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Erstellt am 12.01.2023

Führung in der agilen Arbeitswelt: So funktioniert Co-Lead

Wo agil gearbeitet wird, ändert sich auch die Art der Führung. Dominic Schneuwly und Tipuna Tschabold teilen sich die Führungsaufgaben für Digital Sales and Services im Co-Lead. Wie sie sich organisieren und welche Vorteile und Herausforderungen sie im Co-Lead sehen, erzählen sie im Interview.

Dominic Schneuwly und Tipuna Tschabold, die bereits gemeinsam den Bereich Digital Sales and Services in die agile Arbeitsweise überführten, haben im März 2022 die Leitung dieses Teams im Co-Lead übernommen. Dabei verantwortet Dominic die methodischen sowie die personellen Aufgaben; Tipuna führt das Team fachlich. Nebst diesen klar getrennten Funktionen bearbeiten sie bestimmte strategische und kommunikative Themen gemeinsam. Mit diesem Führungsmodell haben sie in ihrem Bereich einen neuen Weg beschritten, der ganz im Sinne der agilen Arbeitsweise ist.

Gut zu wissen: Das ist der Unterschied zwischen Job- bzw. Top-Sharing und Co-Lead

Beim Jobsharing bzw. Topsharing teilen sich zwei oder mehrere Mitarbeiter:innen einen (Führungs-)Job in Teilzeit. Beim Co-Lead hingegen teilen zwei oder mehrere Mitarbeiter:innen eine Führungsfunktion in mehrheitlich getrennte Führungsaufgaben auf. Co-Lead-Stellen können auch Vollzeitstellen sein.

Dominic Schneuwly Tipuna Tschabold
Dominic Schneuwly (links) und Tipuna Tschabold führen den Bereich Digital Sales and Services im Co-Lead.

Wie ist es zu dieser Aufgabenteilung im Co-Lead gekommen?

Tipuna: Aufgrund unserer bisherigen Rollen – Dominic ist Scrum Master und ich Product Owner – sind wir schon seit längerem ein eingespieltes Team. Wir haben uns immer gut ergänzt. Als sich ein Führungswechsel ankündigte, haben wir die Chance ergriffen und uns im Co-Lead als neues Führungsteam vorgeschlagen.

Dominic: Dies auch, weil uns bewusst wurde, dass in einem agilen Umfeld klassische Zwischenstufen nicht zielführend sind. So gingen wir mit unserem Vorschlag auf unsere Führungsperson zu, die Teamleitung mit uns zu besetzen. Unsere Idee: Wir übernehmen als Lead-Scrum Master und Lead Product Owner sämtliche Führungsaufgaben inklusive der personellen Führung und tragen gemeinsam die Verantwortung für strategische Entscheidungen. Das war es auch, was uns gereizt hat: selbst mitgestalten und entscheiden zu können.

Welche Vorteile seht ihr im Co-Lead?

Dominic: Dank klar getrennten Führungsfunktionen können wir unsere individuellen Stärken optimal ausspielen und ergänzen: Ich kann mich fachlich auf Tipuna stützen und er sich auf mich, wenn es um Methodiken oder um die Befähigung der Mitarbeiter:innen geht. Und in den gemeinsamen Aufgaben haben wir immer einen Sparringspartner zur Seite, auf den wir uns verlassen können. Anders als vermutet, sind wir so in den Entscheidungen nicht etwa langsamer, sondern schneller.

Tipuna: Für mich bedeutet der Co-Lead eine Entlastung, da ich weiss, dass der personelle Teil bei Dominic in guten Händen ist, und ich mich so auf meine Aufgaben fokussieren kann.

Wo liegen die Herausforderungen beim Co-Lead?

