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Auswirkungen des Coronavirus

Der Ausbruch des Coronavirus stellt China und die restliche Welt vor Herausforderungen. Den weiteren Verlauf der Krankheit einzuschätzen, bleibt naturgemäss sehr schwierig. Was wir wissen: Die chinesische Regierung beurteilt die Situation so kritisch, dass sie äusserst umfangreiche Massnahmen ergreift, um ihre Bevölkerung zu schützen. Damit ist auch klar, dass die chinesische Wirtschaft zumindest kurzfristig darunter leiden wird.

Neben Behinderungen der Industrieproduktion – die chinesischen Neujahresferien wurden für viele Produktionsstätten verlängert – muss auch mit einem Rückgang des Konsums gerechnet werden. Der Ausbruch des SARS-Virus im Frühling 2003 drückte während des Ausbruchs das chinesische Wachstum gemäss offiziellen Zahlen um etwa zwei Prozentpunkte, wobei der ausbleibende Konsum ein Hauptfaktor war. Dessen Bedeutung für die chinesische Wirtschaft ist seither weiter gewachsen.

Mit den kurzfristig schlechteren Aussichten erhöhen sich auch die Risiken für die Weltwirtschaft. Es waren gerade die Signale aus China, die seit letztem Herbst zur Stabilisierung des Ausblicks der Weltkonjunktur beigetragen haben. Wenn diese ausbleiben oder sich gar ins Gegenteil verkehren, würde eine wichtige Stütze des Wachstums ausbleiben. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass die Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft gestiegen ist und heute schätzungsweise fast dreimal so hoch liegt als 2003 beim Ausbruch des SARS-Virus. Entwicklungen der chinesischen Wirtschaft sind damit deutlich relevanter geworden für den Rest der Welt.

Aus diesen Überlegungen haben wir entschieden, in unseren Portfolios die Risiken wieder etwas zu reduzieren, indem wir Schwellenlandaktien abbauen. Chinesische Aktien machen 40% des asiatischen Aktienmarktes und 34% des MSCI Emerging Market Index aus. Mit diesem Schritt gehen wir auch für die gesamte Aktienquote ein kleines Untergewicht im Vergleich zur strategischen Anlageallokation ein.

Inwieweit sich die beschriebenen Entwicklungen in eine länger anhaltende Abkühlung ummünzen, ist offen. Es besteht die Gefahr, dass sich die Stimmung von Konsumenten und Unternehmen deutlich eintrübt, was zu weiterführenden Konsequenzen führen würde. Aus heutiger Sicht lässt sich aber auch auf ein besseres Szenario hoffen. Falls sich die Verbreitung des Coronavirus rasch eindämmen lassen würde, wären die Auswirkungen auf Finanzmärkte und Realwirtschaft vermutlich nur von kurzer Dauer – ähnlich wie es 2003 beim Ausbruch des SARS-Virus der Fall war. Natürlich werden wir die weiteren Entwicklungen analysieren und bei Bedarf weitere Anpassungen vornehmen.