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Erstellt am 16.02.2020

Schon gewusst? Das ist Design Thinking

Mit Design Thinking lassen sich ganz neue Ideen finden. Doch welche Voraussetzungen braucht es im Kopf der Teilnehmenden, damit dieser spannende Ansatz Früchte trägt (im Video) und wie läuft Design Thinking ab?

(Nur) so funktionierts mit Design Thinking 1. Wir verabschieden uns von Vorurteilen darüber, wie etwas funktioniert 2. Wir gehen immer vom Nutzer aus 3. Wir arbeiten im Team mit Menschen, die unterschiedliche Kompetenzen mitbringen 4. Wir haben keine Erwartungen an das, was passieren 5. Wir sind neugierig und wollen Probleme in ihrer ganzen Tiefe verstehen 6. Wir sind offen für neue Möglichkeiten 7. Wir stellen einfache Fragen 8. Wir probieren Dinge aus und lernen daraus = wir scheitern früh und oft und lernen rasch Quelle: In Anlehnung an «Design Thinking Toolbook», Verlag Franz Vahlen GmbH, München, 2020

Offen sein, neugierig fragen, neu denken, experimentieren, möglichst schnell scheitern und daraus lernen: Design Thinking ist eine Denkhaltung, die die Teilnehmenden beim Entwickeln neuer Ideen auf eine spannende Reise ins Unbekannte mitnimmt. Alice Dal Fuoco vom PFLab, dem Innovationslabor von PostFinance, kann schon fast nicht mehr anders als «Design Thinking». Als Designerin ging ihr der Ansatz bereits im Studium in Fleisch und Blut über. Und im PFLab ist es ein Teil der Kultur. Das sind unsere Fragen an sie:

Was ist Design Thinking?

Ein Ansatz für Kreativitätsmethoden, der in den 1980er-Jahren an der Stanford Universität gelehrt wurde und von David M. Kelley, dem Gründer der amerikanischen Agentur IDEO auf den Businesskontext übertragen worden ist. Design Thinking ermöglicht das Out-of-the-box-Denken. Es hilft dabei, die Dinge anders zu betrachten, aber immer die Bedürfnisse der Menschen, der Nutzer ins Zentrum zu stellen. Beim Design Thinking arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen – in einem Umfeld, das die Kreativität fördert. Kurz umrissen: Es geht darum, auf der Basis von Recherche und Beobachtung der Zielgruppe gemeinsam eine Fragestellung zu finden und daraus Ideen zu entwickeln, die mit möglichst einfachen Prototypen mehrfach überprüft werden. Man hinterfragt die Ideen laufend – und muss sie auch loslassen können. Ziel ist es, möglichst früh und oft zu scheitern, um schneller Erfolg zu haben.

Verstehen und beobachten (Empathize)

Im ersten Schritt geht es um ein möglichst tiefes Verständnis des Problems, um – fernab von Lösungsansätzen – die richtige Problemstellung zu finden. Wo drückt bei der Zielgruppe der Schuh? Welches Problem soll gelöst werden? Dazu betreiben wir intensive Recherchearbeit und beobachten den Kunden bei der Nutzung eines Produkts, wir führen Interviews, wir wollen die Kundenbedürfnisse wirklich verstehen. Der Kunde steht im Zentrum.

Standpunkt definieren (Define)

Wir verdichten die gewonnenen Informationen und Beobachtungen und lassen «ideale Kunden» in Form von sogenannten Personas entstehen – also fiktive Charaktere mit einem Profil aus Vorlieben, Eigenheiten und Bedürfnissen. In den nächsten Phasen werden wir immer wieder auf sie zurückgreifen und uns fragen: «Würde dies unserer Persona gefallen?»

Ideenfindung (Ideate)

Um Ideen zu finden, beleuchten wir unsere Problemstellung aus jeder erdenklichen Perspektive. Jeder bringt seine Sichtweise ein. Mit Kreativitätstechniken brechen wir alte Denkstrukturen auf und wagen uns ans Unbekannte. Alles ist möglich, nichts soll bewertet werden.

Prototyping (Prototype)

Wir machen erste Ideen mittels Prototypen erlebbar. Ein Prototyp kann so ziemlich alles sein: ein Mock-up, ein Rollenspiel oder auch nur eine flüchtige Zeichnung.

Testen (Test)

Nun testen wir unsere Prototypen. Zuerst vielleicht einmal bei Kollegen, dann bei Kunden-Fokusgruppen. Die Testergebnisse lassen wir einfliessen, um unseren Prototyp schrittweise zu optimieren – oder aber die Idee sausen zu lassen. Denn wie bereits erwähnt: Nur wer früh und oft scheitert, hat Design Thinking richtig verstanden und angewendet.

Wann ist es sinnvoll, Design Thinking einzusetzen?

Ob im HR, in der IT, im Produktmanagement oder im Innovationslab, ob im Bankenwesen, in der Industrie oder im Bau: Die Einsatzmöglichkeiten von Design Thinking sind beinahe grenzenlos. Sinn ergibt es immer dann, wenn man wirklich neue Ideen entstehen lassen will oder versucht, komplexe Situationen und Kundenbedürfnisse besser zu verstehen.

Über Alice Dal Fuoco

Alice Dal Fuoco ist Innovation-Managerin und arbeitet im PFLab, dem Innovationslabor von PostFinance.

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