Glossar

Begriffe aus dem PFLab – einfach erklärt

Accelerator

Accelerator ist eine Institution, die Startups während eines bestimmten Zeitraums coacht und ihnen dadurch zu einer schnellen Entwicklung verhilft. Sozusagen ein «Beschleuniger» für den Entwicklungsfortschritt eines Startups. In der Schweiz gibt es drei solche Accelerators: Kickstart, F10 und Fongit.

Incubator

Inkubatoren konzentrieren sich weniger auf schnelles Wachstum. Ihr Erfolgsrezept ist es, das richtige Tempo für das jeweilige Startup zu finden. F10, der Verein, der aus der SIX entstanden ist, bietet beispielsweise beides an: ein Inkubator-Programm sowie ein Accelerator-Programm. Vor bzw. während des Inkubator-Programms sind die Startups jeweils noch nicht gegründet, aber es besteht bereits eine Idee und vielfach auch schon ein simpler Prototyp. Ziel ist es, dass die Teams bis zum Ende des Programms ihr Startup gegründet haben und «Investor-ready» sind.

Intrapreneurship

Intrapreneurship (der Begriff setzt sich zusammen aus den beiden englischen Wörtern «Intracorporate» und «Entrepreneurship») bezeichnet das unternehmerische Verhalten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern innerhalb eines Unternehmens. Die Mitarbeitenden sollen sich so verhalten, als ob sie selbst Unternehmer (Entrepreneur) wären. Einige Kickstart-Partner wie Axa, Swisscom oder Mobiliar schicken ihre «Intrapreneurship»-Teams auch zu Kickstart, damit diese zusammen mit Startups die jeweiligen Masterklassen besuchen und Coaching erhalten. Ein bekanntes Beispiel eines solchen Intrapreneurship-Teams, das bei Kickstart war, ist das Auto-Abo «UPTO» von Axa. Bei PostFinance ist Matthias Egli von Ormera ein gutes Beispiel eines Intrapreneurs.

Suchfelder

Sich verändernde Bedürfnisse und neue Trends und Technologien bieten Möglichkeiten für neue oder andersartige Geschäftsmodelle. Das PFLab sucht strategisch nach Opportunitäten und definiert dafür Suchfelder, also angrenzende und potenziell neue Märkte, die es als spannend erachtet. Die Suchfelder entstehen nicht nach einem vordefinierten und starren Prozess, sondern werden durch das Beobachten von Trends, neuen Technologien und Startups sowie durch das Verbinden von verschiedensten Elementen zusammengestellt. Sie werden vom PFLab periodisch auf ihre Aktualität und Relevanz überprüft. 

Design Thinking

Zu Design Thinking gehören ein Mindset, Prozesse, Werkzeuge und Vorgehen, die bei komplexen Problemen angewendet werden können, bei denen die Lösung nicht auf der Hand liegt. Design Thinking zeichnet sich dadurch aus, dass es beim Kunden/Menschen (nutzerzentriert) beginnt und aus dessen Befragungen/Beobachtungen die Bedürfnisse und somit die Ideen für Problemlösungen eruiert werden. Zudem wird mit schnellen, einfachen Prototypen sofort Feedback eingeholt und getestet, um diese Erkenntnisse sogleich wieder in die Weiterentwicklung einfliessen zu lassen. Design Thinking ist heute als Grundhandwerk in jedem Innovationsprozess integriert. Das Thema ist ausserdem in heutigen Kundenerlebnismanagement-Teams (Customer Experience Management, CEM) hinterlegt und wird dort ebenfalls genutzt.

CO-STAR

Im Postkonzern sowie bei PostFinance steht CO-STAR für ein Format, um eine neue Geschäftsidee zu beschreiben. Andere reden von einem NABC, Business Modell Canvas usw., wir reden vom CO-STAR und haben so eine gemeinsame Sprache für Innovationsvorhaben.

Dabei steht jeder Buchstabe für eine Perspektive des Vorhabens, der Idee: C für Customer, O für Opportunity, S für Solution, T für Team, A für Advantage und R für Result. Die CO-STARs des PF-Labs sind normalerweise in Horizont 3 angesiedelt.

Disruptiv/radikal

Im Vergleich zu einer inkrementellen Innovation kann eine radikale oder disruptive Innovation ganze Märkte, bestehende Produkte oder Firmen ablösen und zerstören. Laut Clayton M. Christensen starten radikale Innovationen meist in Gebieten und Märkten, die für Marktführer beispielsweise nicht interessant sind. Die Innovation startet meist in tiefer Qualität, revolutioniert sich dann aber schnell und wird schliesslich zum disruptiven Faktor im qualitativ hochstehenden Hochmargen-Markt des Marktführers. Radikale, disruptive Innovationen benötigen andere Vorgehensweisen als inkrementelle.

MVP

Ein Minimum Viable Product ist die erste minimal funktionsfähige Version eines Produkts, das ohne lange Entwicklungszeit direkt mit dem Kunden und am Markt getestet und anhand von Feedbacks validiert/falsifiziert wird. Normalerweise werden lediglich die kritischen Funktionen des Produkts getestet, und dies meist auch nur mit sehr einfachen Mitteln (Mockup, Paperprototyp usw.). Vielfach wird heutzutage bei der ersten Version eines Produkts am Markt von einem MVP geredet. Wird jedoch nur eine einzelne kritische Funktion getestet, ohne dass bereits ein fertiges Produkt dazu existiert, spricht man von einem RAT.

RAT

Der Riskiest Assumption Test ist eine Art «Risikoabschätzungstest». Ein Begriff, der mehr und mehr zur Anwendung gelangt, um zu zeigen, dass eine einzelne Funktion getestet wird und nicht schon ein fertiges Produkt vorliegt. Früher sprach man in diesem Zusammenhang eher von einem MVP. Heutzutage benutzen Firmen den Begriff des MVP eher für die Lancierung einer ersten Version eines Produkts.

PoC

Proof of Concept: der Beweis, dass ein Konzept funktioniert. In einem kleinen Umfeld wird getestet, ob eine bestimmte Lösung den erwarteten Mehrwert ergibt und tatsächlich funktioniert. Der Begriff wird von uns im Zusammenhang mit einem Startup genutzt, wenn wir dessen vorhandene Lösung in unserer technischen Umgebung testen.

NABC

Eine Ideen-Strukturierungsmethode. Sie wird meist bei Präsentationen eingesetzt, bei denen Feedback zu einer Idee, einem Prototyp oder einem Konzept eingeholt werden soll. NABC steht für 4 Bereiche, die beleuchtet werden sollen: Need (Bedürfnis des Kunden), Approach (Lösungsansatz), Benefit (Nutzen für Kunden und Unternehmen), Competition (Alternativen heute und in Zukunft, Value Proposition).

(Elevator) Pitch

Kleinste Form der Präsentation einer Idee, eines Prototyps oder eines Konzepts. Mit dem Begriff Elevator Pitch ist meist gemeint, jemanden innerhalb von 45 bis 60 Sekunden von etwas zu überzeugen, um einen nächsten Schritt im Projekt (weiterer Termin o. Ä.) zu erreichen. Meist geht ein Pitch zur Präsentation einer Idee fünf Minuten und wird mit der Ideenstrukturierungsmethode NABC kombiniert.

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