unternehmen scheint Innovation zwar erstrebenswert, aber schwierig umzusetzen. Es braucht dafür Zeit, Geld und Know-how. Der Geschäftsalltag lässt kaum zu, sich in einen Innovationsprozess zu vertiefen. Und wie sollen neue Ideen bezahlt werden, wenn deren Erfolg nicht vorhersehbar ist?

Nicht nur das Management, sondern auch die Kultur ist entscheidend

Innovation ist eine Möglichkeit, sich von der Konkurrenz abzuheben. Sie entwickeln ein Produkt weiter, entwickeln gar ein neues oder gestalten Unternehmensprozesse innovativer. Möglicherweise ist Innovation auch Teil Ihrer Wachstumsstrategie. Innovation ist deshalb ein wichtiger Erfolgsfaktor für Ihre Firma. Doch von heute auf morgen innovativ zu werden, ist kein einfaches Unterfangen. Schliesslich bedingt erfolgreiche Innovation auch eine darauf ausgerichtete Unternehmenskultur. Wie aufgeschlossen ist zum Beispiel das Management gegenüber neuen Ideen? Werden Fehler toleriert? Wird Kreativität gefordert und gefördert? Mit Innovationsmanagement können Sie innovatives Denken in Ihrer Firma institutionalisieren – die Umsetzung aber steht und fällt mit Ihnen und Ihren Mitarbeitenden. 

Die sechs Phasen des Innovationsprozesses

Für erfolgreiches Innovationsmanagement sollten Sie den Innovationsprozesss verstehen. Dazu gibt es verschiedene Modelle, die den Prozess in unterschiedliche Phasen unterteilen. Wir stellen Ihnen den Innovationsprozess in sechs Schritten vor.

  • Innovation ist gut und schön. Aber wo, wie und für was wollen Sie innovative Lösungen finden? Fragen Sie sich, wo die Stärken und Schwächen Ihrer Firma liegen. Wie Sie sich von Ihrer Konkurrenz im Markt abheben können. Und inwiefern Innovation dafür die Lösung ist. Nutzen Sie das Instrument der SWOT-Analyse, um Ihr Unternehmen einzuschätzen. SWOT steht für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken). Gleichen Sie Chancen und Stärken ab – dort steckt Ihr grösstes Potenzial. Auf der Basis Ihrer Strategie können Sie in Matrizen Suchfelder für Produkte/Dienstleistungen zeichnen. So definieren Sie etwa Chancen und Risiken neuer Technologien und bilden Markttrends ab. Eine gute Vorlage finden Sie auf dem Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster KMU-Portal des Bundes.

  • Haben Sie Suchfelder definiert, geht es im nächsten Schritt um die Ideengenerierung. Wer liefert Ideen? Wo werden sie gesammelt? Wie kann Kreativität gefördert werden? Mögliche Instrumente um die Ideengenerierung zu institutionalisieren sind spezifische Workshops, regelmässiges Brainstorming oder eine Zusammenarbeit mit der Forschung (also Fachhochschulen, Unis). Beachten Sie auch Rückmeldungen von Kunden und Kundinnen. Fördern Sie innovative Denkweisen, etwa die «Imagine that»-Methode: Da stellen Sie sich vor, was Sie tun würden, wenn Sie beispielsweise einen Rohstoff oder einen Werkstoff nicht mehr hätten. Grundsätzlich gibt es in Kleinunternehmen zwei Typen von Ideen, die gesammelt und analysiert werden sollten:

    • Ideen, die spontan entstehen und zufällig an das Unternehmen herangetragen werden (z.B. von Mitarbeitenden oder Kunden)
    • Ideen, die bewusst herbeigeführt werden (z.B. über Workshops)
  • Alle Ideen sollten Sie sammeln, mit einer kurzen Beschreibung versehen und ablegen. Dann geht es um eine einheitliche, objektive Beurteilung, die Sie zum Beispiel anhand eines Rasters vornehmen können. Sortieren Sie Innovationen aus, die wenig erfolgsversprechend sind. Bei der Bewertung sollten Sie immer die Bedürfnisse Ihrer Kunden im Hinterkopf haben – diese entscheiden letztlich darüber, ob Ihre Entwicklung erfolgreich wird oder nicht. Nutzen Sie folgende Überlegungen, um Ideen zu bewerten:

    • Strategischer Fit: Passt die Idee zu Ihrer Geschäftsphilosophie, zu Ihren Zielen, dem bestehenden Produktportfolio und der Zielgruppen Ihres Unternehmens?
    • Welche Killerkriterien muss die Idee zwingend erfüllen? Dazu gehören zum Beispiel die technische Machbarkeit oder rechtliche Aspekte. 
    • Analysieren Sie die übrig gebliebenen Ideen nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen: Der Return on Investment kann anhand einer Kosten-Nutzen-Analyse oder Portfolio-Analyse kalkuliert werden. Mit der Frage «Handelt es sich um ein Vitamin oder ein Schmerzmittel?» können Sie zudem auf pragmatische Weise die künftige Nachfrage nach einem Produkt oder einer Dienstleistung bestimmen. Mehr dazu finden Sie im Video. 
  • Prüfen Sie die besten Ideen auf ihren Nutzwert, auf ihre Umsetzbarkeit und ihre Wirtschaftlichkeit. Für Ihr Grobkonzept können Sie beispielsweise das COSTAR-Modell verwenden, das von der Enterprise Development Group entwickelt wurde. Jeder Buchstabe steht für einen Teilschritt. 

