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Erstellt am 12.11.2018

Die grössten Fehler im Working Capital Management

Working Capital Management bietet grosses Potenzial für Ihre Liquiditätsplanung, enthält aber auch Stolpersteine. Die WCM-Experten von PostFinance zeigen drei häufige Fehler bei der Steuerung des Nettoumlaufvermögens auf und erklären, wie Sie diese vermeiden können.

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Viele Firmen in der Schweiz schenken dem Working Capital Management (WCM) zu wenig Beachtung oder begehen vermeidbare Fehler in ihrer Liquiditätsplanung. Das kann den Free Cash Flow senken, wodurch Investitionen und Wachstum gehemmt werden, aber auch die Rentabilität leiden kann. Wir zeigen, worauf bei der optimalen Steuerung des Nettoumlaufvermögens das Augenmerk zu legen ist und welche Fehler Sie nicht begehen sollen, damit die Liquidität optimiert werden kann.

Fehler 1: Das WCM den einzelnen Funktionen überlassen

Eine grosse Herausforderung des WCM ist, dass es immer im Spannungsfeld verschiedener Funktions- und Unternehmensbereiche steht. Der Einkauf, der Vertrieb, die Logistik und das Controlling: Sie alle haben Einfluss auf das Working Capital, sie alle wollen stetige Optimierung – aus der eigenen Perspektive. Deshalb werden gleichzeitig unterschiedliche Ziele verfolgt, die den Cashflow beeinflussen.

So ist zum Beispiel das primäre Ziel des Vertriebs die Umsatzmaximierung und die Steigerung der Servicequalität. Der Einkauf ist im Wesentlichen an der Produktionsversorgung und an der Realisierung von Beschaffungseinsparungen interessiert. Und die Logistik hat tiefe Lagerbestände beziehungsweise einen tiefen Lagerumschlag als wichtige Kennzahl. Überlässt nun ein Unternehmen das WCM einem einzelnen dieser Funktionsbereiche, sind Zielkonflikte in der Liquiditätsplanung vorprogrammiert. Eine Verbesserung des Cashflows bleibt aus. Am Ende wird jener Bereich aus dem operativen Geschäft das WCM am stärksten beeinflussen, der am kräftigsten am Working-Capital-Strang zieht. Vermeiden Sie diesen Fehler, indem Sie für Ihr Unternehmen eine verbindliche, funktionsübergreifende Strategie erarbeiten und umsetzen.

Fehler 2: Beste Bonitäten nicht nutzen

Im Rahmen unserer Tätigkeit als WCM-Berater stellen wir immer wieder fest, dass Unternehmen die besten Bonitäten entlang der Supply Chain (also der Wertschöpfungskette) nicht nutzen, um ihr Working Capital zu optimieren und ihre Finanzierungskosten zu senken. Vermeiden Sie diesen Fehler, indem Sie die Bonitäten entlang Ihrer Supply Chain analysieren, um entsprechende Potenziale ausfindig zu machen. Je nachdem, ob Ihr Unternehmen selbst, einer Ihrer Lieferanten oder Ihrer Kunden die beste Bonität aufweist, stehen Ihnen folgende bankenunabhängige und bankenabhängige Lösungen zur Verfügung:

Lösung Lieferanten Ihr Unternehmen Abnehmer
Lösung
Bankenunabhängige Lösung
Lieferanten
  • Finanzierung der Vorräte (Vendor-Managed Inventory)
  • Verlängerung der Zahlungsziele gegenüber Ihrem Unternehmen
Ihr Unternehmen
  • Finanzierung der Vorräte bei Lieferanten oder bei Abnehmern
  • Verlängerung der Zahlungsziele gegenüber Abnehmern
  • Verkürzung der Zahlungsziele gegenüber Lieferanten
Abnehmer
Verkürzung der Zahlungsziele gegenüber Ihrem Unternehmen
Lösung
Bankenlösung
Lieferanten
Factoring zur Finanzierung Ihres Unternehmens
Ihr Unternehmen
  • Factoring zur Finanzierung des Abnehmers bzw. des eigenen Unternehmens
  • Reverse Factoring / Dynamic Discounting zur Finanzierung der Lieferanten bzw. des eigenen Unternehmens
  • Lagerfinanzierung / Off-Balance Logistics zur Finanzierung Ihres Unternehmens, der Lieferanten oder der Abnehmer
Abnehmer
Reverse Factoring zur Finanzierung Ihres Unternehmens

Fehler 3: WCM hat im Unternehmen nur Projektcharakter

Wir beobachten, dass WCM im Unternehmen oft nur einen Projektcharakter hat. Das ist selten effizient und führt zu folgendem Verhalten: Das Unternehmen stellt fest, dass das Working Capital, die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten, unerwartet stark gestiegen ist. Der Cashflow sinkt, die Alarmglocken läuten. In der Folge analysiert die Firma die Kennzahlen, lanciert ein Projekt zur Optimierung und setzt einen Verantwortlichen ein. Dieser beginnt mit der Planung, nimmt die Liquiditätsplanung unter die Lupe und setzt Massnahmen um, damit möglichst wenig Kapital im Umlaufvermögen gebunden ist.

Sobald dann die WCM-Lösungen die gewünschten Resultate erzielt haben, widmet sich das Unternehmen wieder anderen Themen. Und der Kreislauf beginnt von vorn: Das Working Capital steigt wieder an, bis die Zeit reif ist und die Forderung nach einem nächsten WCM-Projekt kommt. Kommt Ihnen das bekannt vor? Unser Tipp: Vermeiden Sie diesen Fehler, indem Sie WCM nicht als kurzfristige Massnahme, sondern als Dauerthema hoch oben auf Ihrer Agenda haben. Machen Sie WCM zum Linienthema. So stellen Sie sicher, dass Sie effizient mit Ihren Mitteln umgehen.

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