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Erstellt am 22.11.2021

Digitale Barrierefreiheit: Banking ohne Barrieren – für alle

Damit digitale Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen nutzbar sind, müssen sie barrierefrei umgesetzt sein. Nicole Hug von der Fachstelle E-Accessibility bei PostFinance führt aus, was es dazu braucht und warum Barrierefreiheit allen dient.

Was digitale Barrierefreiheit für den Alltag von Menschen mit Beeinträchtigungen bedeutet, zeigt sich bei E-Finance deutlich. «Im Onlinebanking von PostFinance können auch Nicht-Sehende mithilfe technologischer Hilfsmittel wie dem Screenreader  all das erledigen, was auch Sehende erledigen können – zum Beispiel Zahlungen tätigen, Einstellungen ändern oder die Vermögensübersicht abrufen», erklärt Nicole Hug, die bei PostFinance in der Fachstelle E-Accessibility arbeitet. Oder anders ausgedrückt: Im weitgehend barrierefreien E-Finance haben alle die Möglichkeit, ihre Finanzen selbstständig zu verwalten. Es bietet einen uneingeschränkten Zugang – für alle, die es nutzen wollen.

  • Akustisch: über eine Soundkarte
  • Taktil: über eine Braillezeile. Die Braillezeile ist ein Computerausgabegerät, das Zeichen in Blindenschrift übersetzt.

Quelle: www.marlem-software.de

Erfolgreiche Rezertifizierung

Als bundesnaher Betrieb ist PostFinance laut dem Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) verpflichtet, bei ihren digitalen Angeboten einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten. Nebst E-Finance betrifft dies auch die Website Der Link öffnet sich in einem neuen Fenster postfinance.ch und die PostFinance App. Dass das Finanzinstitut diese Aufgabe konsequent umsetzt, beweist nicht zuletzt die wiederholte Auszeichnung durch die Zertifizierungsstelle «Zugang für alle». Bereits zum fünften Mal in Folge wurde PostFinance im November 2020 für die Website und fürs E-Finance mit der höchsten Qualitätsstufe AA+ ausgezeichnet. Die erfolgreiche Rezertifizierung sei die Bestätigung, dass PostFinance die Qualität halten könne – trotz rasanter technologischer Entwicklungen und einer stets steigenden Komplexität bei dieser Aufgabe, sagt Nicole Hug. Sie engagiert sich seit 2009 bei PostFinance für die digitale Barrierefreiheit und betont: «Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung: Um die Auszeichnung auch beim nächsten Mal zu erhalten, müssen wir am Ball bleiben.» Dann wird die Zertifizierungsstelle zum ersten Mal auch Apps prüfen und damit auch die PostFinance App. 

So werden digitale Angebote frei von Barrieren

Doch wie werden eigentlich digitale Angebote frei von Barrieren? «Es gibt sehr viele verschiedene Massnahmen: Am tiefsten greifen jene für blinde Menschen ein, die Hilfsmittel wie den Screenreader nutzen», erklärt sie. Als Beispiel nennt sie die die Strukturierung der Texte auf Code-Ebene. «Wenn sich blinde Personen mit einem Screenreader durch die digitalen Inhalte bewegen, müssen Elemente wie Titel, Zwischentitel, Listen und Tabellen auf Code-Ebene korrekt ausgezeichnet sein. Nur so haben blinde Personen, die sich nicht wie Sehende visuell an der Textstruktur orientieren können, die Möglichkeit, sich auf einer Seite zurechtzufinden und gezielt auf Inhalte zuzugreifen.» Weiter gebe es zahlreiche Massnahmen, die allen dienten, die eine verminderte Sehfähigkeit haben – angefangen von grossen Schriften über die Skalierbarkeit der Inhalte bis hin zu einem optimalen Kontrastverhältnis von Hintergrund- und Textfarbe. Davon profitierten zum Beispiel gerade auch ältere Menschen, die nicht mehr so gut sehen.

Barrierefreiheit in der Praxis: Drei Beispiele

Beispiel 1: Sämtliche Videos auf postfinance.ch sind untertitelt, damit die Inhalte Menschen mit einer Hörbehinderung Hörbehinderten zur Verfügung stehen. Untertitel sind aber auch wichtig, damit das Video bei ausgeschaltetem Ton angeschaut werden kann. Zudem helfen Untertitel zu einem besseren Verständnis des gesprochenen Textes.

Beispiel 2: Bei Grafiken oder Bildern auf der Website, die relevanten Inhalt zeigen, werden im Code sogenannte Alttexte eingebaut, die den Inhalt der Grafik oder des Textes beschreiben. Diese Alttexte werden vom Screenreader erfasst und vorgelesen.

Beispiel 3: Accesskeys ermöglichen den schnellen Zugriff per Tastatur auf bestimmte Seiten und Inhalte einer Website. Davon profitieren alle Anwender, die den Computer lieber mit der Tastatur statt mit der Maus bedienen. Mit dem Accesskey 3 gelangt man auf der Website von PostFinance zum Beispiel direkt auf das E-Finance-Login. Accesskeys gibt es auch fürs E-Finance.

Barrierefreiheit von Anfang an mitdenken

Bei der Umsetzung der Barrierefreiheit orientiert sich PostFinance an den P028-Richtlinien des Bundes für die Gestaltung von barrierefreien Internetangeboten, die wiederum auf die internationalen Web Content Accessibility Guidelines WCAG 2.1 referenziert. «Dieser umfassende Leitfaden deckt sämtliche Anforderungen ab, auch die strengsten, und liefert Antworten auf alle Fragen rund um die digitale Barriererefreiheit. Wenn immer möglich werden diese Anforderungen von Anfang an bei digitalen Inhalten und als Teil der User Experience berücksichtigt», erklärt Nicole Hug. Dies sei weit weniger aufwendig, als im Nachhinein Barrieren abzubauen, bedinge aber eine Sensibilisierung für das Thema und entsprechende Schulungen – nicht nur intern, sondern auch bei der Zusammenarbeit mit Agenturen und Entwicklungspartnern, die für PostFinance tätig sind.

Sensibilisieren, beraten und testen

Genau dafür ist die Fachstelle E-Accessibility verantwortlich: Sie sensibilisiert, berät und organisiert Kurse, damit die Barrierefreiheit umgesetzt werden kann. Eine weitere wichtige Aufgabe sei das Testen. In Zusammenarbeit mit der Stiftung «Zugang für alle» werden die digitalen Inhalte in regelmässigen Abständen oder bei neuen Angeboten auf die Barrierefreiheit hin geprüft. «Dabei arbeiten wir mit blinden Menschen, die Hilfsmittel einsetzen. Für ihre Bedürfnisse gelten die strengsten Anforderungen. Wenn diese abgedeckt sind, sind die meisten abgedeckt.»

Nicole Hug

Nicole Hug arbeitet seit 2009 bei PostFinance in der Fachstelle E-Accessibility.

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