    • C steht für Customers und deren Bedürfnisse, die Sie beschreiben sollten
    • Unter O (Opportunity) berechen Sie das Marktpotenzial
    • S steht für Solution, also Lösung. Hier sollten Sie Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt detailliert beschreiben
    • Mit T wie Team beschreiben Sie die personellen Ressourcen, die Sie für die Umsetzung benötigen – dazu zählen auch Partner, mit denen Sie möglicherweise zusammenarbeiten wollen
    • Unter A wie Advantages (Vorteile), erklären Sie, weshalb die Innovation einzigartig ist, auch im Vergleich zur Konkurrenz. Auch Risiken sollten Sie unter diesem Punkt aufführen
    • Und schliesslich steht R für Resultat: Hier sollten Sie alle bisherigen Arbeitsschritte zusammenfassen
  • Jetzt wird es konkret: Wie wollen Sie die ausgewählte Innovation umsetzen? Beschreiben Sie, wie Entwicklung, Produktion und Markteinführung vonstatten gehen soll. Im Ergebnis erstellen Sie einen Business Case. Er bietet eine ganzheitliche Sicht auf alle unternehmerischen Aspekte der Innovation. Eine Checkliste für den Business Case finden Sie auf dem Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster KMU-Portal des Bundes.

  • Ihr Produkt ist marktreif – und der Innovationsprozess abgeschlossen. Zumindest vorläufig, denn dank Ihrem Innovationsmanagement ist ja vielleicht bereits die nächste innovative Idee in der Pipeline. Bevor Sie sich an deren Entwicklung machen, sollten Sie aber zusehen, dass die letzte auch ein Erfolg wird: Dazu gehören interne und externe Kommunikation, Verkaufsunterstützung, Qualitätsmanagement etc.

Innovationsmanagement dank Wissensmanagement

Der Innovationsprozess lässt sich leichter vorantreiben, wenn das richtige Wissen zur richtigen Zeit am rechten Ort ist. Das lässt sich über Wissensmanagement steuern. Dafür sollten Sie folgende Dinge beachten:

  • Das Wissen in Ihrem Unternehmen ist für jeden jederzeit zugänglich. Dazu zählt Wissen über Projekte, Produkte, Prozesse, Kunden, Lieferanten, die anderen Mitarbeitenden und Ihre Fähigkeiten usw. Dieses Wissen muss mit einem geeigneten Instrument verwaltet werden – das kann zum Beispiel das Intranet sein.
  • Das Wissen muss leicht zugänglich sein.
  • Gleichzeitig sollte es keine Hürden geben, um neues Wissen «abzulegen».
  • Wenn Projekte übergeben werden, jemand die Firma verlässt und jemand neues eintritt, wird das Wissen systematisch übergeben (hier können z.B. Checklisten helfen).
  • Mitarbeitende werden ermutigt, sich aus- und weiterzubilden und erhalten möglicherweise finanzielle Unterstützung.

Wichtig: Innovation richtet sich nach Kundenbedürfnissen

Nun haben Sie einiges zum Innovationsprozess und zum Innovationsmanagement gelernt. Dabei sollten Sie eines immer im Auge behalten: Letztlich sind die Bedürfnisse Ihrer Kunden entscheidend. Verinnerlichen Sie die Kundensicht in Ihrer Denkweise. Lassen Sie sich dabei von folgenden Punkten leiten:

  • Stiftet die Innovation einen Nutzen für Kunden? Was ist der Unterschied zur Konkurrenz, zu bestehenden Produkten?
  • Werden Anforderungen der Kunden berücksichtigt? Gibt es z.B. verschiedene Versionen mit unterschiedlicher Ausstattung und Preis?
  • Ist die Innovation mehrheitstauglich? Innovation sollte nicht auf den Problemen einer kleinen Minderheit basieren, denn letztlich wird nur diese profitieren.

Innovation lässt sich nicht bis ins Detail planen. Trotzdem können Sie mit einem innovationsfreundlichen Klima in Ihrem Unternehmen Entwicklungen fördern. Wenn Sie den Innovationsprozess verstehen, können Sie Ihre Ressourcen zielgerichteter einsetzen – und wer weiss, vielleicht wird aus einer Idee ein Kassenschlager.

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