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Erstellt am 09.07.2020

Virtuelle Generalversammlungen auf dem Vormarsch: tilbago als Pilotkunde von daura

Aufgrund des Versammlungsverbots während der Coronakrise sind virtuelle Generalversammlungen auf dem Vormarsch. Der Onlineinkasso-Anbieter tilbago hat diese Möglichkeit ausprobiert – als Pilotkunde von daura. Das sind die Erfahrungen der Beteiligten.

Ausser dem Apéro riche am Ende der Veranstaltung fehlt nichts: «Inhaltlich spiegelt unsere digitale Generalversammlung die physische Generalversammlung inklusive aller Aktionärsrechte wider», sagt Alexandra Sowa, die bei daura für die Entwicklung des neuen Services «Virtuelle Generalversammlung» verantwortlich ist. Das bedeutet: Die Aktionäre nehmen aktiv an Diskussionen teil, können zum Beispiel Rückkommensanträge stellen, stimmen ab und erhalten die Abstimmungsergebnisse live angezeigt. Innerhalb von drei Wochen stellte die daura AG, die als Kerngeschäft eine Plattform für digitale Aktien betreibt, die Lösung auf die Beine. Denn die Zeit drängte. Aufgrund der COVID-Situation und des damit verbundenen Versammlungsverbots waren digitale Ersatzlösungen dringend gefragt.

tilbago als Pilotkunde

tilbago, der Schweizer Marktführer im Onlineinkasso, hat die «Virtuelle Generalversammlung» von daura als Pilotkunde getestet und gemeinsam mit dem PFLab, dem Innovationslabor von PostFinance, funktionell mitentwickelt (siehe letzter Abschnitt). Es handelte sich dabei nicht um die erste Zusammenarbeit: Auf Initiative des PFLab hat tilbago, an dem PostFinance beteiligt ist, 2019 ihre Aktienbücher über daura digitalisiert und später als erstes Unternehmen eine Kapitalerhöhung über die Plattform durchgeführt – ebenfalls als Testkunde. «Unsere Pilotenrolle bei der virtuellen GV über daura war ein logischer nächster Schritt», sagt tilbago-Verwaltungsratspräsident Harley Krohmer. 

Unsere GV 2020 ist insgesamt hervorragend und wirklich auch unkompliziert gelaufen.
Harley Krohmer, Verwaltungsratspräsident von tilbago

Wünschenswerte Zusatzfunktionen eingespielt

Die Generalversammlung virtuell abzuhalten, passt zur digitalen DNA von tilbago. Das Unternehmen bietet seinen Kunden einen automatisierten innovativen Betreibungsprozess – von der digitalen Einleitung einer Betreibung bis zur digitalen Verwaltung von Verlustscheinen – und setzt auch bei den eigenen Abläufen auf maximale Digitalisierung. Entsprechend nahm das Unternehmen als Test- und Pilotkunde die Aufgabe gerne wahr, während der Entwicklung der daura-Lösung Verbesserungspotenziale einzubringen. David Ammann, VR-Sekretär von tilbago, erklärt: «Wir versuchten, sämtliche Eventualitäten in Betracht zu ziehen, die bei einer tilbago-GV bzw. auch für die Gewährung der Aktionärsrechte von Relevanz sein könnten, und entsprechende Fragen zu klären. Was ist zum Beispiel, wenn bei der Abstimmung Fehler passieren oder es ergänzende Punkte gibt, über die abgestimmt werden muss? Was muss für die Einberufung einer virtuellen Generalversammlung berücksichtigt werden und welche Möglichkeiten braucht es hierzu? Oder wie können wir beispielsweise Wortmeldungen aus dem Aktionariat ins Protokoll der daura-Plattform aufnehmen, wenn eine gleichzeitige oder nachträgliche Bearbeitung dieses Protokolls nicht möglich ist?» Durch dieses kritische Hinterfragen konnten einige Zusatzfunktionen in die daura-Lösung eingespielt werden. Alexandra Sowa erklärt: «Die grösste Herausforderung bei der Entwicklung war die Abbildung der rechtlichen Seite mit den verschiedenen Mehrheiten, die bei Beschlüssen in Frage kommen. Dabei halfen uns die Inputs des PFLab und von tilbago enorm.»

Weniger Aufwand für Aktionäre

Harley Krohmer sieht den grössten Vorteil einer virtuellen GV beim geringen Aufwand und der hohen Flexibilität. «An unserer ersten virtuellen GV vom 25. Juni 2020 konnten unsere Aktionäre bequem vom Homeoffice aus an der GV und den damit verbundenen Abstimmungen live teilnehmen», sagt er. Insbesondere schätzt er die Interaktion zwischen Aktionären und dem Verwaltungsrat bzw. der Geschäftsführung – mit Rückfragen und Kommentaren, was zum Beispiel bei schriftlichen Vollmachten nicht möglich wäre. 

Auch in hybrider Form möglich

Als Unternehmen, das seine Aktienbücher über daura digitalisiert hat, profitiert tilbago zudem von einem Full-Service, was ihre Corporate-Governance-Dokumente anbelangt. Alle Informationen sind via daura sicher auf der Blockchain gespeichert – auch das GV-Protokoll. Die einfach und intuitiv zu bedienende daura-Lösung steht jedoch auch allen Nicht-Kunden zur Verfügung. «Sie kann von allen Aktiengesellschaften in der Schweiz genutzt werden», sagt Sowa. Und sogar von Unternehmen, die nicht auf den persönlichen Kontakt zu ihren Aktionären verzichten möchten. «Wir bieten dafür extra ein hybrides Modell an, bei dem ein Teil der Aktionäre vor Ort, der andere virtuell teilnehmen kann.» 

Über die Rolle des PFLab

Als Innovationslabor von PostFinance nimmt das PFLab die Aufgabe wahr, neue Zukunftsthemen zu entdecken, zu testen und umzusetzen. Dazu gehört es auch, innovative Ideen innerhalb von Kooperationen und Beteiligungen und im Rahmen von verschiedenen Formen der Zusammenarbeit zu forcieren und zu testen. «Mit daura stehen wir seit der öffentlichen Lancierung im Austausch und haben die Plattform gemeinsam mit tilbago und anderen Unternehmen in verschiedener Hinsicht getestet und genutzt», erklärt Sergio Consonni. «Für uns ist dies jeweils eine gute Möglichkeit, innovative Produkte kennenzulernen und Feedback zu erhalten – auch im Hinblick auf eine mögliche Empfehlung für unsere Geschäftskunden.» 

Gut zu wissen: Wie es mit den virtuellen GV weitergeht

Erst die COVID-19-Verordnung des Bundesrates schaffte eine explizite Grundlage zur Durchführung von virtuellen Generalversammlungen, wobei auch diese noch eine physische «Restversammlung» vorsieht. Aber wie geht es nun weiter mit der virtuellen GV? Mit der Aktienrechtsreform bzw. der Revision des OR dürfte – sofern diese so durchkommt – die generelle Grundlage geschaffen werden, Generalversammlungen künftig rein virtuell durchführen zu können.

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