Nicht alles auf eine Karte setzen

Steht eine Rezession vor der Tür? Diese Frage treibt derzeit die Finanzmärkte um. Da punktgenaue Rezessionsprognosen nicht möglich sind, raten wir dazu, Risiken im Portfolio schrittweise zu reduzieren.

Die vor einem Monat an dieser Stelle befürchteten Sommergewitter haben sich tatsächlich entladen – im Schweizer Sommer und an den Finanzmärkten. Auslöser für die Gewitter an den Finanzmärkten war eine neuerliche Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Nach der Ankündigung weiterer Zölle durch die amerikanische Seite liessen die chinesischen Behörden eine Abwertung des chinesischen Renminbis zu.

Die Sommergewitter haben dazu geführt, dass breit diskutiert wird, ob die nächste Rezession ansteht. Kündigen die Gewitter tatsächlich auch eine Schlechtwetterphase an? 

Das Gespenst der Rezession

Dass die Finanzmärkte eine Rezession befürchten, darf uns für sich genommen noch nicht verunsichern. Das Gespenst der Rezession schwirrt seit einiger Zeit umher. Bereits im Jahr 2016 liessen die schwächelnden Investitionszahlen befürchten, dass die USA kurz vor einer Rezession steht. Dies sorgte an den Märkten entsprechend für Verunsicherung. Wie wir wissen, verflüchtigte sich jene Angst aber rasch wieder.

Gleichzeitig steht ausser Frage, dass sich die Aussichten für die Konjunktur in den letzten Monaten eindeutig verschlechtert haben. Und auch die Liste der politischen Konfliktherde bleibt lang. In verschiedensten Regionen der Welt brodelt es. Unter anderem tritt der Brexit bald wieder in eine heisse Phase. 

Angemessener ist es, das Portfolio schrittweise anzupassen.

Die Schwierigkeit, die nächste Rezession vorherzusehen

Rezessionen lassen sich nicht punktgenau vorhersagen. Egal, wie viele Daten gesammelt und wie viele mathematische Modelle noch gebastelt werden: Das Verhalten einzelner Menschen lässt sich letztlich nicht prognostizieren. Die heutige Situation illustriert diese Schwierigkeit exemplarisch: So wissen wir zwar, dass die Unsicherheiten rund um die politischen Risiken für geringeres Wachstum sorgen – nicht aber, wie sich diese Risiken weiterentwickeln werden. Sie hängen von Entscheiden einzelner Politiker ab. Gleichzeitig wissen wir, dass die Zentralbanken verschiedenste Massnahmen ergreifen werden, um den Beginn der Rezession zu verzögern. Für welche Massnahmen sich die Führungsgremien der Zentralbanken aber genau entscheiden und wie erfolgreich die Massnahmen sind, bleibt offen. 

Vorsichtige Haltung gerechtfertigt

Wir wissen also mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass das Wachstum eher schwach sein wird – wie schwach, muss sich aber weisen. Wie gehen wir mit dieser Unsicherheit um? Es ist nicht ratsam, alles auf eine Karte zu setzen – Rezession oder keine Rezession. Angemessener ist es, das Portfolio schrittweise so anzupassen, dass die Wachstumsrisiken richtig reflektiert werden. Aus unserer Sicht rechtfertigen die tieferen Wachstumserwartungen und erhöhten politischen Risiken aktuell eine vorsichtige Haltung. Dementsprechend haben wir die Risiken in unseren Portfolios weiter abgebaut. Und was die Zukunft angelangt: Wir verfolgen die Entwicklung wie gewohnt genau – und reagieren. Schritt für Schritt. 

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