Dominic: Insbesondere darin, dass wir uns bei Abwesenheit nicht eins zu eins stellvertreten können, weil wir eben mehrheitlich nicht dieselben Aufgaben wahrnehmen. Dies erforderte intern von unseren Anspruchsgruppen ein Umdenken. Zudem braucht es beim Co-Lead eine klare Kommunikation, in welcher Rolle man gerade unterwegs ist – als Scrum Master bei der operativen Arbeit oder als Führungsperson, die strategische Entscheidungen zu verantworten hat.

Welches sind aus eurer Erfahrung die Erfolgsfaktoren für einen Co-Lead?

Tipuna: Damit Co-Lead klappt, braucht es bestimmte Voraussetzungen – allem voran zwei Personen, die zusammenfinden, um sich mit derselben Ausrichtung und demselben Ziel einer Aufgabe im Tandem anzunehmen. Dabei hilft es, wenn man schon einmal harmonisch zusammengearbeitet hat und auf gute Erfahrungen in herausfordernden Zeiten zurückgreifen kann. Wir zum Beispiel haben gemeinsam den Bereich Digital Sales and Services von einem klassischen Arbeitsumfeld in ein agiles Arbeitsumfeld überführt.

Dominic: Dies schweisst zusammen, auch auf persönlicher Ebene. Ich habe mit Tipuna nicht nur einen bewährten Arbeitspartner an meiner Seite, sondern auch einen Freund, der Pate meiner Tochter ist. Wir wissen, dass wir uns auch in intensiven und herausfordernden Zeiten aufeinander verlassen können. Ich stelle mir das so vor wie bei einer Mount Everest-Besteigung: Du weisst, dass die Aufgabe extrem schwer wird. Aber du weisst auch, dass sie leichter und besser zu meistern ist, wenn du den Weg mit einem idealen Partner gehst.

Wie hat euer Umfeld auf eure Führungsfunktion im Co-Lead reagiert?

Dominic: Als wir dies zum ersten Mal kommuniziert haben, war ich erstaunt über die Reaktionen. Es scheint noch nicht zur Normalität zu gehören, dass sich zwei Personen eine Führungsfunktion teilen. Notabene arbeite ich 80 Prozent und Tipuna 100 Prozent.

Würde Co-Lead auch in einem klassischen Arbeitsumfeld funktionieren?

Tipuna: Meiner Meinung nach ja, wobei dies stark von der Art der auszuführenden Aufgaben abhängt. Je linearer diese sind, desto geringer ist der Bedarf für solche Führungsmodelle.

Was PostFinance ihren Mitarbeiter:innen verspricht

Schon gewusst? PostFinance bietet ein flexibles und modernes Arbeitsumfeld, in dem sich die Mitarbeiter:innen persönlich weiterentwickeln, auf Augenhöhe ihre Meinung teilen und mitbestimmen können. Zu den Möglichkeiten gehören auch verschiedene Arbeitsmodelle wie Top- und Jobsharing oder Co-Lead.

About

Dominic Schneuwly und Tipuna Tschabold sind gemeinsam am 1. Juni 2021 bei PostFinance gestartet. Was gefällt ihnen an ihrer Arbeit und an PostFinance als Arbeitgeberin besonders gut?

Tipuna Tschbold: «Mir gefällt es, mit unserem tollen Team nach dem Test-und-Learn-Ansatz im agilen Setting den Sales Funnel zu optimieren und die Vertriebs-KPIs für unseren Bereich zu erreichen. Gerade bei strategischen Themen involviere ich mich persönlich gerne, um PostFinance weiterzuentwickeln und den grössten Mehrwert für unsere Kundschaft zu schaffen. Bei PostFinance macht die Arbeit Spass, da wir eine tolle Kultur pflegen, die respektvoll und offen ist. Insbesondere die gute Stimmung im Team versüsst den Arbeitsalltag.»

Dominic Schneuwly: «Mir gefällt es, dass wir die Möglichkeit haben, Neues zu wagen und die Mitarbeiter:innen in der agilen und interdisziplinären Arbeitsweise fördern können.»

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