Nicht nur der Franken ist ein sicherer Hafen

In Phasen erhöhter Unsicherheit lohnt es sich, die Quote der «sicheren Häfen» im Portfolio zu erhöhen. Der japanische Yen und das Gold haben in den letzten Monaten davon profitiert.

Eine Metapher, die an den Finanzmärkten oft verwendet wird, hat es in der Schweiz zu einiger Bekanntheit geschafft: jene des «sicheren Hafens». Dies darum, weil der Schweizer Franken als sicherer Hafen gilt. In Zeiten der Unsicherheit wird unsere Währung vermehrt nachgefragt und wertet auf. Ist die Schlussfolgerung für den Schweizer Anleger jene, bei erwarteter Unsicherheit die Quote ausländischer Anlagen zu reduzieren und möglichst viel Schweizer Franken zu halten.

So einfach ist es nicht. Der Schweizer Franken ist nicht der einzige sichere Hafen. Auch andere Währungen weisen diese Eigenschaft auf – im Einzelfall sogar noch stärker als der Franken. Gerade die letzten Monate haben dies veranschaulicht.

Der Yen ist sicherer als der Franken

So haben wir diesen Frühling in unseren Portfolios japanische Yen zugekauft, weil wir aus der Vergangenheit wissen, dass dieser im Normalfall bei Unsicherheiten stärker aufwertet als der Schweizer Franken. Dies gilt insbesondere, seitdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) sich gegen Aufwertungen des Schweizer Frankens stemmt. Natürlich gilt es bei einer Währung auch die Bewertung zu beachten. Falls diese gemäss Kaufkraftparität gegenüber dem Franken überbewertet ist, lohnt es sich nicht, gegen diesen Trend anzukämpfen. Der japanische Yen schien aber gegenüber dem Franken deutlich unterbewertet zu sein. Es liess sich also gar aus zwei Gründen mit einer Aufwertung rechnen. Und tatsächlich hat der Yen in den vergangenen Monaten tendenziell an Wert gewonnen.

Sichere Häfen erhöhen die Stabilität des Portfolios in Phasen erhöhter Unsicherheit

Gold als sicherer Hafen

Neben dem Yen ist aus Schweizer Sicht auch Gold in Zeiten erhöhter Unsicherheit ein sicherer Hafen. Gold hat dabei eigentlich eine besondere Eigenschaft. Niemand weiss, welchen Wert ein Kilo Gold wirklich hat. Es gibt keine Fundamentaldaten, die den Goldpreis langfristig bestimmen. Dementsprechend volatil kann der Goldpreis auch sein. Ziemlich konstant wurde aber während der ganzen Menscheitsgeschichte auf Gold als Sicherheit zurückgegriffen. Dies gilt auch heute noch. Gold gewinnt an Wert, wenn die Unsicherheiten an den Finanzmärkten zunehmen. Auch dies hat sich dieses Jahr gezeigt und unsere erhöhte Goldquote in den Portfolios hat sich ausgezahlt.

Versicherung gegen Unsicherheiten

Natürlich gilt jeweils auch das Umgekehrte: Falls die Unsicherheiten abnehmen, verlieren sichere Häfen an Wert. Dies liess sich in den letzten Monaten ebenfalls beobachten. Sowohl der Yen als auch das Gold haben immer wieder Rückschläge erlitten. Auf sichere Häfen zu setzen lohnt sich also nicht zu jedem Zeitpunkt. Kurzfristig auf sie zu spekulieren, wäre sehr risikoreich und deshalb kein gutes Vorgehen. Sichere Häfen erhöhen aber die Stabilität des Portfolios in Phasen erhöhter Unsicherheit. Und in einer solchen Phase werden sich die Finanzmärkte auch in den nächsten Monaten befinden. Die Konjunkturrisiken haben zugenommen und zahlreiche politische Risiken bleiben bestehen. Wir halten darum am Übergewicht im japanischen Yen und dem Gold fest.

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