Diese Seite hat eine durchschnittliche Bewertung von %r von maximal 5 Sternen. Total sind %t Bewertung vorhanden.
Lesezeit 3 Minuten Lesezeit 3 Minuten
Erstellt am 20.08.2021

Liquiditätsplanung für KMU: besser gerüstet dank Szenarien

Seine Liquidität vorausschauend zu planen, ist für jedes Unternehmen ein Muss. Dabei ist es empfehlenswert in Wenn-dann-Szenarien zu rechnen und für jedes Szenario einen Plan B aufzustellen.

Mit einem Liquiditätsplan ermittelt ein Unternehmen, ob ihm in naher Zukunft genügend flüssige Mittel zur Verfügung stehen, um seine Rechnungen und sonstigen Verbindlichkeiten fristgerecht bezahlen zu können. Oder anders gesagt: Im Liquiditätsplan kann es ablesen, ob es zahlungsfähig bleibt. Gerechnet wird dabei aufgrund von erwarteten Einnahmen und Ausgaben. Doch was passiert, wenn es anders läuft als geplant? Für diesen wahrscheinlichen Fall empfiehlt es sich, die Liquiditätsplanung aufgrund von Wenn-dann-Szenarien durchzuspielen und sich Alternativen zu überlegen. So gehen Sie vor:

Schritt 1: Erstellen Sie einen Basis-Liquiditätsplan

Bei der Basis-Liquiditätsplanung stellen Sie – ausgehend von den bestehenden flüssigen Mitteln zum Zeitpunkt X – auf einem Zeitstrahl die erwarteten Einnahmen den erwarteten Ausgaben gegenüber (z.B. für jeden Monat eines Jahres) inkl. Berücksichtigung der Investitions- und Finanzierungstätigkeiten. Auf diese Weise ermitteln Sie mögliche Liquiditätsengpässe oder -überschüsse im Zeitablauf. Gehen Sie beim Basis-Liquiditätsplan von Einnahmen und Ausgaben aus, die aufgrund Ihrer Erfahrungen oder Fakten am realistischsten sind.

Zu den erwarteten Einnahmen gehören unter anderem Erträge aus:

  • Bareinnahmen, Kundenrechnungen
  • Krediten
  • Zinsen
  • Steuerrückerstattungen

Zu den erwarteten Ausgaben gehören unter anderem:

  • Mietaufwand
  • Materialaufwand
  • Lohn- und Sozialaufwand
  • Versicherungen
  • Spesenaufwand
  • Marketingaufwand
  • Beratungsaufwand
  • Kreditraten

Tipp

Erstellen Sie den Liquiditätsplan stets nach demselben Muster. Excel-Vorlagen, die Sie auf Ihr Unternehmen anpassen können, sind im Internet von verschiedenen Anbietern erhältlich – z.B. von Klara, dem Online-Buchhaltungsprogramm für KMU.

Schritt 2: Rechnen Sie den Liquiditätsplan in Szenarien durch

Nun läuft nicht immer alles wie erwartet. Fest eingeplante Einnahmen können wegfallen oder nicht eingeplante Ausgaben hinzukommen. Überlegen Sie sich deshalb in einem nächsten Schritt, wo Ihr Unternehmen die grössten Risiken hat, unerwartet in einen Liquiditätsengpass zu laufen. Zur Veranschaulichung dienen diese vier Beispiele:

Beispiel 1: Lieferengpass beim Hauptlieferanten

Was wäre, wenn Ihr Hauptlieferant von einem Tag auf den andern nicht mehr liefern kann, sodass Sie sich einen neuen Lieferanten suchen müssen, der Ihnen jedoch die Ware zu weitaus höheren Preisen liefert?

Beispiel 2: Zahlungsverzug bei einem wichtigen Kunden

Was wäre, wenn Ihr umsatzstärkster Kunde plötzlich die Rechnungen nicht mehr wie gewohnt zum vereinbarten Zeitpunkt bezahlen kann, weil er selbst in einen Liquiditätsengpass gerutscht ist?

Beispiel 3: höherer Anschaffungspreis aufgrund von Währungsschwankungen

Was wäre, wenn Sie für eine neue Maschine, die Sie in den USA bestellt haben, plötzlich viel mehr bezahlen müssten als geplant, weil es zwischen dem Zeitpunkt der Bestellung und der Auslieferung zu Währungsschwankungen gekommen ist?

Beispiel 4: höherer Umsatz

Was wäre, wenn Sie über Nacht einen neuen Kunden gewinnen, der Ihnen ein Umsatzplus von 25% beschert? Wie würde sich dies auf der Aufwandseite auswirken, wenn Sie dafür extra eine neue Maschine anschaffen müssten?

Rechnen Sie solche Szenarien einzeln durch und analysieren Sie die Auswirkungen, die jedes Szenario haben könnte.

Schritt 3: Leiten Sie einen Plan B ab

Sobald Sie feststellen, dass ein Szenario unerwünschte Auswirkungen auf die Liquidität hat, ist ein Plan B erforderlich. Überlegen Sie sich also Möglichkeiten, wie sie die Liquidität steuern können, falls das eine oder andere Szenario eintrifft wie z.B. bei:

Lieferengpass beim Hauptlieferanten

Verteilen Sie das Klumpenrisiko vorzeitig, sodass Sie im Ernstfall eine Ausweichmöglichkeit haben.

Teureren Anschaffungspreis aufgrund von Währungsschwankungen

Sichern Sie Ihr Währungsrisiko im Vorfeld ab.

Zahlungsverzug eines wichtigen Kunden

Kompensieren Sie die verspätete Zahlung mit vorgezogenen Zahlungen von anderen Kunden, indem Sie mit diesen das Gespräch über Zahlungsfristen suchen.

Höheren Umsatz

Suchen Sie nach einem Produktionspartner, über den Sie die Mehrproduktion abwickeln können, sodass Sie keine neue Maschine anschaffen müssen.

Diese Seite hat eine durchschnittliche Bewertung von %r von maximal 5 Sternen. Total sind %t Bewertung vorhanden.
Sie können die Seite mit 1 bis 5 Sternen bewerten. 5 Sterne ist die beste Bewertung.
Vielen Dank für die Bewertung
Beitrag bewerten

Das könnte Sie ebenfalls interessieren